Hmmm, ich hab jetzt auch nicht so ganz verstanden, was die Kolonialzeit mit dem akuten Problem zu tun hat. Also, historisch haengt das natuerlich u.a. mit dem Selbstverstaendnis der Hongkonger zusammen und ist interessant. Aber im Strang geht es ja darum, wie man das Freiheits- und Demokratiestreben unterstuetzen koennte. Das hat doch nur sehr mittelbar damit zu tun, in welchem Staat das passiert und ob bzw. wie dieser Staat frueher mal anders hiess. Ich mein, wenn in Festlandchina Menschen fuer Demokratie demonstrieren wuerde ich mir auch erlauben, das gut zu finden und die Unterdrueckung dieses Bestrebens schlecht. Auch wenn Deutschland frueher mal eine Kolonie in Kamerun hatte - eher gerade deswegen - erlaube ich mir schon diese Meinung. Amnesty International setzt sich auch weltweit ein, ob das nun China ist oder Burma oder die USA.
Also, ich weiss nicht, warm man da jetzt keine Meinung oder Wertung haben/vornehmen darf, nur weil... Ja, warum eigentlich? Weil wir hier auch nicht auf der Insel der Seeligen leben? Das ist doch, wie Wiesenblume schon schrieb, durchaus eine Frage der persoenlichen Interessen. Zum Glueck darf sich jeder einsetzen wo er moechte, ob vor der eigenen Haustuere oder in Fernost. Oder vielleicht sogar in beiden Gebieten.![]()
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 101
-
14.08.2019, 17:58
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Geändert von Flau (14.08.2019 um 18:39 Uhr)
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
-
14.08.2019, 18:09
-
14.08.2019, 19:24
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Es ist halt irgendwie ungewöhnlich bei einem Kolonial-Hintergrund, dass die ehem. Kolonie mit dem Mutterland bricht....
Der Kolonialismus ist doch schlecht, weil die Kolonialisten die Bösen sind
und nicht weil man wieder zurück nach Hause durfte.
Denn DAS hätten die Hongkonger bereits ab Anfang der 90er Jahre antizipieren können. Es war doch klar (also mir), dass sich die "Sonderzone" auf Diridari und nicht auf Magna Carta bezieht.
Klar haben die die Panik vor dem Chinesischen System. Trotzdem: Hongkong gehört zu China. Mit einer für chinesische Verhältnisse kurzen Unterbrechung von 99 Jahren.
Das ist nicht wie Tibet etc.
Ganz und gar nicht.
Ihr argumentiert irgendwie so, als ob China HK besetzt hätte. Hat es nicht. Es hat Hongkong nach Ablauf der Vertragslaufzeit mit GB ordentlich zurückbekommen.
Ich finds auch seltsam so zu tun, als seien Menschrechtsprobleme in HK besonders schlimm, in Shanghai aber nicht.
klar war auch, dass die Sonderlocke nur bis 2047 gilt.
Ich muss ehrlich sagen, mich hat das damals eh gewundert, dass sich die Kommunisten 1997 darauf überhaupt einließen.
Dass das alles nicht schön ist und die Perspektive auch nicht - klar.
Aber "Okkupation" - nee. Ein Staat kann nicht sein eigenes Hoheitsgebiet okkupieren. Braucht er auch nicht.
-
14.08.2019, 19:33
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Ich weiss nicht genau, wen Du ansprichst, aber wie ich schon schrieb besteht der Konflikt fuer mich losgeloest vom - selbstverstaendlich unstrittigen - Regierungsanspruch Chinas. Ich argumentiere auch keineswegs mit irgendeiner Besetzung. Ich habe den Strang gerade durchsucht, und Du bist die einzige, die das von Dir in Zitatzeichen (!) gesetzte Wort "Okkupation" gebraucht hat (und jetzt ich
). Darf man sich nur fuer besetzte Laender interessieren?
Ich sehe Menschen, die sich fuer Freiheit und Demokratie einsetzen. Auch wenn nicht jeder einzelne Demonstrant lupenrein fuer Demokratie und Freiheit kaempft. Auch wenn das woanders auch so ist. Auch wenn die Zustaende woanders noch schlimmer sind. Da kann man ja auch drueber reden und sich engagieren, klar.
In diesem Strang gehts nunmal um China bzw. Honkong, und Wiesenblume - und vielleicht auch andere - interessieren sich hierfuer und wuerden eine demokratische Bewegung gern unterstuetzen. Ich hab immer noch nicht verstanden, was jetzt konkret dagegen spricht.
Ich weiss nicht, mich erinnert das hier so ein bisschen an die Straenge im Hochzeitsforum, wo jemand fragt, was man bei einer Trauung im Freien beachten muss (-oder sowas-) und dann erstmal sechs User schreiben, dass siiiiie ja sowieso keine Hochzeit brauchen. Kann ja sein, ist auch eine interessante Ueberlegung, aber in dem Fall halt nicht gefragt.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
-
14.08.2019, 20:55Inaktiver User
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
GB hätte Hongkong für 99 Jahre gepachtet. Bei der Rückgabe 1997 wurde vereinbart, dass Hongkong bestimmte demokratische Rechte weiterhin hat. Dies wurde in den letzten Jahren immer weiter zurückgebaut. Die Demokratie wurde immer weiter zurückgebaut.
Und dagegen begehren die Menschen auf. Völlig verständlich.
-
14.08.2019, 21:59
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Genau, und fuer die "Berechtigung", wenn man sowas ueberhaupt anfuehren muss, des Aufbegehrens bzw. des Interesses daran finde ich es auch zweitrangig, wer jetzt die Demokratie beschneidet oder aus welcher Historie heraus. Das kann fuer konkrete Loesungsansaetze interessant sein, aber nicht fuer die Wertung.
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
-
15.08.2019, 06:56Inaktiver User
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Es geht doch gar nicht darum, ob Hongkong zu China gehört. Das ist doch gar nicht die Frage!
Es geht darum, dass Hongkong eine Sonder(wirtschafts)zone mit eigenen Privilegien, die China abschaffen möchte.
So die Abschaffung der Selbstverwaltung. Das Lokal-Parlament wurde entmachtet und von Festlandchina eine neue Lokalregierung ernannt, die vorher noch gewählt wurde. Dagegen wird/ wurde demonstriert.
Gefangene sollen nach Festlandchina verlegt werden können und wir reden hier von ganz China, ohne Rückmeldung in welchen Teil von China. Dagegen wird demonstriert.
Dann wäre da noch die Zensur der Medien und freien Meinungsäußerung.
Aber vermutlich wird die Selbstbestimmung der Hongkonger einfach überbewertet. Warum sollte es ihnen besser gehen, als zum Beispiel Tibet.
-
15.08.2019, 06:58
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Nochmal: ich sehe die Menschen in Hongkong, ich sehe deren Ängste. Ich kann diese Ängste nachvollziehen und finde ihre Forderungen völlig verständlich und aus der Sicht der Menschen völlig legitim. Daher habe ich beschlossen, dass ich diese Haltung und die Menschen mit dieser Haltung unterstützen will. Weil ich das für mich so entschieden habe.
Ich habe einen "Find" auf meine Beiträge gemacht: ich konnte das Wort "Besetzung, besetzen,..." nicht finden. Sorry, dass ich mir den Schuhe nicht anziehen möchte. Vielleicht passt er ja Dir?
Nochmal "Find" auf meine Beiträge. Komisch, auch das habe ich nirgends erwähnt. Auch der Schuh geht zurück an Dich. Jetzt hast Du schon ein vollständiges Paar
-
15.08.2019, 07:31Inaktiver User
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Wiesenblume, was genau stellst Du Dir denn unter Unterstützung vor?
-
15.08.2019, 07:43
AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?
Guten Morgen Sneek,
da sind wir ja genau bei der Frage meines Strangs. Ich hatte spontan an 2 Arten der Unterstützung gedacht:
a) monetär, vor dem Hintergrund, dass ich mit zahlreichen Verhaftungen, Anklagen und Prozessen rechne. Richtig gute Anwälte und Strafverteidiger sind (sicherlich auch in Hongkong) teuer.
<Einschub>
Hier hatte ich ja aber schon das Gespräch mit Herrn Wiesenblume erwähnt, der mir vor Augen führte, dass im Falle von Anklagen und Prozessen nach chinesischem Verständnis eher mit "Schauprozessen" zu rechnen sei (mit gedemütigten Angeklagten, die, sich tief verbeugend, ihre Schuld bekennen und bereuen müssen), als mit Strafprozessen, wie wir sie kennen, und in denen ein "scharfer Hund" als Verteidiger wirklich etwas wuppen kann.
</Einschub>
Aber da stirbt die Hoffnung bei mir immer zuletzt.
b) Petitionen, Eingaben, Unterschriften
Hierzu hatte ich die Seite bspw. von Amnesty schon durchwühlt, aber nichts dergleichen finden können.
Weitere Ideen oder Informationen zu den beiden oberen Punkte hatte ich mir hier im Forum erhofft


Zitieren
