Ich finde gut, wenn jeder ein bisschen bewusster wird und das tut, was er oder sie gut tun kann. Es muss ja nicht jeder alles tun, das verlangt keiner.
Ich z.b. habe seit 15 Jahren kein Auto mehr und fahre statt dessen Rad, ÖPNV sowie Zug. Den letzten Flug habe ich 2007 gemacht. Ich heize relativ wenig, d.h. meine Wohnung ist eher kühl. Insofern sieht mein Fussabdruck ganz gut aus.
Aber: ich esse ganz gern Tierprodukte und möchte auf zweimal Fleisch pro Woche und einmal Ei nicht verzichten.
Es gäbe noch viel zu verbessern oder zu optimieren, aber das funktioniert für mich nur in kleinen Schritten.
Wichtig ist, dass man sich bewusst ist, dass wir so wie bislang nicht weitermachen können, weil dafür schlicht die Ressourcen nicht da sind.
Und wenn jeder ein bisschen was tut, ist eine Menge gewonnen.
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28.07.2019, 19:27Inaktiver User
AW: Hält Euch die aktuelle Debatte vor dem Fliegen ab?
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28.07.2019, 20:12
AW: Hält Euch die aktuelle Debatte vor dem Fliegen ab?
Habe mal nachgezählt für die letzten 15 Jahre und komme auf 7 Flüge (je hin- und zurück), die Jahre davor eher weniger.
Dass Fliegen keine umweltfreundliche Fortbewegungsart ist, war mir dabei schon immer klar, weshalb ich, neben wirtschaftlichen Aspekten (als Studentin, mit drei Kindern) schon immer abgewogen habe, ob fliegen die einzige und beste Möglichkeit ist.
Ähnlich werde ich es weiter halten, wobei ich Fliegen nur als eine Komponente des klimarelevanten Verhaltens sehe neben Autonutzung, Fleischkonsum, Nutzungsdauer von Elektorgeräten, Wasser-und Stromverbrauch, Heizverhalten.
In allen Bereichen versuche ich von Jugend an, mich möglichst umweltbewusst zu verhalten (Optimierung geht natürlich immer), von daher beeinflussen mich die Proteste oder FfF nicht wesentlich weiter.
Die eigene Situation ist aber doch meist, von Ausnahmen wie Arbeitsplatzverlust, Versetzung gegen den eigenen Willen uä., die Folge eigener Entscheidungen.
Von daher sehe ich keine Inkonsequenz, wenn jemand, der an einen Ort gezogen ist, an dem er seine Arbeit per Rad oder ÖPNV erreicht, dies aus Gründen des Umweltschutzes als sinnvoll erachtet.
Ich möchte das nicht bewerten, jeder soll wohnen, wo er möchte, aber die Folgen aus der Wahl des Wohnorts nicht als schicksalhaftes Ereignis sondern eben als Konsequenz der persönlichen Entscheidung sehen.Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist
Intro "Tatsächlich Liebe"
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28.07.2019, 20:35
AW: Hält Euch die aktuelle Debatte vor dem Fliegen ab?
Ich bin mittlerweile wohl eine Vielfliegerin. Ich habe kein Auto und fahre auch sonst viel mit der Bahn (innerdeutsch nur Bahn). Ich fliege aber ab und zu in den Urlaub und war jetzt 2x auf Kreuzfahrt. Nicht ideal. Das meiste fliege ich aber beruflich und nach Dublin / Edinburgh kommt man auch schlecht anders. London ginge eventuell noch mit dem Eurostar, aber alles andere auf den Britischen Inseln ist schwierig. Und wie bluevelvet schrieb: VC und Telefonkonferenzen nutzen wir viel, aber das persönliche Gespräch ersetzt das nur bedingt. Ich hätte da gerne eine Alternative, aber vom Frankfurt nach Dublin ohne Flieger? Schwierig... und momentan ist das noch 1x im Monat notwendig.
Ich versuche trotzdem weiterhin, viel Bahn zu fahren und zumindest unsren Fleischkonsum zu reduzieren. Auf den Urlaub zu verzichten, fällt mir sehr schwer: ich bin getrennt erziehend und manchmal ist das einfach schön, sich mal um nichts kümmern zu müssen und trotzdem etwas zu sehen. Die eigene Bequemlichkeit, ich weiß... das Fliegen ist tatsächlich momentan das, was meinen CO2-Abdruck massiv erhöht trotz nicht vorhandenem Auto.Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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28.07.2019, 20:49Inaktiver User
AW: Hält Euch die aktuelle Debatte vor dem Fliegen ab?
Genauso sehe ich das auch.
Fritzi verdeutlicht da ja auch noch mal, Fliegen ist eine Komponente und wenn ich bei mir in der Familie schaue, wer da alles in seinem Leben bisher noch nie geflogen ist, sind die nun die besseren Menschen? Ich glaube das würden die nicht für sich in Anspruch nehmen wollen.
Mein Kind wohnt in Berlin, die ist bekennender Bahnfahrer und Bahncardbesitzer, die benötigt mit dem ICE für die etwa 300 km bis zu mir nicht mal mehr 2 Stunden (wenns gut läuft) ja schneller kannst ja fast nicht fliegen
. Ich brauch mit dem Auto etwa 2,5 Stunden und ich fahr nicht langsam, allerdings direkt von Tür zu Tür. Tja, die Raserei sollte ich mir wohl auch abgewöhnen.
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28.07.2019, 20:56Inaktiver User
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28.07.2019, 21:14
AW: Hält Euch die aktuelle Debatte vor dem Fliegen ab?
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28.07.2019, 21:32
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28.07.2019, 22:18
AW: Hält Euch die aktuelle Debatte vor dem Fliegen ab?
Es wird sich viel ändern und nicht alles wird für alle immerzu und in voller Qualität zur Verfügung sein.
Wenn Fliegen, Autofahren und die industrielle Produktion inkl. globaler Logistik endlich so viel kostet, dass sie alle schädlichen Umweltaspekte mit einpreist, dann werden viele "Vergnügungen" so teuer, dass es sich nur Reiche leisten können.
Das wird so sein, und von dem Credo, dass der Arme alles sich leisten können muss, wie der Reiche, werden wir uns verabschieden müssen.
Tun wir das nicht, wird es bald keine Erde mehr geben, auf der es sich überhaupt lohnt zu leben.
Wenn demnächst alle 8 Milliarden Bewohner dieser Erde ein Auto haben werden und alle 2x im Jahr über die Welt fliegen, dann wird die Erde nicht mal ausreichen für die vielen Strassen und Flugplätze.
Wo wir beim Thema dieses Stranges sind: wer fliegt, muss irgendwo starten und irgendwo landen. Diese Flugplätze werden oft auf die grüne Wiese gestellt, in Naturschutzgebiete, in alte Dorfstrukturen, in unberührte Landschaften, in Wälder. All das wird nieder gemetzelt, samt Pflanzen und Tiere, und die Menschen werden umgesiedelt, und dann wird zubetoniert. Mit mannigfachen Anfahrtswegen und Bahntrassen. Plus grosse Passagierhallen, Flughafenhotels und riesigen Parkplätze.
Der Effekt? Im Umkreis von 50 -100km kann kaum einer leben, weil es so laut ist.
Wer wohnt aber trotzdem da? Die Armen. Das müssen die armen Leute aushalten, damit die anderen Armen rumfliegen können?
Der Reiche wohnt eh nicht in der Einflugschneisse oder an der Bahnschiene oder an der Zubringerstrasse zum Flughafen.
Deine Erzählung, dass der Arme dann nicht mehr fliegen können wird, wenn wir die Steuer oder die CO² Abgabe einführen, und somit eine soziale Ungerechtigkeit herrschen wird, ist eine falsche. Die soziale Ungerechtigkeit ist eh schon da. Der Arme ist so oder so immer der Arme, denn er muss im Überfluggebiet wohnen und er muss am Flughafen arbeiten.
Du hast offenbar etwas sehr Wesentliches nicht begriffen: wir müssen weltweit unsere Bewegung, Verkehr, Logistik, Produktion, preislich so gestalten dass die Umweltzerstörung und die Schädigung unserer Welt mit eingepreist wird und somit über den Preis eine Verhaltensänderung einsetzt.
Das hat nichts mit Verbot oder mit Anklage zu tun.
Jeder, der absichtlich und wissentlich seine Umgebung schädigt, ist ein Verbrecher. Ein Verbrecher an uns allen. Die Welt gehört nun mal uns allen. Ob reich der arm.
Nun kommen wir zu einem wichtigen Punkt: es ist der Reiche, der den Takt vorgibt. Er baut Fabriken in Indonesien, die das giftige Färbewasser von Jeans nicht reinigt, sondern ungefiltert in den Fluss leitet, in der die Armen sich waschen. Und da es dort auch kein Abwassersystem gibt, baden die Armen in der Scheisse und im Gift. Der Reiche aber, der die Fabrik hat und die Arbeiter bezahlt, erhält ein Vielfaches dessen für die Klamotten, die er in der Welt verkauft. und er wohnt in einer prachtvollen Villa mit Swimmingpool und eigener Kläranlage.
Was denkst Du, was passiert, wenn dieser Reiche jetzt eine sehr hohe Abgabe zahlen muss, wenn er keine Reinigungsanlage einbaut? Er wird eine einbauen! Und dann ist wenigstens kein Gift mehr im Fluss, wo die Armen baden. Denen geht es dann besser.
Genau das Gegenteil dessen, was Du postulierst, wird eintreten, wenn wir weltweit die Abgaben für eine Weltzerstörung drastisch erhöhen.
Daher: Kerosin besteuern! Plus einer Abgabe, die sämtliche Kosten der Umweltzerstörung durch das Fliegen einpreist. Stopp von Flughafenbauten!
Bisher galten 8 Tonnen pro Kopf in D als normal. Woher hast Du diese Zahlen?

Absolut!
Jede Produktion, jeder Transport, jeder Rohstoffabbau muss mit den Kosten seiner Umweltzerstörung belegt werden.
Habe ich auch gesehen, kam im Weltspiegel.
Zitat von ;34212218
Gute Idee, vor allem, weil er mit dem gewonnen und umgebauten Stoff dann Treibstoff, also Energie herstellen will.
Sie verklappen immer noch, Nur heute in der Regel heimlich, kann ja kaum jemand kontrollieren. Ich warte auf Satelliten in der Weltumlaufbahn, die so ein Treiben endlich aufzeichnen und diese Umweltverbrecher erkennbar machen.


Ist das beruflich?
Hast Du einen Tesla oder Equivalent und fährst mit Ökostrom? Dann darfst Du rasen.
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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28.07.2019, 22:26
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28.07.2019, 22:42
AW: Hält Euch die aktuelle Debatte vor dem Fliegen ab?
Tja.
Ich fliege zwar zweimal im Jahr wegen der Familie, deswegen fahre/fliege ich gar nicht mehr an regelrechte Urlaubsorte. Aber : Isch abe gar kein Auto. Bin mit Öffis unterwegs. Das kann ich auch locker, da ich in einer Großstadt wohne und arbeite.
Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben wegen der Flüge? Oder kann ich mir auf die Schulter klopfen, da ich auf kein Auto angewiesen bin?


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