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Thema: Stauffenberg

  1. User Info Menu

    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von honey333 Beitrag anzeigen
    Dass heute bei der Angelobung von Rekruten von der persönlichen Verantwortung die Rede ist, ist sehr zu begrüßen, und wahrscheinlich der Demokratie und des jahrzehntelangen Frieden zu verdanken.
    Das seh ich ganz genau so.
    Eine gewisse Rolle hat bestimmt auch die berühmte Rede vom ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 gespielt, als er den 8. Mai 1945 als den "Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" bezeichnete.
    Und wenn der 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung gesehen wird, dann muss das Attentat auf Hitler zugleich als Akt der Menschlichkeit bezeichnet werden, und wenn das wiederum so ist, dann ist es richtig und geradezu unausweichlich, Rekruten der Bundeswehr zu persönlicher Verantwortung zu ermuntern und aufzufordern, so wie das die neue Verteidigungsministerin getan hat.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    ... oder zu behaupten Menschenwürde wurde schon immer akzeptiert, ist noch mehr als absurd.
    Ich habe nirgends geschrieben, dass Menschenwürde schon immer akzeptiert wurde, wie du behauptest.
    Wenn ich mich da aber doch missverständlich ausgedrückt haben sollte, dann sorry.
    Geändert von VanDyck (21.07.2019 um 19:35 Uhr)
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

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    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und da finde ich schon ganz gut, wenn man heutzutage wenigstens formal das Recht auf Einrede hat.
    Dieses Recht muss in eine rechtliche Form gegossen werden; es kann nicht sein, dass der Soldat persönlich entscheidet: das passt mir nicht, das mach ich nicht.

    Zitat Zitat von honey333 Beitrag anzeigen
    Dass heute bei der Angelobung von Rekruten von der persönlichen Verantwortung die Rede ist, ist sehr zu begrüßen, und wahrscheinlich der Demokratie und des jahrzehntelangen Frieden zu verdanken.

    Wichtig wäre es, schon im Kindesalter zu lernen, dass man sich von niemandem und nichts das eigene Denken nehmen lassen sollte. Jede Anordnung von Vorgesetzten sollte geprüft werden, ob es den eigenen Wertvorstellungen und der eigenen Moral nicht widerspricht. Wer sich im täglichen Leben nichts aufzwingen lässt, das man vor sich selbst nicht verantworten kann, wird das hoffentlich auch in Extremsituationen tun!
    Das ist ein Bumerang. Jeder, der sich widersetzt, kann das für sich in Anspruch nehmen. Widersetzt wem und was auch immer. Die eigene Moral und die eigene Wertverstellung können unmöglich als Handlungsgrundlage dienen, denn diese sind variabel und können höchst unterschiedlich ausfallen und können genau das sein, was in der Rede angeprangert wird. Es kann nicht sein, dass ein Soldat sagt: das passt mir nicht, weil es meiner eigenen Wertvorstellungen und meiner eigenen Moral widerspricht.

    Verstehst Du?

    Ich weiss nicht, ob wirklich persönliche Verantwortung gefordert wird, es wird gefordert, dass der Soldat gegen politische Brandstifter eintritt (wie das wird nicht gesagt). Wer stellt denn fest, was ein politischer Brandstifter ist?

    Das sind die Worte [Auszug]


    Wir erleben, dass die Menschenwürde durch Hass, Ausgrenzung und Spaltung unter die Räder kommt.

    Wir erleben, dass unsere Demokratie verächtlich gemacht wird.

    Wir erleben Angriffe auf die Werte unserer Verfassung.

    Wir erleben Hetze von Populisten und politischen Brandstiftern.

    Als Staatsbürger sind wir alle gefordert, die Stirn zu bieten und die Werte unseres Grundgesetzes im täglichen Miteinander mit Leben zu füllen. Und als Staatsbürger in Uniform machen Sie mit Ihrem heutigen Gelöbnis deutlich, dass Sie sich in besonderer Weise in den Dienst dieses Auftrags stellen.
    markiert von mir

    Der Soldat hat den Auftrag, sich gegen Menschen zu stellen, denen das alles nachgesagt wird?
    Gegen das eigene Volk ?

    Wer definiert denn Hetze, Hass, Ausgrenzung und Spaltung und wer definiert, welche Personen dafür verantwortlich sind?

    Ich dachte, Soldaten sollen ein Land verteidigen?

    Nun haben sie den Auftrag, gegen einzelne Personen oder Gruppen vorzugehen. Wer sagt ihnen, welche Personen das sind?
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Stauffenberg

    „Der Soldat muss die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes anerkennen und durch sein gesamtes Verhalten für ihre Erhaltung eintreten.“ (Paragraph 8 Soldatengesetz)


    Ich weiß nicht, wie noch eindeutiger erklärt werden soll, wofür ein Soldat der BW überhaupt da ist.

    Selbstverständlich schließt das auch ein Vorgehen gegen einzelne Gruppen und Personen ein, sollte der Fall eintreten.

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    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Wenn sie eine größere Bombe als eine 1 KiloBombe verwendet hätten, wäre das Attentat positiv gewesen. 1 Kilo Sprengmaterial war leider zu wenig, wie Historiker herausgefunden haben. Stauffenberg und seine Freunde hatten sich verkalkuliert mit der Sprengkraft und diese berühmten 10 Minuten mit der Delegation um Hitler.

    Es gab doch viele Probleme

    1. Die Hitze weswegen die Fenster alle auf einmal offen standen und dadurch die Druckwelle abgemildert wurde
    2. Der sehr schwere Tisch der Hitler wie ein Schild an seiner Position abschirmte
    3, Hatte jemand die Tasche zwischenzeitlich nach Stauffenbergs Ablage, später woanders verlegt was so auch noch mal viel ungünstiger war
    4.Einige Personen wechselten immer etwas oder stärker Ihre Position (evtl. auch Hitler) am Tisch und veränderten evtl. auch etwas den Tisch und / oderTasche selbst

    Dazu kam noch Hitlers Instinkt und Phoebie wie bei fast alle Diktatoren , das Zeitpläne, Positionen und Abläufe , Gewohnheiten immer plötzlich ganz schnell verändert worden und alles erschwerten oder alle Attentatte wie durch Zufall zunichte machte bzw. Flugzeugattentat (zu Kalt für die Zündsätze in der Luft ), Elser in der Gaststätte , zu Nebeilg , Hitler deshalb früher als geplant abgereist.


    Was man Stauffenberg vorwerfen kann, warum er nicht nach dem Motto doppelt oder dreifach hält besser , auch ohne Zündung weiteres Sprengmaterial einfach zusätzlich noch schnell in die Tasche gelegt hatte ?
    Anstatt das zweite Paket einfach ganz aus welchen Gründen auch immer wegzulassen.
    Dieses wäre mit der einen Bombe ja auch hochgegangen.
    Entweder wirde er gestört, keine Zeit ohne entdeckt zu werden, Probleme mit den Fingern, Tasche zu auffällig , Überhebliche bzw. falsche Prognose ohne o. a Punkte 1-4 als Fehlerquellen überhaupt zu berücksichtigen und anzunehmen sondern nur den Optimalfall., etc...wir werden es nie erfahren..
    Geändert von Punpun (21.07.2019 um 20:51 Uhr)

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    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von Punpun Beitrag anzeigen
    Was man Stauffenberg vorwerfen kann, warum er nicht nach dem Motto doppelt oder dreifach hält besser , auch ohne Zündung weiteres Sprengmaterial einfachzusätzlich noch schnell in die Tasche gelegt hatte ?
    Ich wäre da ja ganz ganz!! vorsichtig, Stauffenberg bestimmte Fehler in der Ausführung des Attentats vorzuwerfen, wie du das faktisch tust.
    Hitler war wohl neben Stalin zu der Zeit der am besten bewachteste Mensch der Welt.
    Beschäftige dich mal mit den Sicherheitsvorkehrungen der Wolfsschanze, wo das Attentat stattfand.

    Man kann davon ausgehen, dass wirklich das menschenmögliche getan wurde, um das Attentat durchzuführen - es brauchte sehr lange Zeit an Vorbereitung und ebenso das warten auf die entscheidende Gelegenheit, die sich wahrlich nicht jeden Tag aufgetan hat.
    Geändert von VanDyck (21.07.2019 um 21:31 Uhr)
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  6. Inaktiver User

    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Das ist ein Bumerang. Jeder, der sich widersetzt, kann das für sich in Anspruch nehmen. Widersetzt wem und was auch immer.
    Nein, und ich verstehe gar nicht woraus du das ableiten willst.

    Soldaten sind den Werten unserer Verfassung verpflichtet.

    Der Widerstand bezieht sich darauf dass Soldaten erkennen können (Wissen) und erkennen dürfen (Gewissen) ob die an sie erteilten Befehle im Einklang stehen mit der Verfassung und den darin vermittelten Werten.


    Die eigene Moral und die eigene Wertverstellung können unmöglich als Handlungsgrundlage dienen, denn diese sind variabel und können höchst unterschiedlich ausfallen und können genau das sein, was in der Rede angeprangert wird. Es kann nicht sein, dass ein Soldat sagt: das passt mir nicht, weil es meiner eigenen Wertvorstellungen und meiner eigenen Moral widerspricht.
    Doch, das kann er. Wird aber in der Praxis nicht so oft vorkommen wie man es sich in der Theorie vorstellt.
    Es geht ja nicht darum den Küchendienst zu verweigern.


    Ich weiss nicht, ob wirklich persönliche Verantwortung gefordert wird, es wird gefordert, dass der Soldat gegen politische Brandstifter eintritt (wie das wird nicht gesagt). Wer stellt denn fest, was ein politischer Brandstifter ist? .......

    Der Soldat hat den Auftrag, sich gegen Menschen zu stellen, denen das alles nachgesagt wird?
    Gegen das eigene Volk ?

    Wer definiert denn Hetze, Hass, Ausgrenzung und Spaltung und wer definiert, welche Personen dafür verantwortlich sind?
    Das wäre dann das Ergebnis einer eigenen Denkleistung.

    Nun haben sie den Auftrag, gegen einzelne Personen oder Gruppen vorzugehen. Wer sagt ihnen, welche Personen das sind?
    Das steht da überhaupt nicht, das fantasierst du dir zusammen.

    Es geht darum den Werten der Verfassung verpflichtet zu sein und sich nicht vereinnahmen zu lassen von Gedankenwelten die andere Werte haben oder gar Ziele verfolgen.
    In diesem Sinne soll jeder Soldat gewissenhaft sein
    Nicht umsonst werden z.B. die sog. "Reichsbürger", sofern man sie denn erkennt, für einen Dienst bei der Bundeswehr abgelehnt.

  7. Moderation

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    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Dieses Recht muss in eine rechtliche Form gegossen werden; es kann nicht sein, dass der Soldat persönlich entscheidet: das passt mir nicht, das mach ich nicht.
    Geht's da nicht um das, was im Grundgesetz, in der Verfassung steht? Woran die Soldaten ihre Meinung, Handlung ausrichten sollten?



    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen

    Ich weiss nicht, ob wirklich persönliche Verantwortung gefordert wird, es wird gefordert, dass der Soldat gegen politische Brandstifter eintritt (wie das wird nicht gesagt). Wer stellt denn fest, was ein politischer Brandstifter ist? [Auszug]

    Die, die sich gegen das Grundgesetz und die demokratischen Prinzipien eines Landes stellen?
    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Das sind die Worte [Auszug]


    Wir erleben, dass die Menschenwürde durch Hass, Ausgrenzung und Spaltung unter die Räder kommt.

    Wir erleben, dass unsere Demokratie verächtlich gemacht wird.

    Wir erleben Angriffe auf die Werte unserer Verfassung.

    Wir erleben Hetze von Populisten und politischen Brandstiftern.

    Als Staatsbürger sind wir alle gefordert, die Stirn zu bieten und die Werte unseres Grundgesetzes im täglichen Miteinander mit Leben zu füllen. Und als Staatsbürger in Uniform machen Sie mit Ihrem heutigen Gelöbnis deutlich, dass Sie sich in besonderer Weise in den Dienst dieses Auftrags stellen.
    markiert von mir

    Der Soldat hat den Auftrag, sich gegen Menschen zu stellen, denen das alles nachgesagt wird?
    Gegen das eigene Volk ?

    Wer definiert denn Hetze, Hass, Ausgrenzung und Spaltung und wer definiert, welche Personen dafür verantwortlich sind?

    Ich dachte, Soldaten sollen ein Land verteidigen?

    Nun haben sie den Auftrag, gegen einzelne Personen oder Gruppen vorzugehen. Wer sagt ihnen, welche Personen das sind?
    Alle Staatsbürger sollten (wie es da oben steht), den Mut und den Verstand haben, Menschen, die sich wie in dem blau zitierten Text verhalten, die Stirn zu bieten. Die Werte des Grundgesetzes/der Verfassung mit Leben zu füllen. Und Soldaten haben in ihrer Position erst recht die Pflicht, dieses Grundgesetz/die Verfassung zu verteidigen, auch im eigenen Land.
    Da steht ja nichts von militärischem Vorgehen. Und ja klar aus dem eigenen Volk. Darum geht's ja erstmal in dem Text. Nicht um das undemokratische Handeln anderer Länder.

    Vielleicht ist es ja auch mit ein Seitenhieb auf den existierenden Rechtsradikalismus in den Reihen der Bundeswehr.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Das sind die Worte [Auszug]
    Wir erleben, dass die Menschenwürde durch Hass, Ausgrenzung und Spaltung unter die Räder kommt.

    Wir erleben, dass unsere Demokratie verächtlich gemacht wird.

    Wir erleben Angriffe auf die Werte unserer Verfassung.

    Wir erleben Hetze von Populisten und politischen Brandstiftern.

    Erstmal sind das Worte aus aktuellen Regierungspartei Vertretern. Demnach könnte man auch darüber diskutieren, wieso es soweit gekommen ist und diese Worte so aktuell sind.

    Hängt sicher auch viel mit Überforderung zusammen, Probleme bewältigen zu können und zu vermitteln. Oder Verhalten die verkannt werden etc. Handlungen erklären zu müssen und zu bemessen wieviel Demokratie gelebt wird hier im Land und wie positive Aspekte vermittelt werden.
    Ich dachte, Soldaten sollen ein Land verteidigen?
    Soldaten werden bisher ausschliesslich im Ausland eingesetzt, außer noch hier im
    Verwaltungsapparat
    Geändert von Akzent (23.07.2019 um 12:59 Uhr)

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  9. gesperrt

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    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Meines Wissens ist das Volk schon lange vor Kriegsende 'zur Besinnung' gekommen - allerdings haben es die Nazis verstanden, mit staatlicher Verfolgung auf allen Ebenen und unglaublicher Brutalität die Kriegsmüdigkeit zu unterdrücken bzw. halbwegs im Zaum zu halten.
    Die Angst vor Verfolgung, selbst bei kleinsten Unmutsäußerungen, war sowohl bei vielen einfachen Soldaten in der Wehrmacht als auch in der Zivilbevölkerung riesengroß.
    Richtig. Der Satz "Ich glaube nicht mehr an den Endsieg" reichte 1944, um wegen Wehrkraftzersetzung standrechtlich erschossen oder erhängt zu werden.
    Ab Stalingrad 1943, genauer der Kapitulation General Paulus im Januar 1943, musste jedem klar gewesen sein, dass der Krieg verloren war. Nur das Ausmaß war unbekannt.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Sag das denen, die den Versailler Vertrag aufsetzten und durchsetzten. Man kann einfach nicht Menschen in die Verzweiflung treiben, und meinen, da käme irgendwas Vernünftiges raus.
    Der Versailler Vertrag gehört zu den Pariser Vorortverträgen und betraf die ehemaligen Mittelmächte, in erster Linie Deutschland. Aber auch Österreich-Ungarn und die Türkei saßen am Tisch.
    Ziel war ein Friedenszustand mit allen Mitteln. Dass dabei gewaltig übertrieben worden ist, sehen heute alle Historiker so. Aber damals 1918 bis 1920 sollte dem sinnlosen Töten des letzten Kriegsjahres 1918 endlich ein Ende bereitet werden.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Einzelne Menschen sicher nicht, aber das Gesamtwesen von Weltpolitik Krieg und Verbrechenskultur, von Stalin bis Mugabe bis Vietnamkriege, Kosowo und Serbien etc. Es gibt so viele Beispiele, in denen der Bergriff "Menschenwürde" einfach fremd ist und war
    Das ist das eigentlich Üble: Seit 1945 gibt es mehr Kriege auf der Welt und oft genug gehen Menschen rücksichtsloser als je gegen Menschen vor. Nur spielen andere Interessen wie Zugang zu Wasser oder Rohstoffen eine entscheidende Rolle, ob eingegriffen wird oder auch nicht.

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Eigentlich haben die Nazis hauptsächlich vom Börsencrash und der wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik profitiert, wie man an den Wahlergebnissen ablesen kann.
    Bis 1928, also auch rund 10 Jahre nach dem 1. WK und dem Versailler Vertrag war die NSDAP eine Splitterpartei.
    Die NSDAP hat keine Wahl mit der absoluten Mehrheit gewonnen. Die NSDAP hatte genau die gleichen Themen wie die KPD und bot "einfache Lösungen" für komplexe Probleme an.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    von Stauffenberg, als Adliger, fühlte sich diesen ehrenhaften Traditionen wohl deutlich mehr verpflichtet als dem Modernisten Hitler, dem nichts und niemand heilig war.
    Stauffenbarg entstammte einer alten Dynastie, die immer wieder Berufssoldaten, Berufsoffiziere, gestellt hat.
    Hitler war ein einfacher Gefreiter und verstand wenig von komplexen militärischen Strukturen.

    Aber: Stauffenberg legte wie zigtausend andere einen Eid auf Hitler ab. Damit verstieß er gegen seinen Berufseid, als er Attentäter wurde.

    [ed.]

    Stauffenberg hat die Tasche nur abgestellt. Er hätte neben Hilter sein müssen. Dass der zweite Zünder nicht angebracht wurde und die 2. Bombe nicht in der Tasche war, ist noch zusätzlich blöd. Aber es war an ihm, ob das letztlich gelingt oder nicht.
    Er hat 4 andere Menschen mit der Bombe getötet.
    Stauffenberg hatte Finger verloren, so dass er sich schwer tat, die Zünder anzubringen. Das konnte er nämlich erst nach den Kontrollen tun. Zudem hatte er im Gegensatz zu den "Bombenbauern" Bedenken, ob so viel Sprengstoff nötig gewesen wäre. Er wäre nämlich bei der kompletten Sprengkraft selbst gestorben.
    Das ist die eigentliche Krux. Stauffenberg hätte sich mit Hitler in die Luft jagen müssen. Und das ist sehr schwer zu tun, weil wir Menschen doch am Leben hängen.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Es ist sowieso überdenkenswert, warum die Alliierten Deutschland noch zusätzlich zerbombten, obwohl der Krieg schon längst und offensichtlich verloren war, denn die akute Kriegssituation fand hauptsächlich nur noch gen Osten also gen Russland statt. In Great Britain schon verloren und in Frankreich auch. Italien und Nordafrika ebenso.

    Zweitens, warum konnten und wollten die Allierten Hitler nicht finden und gefangennehmen.
    Die Bombardierung sollte die Bevölkerung umstimmen, was gründlich daneben ging. Ein gemeinsamer Feind einigt selbst extrem zerstrittene Bevölkerungsteile.
    Die Nazis waren nie in Großbritannien, die Ostfront brach seit 1941 immer wieder ein, endgültig und definitiv ab Januar 1943 und die Landung der Alliierten in Frankreich war nur eine Frage der Zeit. Nordafrika war seit 1943 Geschichte, seit Rommel entgegen Hitlers Befehl seine Soldaten kapitulieren ließ.

    Zitat Zitat von honey333 Beitrag anzeigen
    Dass jeder Soldat das auch innerlich mittrug, ist unwahrscheinlich, aber Widerstand gegen gewissenlose Vorgesetze war lebensgefährlich. Also: der einzelne Soldat konnte wenig ausrichten, eine große Gruppe aber vielleicht? Aber auch eine befehlsverweigernde Truppe wäre damals wohl ohne Augenzucken an die Wand gestellt worden.
    Zumindest glaubte jeder Soldat das. Tatsächlich gab es nur sehr wenige Soldaten, die z.B. das Schießen in einem Hinrichtungskommando verweigerten. Diesen paar ist nichts passiert.
    Aber das wissen wir nur im Nachhinein.

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Man kann davon ausgehen, dass wirklich das menschenmögliche getan wurde, um das Attentat durchzuführen - es brauchte sehr lange Zeit an Vorbereitung und ebenso das warten auf die entscheidende Gelegenheit, die sich wahrlich nicht jeden Tag aufgetan hat.
    Eben, Sprengstoff bekam kaum jemand mal so eben gekauft... Stauffenberg war einer der wenigen, die überhaupt noch zu Hitler vorgelassen wurden. Alle anderen des Kreisauer Kreises waren "draußen".

    Mit dem 20. Juli 1944 war das Attentat nur reichlich spät und zielt darauf ab, möglichst schnell einen Waffenstillstand schließen zu können. Alle vorangegangenen Attentate wie Georg Elser basierten auf der Überzeugung, dass Hitler die Welt in einen Abgrund stürzen würde. Leider erwiesen sich diese Voraussagen als zutreffend.

    Den Militärs war bereits 1941 klar, dass der Krieg verloren war. Denn mit dem Angriff auf die Sowjetunion begann der Zweifrontenkrieg, der selbst bei bester Ausstattung und vielen Soldaten nur selten gewonnen werden kann.
    Geändert von Analuisa (24.07.2019 um 21:43 Uhr) Grund: off topic, bitte Moderationsansage beachten

  10. gesperrt

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    AW: Stauffenberg

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Ziel war ein Friedenszustand mit allen Mitteln. Dass dabei gewaltig übertrieben worden ist, sehen heute alle Historiker so. Aber damals 1918 bis 1920 sollte dem sinnlosen Töten des letzten Kriegsjahres 1918 endlich ein Ende bereitet werden.
    Man hätte diesen Vertrag ja auch anders ausgestalten können.

    Der kluge und menschenfreundliche Herr Marshall, der nach dem zweiten Weltkrieg den später nach ihm benannten Hilfsplan für Europa entwarf, hatte das begriffen - der hat wohl sehr wesentlich dafür gesorgt, dass seit 1945 Ruhe ist in Mitteleuropa, und nicht gleich ein neuer Krieg, neue Ressentiments, gezüchtet werden.

    Stauffenbarg entstammte einer alten Dynastie, die immer wieder Berufssoldaten, Berufsoffiziere, gestellt hat.
    Hitler war ein einfacher Gefreiter und verstand wenig von komplexen militärischen Strukturen.
    Für einen, der angeblich wenig von komplexen Strukturen versteht, ist Hitler aber sehr sehr weit gekommen !

    Aber: Stauffenberg legte wie zigtausend andere einen Eid auf Hitler ab. Damit verstieß er gegen seinen Berufseid, als er Attentäter wurde.
    manchmal muss man einsehen, dass man sich massiv geirrt hat, und eine Kehrtwendung machen. Den Verstoss gegen den Eid würde ich in dem Fall als lässlichere Sünde sehen als die Scham darüber, diesen Blödsinn je geschworen zu haben.

    gruss, barbara

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