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  1. Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Würden wir nicht globalisiert, dort wo Umwelt als Müllkippe benutzt wird, und wo Menschen ausgebeutet werden, produzieren lassen, sondern bei uns, gäbe es nur halb so viel Ware, sehr viel weniger Müll und nicht so viel Gifte in Flüssen. Alles wäre wesentlich teurer und niemand würde bei der Weihnachtsfeier als Wichtel so einen Scheiss wie einen Plastikweihnachtsmann mit Hoho kaufen.

    Die ganzen Junggessellinenabschiedsveranstaltungen, die mit Karren voller potentiellen Müll durch die Stadt fahren und eine Flut von Verwüstung und Sauerei hinterlassen, gäbe es dann Gsd auch nicht mehr.
    .
    Ich gebe dir da absolut recht, und ich frage mich die ganze Zeit: Wie haben wir es so weit kommen lassen?

    Wenn ich meine Familie so ansehe, dann waren wir Ende der 90er/Anfang der Nullerjahre auch so weit, dass wir hundertausend Weihnachtspackerln gemacht haben, in Wegwerfprodukten gebadet haben, eine Zeitlang fand ich auch Amazon nicht unpraktisch...(habe dann aber wegen des regionalen Buchhandels davon abggelassen...)

    Die gute Nachricht ist, dass ich in den letzten Tagen Nachrichten von meinen Kindern bekommen habe, dass sie die weihnachtliche Kommerzialisierung nicht mehr aushalten, sich gezielt kaum was wünschen, weil sie den Konsumterror (auch aus ökologischen Bedenken) nicht mehr aushalten....
    Bei den Wünschen gehts ums Tauschen, ums Selbermachen, um Kulturveranstaltungen....

    Ein Wiedererstarken der regionalen Produktion hielte ich auch für unabdingbar, wenn ich es auch als legitim ansehe, Produkte dort zu erzeugen, wo sie am nachhaltigsten erzeugt werden können - um einen gewissen Warentransport werden wir sicher auch in Zukunft nicht herumkommen.

    Allerdings muss ich dazusagen, dass in meinen Augen da die Gefahr der Re-Nationalisierung besteht. Diese Dinge sollten einerseits regional, andererseits auf EU-Ebene gelöst werden. Klimaschutz, der zu mehr Nationalismus führt, kann auch nicht das Ziel sein.


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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Chili,

    ein gewisser Warentransport ist okay.

    Zwischen einem bisschen Warentransport und dem, was momentan durch die Welt schippert, liegen aber Welten.

    ich war letztes Jahr das 1. Mal in den USA und habe den Containerhafen Long Beach angeschaut, das ist der grösste Hafen in Mittelamerika.
    Man muss das wohl mal gesehen haben, was da an Containerschiffen ankommt, entladen wird und abfährt. Alleine die Schlange an LKWs, die Container aufladen und weitertranportieren, ist gigantisch.

    CO2-zertifikate halte ich im übrigen nicht für das geeignete Instrument. Es wird kein Gramm CO2 gespart und irgendjemand verdient auch noch daran.

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  3. Avatar von einzigARTig
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von Chilirose Beitrag anzeigen
    Ich gebe dir da absolut recht, und ich frage mich die ganze Zeit: Wie haben wir es so weit kommen lassen?

    Wenn ich meine Familie so ansehe, dann waren wir Ende der 90er/Anfang der Nullerjahre auch so weit, dass wir hundertausend Weihnachtspackerln gemacht haben, in Wegwerfprodukten gebadet haben, eine Zeitlang fand ich auch Amazon nicht unpraktisch...(habe dann aber wegen des regionalen Buchhandels davon abggelassen...)

    Die gute Nachricht ist, dass ich in den letzten Tagen Nachrichten von meinen Kindern bekommen habe, dass sie die weihnachtliche Kommerzialisierung nicht mehr aushalten, sich gezielt kaum was wünschen, weil sie den Konsumterror (auch aus ökologischen Bedenken) nicht mehr aushalten....
    Bei den Wünschen gehts ums Tauschen, ums Selbermachen, um Kulturveranstaltungen....
    Ja, auch ich habe vor nicht allzu langer Zeit noch viel zu viel Plastik gekauft, weil ich mir nicht bewusst genug darüber war, was das anrichtet. Zum Beispiel als meine Tochter klein war, Plastikspielzeug und einigen vollkommen überflüssigen Tand.

    Aber sobald es mir bewusst wurde, konnte ich auch umschalten und dementsprechend "verzichten". Auf Sachen, die man eigentlich sowieso nicht braucht.
    Ich frage mich, warum so viele Menschen das Bewusstsein über den Konsumterror nicht an sich ran lassen, einfach weitermachen, wie bisher?

    Ich feiere schon länger nicht mehr Weihnachten, weil ich keinen Sinn mehr darin sah.
    Meine Tochter ist sehr einverstanden damit. Sie kauft auch nur noch Second-Hand-Kleidung, nichts neu.
    Zum Geburtstag hat sie sich einen Bio-"Fresskorb" gewünscht.


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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Bei uns ist zb. Weihnachten, als Großfamilienfest, sehr wichtig.
    Die Frage ist halt, wie es gefeiert wird.- Da können wir eben nachbessern.

    (Meine Kinder bekommen von mir echte Fairtrade-Kleidung, ein, zwei Stücke, die sie sich selbst nicht leisten können, die sie aber auch brauchen können, um mal "besser angezogen" zu sein. )

  5. Avatar von einzigARTig
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von Chilirose Beitrag anzeigen
    Bei uns ist zb. Weihnachten, als Großfamilienfest, sehr wichtig.
    Die Frage ist halt, wie es gefeiert wird.- Da können wir eben nachbessern.

    (Meine Kinder bekommen von mir echte Fairtrade-Kleidung, ein, zwei Stücke, die sie sich selbst nicht leisten können, die sie aber auch brauchen können, um mal "besser angezogen" zu sein. )
    Das mit der Fairtrade Kleidung ist schön. Ich habe bei Armed Angels auch einen schönen Pullover gesehen...;-)

    So ein großes Familienfest fände ich auch toll, aber meine Familie ist inzwischen sehr klein geworden, das war, neben dem Konsumterror, ein Grund, nicht mehr zu feiern.


  6. Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Würden wir nicht globalisiert, dort wo Umwelt als Müllkippe benutzt wird, und wo Menschen ausgebeutet werden, produzieren lassen, sondern bei uns, gäbe es nur halb so viel Ware, sehr viel weniger Müll und nicht so viel Gifte in Flüssen. Alles wäre wesentlich teurer und niemand würde bei der Weihnachtsfeier als Wichtel so einen Scheiss wie einen Plastikweihnachtsmann mit Hoho kaufen.

    Die ganzen Junggessellinenabschiedsveranstaltungen, die mit Karren voller potentiellen Müll durch die Stadt fahren und eine Flut von Verwüstung und Sauerei hinterlassen, gäbe es dann Gsd auch nicht mehr.

    Ich habe schon die jungen Mädchen angesprochen, ob sie ihren Flitter, Papier mit giftigen Metall beschichtet, nicht aus dem Gras entfernen wollen, bevor sie gehen, Sie haben sich wenigstens die Mühe gemacht. Die nächste Crew lässt alles liegen.
    Das verrottet nie, die Farben sind giftig, das Metall unbehandelt.

    Eine Sekunde in der Luft, 100 Jahre auf der Welt. Vorher in Sklavernfabriken in China gefertigt und mit dem Schiff mit Schweröl über Wochen rüber gefahren.

    Für eine Sekunde Smartphone Funfoto.
    so ist es.


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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von einzigARTig Beitrag anzeigen
    J
    Ich frage mich, warum so viele Menschen das Bewusstsein über den Konsumterror nicht an sich ran lassen, einfach weitermachen, wie bisher?
    Das hat Bae doch gut erklärt.
    Bei einem selber ist es immer die Ausnahme. Die man sich verdient hat: "man wird doch 'mal' feiern/shoppen/genießen/.../ dürfen. Darf man jetzt gar nichts mehr"....

    So wird argumentiert.

    Bae hat anscheinend keine Vorstellung davon, dass es Orte gibt, wo nicht "einer mal" hen party macht - sondern wo diese Riten zum alltäglichen Procedere gehören, weil der Ort eine "Destination" dafür geworden ist.

    und Feuerwerk - muss man das Erklären jetzt wieder bei Adam und Eva anfangen?

    Aber genau das illustriert die Mentalität


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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von Chilirose Beitrag anzeigen
    ich frage mich die ganze Zeit: Wie haben wir es so weit kommen lassen?
    Das ist eine interessante Frage.

    Deren Beantwortung wäre vielleicht ein Schritt zu Lösungen.

    Ich brain storme mal...

    o Wann fing es an, dass Tchibo vor allem Plastikzeug verkauft und nicht mehr in erster Linie Kaffee? "jede Woche neu"

    o Wann fing es an, dass Menschen vor einem Aldi im Morgengrauen warteten, weil es darin Schneekinderkleidung gab. Jedes Kind und jede Saison wieder neu

    o Wann fing es an, dass man nichts mehr reparieren lassen konnte - zumindest nicht in einem finanziellen und zeitlich-organisatorischen Rahmen, der den Reparaturwunsch nicht als Idiotie da stehen lässt

    o Wann fing es an, dass alles zigfach in Plastik verpackt sein muss, weil es den Konsumentinnen sonst so graust?

    o Wann fing es an dass Lachs so billig prodziert wird, dass die Fische in den norwegischen Käfigen in ihrer Scheiße schwimmen und ihnen die Flossen bei lebendigem Leibe abfaulen

    Ja wann fing es an? Vor 30 Jahren?

    Und warum? Weil unser Sozialsystem in erster Linie darauf beruht, dass JEDER ein Stück vom Glück bekommt.
    Dass jeder neue Kinderkleider kaufen kann und jeder Lachs essen - nicht nur die Reichen. Alle.

    Wenn Sachen "umweltverträglicher" produziert werden würden, wären sie teuer. Sehr teuer.

    Dann gibt es die neuen ungebrauchten Sachen für die Kinder vom Radiologen.
    Die Kinder von der Angestellten tragen dann die abgelegten wieder auf.

    Und da eine Gesellschaft am stabilsten ist (für die Reichen) wenn die Armen ruhe geben: wird billig Zeug noch und nöcher unter's Volk geworfen.

  9. Avatar von Nocturna
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Und warum? Weil unser Sozialsystem in erster Linie darauf beruht, dass JEDER ein Stück vom Glück bekommt.
    Dass jeder neue Kinderkleider kaufen kann und jeder Lachs essen - nicht nur die Reichen. Alle.
    Interessante These.
    Spinnen wir den Gedanken weiter. Solange ein pekuniär schwach aufgestellter Mensch den Wunsch hat an der Wohlstandsgesellschaft teilzuhaben, wird er den sozialen Aufstieg anvisieren und wenn er es geschafft hat, als sichtbare Leistung seiner Bemühung dem Konsum frönen. Eine größere Wohnung, ein besseres Auto, der große TV im Wohnzimmer und der wohl verdiente All-inclusive-Jahresurlaub im Ausland.

    Wenn wir dann noch berücksichtigen, wie viele Menschen auf der Welt den Wunsch nach einer Verbesserung ihrer Lebensumstände haben, dann sehe ich wenig Chancen den wachsenden Rohstoff- und Energiebedarf zu bremsen.

    Im Gegensatz zu anderen hier im Forum bin ich der Meinung, dass sich diese Menschen, die endlich mal das Glück in Griffweite haben, sich nicht mit Verbot und Verzicht abspeisen lassen. Das hatten sie nämlich bereits lange genug.

    Sein wir ehrlich, verzichten können doch nur die am besten, die schon genug von allem haben. Da das Gejammer in Deutschland und anderswo groß ist, dass die Mittelschicht immer mehr ausdünnt, sehe ich persönliche keine Mehrheiten für eine Politik, die Verzicht im Wahlprogramm stehen hat.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”


  10. Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen

    Ja wann fing es an? Vor 30 Jahren?

    Und warum? Weil unser Sozialsystem in erster Linie darauf beruht, dass JEDER ein Stück vom Glück bekommt.
    Dass jeder neue Kinderkleider kaufen kann und jeder Lachs essen - nicht nur die Reichen. Alle.

    Wenn Sachen "umweltverträglicher" produziert werden würden, wären sie teuer. Sehr teuer.
    Tschibo hat schon nach dem 2. Weltkrieg damit angefangen, zumindest in Deutschland (ich seh echt zu viel ZDFInfo, da gibts immer wieder so Dokus...)
    Wenn die Leut vor Aldi stehen, weil es dort Winterkleidung für Kinder gibt, die leistbar ist, kann ich das durchaus auch noch nachvollziehen.

    So richtig angefangen, dass es nämlich gar nicht darum geht, genug zu haben, sondern darum, komplett hirnlos zu konsumieren, um irgendein komisches Bedürfnis zu befriedigen, das etwa 10 Sekunden anhält, um zu Hause vor Bergen von Müll zu stehen, den man echt überhaupt nicht braucht - ja, ich schätze, das war so vor 25 Jahren?

    Andererseits, ich erinnere mich, dass ich Anfang der 80er das erste Mal in einem "Mammout"-Supermarkt in Frankreich war. ungläubig stand ich vor etwa 5 Meter Joghurt-Regal. (Heute ein ganz normaler Anblick in jedem Merkur oder anderem großen Markt).- Ich verstand einfach nicht, wozu man so viele verschiedene Joghurtsorten aus so vielen Ländern brauchen könnte. Aus Ostösterreich war ich gewohnt, dass es eine regionale Molkerei gab, die unsere Supermärkte belieferte, die hatte 5-6 Sorten Fruchtjoghurt.
    Mir hatte es, bis zu dem Augenblick im Mammuth, nie an Joghurtsorten gemangelt.

    Aber ich glaube im Gegensatz zu dir überhaupt nicht, dass das an unserem Sozialsystem liegt -es liegt an einer neoliberalen Bedürfniserzeugung, man schaut, dass es eine möglichst große Gruppe gibt, die möglichst viel konsumieren kann.
    Das Konsumieren wird als Glücksersatz gepriesen - und damit wird Profit gemacht.

    Zum Beispiel mit 4365 verschiedenen Joghurtsorten aus der ganzen Welt.

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