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  1. Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Doch, dann spezifizier ich mal: Die Neugestaltung der Räume wurde mit der Heirat oft umgesetzt. Sprich, ein neuer Tisch angeschafft und die Räume mal wieder gekalkt. Das alte Bett ein Stockwerk höher geschafft für die Magd und das neue Ehebett, was die Frau mitgebracht hat, ins Ehezimmer geschafft.

    Insgesamt waren Möbel teuer und wurden so lange verwendet, bis sie so kaputt waren, dass sie nur noch als Brennholz taugten. Wer in Geldnot war, konnte vor allem Truhen und Stühle gut verkaufen. Die brachten mehr Geld ein und galten alt entbehrlich. Eine einfache Bank war nämlich schnell mal hergestellt.
    Was ja auch sinnvoll ist - wenn die Dinge weiter verwertet werden bis sie alt und unbenutzbar sind.
    Eine billige Schrankwand vom Möbeldiskounter, die wird heute meist gleich auf den Schrott fahren weil man sich sowas lieber immer wieder neu kauft. Oder weil die Sachen einen Ab- und Neuaufbau gar nicht überstehen.

    Je nach Vorliebe - wer konnte, investierte auf jeden Fall in ein großes Haus mit Garten und Scheune samt Acker und Weiden. Denn dadurch konnte die Familie wohnen, eventuell vermieten und der Garten lieferte genügend Nahrungsmittel wie die Felder und das Vieh. Repräsentative Räume beeindrucken und helfen durchaus bei Unternehmungen. Deswegen wurde damals wie heute eingelade und mit ein paar ausgefallenen Ideen geworben. Der eine zeigte seine Gartenkunst, der andere Spiegel und Tapeten, der dritte besondere Steine in Vitrinen - damals wie heute waren Ideen gefragt.
    Investiert wurde auch in Bildung. Eine Bibliothek ist nicht nur ein Ruheraum, sondern auch Repräsentation und auch Ideenschmiede. Fleiß, Zuverlässigkeit, Re-Investition von Geldern, BWR (für Dummies) - all das brauchte "man" neben guten Manieren und (ganz, ganz viel) Geld, um in der städtischen Oberliga mitzuspielen. Damals wie heute.
    Genau. Kultur entwickelt sich im Wohlstand, das finde ich auch gut und davon zehren wir teilweise heute noch (Antiquitäten, museale Erhaltung alter Wohnsitze, begehrter "Altbau" zum wohnen). Aus den Privatgärten hat sich später auch die öffentliche Parkkultur entwickelt, damit auch das einfache Volk ein Stück Grün hatte.

    Nur zeigt der alteingesessene Adel nicht ständig seine Besitztümer und gibt damit an. Das hat er nicht nötig und es ruft zu viel Neid auf den Plan....aber diese Kunst beherrschen nur wenige - damals wie heute.
    Was sich dann aber auch änderte - als Beispiel Versailles, einer von vielen Prunkbauten in denen Macht und Reichtum demonstrativ gezeigt wurden.
    Repräsentation wurde immer wichtiger und wurde auch von den nichtadligen, auch von den Armen registriert.
    Die französische Revolution ist ein Folge davon wenn dieser Bogen überspannt wird.

    Dagegen sehe ich heute eher, dass sich der Reichtum versteckt: abgeschottete Residenzen die von außen nicht einsehbar sind. Architektur mit teils schlicht wirkenden Fassaden. In den Städten herrschen Zweckbauen vor, die reichen Bürger leben nicht mehr bevorzugt in den Zentren in der Nähe ihres Business.
    Was schade ist denn ein schönes Straßenbild, davon haben alle was.
    Think before you print.

  2. Avatar von Vogalonga
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    Gerne:

    Frank Trentmann Herrschaft der Dinge.
    Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute.

    Es ist eine dicke Schwarte, beinahe 1000 Seiten.... ich werkel mich gerade durch
    Danke, print! Auch, was du in deinen folgenden Postings schreibst, klingt interessant, ich werde in das Buch mal hinein schnuppern.

  3. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Allen Umwelt- und Klimadiskussionen zum Trotz ist die PKW-Dichte in Deutschland auf einem historischen Höchststand angekommen:

    Anfang 2019 kamen in der Bundesrepublik auf 1000 Einwohner 567 Pkw - [...]. Das hat eine Auswertung des SPIEGEL auf Basis von Daten des Kraftfahrtbundesamts und des Statistischen Bundesamts ergeben. Im Jahr zuvor hatte der Wert bei 561 Pkw gelegen, im Jahr 2008 waren es erst 501.
    Quelle: SPON

    Dabei ist die Autodichte aus nachvollziehbaren Gründen in Großstädten geringer als in ländlichen Regionen, den niedrigsten Wert hat Berlin vorzuweisen mit 332 PKW pro 1000 Einwohner*innen.

    Bis sich etwas ändert, scheint es aber noch ein weiter Weg zu sein, wie eine repräsentative Umfrage des SPIEGEL zeigt. Drei Viertel aller Befragten (75,1 Prozent) halten ein eigenes Auto "auf jeden Fall" oder "eher" weiterhin für notwendig. Bei sehr jungen Menschen liegt der Wert nicht fundamental niedriger (62,6 Prozent). Sogar in Gebieten mit sehr hoher Bevölkerungsdichte ist mehr als jeder Zweite dieser Meinung. Zumindest noch.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
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  4. Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Die Flüge und die Kreuzfahrten sind auch auf dem höchsten Stand

    Und die Massentierhaltung und der Flächenverbrauch und und und

    Wie man da viel Hoffnung haben kann ist mir ein Rätsel 😱


  5. Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Die Flüge und die Kreuzfahrten sind auch auf dem höchsten Stand

    Und die Massentierhaltung und der Flächenverbrauch und und und

    Wie man da viel Hoffnung haben kann ist mir ein Rätsel ��
    Weil das fehlende Wissen durch Hoffnung ersetzt wird und die stirbt bekanntlich zuletzt.

  6. Avatar von einzigARTig
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Geht Ihr auch zum globalen Klimastreik am Freitag?

  7. Avatar von Lukulla
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Ich sah die Tage wieder eine Reportage über Urlaub und Kreuzfahrtschiffe: alle wollen weiter rumschippern, auch wenn einige wenige sagten, ja ja die Umwelt und das Klima, naja, aber Hauptsache ich hab's noch mal schön.

    Erst der Urlaub, dann das Klima.

    Erst das Fressen, dann die Moral.

    Mit Freiwilligkeit und Einsicht kommen wir nicht weiter.
    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

    Stoppt den Krieg in Kurdistan - Rojava zur No-Fly-Zone!
    Petition auf change.org.

  8. Avatar von Lukulla
    Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von einzigARTig Beitrag anzeigen
    Geht Ihr auch zum globalen Klimastreik am Freitag?
    Ja, ich habe es vor.
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  9. Avatar von Lukulla
    Registriert seit
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    ... Bei sehr jungen Menschen liegt der Wert nicht fundamental niedriger (62,6 Prozent). ...
    Dabei wird uns immer suggeriert, dass junge Menschen nur streamen und sharen und kein eigenes Auto mehr besitzen wollen.

    Es ist zum Verzweifeln.
    In jeder Grossstadt gibt es Häuser nur für Autos. Häuser, in denen Autos wohnen und übernachten können. Inmitten der Stadt, wo der Baupreis und Wohnpreis am höchsten und am gefragtesten ist.

    Warum werden nicht endlich diese Parkhäuser abgerissen und durch Tiefgaragen ersetzt und auf dem Gelände dann Wohnungen gebaut?

    Aber bei der IAA: , 2 , 3 und ein kleines niedliches
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  10. Avatar von Nocturna
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    AW: Klima- oder Wertewandel?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Warum werden nicht endlich diese Parkhäuser abgerissen und durch Tiefgaragen ersetzt und auf dem Gelände dann Wohnungen gebaut?
    Weil vielleicht da gerade die U-Bahn drunter fährt? Außerdem sind Parkhäuser meist für Kunden, nicht für Anwohner. Und die Geschäftsleute würden der Stadt was husten, wenn diese Klientel dann keine Parkplätze mehr bekommt. Und dann wundern sich wieder alle, warum Amazon so einen Zulauf hat.

    Der Mensch ist bequem und hat es gerne bequem. Und das wird sich nicht ändern.

    P.S. Schöne Sportwägen auf der IAA. Nachdem die aber keinesfalls massentauglich sind vom Preis, muss man sich darüber eigentlich nicht aufregen. So oft werden die einem am Supermarktparkplatz nicht begegnen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

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