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  1. Registriert seit
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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    @ frank: danke für deine Antworten in 4207 - zunächst möchte ich mal einen Punkt rausgreifen:

    Also wenn ich das jetzt richtig verstehe, denkst du, dass der Berliner Mietendeckel der afd noch weitere Wähler zuführen wird?!
    Wenn ja - ich bin der Meinung, dass es bei diesem Punkt genau umgekehrt sein wird ... durch die Einführung des Berliner Mietendeckels werden so einige jetzige afd-Wähler wieder eine andere Partei wählen, das betrifft insb. die von der Linkspartei zur afd abgewanderten Wähler, und das sind nicht gerade wenige gewesen.
    Nein, wird er nicht, aber der Mietendeckel ist exemplarisch für die insgesamt verfehlte Politik, die nun zu den Exzessen führt. Das Wohnungsproblem wurde schon vor Jahrzehnten organisiert. Es begann mit der Verlängerung der Spekulationsfrist.


  2. Registriert seit
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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Ja ja - eben drum.
    Aber irgendwie scheine ich mit meinen Argumenten nicht zu dir durchzudringen - oder sind sie einfach nicht stark genug?

    Kurzum: auch du bist offenbar der Meinung, dass der Berliner Mietendeckel der afd (letztlich) nur noch weitere Wähler zutreiben wird, richtig?

    Noch kurz was zum Mietendeckel: das ist bzw. wird ein Beschluß der Berliner Landesregierung sein - getragen von Linkspartei, Grünen und SPD.
    Gem. der letzten Umfrage haben diese drei Parteien 59% Wählerzustimmung in ganz Berlin. Die Linkspartei im Ostteil der Stadt liegt mit deutlichem Abstand in Front mit 28% Zustimmung.
    Ziemlich sicher dürfte bei den Anhängern dieser Regierungskoalition der Mietendeckel überwiegend auf (große) Zustimmung treffen.
    Und das macht es richtig, nur weil die Mehrheit dafür ist. Da kenne ich noch viel mehrheitsfähigen Blödsinn.


  3. Registriert seit
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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Ich respektiere deine Auffassung - aber mit Verlaub: hinter deinen Worten scheint ja ein durch nichts zu erschütternder Glaube an das sogenannte freie Spiel der Marktkräfte zu stecken.
    Womöglich bist du nicht informiert, inwieweit sich schon internationale Spekulanten - äh sorry, ich meinte natürlich internationale Investoren in den Berliner Immobilienmarkt eingekauft haben ... gewaltig kann ich dir sagen.
    Und die haben nur eines im Sinn!

    Freie Marktwirtschaft funktioniert eben nicht auf dem Immobilienmarkt. Da unterliegen viele Leute einem Denkfehler, weil sie nämlich nicht berücksichtigen, dass das Angebot begrenzt ist - es gibt eben nicht unendlich viele Grundstücke. Genau darauf basiert aber eben auch der Gedanke von Marktwirtschaft: das auch das Angebot theoretisch unbegrenzt ist, bzw. unbegrenzt sein kann, so dass auch Preise fallen können, weil die Konkurrenz es billiger macht.
    Wenn aber das Angebot von vornherein begrenzt ist, dann ist die Konkurrenz ab einem bestimmten Punkt ausgeschaltet, dann funktioniert freie Marktwirtschaft nicht mehr, sondern das ganze Ding fährt über kurz oder lang gegen die Wand und zwar gegen die Wand des begrenzten Grundstücksangebotes.
    Da verwechselst du aber die Wirkung mit der Ursache. Grundsätzlich sind alle Ressourcen begrenzt, nichts ist unendlich verfügbar.
    Tatsache ist, der Staat treibt seit Jahrzehnten den Immobilienmarkt vor sich her. Als die Spekulationssteuer auf 3 Jahre begrenzt gewesen ist, da war viel mehr Bewegung im Markt, wer beruflich umzog, hat verkauft, zu moderaten Preisen und neu gekauft, wer gekauft hat, hat renoviert und brauchte Handwerker usw. Grundsteuer und Nebenkosten werden aktiviert usw.
    Dass wir in den letzten Jahren über viele Jahre niedrige Mieten hatten, wird völlig ausgeblendet, dass die Immobilienpreise lange Zeit unter den Herstellungskosten gewesen sind, da hat sich keiner beklagt, geschweige gekauft. Ich habe Einstandspreise von 1.100/qm. Damals haben mir die schlauen Belehrer den Vogel gezeigt und mir regelmäßig bescheinigt, dass ich von Immobilien keine Ahnung habe. Die werden aber auch nicht müde, mich heute als Kapitalisten und Spekulanten zu beschimpfen.


  4. Registriert seit
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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Ich respektiere deine Auffassung - aber mit Verlaub: hinter deinen Worten scheint ja ein durch nichts zu erschütternder Glaube an das sogenannte freie Spiel der Marktkräfte zu stecken.
    Womöglich bist du nicht informiert, inwieweit sich schon internationale Spekulanten - äh sorry, ich meinte natürlich internationale Investoren in den Berliner Immobilienmarkt eingekauft haben ... gewaltig kann ich dir sagen.
    Und die haben nur eines im Sinn!

    Freie Marktwirtschaft funktioniert eben nicht auf dem Immobilienmarkt. Da unterliegen viele Leute einem Denkfehler, weil sie nämlich nicht berücksichtigen, dass das Angebot begrenzt ist - es gibt eben nicht unendlich viele Grundstücke. Genau darauf basiert aber eben auch der Gedanke von Marktwirtschaft: das auch das Angebot theoretisch unbegrenzt ist, bzw. unbegrenzt sein kann, so dass auch Preise fallen können, weil die Konkurrenz es billiger macht.
    Wenn aber das Angebot von vornherein begrenzt ist, dann ist die Konkurrenz ab einem bestimmten Punkt ausgeschaltet, dann funktioniert freie Marktwirtschaft nicht mehr, sondern das ganze Ding fährt über kurz oder lang gegen die Wand und zwar gegen die Wand des begrenzten Grundstücksangebotes.
    Ich glaube nicht, dass ich da einem Denkfehler unterliege. Grundsätzlich ist jedes Angebot mengenmäßig begrenzt. Das liegt ressourcentechnisch einfach auf der Hand. Genauso ist die Nachfrage faktisch auch begrenzt, da es nicht unbegrenzt viele Menschen gibt und deren finanzielle Möglichkeiten begrenzt sind.

    Leider sind sich nur wenige Menschen der Marktmechanismen in stark regulierten Märkten bewusst. Wir haben in Deutschland sehr starke Mieterrechte. Das macht Miete vordergründig attraktiv. Die hohe Quote an Mietern im Vergleich zum Eigentum zeigt das als Langfristfolge sehr deutlich. Gleichzeitig wird die Vermietung durch starke Mieterrechte eher unattraktiv.

    Dadurch wird die Nachfrage befeuert und das Angebot reduziert, was zwangsläufig die Mieten in die Höhe treibt. Steigende Preise würden die Bautätigkeit anregen und die Nachfrage eindämmen.

    Der Mietendeckel und auch die Mietpreisbremse behindern die Funktion des Marktes. Was wir aktuell in den Hotspots sehen, ist das langfristige Ergebnis der bisherigen Marktregulierung. Durch die Regulierung werden langfristig die Preise getrieben und das Angebot verknappt. Genau das lockt die Spekulanten an.

    Deswegen. Ein Mietendeckel löst das Problem nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Er verschärft es weiter, weil er das natürliche Marktgefüge weiter verzerrt.

    Das Problem ist jedoch, bei Mietquoten von über 70% kann keine Regierung mehr Gesetze beschließen, die bei Mietern unpopulär sind. Die Quittung würde prompt bei der nächsten Wahl kommen.


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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Vielleicht sollte man sich die Frage stellen, warum Konzerne solche Mengen an Wohnraum überhaupt konzentrieren konnten. Es gab Zeiten, da kam der Quadratmeter 600-700 Euro, da wurden die Wohnungen wie Sauerbier angeboten und die Mieter waren die Könige, mit Forderungskatalog.
    Da wurden Sozialwohnungen im städtischen Eigentum verscherbelt, bloß weg mit dem lästigen Ballast. Und die Politiker, die damals das getan haben, befeuern die heutige Hetze gegen die damaligen Käufer der städtischen Wohnungen und wollen uns mit einem Mietdeckelgesetz beglücken.


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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte man sich die Frage stellen, warum Konzerne solche Mengen an Wohnraum überhaupt konzentrieren konnten. Es gab Zeiten, da kam der Quadratmeter 600-700 Euro, da wurden die Wohnungen wie Sauerbier angeboten und die Mieter waren die Könige, mit Forderungskatalog.
    Da wurden Sozialwohnungen im städtischen Eigentum verscherbelt, bloß weg mit dem lästigen Ballast. Und die Politiker, die damals das getan haben, befeuern die heutige Hetze gegen die damaligen Käufer der städtischen Wohnungen und wollen uns mit einem Mietdeckelgesetz beglücken.
    Diese Frage ist müßig. Aber sie ist in jedem Fall berechtigt. Gerade im Osten wurden nach der Wende vielen Mietern ihre gemieteten Wohnungen zu sehr niedrigen zum Kauf angeboten. Kaum einer hat's gemacht.

    Genauso könnte man die Frage stellen, warum in Deutschland die Eigenheimquote so niedrig ist. Die ehrliche Antwort darauf wäre sicher erschreckend.

    Die logische Konsequenz daraus zu ziehen und durchzusetzen, wäre politischer Selbstmord.


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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Im Übrigen wurde das nunmehr verknappte Angebot an verkäuflichen Immobilien mit dem Abwürgen des Immobilienmarktes organsiert. Der Markt wurde mit restriktiver Kreditvergabe Ende der Neunziger und Anfang der Nullerjahre durch verschieden „soziale Maßnahmen“ abgewürgt. Immobilien zu besitzen wurde so unattraktiv, dass sich zahlreiche Städte vom Wohneigentum getrennt haben, Eigenheime wurden gefördert, ich erinnere mich, man konnte mit Sozialhilfe und Zuschüssen Kredite für Eigenheime bekommen, Eigenkapital war der Innenausbau des Hauses. Wer baut da noch Mietshäuser.

  8. Avatar von VanDyck
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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    Nein, wird er nicht ...
    Was meinst du jetzt damit?
    Ich schlage vor, du zitierst besser eine einzelne Passage aus einem Posting und antwortest darauf.
    Mit "nein, wird er nicht" bleibt unklar, ob du nun meinst, der Mietendeckel wird der afd noch mehr Wähler zuführen oder eben grade nicht.

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    Und das macht es richtig, nur weil die Mehrheit dafür ist. Da kenne ich noch viel mehrheitsfähigen Blödsinn.
    Ob der Mietendeckel richtig oder falsch ist, war nicht mein Anliegen in dem Beitrag von mir, den du nun zitiert hast. Es ging vornehmlich darum, welchen Parteien der Mietendeckel eher Zustimmung seitens der Wähler bringt und ob die afd Wähler verliert oder nicht mit diesem Gesetz.
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Ich habe das Maus zurück geholt.
    The Green Mile
    Geändert von VanDyck (18.06.2019 um 08:37 Uhr)


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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Was meinst du jetzt damit?
    Ich schlage vor, du zitierst besser eine einzelne Passage aus einem Posting und antwortest darauf.
    Mit "nein, wird er nicht" bleibt unklar, ob du nun meinst, der Mietendeckel wird der afd noch mehr Wähler zuführen oder eben grade nicht.

    Ob der Mietendeckel richtig oder falsch ist, war nicht mein Anliegen in dem Beitrag von mir, den du nun zitiert hast. Es ging vornehmlich darum, welchen Parteien der Mietendeckel eher Zustimmung seitens der Wähler bringt und ob die afd Wähler verliert oder nicht mit diesem Gesetz.
    O.K., der Mietendeckel wird mittel—und besonders langfristig zu noch mehr Verwerfungen des Immobilienmarktes führen. Wenn Investitionen wegbleiben, wird das Wohnen in der verfallenden Wohnung unattraktiv. Es entsteht eine Nachfrage nach attraktiven Wohnungen und wir haben gelernt, Nachfrage erzeugt Angebot. Es wird Private geben, die Investieren und vermieten höherpreisig, sei es schwarz oder mit einem findigen Vertrag.
    Die Konsequenz, die städtischen Viertel werden Gettos und die privaten Viertel für die „Reichen“. Dann kommen die nächsten Kommunisten und verkaufen die Gettos an private Investoren zu einem Spottpreis und das Spiel beginnt erneut.
    Befreie doch die PKW der sozial schwachen Familien vom TÜV und den damit verbunden teuren Werkstattbesuchen. Wie findest du das?


  10. Registriert seit
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    AW: Die Grosse Koalition in der Legislaturperiode 2018-2021

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    O.K., der Mietendeckel wird mittel—und besonders langfristig zu noch mehr Verwerfungen des Immobilienmarktes führen. Wenn Investitionen wegbleiben, wird das Wohnen in der verfallenden Wohnung unattraktiv. Es entsteht eine Nachfrage nach attraktiven Wohnungen und wir haben gelernt, Nachfrage erzeugt Angebot. Es wird Private geben, die Investieren und vermieten höherpreisig, sei es schwarz oder mit einem findigen Vertrag.
    Die Konsequenz, die städtischen Viertel werden Gettos und die privaten Viertel für die „Reichen“. Dann kommen die nächsten Kommunisten und verkaufen die Gettos an private Investoren zu einem Spottpreis und das Spiel beginnt erneut.
    Befreie doch die PKW der sozial schwachen Familien vom TÜV und den damit verbunden teuren Werkstattbesuchen. Wie findest du das?
    Grundsätzlich sehe ich das ähnlich. Nur in einem Punkt bin ich anderer Meinung.

    Nachfrage erzeugt nicht zwangsläufig Angebot. Nachfrage befeuert zunächst einmal die Preise. Diese hohen Preise wiederum bringen dann wiederum Investoren dazu, das Angebot auszuweiten.

    Soweit zumindest einmal die Theorie des Marktes. Sind jedoch die Preise gedeckelt, bleibt auch die Marktreaktion aus und das Angebot kommt eben nicht.

    Wie du schon erwähnt hast. Der Markt wird sich seinen Weg suchen. Nur wage ich zu bezweifeln, dass das Ergebnis dann den Erwartungen entspricht. Die von dir angesprochenen Verwerfungen sind Set wahrscheinlich.

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