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17.06.2019, 15:16
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
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17.06.2019, 15:25
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Fahrlässigkeit: Eine gefährliche Situation herstellen und sich dann nicht darum kümmern, daß sie besteht... habe ich das richtig im Sinn?
Ich weiß ja auch nicht, ob der Prozeß das jetzt für die Eltern besser macht. Da steckt man (zum Glück!!!) nicht drin.
Wir wissen noch nicht, wie die Justiz das letztendlich sieht.
Doch, weil die Fixierung auf Personen und Schuld jede sinnvolle Analyse von Schadensfällen und Unglücken in die falsche Richtung lenkt, und das mit großem Aufwand. Es macht aus jeder Schadensanalyse einen Krimi, und der Krimi endet, wenn der böse Bube hinter Gitter wandert oder sich in der Bibliothek erschießt. Das reicht nicht, wenn es technische, strukturelle, gesellschaftliche, oder noch nicht bekannte Ursachen gibt, oder wenn ein Risiko nicht sinnvoll vermieden werden kann.
Du kannst alle Katzen erschlagen, weil du glaubst, daß sie die Pest verbreiten, und wenn die Pest nicht endet, annehmen, daß du eine Kazte übersehen hast, und die Pest wird nicht enden. (Sorry, das war das gutartigste (!) historische Beispiel, das mir gerade einfiel.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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17.06.2019, 15:28
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17.06.2019, 15:29
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17.06.2019, 15:49Inaktiver User
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Zu diesem Fazit musst Du aber auch erstmal kommen.
Vielleicht liegt es schlicht an unserer Gesellschaft, bloß keine Fehler machen zu wollen, nichts zu übersehen (und dafür dann später geradezustehen), gepaart mit einer stellenweise unsäglichen Berichterstattung. Ist da nicht jedes Blatt so wertneutral berichtend, wie der Stern.
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17.06.2019, 18:12
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Ich glaube, nein. Mein eindruck ist, dass einfach nicht sein darf, was sich der menschlichen kontrolle entzieht.
Angst vor dem eingeständnis, dass es die natur überhaupt nicht interessiert, dass der mensch das mass aller dinge sein soll.
Genau so. Und nach den katzen sind die hexen wieder dran.
Wir leben ja in einer zeit, wo allgemein nach immer mehr kontrolle gerufen wird. Da passt schicksal/zufall/unglück nicht zur philiosophie.nichts ist wie es scheint
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17.06.2019, 18:47Inaktiver User
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Wie gesagt: Zu dieser Einsicht muss man erst einmal kommen. Es übersteigt schon meine Empathie, mir vorzustellen, 3 Kinder auf diese tragische Weise verloren zu haben. Vielleicht bin ich da auch zu großzügig. Aber ich kriegte es nicht hin, den Eltern zu sagen: Tja, das müsst Ihr jetzt so hinnehmen und lernen, damit zu leben. Schicksal. Is wie's is.
Wenn alles gut verläuft, kommen sie von allein drauf (oder mit fachlicher Hilfe).
Die Geschichte dürfte wiederum auch gelehrt haben, dass vielen vermeintlichen Schicksalen, Zufällen, Unglücken (auf den ersten Schein/Blick?) eben nicht nur stets Gottgewolltes (oder was auch immer nicht Kontrollierbares) voranging.
Es wird sich wohl irgendwann schon gefragt worden sein: Wollen wir alles so einfach hinnehmen oder nicht doch mal näher betrachten?
Auch unsere Rechtsprechung hat sich entwickelt. Es ist und kann nicht alles und jeder Umstand einem "Schuldigen/Verantworlichen" übertragen werden. Aber dann gilt das Ausschlussprinzip.
Und bevor das greift, stehen Ermittlungen.
Und kommen die Ermittlungen zu keinem Ergebnis, bleibt nur die Akzeptanz des Unvermeidlichen.
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17.06.2019, 19:06
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Gegen Rechtsextremismus zu kämpfen ist nicht links, es ist demokratisch. Demokraten sind per Definition Antifaschisten, ansonsten können sie sich ihr Demokratieverständnis in die sicher akkurat gescheitelten Haare schmieren.
von Sascha Lobo
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17.06.2019, 19:10
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Für mich liest sich das ganze nicht so, als würden die Eltern drauf dringen, einen Schuldigen zu finden.
Sondern eher so, als suche die Staatsanwaltschaft nach einer Möglichkeit, hier jemanden belangen zu können.
Denn es ist die Sicht der Staatsanwaltschaft, dass der Teich ein „Löschwasserrückhaltebecken“ ist. Und erst damit kommt Sicherungspflicht und Schuldfrage auf.
Und erst mit dem Feststellen einer Schuld bzw. eines Schuldigen gibt es dann auch jemand, den man _haftbar_ machen kann.
Unsere ganze Gesellschaft ist darauf geeicht, im Schadensfall gut versichert zu sein oder zumindest einen Verursacher zu finden, auf den man zumindest die finanziellen Folgen abwälzen kann.
Nur kann man das eben nicht immer.
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17.06.2019, 19:18Inaktiver User
AW: Kinder ertranken im Dorfteich -Bürgermeister wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Aber schlußendlich ist es genau das, was übrig bleibt und verarbeitet werden muss. So tragisch und furchtbar und unvorstellbar es ist - jetzt IST es so und damit muss man leben lernen.
So generell finde ich diesen Trend des Abgebens jeglicher Eigenverantwortung (was ich in diesem Fall auch nicht sehe, das war einfach ein scheckliches Unglück) aber auch mehr als bedenklich. In meinen Augen geben wir unseren Kindern damit auf den Weg, dass sie keinerlei Einfluss auf ihr eigenes Leben haben, sondern bedingungslos von den Willkürlichkeiten anderer abhängig sind.
Schließlich sind immer nur die Anderen Schuld, also haben auch nur die Anderen Macht / Einfluss über mein Leben.
Ich möchte meine Kinder so nicht großziehen und ich finde es schade, um welche Erlebnisse und um welchen Spaß viele Kinder heutzutage beraubt werden, weil es einige wenige Unglücke gibt und / oder weil irgendwelche Helikoptereltern veranlassen, nahezu sämtliche Spielgeräte abbauen zu lassen, weil die Kleinen sich an irgendetwas stoßen könnten. Ja, könnten sie. Sie könnten aber auch einfach viel Spaß haben und lernen zu klettern. Stattdessen sitzen sie gefahrlos im Sand. Viel mehr ist auf dem Spielplatz nicht mehr übrig.
Wir haben früher auf Betonröhren gespielt und ja, da gab es auch einmal ein Kind, was mit der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht werden musste, weil es stürzte und ein Loch im Kopf hatte. Aber das war ein Vorfall und ein Kind, während ansonsten über unzählige Jahre unzählige Kinder mit diesen Betonröhren ihren Spaß hatten. Sicherlich würde ich Betonröhren heute auch nicht mehr bevorzugen, aber Klettergerüste und Schaukeln abzubauen, Gewässer einzuzäunen und ich weiß nicht was noch alles zu tun, weil Kinder stürzen, etwas an den Kopf bekommen oder ertrinken könnten - was für eine Gesellschaft wollen wir da großziehen?
Das Leben besteht nicht nur aus Wattebällchen, die wir hin und herwerfen. Was ist mit dem ersten Job, der ersten wirklichen Schwierigkeit im Leben? Laufen die lieben Kleinen (dann Großen) wieder weinend zu Mutti, damit die das richtet? Weil der böse böse Boss geschimpft hat?
Wir sollten unseren Kindern die Kraft, die Stärke und den Rückhalt geben, um mit dem Leben klarzukommen. Wie schwer auch immer das zwischendurch ohne Zweifel sein mag. Aber nur das macht sie stark und lebensfähig und gibt ihnen die Möglichkeit, ihr Leben selbst zu formen.
Wir haben übrigens als Kinder auch am Löschteich gespielt, wir wussten, dass das eigentlich verboten war und gesichert war da gar nichts. Wir haben eben aufgepasst und waren uns der Gefahren bewusst, weil uns das auch so beigebracht wurde und unsere Kindheit fand ich deutlich schöner und freier als das, was heutzutage für Kinder noch übriggeblieben ist.



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