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    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Aus eigener familiärer Erfahrung haben junge Menschen den Freitod gesucht, weil sie sich in einer persönlich schwer belasteten Situation befanden und keinen Ausweg mehr wussten. Solange ein Mensch mit Selbsttötung droht, sucht er nur Aufmerksamkeit und Hilfe.

    Hat derjenige sich aber entschlossen seinem Leben ein Ende zu setzen, so wirkt er in den letzten Wochen ruhig und ausgeglichen, niemand ahnt etwas.

    In meiner Ausbildung traf ich vor Jahrzehnten einen Psychiater, der meinte, solange der Patient mein Herz berühren kann, ist die Gefahr der Selbsttötung gering. Aber wenn er mein Herz kalt werden lässt, müssten alle Alarmglocken klingeln.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. Inaktiver User

    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Hat derjenige sich aber entschlossen seinem Leben ein Ende zu setzen, so wirkt er in den letzten Wochen ruhig und ausgeglichen, niemand ahnt etwas.
    Das passiert auch bei Menschen, die wissen, dass sie sterben werden. Im Zivildienst genügend davon kennengelernt.

    Es gibt ja so viele Gründe für den Freitod, wie es Menschen gibt, und es macht einen großen Unterschied ob jung oder alt. Wenn ein Mensch z. B. am Lebensende sich den Tod wünscht bzw. ihn gerne herbeiführen würde, wüsste ich nicht, warum man ihm die Hilfe verweigern sollte. Auch hier ist mir klar, dass vorher nach Möglichkeit ausgeschlossen werden sollte, dass die Entscheidung unter Druck gefällt wurde. Für mich macht es nur umgekehrt keinen Sinn, von dieser Variante auszugehen.

  3. Inaktiver User

    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen

    Aber wenn jemand ein Parteiprogramm in die Haende kriegt, in dem eine machbare Loesung vorgeschlagen wird, sagt mir bitte Bescheid!

    Kein Perteiprogramm, aber eine Info: Es läuft eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das gegenwärtige Sterbehilfegesetz.
    Einer der Kläger ist der Palliativmediziner Dr. Matthias Thöns, der auch ein Buch geschrieben hat ("Patient ohne Verfügung").
    In einem Interview sagte er, dass ein Urteil für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt sein soll.
    Geändert von Inaktiver User (23.05.2019 um 10:41 Uhr)

  4. gesperrt

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    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Es gibt ja so viele Gründe für den Freitod, wie es Menschen gibt, und es macht einen großen Unterschied ob jung oder alt. Wenn ein Mensch z. B. am Lebensende sich den Tod wünscht bzw. ihn gerne herbeiführen würde, wüsste ich nicht, warum man ihm die Hilfe verweigern sollte.
    Ich teile diese Ansicht nicht.
    Das hat aber keine religiösen Gründe.

    Ich empfinde es schlicht als Zumutung ggü. anderen Menschen. Das würde ich fremden Menschen nie zumuten wollen.

  5. Inaktiver User

    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Aus eigener familiärer Erfahrung haben junge Menschen den Freitod gesucht, weil sie sich in einer persönlich schwer belasteten Situation befanden und keinen Ausweg mehr wussten. Solange ein Mensch mit Selbsttötung droht, sucht er nur Aufmerksamkeit und Hilfe.

    Hat derjenige sich aber entschlossen seinem Leben ein Ende zu setzen, so wirkt er in den letzten Wochen ruhig und ausgeglichen, niemand ahnt etwas.

    In meiner Ausbildung traf ich vor Jahrzehnten einen Psychiater, der meinte, solange der Patient mein Herz berühren kann, ist die Gefahr der Selbsttötung gering. Aber wenn er mein Herz kalt werden lässt, müssten alle Alarmglocken klingeln.

    Das ist in der Tat oft so, aber Vorsicht: Es gibt keine verlässliche "Regel".
    Es gibt auch Leute, die immer wieder einen Suizid erwähnen bzw. damit "drohen" und die es dann auch tatsächlich machen (mit "Erfolg")!

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    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    @ paraplumeau

    das sehe ich genauso.

    Putulu
    Das ist in der Tat oft so, aber Vorsicht: Es gibt keine verlässliche "Regel".
    Es gibt auch Leute, die immer wieder einen Suizid erwähnen bzw. damit "drohen" und die es dann auch tatsächlich machen (mit "Erfolg")!
    bestreite ich auch nicht.
    Geändert von Opelius (23.05.2019 um 10:53 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. Inaktiver User

    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Kann man behaupten, aber ich muss nicht darauf hinweisen, dass das Euthansieprogramm der Nationalsozialisten eine schwere Bürde ist. In dem kürzlich gelaufenen Filmen "Charité" wurde das mit verarbeitet. Da war die Rede von "Ausschußkindern", die experimentell als Versuchskaninchen mißbraucht wurden, und von "nichtlebenswerten Leben".
    Das T4- und Euthanasie-Programm der Nazis ist auch für die Kirchen eine schwere Bürde.
    Auf YouTube gibt es eine Doku namens „Alles Kranke ist Last - Die Kirchen und die Vernichtung“ die das Totalversagen bis hin zur Verstrickung der evangelischen und katholischen Kirche zeigt.

    Das Erzbistum Köln hat eine Argumentationshilfe zum Thema Sterbebegleitung und Sterbehilfe herausgebracht. „Entscheidungen am Ende des Lebens“ (PDF).
    http://bistum.koeln/export/sites/ebk...terbehilfe.pdf

    Das sollte so ungefähr die aktuelle Haltung der katholischen Kirche in Deutschland sein.
    Geändert von Inaktiver User (23.05.2019 um 11:17 Uhr)

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    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das T4- und Euthanasie-Programm der Nazis ist auch für die Kirchen eine schwere Bürde.
    Auf YouTube gibt es eine Doku namens „Alles Kranke ist Last - Die Kirchen und die Vernichtung“ die das Totalversagen bis hin zur Verstrickung der evangelischen und katholischen Kirche zeigt.
    Weiß ich. Es gab nur sehr wenige Pfarrer, die das Thema im Krieg auch ansprachen. Einer der wenigen war Bischof von Galen aus Münster ,Pastor Gerhard Braune, Leiter der Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal und Pastor Theophil Wurm, Tübingen.

    Fast die gesamte ev. Kirche in Deutschland folgte dem Reichsbischof (Reibi) Ludwig Müller, 1933 - 1945. Bis auf 17 Gemeinden im Reich formte er die "Deutschen Christen", die eine Synthese zwischen Christentum und Nationalsozialismus propagierten. Im Stuttgarter Schuldbekenntnis 1945 bekannte sich die ev. Kirche für schuldig.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. Inaktiver User

    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Ich empfinde es schlicht als Zumutung ggü. anderen Menschen. Das würde ich fremden Menschen nie zumuten wollen.
    Es ist ja auch OK, wenn du es nicht machst.

    Allerdings gehe ich vom Fall aus, dass diese Person in der Lage ist, sich das Mittel etc. selbst zu verabreichen bzw. die Maßnahme einzuleiten.

    Ich gehe nicht vom Fall aus, dass einer Person im Delirium ein Mittel verabreicht wird. Ein großer Unterschied.

    Freitod sollte eine bewusste Entscheidung einer Person sein und auch bei Bewusstsein eingeleitet werden.

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    AW: Europawahl - Haltung der FDP zur Sterbehilfe widersetzt sich Gott

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Das Erzbistum Köln hat eine Argumentationshilfe zum Thema Sterbebegleitung und Sterbehilfe herausgebracht. „Entscheidungen am Ende des Lebens“ (PDF).
    http://bistum.koeln/export/sites/ebk...terbehilfe.pdf

    Das sollte so ungefähr die aktuelle Haltung der katholischen Kirche in Deutschland sein.
    Die Stellungnahme finde ich hervorragend. Denn sie argumentiert mit der Würde des Menschen und nicht mit einer Sünde. Die lange Einleitung erläutern Begrifflichkeiten und den rechtlichen Rahmen.

    daraus: dass der Arzt zu einem Befehlsempfänger für das Töten auf Verlangen erniedrigt wird oder sich selbst dazu bereitfindet.

    Ein Sterbender soll auch am Ende seines Lebens über sich bestimmen können. „Alle
    medizinischen und pflegerischen Maßnahmen sind in dieser Achtung vor seiner Würde
    vorzunehmen“ – ob er äußerungsfähig ist oder nicht. So kann der sterbende Patient
    das Unterlassen oder das Einstellen von Eingriffen fordern und der Arzt hat im
    wohlverstandenen Interesse des Sterbenden und zu dessen individuellem Wohl „wie
    ein guter Anwalt zu handeln. Daraus folgt jedoch nicht, dass der Arzt oder auch
    andere jedem Wunsch eines Sterbenden Folge leisten müsste.
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