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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke für die Information
    Künstler ist dabei sehr weit gefasst, das sind nicht nur Leute mit Leinwand und Pinsel oder Musiker, sondern alle, die schöpferisch gestalten, bis hin zum Übersetzer und Lektor von Sachbüchern.

  2. gesperrt

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Bei der Künstlersozialversicherung ist man ganz normal über die üblichen gesetzlichen oder privaten Versicherungen versichert, allerdings zieht die Künstlersozialkasse die Beiträge des selbstständigen Künstlers in der Höhe eines Angestellten ein und zahlt die restlichen Beiträge wie ein Arbeitgeber. Dazu erhebt sie die Künstlersozialabgabe von Unternehmen, die wiederholt künstlerische Leistungen von selbstständigen Künstlern beziehen.
    So kenne ich das mit der KSV aus meiner Erinnerung auch.

    Es gibt ja zahlreiche berufsständige Versorgungswerke (also nicht nur solche für Mediziner, Apotheker, Rechtsanwälte usw.). Ein weiteres Beispiel ist das Presseversorgungswerk bzw. Versorgungswerk der Presse.

    Welche Tendenz ich nur gegenüber einem User hier verdeutlichen wollte: Wer irgendwie kann, verabschiedet sich eher aus der GRV. So haben sich damals weitere berufsständigen Versorgungswerke etabliert (glaube, so gar gewisse Handwerker, Metzger usw. wollten gerne eigene Versorgungswerke gründen). Dem hat irgendwann der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben.

    Ein weiterer Trend: Manche Versorgungswerke haben eine weite Auslegung was den Zugang betrifft. Wer z. B. meint, daß Versorgungswerk der Presse ist nur für Journalisten offen, irrt. Damals war es z. B. auch für Werber, PR-Berater, Texter usw. offen. Wie es heute ist, weiß ich nicht.

    Diese Trends zeigen nur, wie es um das Ansehen der GRV in weiten Teilen der Bevölkerung bestellt ist.

    Die Alterssicherung auf mehrere Beine zu verteilen (neben umlagefinanziert u. a. auch kapitalgedeckt) wäre sicherlich gut. Ein echtes Engagement der Politik dafür kann ich nicht wirklich erkennen. Die Idee einer sog. "Deutschland-Rente" beispielsweise ist ebenso schnell in der Versenkung verschwunden, wie sie in die Diskussion gebracht wurde.

    Es wäre eine gute Lösung viel mehr Menschen den Zugang zu Aktien und/oder Wohneigentum zu ermöglichen.

  3. gesperrt

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Der Sozialismus hatte keine historische Chance, die er vertan hat. Er funktioniert schlichtweg nicht.

    Da bist du mir zuvorgekommen. Wäre exakt mein Tenor gewesen. So wie die Menschen eben sind, ist Sozialismus a priori immer zum Scheitern verurteilt. Das hat nichts mit Denkverboten zu tun, sondern ist gerade das Ergebnis jeden Nachdenkens - und auch der historischen Beobachtung aller gescheiterten Versuche.

    @print
    Wo kann man sich Deinen "dritten Weg" einmal in praxi" ansehen ?
    Oder hättest Du eventuell gerne etwas, was es vielleicht noch niemals gab ?

  4. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Der Sozialismus hatte keine historische Chance, die er vertan hat. Er funktioniert schlichtweg nicht.
    Ich habe ja weiter vorne schon geschrieben: einige Ideen des Sozialismus wurden von den bestehenden Systemen adaptiert, z.b. die Idee der Sozialversicherung. Oder Genossenschaften.
    Das ist das große Plus des Kapitalismus: er ist wandlungsfähig, aber eben nur in Grenzen.

    Ich weiß nicht woran ihr alle denkt beim Begriff "Sozialismus" mir geht es mehr um die ursprüngliche Idee, und da DARF man auch heute noch ansetzen und darüber nachdenken.

    Was Lenin, Stalin, die Nationalsozialisten und später die Ostblockstaaten und die DDR daraus machten - schlimm und keinesfalls ein Vorbild (wobei ich den Alltagssozialismus in der DDR milder beurteile, als Außenstehende).

    Sozialismus geht nicht ohne echte Demokratie - genauso wenig wie der Kapitalismus ohne Demokratie funktioniert!

    Aber so weit muss man sich erst mal zu denken erlauben.
    Geändert von Inaktiver User (19.05.2019 um 20:04 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    @print
    Wo kann man sich Deinen "dritten Weg" einmal in praxi" ansehen ?
    Oder hättest Du eventuell gerne etwas, was es vielleicht noch niemals gab ?
    Nein, das gibt es soweit ich weiß nirgends.

    Was mich nicht hindert darüber nachzudenken.
    Geändert von Inaktiver User (19.05.2019 um 19:56 Uhr) Grund: "so weit ich weiß" eingefügt

  6. gesperrt

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, das gibt es nirgends.

    Was mich nicht hindert darüber nachzudenken.
    Bin ernsthaft bereit mir das anzusehen und dann darüber nachzudenken. Nur: Wenn es das nirgends gibt … ?

    By the way: Es stellt sich dann auch automatisch die Frage, warum es das nirgends gibt …

    Um mir das überhaupt mal annähernd vorzustellen (wenn man es schon in praxi nirgends anschauen kann): Was wären denn z. B. die fünf wichtigsten Punkte, die aus Deiner Sicht verwirklich werden müßten für diesen "dritten Weg" ?

    Bei solchen Diskussionen an anderer Stelle dauerte es oft nur wenigen Minuten oder gar Sekunden, bis staatlich festgelegte Löhne, Preise, Mieten usw. ins Spiel kamen, also typische Elemente einer zentralistischen Planwirtschaft …

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, das gibt es nirgends.
    Es gibt ne Menge Leute, die den jahrzehntelangen Weg des schwedischen Wohlfahrtsstaates als dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus bezeichnen, bzw. bezeichnet haben.
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  8. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Bin ernsthaft bereit mir das anzusehen und dann darüber nachzudenken. Nur: Wenn es das nirgends gibt … ?
    Nur über Dinge nachzudenken die es bereits gibt - ist das nicht Stagnation?

    By the way: Es stellt sich dann auch automatisch die Frage, warum es das nirgends gibt …
    Lustig dass du das fragst. Nach dem 2. WK gab es nur Ost und West, der Osten hat modifiziert weiter gemacht und ist daran gescheitert.
    Damit war der Sozialismus auch als Idee für viele gescheitert.

    Um mir das überhaupt mal annähernd vorzustellen (wenn man es schon in praxi nirgends anschauen kann): Was wären denn z. B. die fünf wichtigsten Punkte, die aus Deiner Sicht verwirklich werden müßten für diesen "dritten Weg" ?
    Ich hab keinen Masterplan.
    Aber ich würde das bestehende System und die möglichen Alternativen auf den Prüfstand stellen nach folgenden Gesichtspunkten:
    - werden alle Bürger gleich behandelt?
    - haben alle die gleichen Rechte und Pflichten?
    - trägt jeder nach seinen individuellen Möglichkeiten bei zur Erhaltung des Systems?
    - wo ist Freiheit des Individuums zu schützen und wie - und wo die Gemeinschaft?
    - wie können unterschiedliche Interessen ausbalanciert werden?

    Bei solchen Diskussionen an anderer Stelle dauerte es oft nur wenigen Minuten oder gar Sekunden, bis staatlich festgelegte Löhne, Preise, Mieten usw. ins Spiel kamen, also typische Elemente einer zentralistischen Planwirtschaft …
    Bei der Grundversorgung: Wohnen, Energie, Nahrung, Bildung kann ich mir tatsächlich mehr Regulierung als freien Markt vorstellen.
    Ist ja zum Teil sogar verwirklicht (Bildung).

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Es gibt ne Menge Leute, die den jahrzehntelangen Weg des schwedischen Wohlfahrtsstaates als dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus bezeichnen, bzw. bezeichnet haben.
    Wohl eher "bezeichnet haben". Bin kein Skandinavien-Experte, aber so viel weiß selbst ich: Der Ansatz des "schwedischen Volksheims" stammt aus den 30er und 40er Jahren. Diverse Krisen, Fehlsteuerungen und mangelnde Mittel zwangen schon vor sehr lange Zeit (vor gut einem Vierteljahrhundert) zu einem ganz deutlichen Umsteuern.

    Obwohl die Bereitschaft sehr hohe Steuern und Abgaben zu entrichten in Schweden sehr ausgeprägt war, ließ sich dieses Modell auf Dauer nicht durchhalten ...

  10. gesperrt

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bei der Grundversorgung: Wohnen, Energie, Nahrung, Bildung kann ich mir tatsächlich mehr Regulierung als freien Markt vorstellen.
    Ist ja zum Teil sogar verwirklicht (Bildung).
    Nach aller Erfahrung werden dann "Wohnen, Energieversorgung, Nahrung" usw. schlechter und/oder teurer. Oder der Preis ist günstig, weil staatlich gedeckelt - nur für den Preis gibt es das Gut dann eben gar nicht. Oder nur für die Eliten, Politiker, Funktionäre, die Nomenklatura usw.

    Das Beispiel "Bildung" ist nicht sehr ermutigend. Statt 3, 4 oder 5% wie zu meiner Volksschulzeit machen heute halt 30, 40 oder 50% Abitur (in manchen Bundesländern jedenfalls). Nur: Wer kann, verabschiedet sich häufig aus diesem staatlichen Schulsystem. Weil es menschlich ist, daß Eltern das Beste für ihr Kind wollen (ob das Privatschulen wirklich sind, laß ich mal dahingestellt). Damals war der Anteil der Schüler auf Privatschulen irgendwo bei 1 oder 2 % - das hat sich inzwischen vervielfacht (glaube ich zumindest mal irgendwo gelesen zu haben). Gäbe es mehr Privatschulen (sprich Angebot), dürften es noch viel mehr Kinder sein. Die Nachfrage wächst jedenfalls.

    Nächster Schritt: Privatschulden verbieten zugunsten einer Einheitsschule …?

    Menschen werden immer nach Wegen suchen (und diese auch finden) Einheitssystemen und/oder Gleichmacherei zu entkommen.

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