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  1. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von auxout Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht gegen das Leistungsprinzip. Ich bin dafür, dass der Staat den Rahmen setzt, womit der AN in eine bessere Lage gebracht wird, seine Lohnforderung durchzusetzen.
    Es gibt hier im Forum mehrere Threads, in denen Du die Panik spürst, wenn die Kündigung kommt. Die Angst vor dem Abstieg ins Bodenlose innerhalb kürzester Zeit. Ziemlich zynisch, wenn man da von Jammern auf hohem Niveau spricht.
    Ja, das sehe ich auch so.



    Auch hier hinken wir dem Tempo am Markt hinterher.

    Als ich in den 80ern meine Ausbildung startete war das erste Gebot: such dir was sicheres, etwas, was man immer brauchen kann! Da ich verschiedene Interessensgebiete hatte wurde es eine ordentliche Basisausbildung, es hat für mich funktioniert.
    Doch alle spezifischeren Ausbildungen können jederzeit weggefegt werden, mit erlebt in der Druckbranche.

    Die Zyklen, was am Markt gesucht wird, werden für AN in Ausbildung oder Studierende immer kürzer.

    Wie man das abfedern oder ausgleichen könnte - keine Ahnung.
    Der AN von heute muss lebenslang lernen und er weiß doch nie ob es genügt.

  2. gesperrt

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Keiner hier will einen autokratischen Sozialismus nach historischen Vorbildern.

    Das ist wohl eher dein Problem dass du dir nichts anderes vorstellen kannst.

    Dein Problem ist eher, daß Du nicht verstanden hast, daß Sozialismus denknotwendig mit Druck, Zwang etc. einhergeht und schließlich totalitär "begleitet" werden, um dieses System am Leben zu halten.

    Glaubst Du ernsthaft, daß ein Gros der davon betroffenen Menschen nicht auf (noch) höhere Steuern, noch mehr Bürokratie, (noch) höhere Sozialabgaben, eine Vermögenssteuer, Enteignungen und/oder Vergesellschaftungen usw. usw. reagieren würden ?

    Und wenn diese Menschen dann reagieren (Kapitalflucht, Wohnsitzverlagerung, Firmenverlagerung, Investitionen in anderen Ländern usw. usw.), dann werden automatisch die ersten Zwangsmaßnahmen kommen (müssen). Diese Maßnahmen werden wiederum weitere Umgehungs- und Vermeidungsstrategien auslösen. Damit ist die negative Dynamik perfekt.

    Wer diese kausalen Zusammenhänge in einer globalisierten und im internationalen Wettbewerb stehenden Welt nicht sehen will (oder kann ?), ist nach meinem Dafürhalten ein Träumer. Und zwar ein gefährlicher, weil die Quittung am Ende "Otto Normalverbraucher" präsentiert wird. Zum Beispiel mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes.

  3. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von auxout Beitrag anzeigen
    Mindestlohn ist Schaufensterpolitik.
    Der Münchner U-Bahn Fahrer muss damit zum Sozialamt und aufstocken.
    Das ist ein Unding, ein Skandal.
    Ein gutes Beispiel für eine verantwortungsvolle Tätigkeit von der man in teuren Gegenden kein normales Leben mehr führen kann.

    Noch schlimmer wird es wenn der U-Bahnfahrer demnächst überflüssig wird - was macht er dann?
    Umschulen - auf was?
    IT-Spezialist?


    Innerhalb 11 Jahren stieg die Zahl der Wohnunglosen fast um das Vierfache. Viele davon obdachlos. Ebenso stieg die Zahl der Suppenküchen auf Rekordniveau. Wenn Du das mit "hohem Niveau" meinst, hast Du recht.
    Es wird ganz schwierig für die, die mal "rausgefallen" sind aus der sogenannten Normalität, wieder rein zu kommen.

  4. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von auxout Beitrag anzeigen
    Mindestlohn ist Schaufensterpolitik.
    Der Münchner U-Bahn Fahrer muss damit zum Sozialamt und aufstocken.
    München ist nicht Deutschland. Ich bin gegen Extrembeispiele, aber gut, bleiben wir mal dabei. U-Bahn Fahrer kann jeder Ungelernte durch eine dreimonatige Umschulung werden, die der AG bezahlt. Danach verdient man 2.320 brutto, das sind etwas über 13 Euro Stundenlohn. Was findest du denn für einen Job angemessen, den man als Ungelernter in 3 Monaten erlernen kann? Das sind gerade mal 32% weniger als der Durchschnitt Deutschlands.

    Ich bin nicht gegen das Leistungsprinzip. Ich bin dafür, dass der Staat den Rahmen setzt, womit der AN in eine bessere Lage gebracht wird, seine Lohnforderung durchzusetzen.
    Wie meinst du das?

    Es gibt hier im Forum mehrere Threads, in denen Du die Panik spürst, wenn die Kündigung kommt. Die Angst vor dem Abstieg ins Bodenlose innerhalb kürzester Zeit. Ziemlich zynisch, wenn man da von Jammern auf hohem Niveau spricht.
    Niemand muss hier ins Bodenlose fallen. Der Kündigungsschutz für die meisten Arbeitnehmer ist umfassend, so leicht kriegt man hier keine Kündigung. Selbst wenn, gibts mindestens 12 Monate lang ALG I und in dieser Zeit kann man bei 4,9% Arbeitslosenquote in den meisten Gegenden Deutschlands schon einen neuen Job finden. Eine hundertprozentige Absicherung kann es nicht geben.

  5. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Dein Problem ist eher, daß Du nicht verstanden hast, daß Sozialismus denknotwendig mit Druck, Zwang etc. einhergeht und schließlich totalitär "begleitet" werden, um dieses System am Leben zu halten.
    Je nachdem wie du Druck und Zwang definierst ist das kein signifikantes Merkmal des Sozialismus.
    Oder anders herum: auch im bestehenden System gibt es das.

    Es war von Kühnert immer von einem "demokratischen Sozialismus" die Rede und wie der gestaltet werden könnte, das war noch nicht einmal richtig angedacht.
    Wenn du dich damit gar nicht wirklich auseinander setzen kannst - deine Sache.
    Aber auf der Basis von Vorurteilen und Vereinfachungen etwas noch nicht einmal als denkbar zu deklarieren geht für mich gar nicht.

    Ich habe was gegen Denkverbote, nimm's bitte einfach mal zur Kenntnis.

  6. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...... Was findest du denn für einen Job angemessen, den man als Ungelernter in 3 Monaten erlernen kann? .
    Bemisst du den Wert einer Tätigkeit allein an der Dauer der Ausbildung?

    Für mich ist auch entscheidend welche Verantwortung damit verbunden ist und wie wichtig die korrekte Ausführung ist.

    Ich habe dagegen schon einige "Frühstücksdirektoren" kennen gelernt, das hat mit Leistungsprinzip überhaupt nix zu tun.

  7. User Info Menu

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Der Niedriglohnsektor ist eine Schande, und dass der ausgerechnet von einem Kanzler geschaffen wurde, der Mitglied der SPD ist (und der dann stolz in Davos den Kollegen vorprahlte, was für e geile Siech er doch sei), umso mehr!

    angemessene Mindestlöhne sind wichtig, solange es weltweit so grosse Unterschiede gibt in Löhnen und Lebenshaltungskosten.

    gruss, barbara
    Das sehe ich etwas anders. Zu einem guten Teil ist doch jeder selbst dafür verantwortlich, welchen Beruf er ergreift.

    Und ich traue jedem Erwachsenen zu, Chancen und Risiken bei seiner Berufswahl selbst beurteilen zu können.

  8. User Info Menu

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Ich sehe das auch so, dass es ein Wahrnehmungsproblem gibt. In der medialen Berichterstattung sind alle immer top ausgebildet. Hoch qualifiziert, Fachkräfte.

    Und in der Realität? In der Realität gibt es nicht nur Menschen mt IQ130+ (und nicht nur solche, die diese Ausgangslage auch praktisch nutzen).

    Ich ärgere mich auch immer, wenn Frauen porträtiert werden, hinsichtlich Vereinbarkeit von was auch immer. Da ist "sie" dann entweder Juristin/Radiologin/Astrophysikerin oder Top-Unternehmerin oder so. NIE ist eine Frau MFA, Lidl-Kassiererin, Sachbearbeiterin. Nie hat eine einen 450 Euro Job als Job. Wenn mal eine Krankenschwester dargestellt wird, dann immer eine, die Pflegedienstleiterin ist oder eine super Zusatzquali hat.

    So den Normalfall, in den 80er Lehre gemacht, dann Kinder und lange draußen, jetzt Panik wegen Rente und überhaupt, das gibt anscheinend nur draußen, im Leben.

    Und alle sind immer top und bereit und fähig sich weiterzubilden, -entwickeln.
    Also ich habe da Zweifel.

    Was, wenn viele Menschen dazu nicht in der Lage sind? Was passiert mit denen?

  9. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bemisst du den Wert einer Tätigkeit allein an der Dauer der Ausbildung?

    Für mich ist auch entscheidend welche Verantwortung damit verbunden ist und wie wichtig die korrekte Ausführung ist.

    Ich habe dagegen schon einige "Frühstücksdirektoren" kennen gelernt, das hat mit Leistungsprinzip überhaupt nix zu tun.
    Es ging doch um den Niedriglohnsektor, es wird immer Jobs geben, die eben unterhalb des Durchschnitts bezahlt werden. Jobs, für die man eine Ausbildung braucht und nach denen eine Nachfrage besteht, gehören in der Regel nicht dazu. Dass es einen Abstand zum Durchschnittsgehalt der Deutschen gibt, finde ich normal.

    Aber was würdest du denn konkret ändern, was ist der Vorschlag?

  10. gesperrt

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es war von Kühnert immer von einem "demokratischen Sozialismus" die Rede und wie der gestaltet werden könnte, das war noch nicht einmal richtig angedacht.

    Ich habe was gegen Denkverbote, nimm's bitte einfach mal zur Kenntnis.
    Demokratie und Sozialismus schließen einander aus.

    Ich bin auch gegen Denkverbote und absolut für freies Denken. Im Gegenzug setze ich voraus, daß Du dann auch für das freie Ausreisen von Personen und Kapital bist - sollte denn das sozialistische Experiment hierzulande gestartet werden …

    Auf der Basis finden wir prima zusammen.

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