Okay - verstehe, was du meinst.
Ich meine dazu: es ist eindeutig falsch, sich in diesen Zeiten vornehmlich 'nur' bzw. vor allem auf das Thema soziale Gerechtigkeit zu konzentrieren.
Das Top-Thema ist zur Zeit der Klimawandel bzw. wie man den Klimawandel aufhalten kann - also im Grunde das Thema Ökologie, und das wird m.E. mindestens mittelfristig auch so bleiben.
Das die SPD bei den BTW 2017 ganz vornehmlich auf das Thema soziale Gerechtigkeit fokussiert hat, fand ich auch schon falsch - zudem haben die Leute das der SPD nicht so richtig 'abgekauft' ... Ergebnis ist bekannt.
Richtig wäre es für die SPD meiner Meinung nach, wenn sie die Themen soziale Gerechtigkeit und ökologisches Handeln gleichwertig behandeln bzw. miteinander verbinden; hin und wieder am Rande passiert das auch, wenn man so einige Äußerungen hört und liest, aber das kommt kaum rüber, bzw. im Wesentlichen steht dann doch die soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt.
Was fällt denn einem Wähler als Angebot von der SPD an ihn als erstes ein, wenn er nicht zu denjenigen gehört, die für sich persönlich einen Nachholbedarf an sozialer Gerechtigkeit sehen?
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11.05.2019, 12:17
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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11.05.2019, 12:17
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Außer populistisches Sozialgeschrei und so einen Blödsinn, wie Mindestlohn, betreiben die Politik gegen den AN.
Die SPD hat sich von den Konservativen (bzw. Lobbyisten) vor sich hertreiben lassen und das eingerichtet, was sich damals noch nicht einmal die Konservativen getraut hätten, einzurichten. Nicht nur den Arbeitsmarkt, auch die Deregulierung der Finanzbranche.
Jetzt sind die Konservativen wieder an der Macht und brüsten sich, wie geschmiert die Wirtschaft läuft.
Der Lobbyismus hat sich auch gewandelt, er hat die Politik für sich entdeckt. In Berlin 8000 in Brüssel 30000.
Wer glaubt, dass wir noch von Abgeordneten regiert werden, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
AN Interessen sind da kaum vertreten.Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
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11.05.2019, 12:30
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Den Klimawandel aufhalten, braucht einen breiten Bevölkerungskonsens. Den gibt es aber nicht, wenn die Gesellschaft gespalten ist, siehe AFD.
Die sind ja eher für AN, aber gegen Öko. (So genau weiss man das aber bei denen nicht, wofür oder wogegen die sind, ausser, dass sie gegen Menschen sind, die etwas anders aussehen.)
Bei der SPD fällt mir nichts mehr ein, ausser Ba Nahles.Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
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11.05.2019, 12:38
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
1. Wenn es keinen breiten Bevölkerungskonsens zum Aufhalten des Klimawandels geben sollte, dann besteht die Aufabe (für die Parteien) darin, diesen Konsens durch Überzeugungsarbeit herzustellen - genau für sowas sind Parteien ja eben auch da, nämlich an der politischen Willensbildung mitzuwirken.
2 . Von Spaltung der Gesellschaft zu reden ist zu hoch gegriffen, nur weil eine Partei rund 13% an Wählerzustimmung bekommt.Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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11.05.2019, 12:41Inaktiver User
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Yepp.
Übrigens, der soziale Unmut der deutschen Bürger ist wohl auch nicht so immens, wenn ich mir die deutsche Gelbwestenbewegung anschaue.
"Aufstehen" war mal als linksmitte-Sammelbwegung gedacht, hat aber grad "die Masern".
Meckern tun die Leute in D ganz schnell und viel, aber den Arxxx hochkriegen und friedlich auf die Straße gehen ist wohl ein Relikt der 1980er Friedensbewegung.
Aber Angst vor einem Kevin
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11.05.2019, 12:52
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Ich würde die Spaltung nicht an der Wählerzustimmung einer Partei festmachen.
Gestern stand eine Zahl von mittlerweile 9 Millionen Niedriglöhnern im Raum. Ich bin immer von "nur" 6 Millionen ausgegangen.
Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass eine Regierung einen breiten Konsens vertritt.
Warum verfehlen wir dann die Klimaziele?Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.
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11.05.2019, 13:13Inaktiver User
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Für mich sind die beiden Themen untrennbar miteinander verwoben. Du hast in Frankreich gesehen, was passiert ist, nachdem aus Klimagründen die individuelle Mobilität verteuert werden sollte. Oder was soll man von so einer Maßnahme wie in Düsseldorf halten, wo E-Autos kostenlos in der Innenstadt parken dürfen, die ohnehin fast nur wohlhabende Menschen sich leisten können. Klimawandel hat für mich viel mit sozialer Gerechtigkeit zu tun bzw. mit Maßnahmen, die von Bürgern mitgetragen und nicht aus Rücksicht auf priviligierte Gruppen übergestülpt werden.
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11.05.2019, 13:13
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Ich denke, dass hat nichts mit 'den Arsch nicht hochkriegen' zu tun, wenn es bspw. keine großen Massendemonstrationen gibt gegen soziale Ungerechtigkeit.
Massendemonstrationen bzw. eine wirklich nennenswerte 'Bewegung' außerhalb der Parlamente gibt es immer dann, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind:
a) es wird sich auf ganz wenige aber sehr KONKRETE Forderungen konzentriert, am besten nur EINE konkrete Forderung;
b) die Forderung hat einen gezielten Adressaten - umso besser, wenn es die Regierung ist;
c) der Adressat bzw. die Regierung ist (geschlossen) GEGEN diese Forderung;
d) möglichst viele Bürger sind vom Thema betroffen, am besten alle Bürger.
Alle diese vier Punkte waren bei der Friedensbewegung und den Massendemonstrationen in den 1980er Jahren erfüllt.
Beim Thema soziale Gerechtigkeit ist allenfalls nur Punkt b erfüllt.Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Daniel Kahneman
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11.05.2019, 13:32Inaktiver User
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Ich glaube auch es ist nicht nur Klimawandel, sondern noch weiter gefasst ein zukunftsträchtiger Umgang mit den weltweiten Ressourcen und das im Angesicht einer massiv wachsenden Weltbevölkerung.
Ich kenne viele Grünenwähler und die sind nicht alle wie oben beschrieben heimlich SUV-Fahrer. Trotzdem sind die wenigsten, wie auch die Wähler anderer Parteien, die Umweltschutz wichtig finden, wirklich zu einem radikalen Schritt in punkto Lebensstandard bereit.
Die meisten wollen glaub friedlich bei allgemeinem Wohlstand (nicht Reichtum) in einer gesunden Umwelt leben.
Die Wege dahin die man sinnvoll findet und die Schwerpunkte die jeder setzt sind halt unterschiedlich.....Und auch die Einschätzung internationaler oder gar globaler Entwicklungen.
Und dementsprechend fallen die Wahlentscheidungen halt aus.
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11.05.2019, 13:38Inaktiver User
AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert
Nach der üblichen Definition wird Niedriglohn definiert als ein Arbeitsentgelt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers, das sich knapp oberhalb oder unter der Armutsgrenze befindet. Liegt sie darunter, ist dem Arbeitnehmer trotz Voll-Erwerbstätigkeit eine angemessene Existenzsicherung nicht gewährleistet.
Und davon gibts 9 Mio.?



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