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  1. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Dilemma der Verantwortung, wenn man sich als Kümmerer und Ansprechpartner der Gesellschaft versteht. Sympathisch, oder?
    Das sie bereit waren Verantwortung zu übernehmen und dafür auch Kompromiss einzugehen und - in der derzeitigen Situation, Koalition über verschiedene Lager hinweg- rechne ich allen drei Parteien an, die sich darauf ernsthaft eingelassen haben (CDU, Grüne, SPD). Klar gibt es auch Grenzen bei den Kompromissen aber grundsätzlich finde ich das gut.
    Das derzeit wieder über Sozialismus fantasiert wird halte ich übrigens ähnlich wie das Erstarken der Rechten für eine Folge der Groko.
    Grosse Koalitionen führen idR zu einem Erstarken der "Ränder" - rechts und links.
    Das Gelbe vom Ei sind sie halt auch nicht ...

  2. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Für mich waren die Gedanken von Kühnert eher so wie die des Kindes bei "Des Kaisers neue Kleider":

    "Aber die haben doch gar keine Kleider an!?"

    Die Wirkung und Folge von Kühnerts Worten ist analog eher so: "Wie kannst du das sagen, das sind die schönsten Kleider die es nun mal gibt!"

    Da ist das Märchen dann vor der Pointe zu Ende.



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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich ist KI nur ein Beispiel dafür dass und wie sich unsere Welt, wie wir sie kennen, verändern wird und kein bestehendes Gesellschaftsmodell scheint geeignet das in dem Sinne auffangen, dass sich jemand parallel überlegt, wohin das führen wird. Oder gar das ganze System anfängt, umzubauen - so, wie die Arbeit ja gerade auch umgebaut wird.

    Der Fokus ist nur auf der Technik, auf dem "Fortschritt", auf dem Gewinn der zynischerweise darin bestehen soll dass man für diese schöne neue Arbeitswelt keine Menschen mehr braucht.
    Was eigentlich ganz interessant sein könnte - aber eben: was machen diese Menschen dann, wovon leben sie.
    Das Kapital frisst sich selbst und diese Frage, befürchte ich, wird sich dann eher durch Aufbegehren und Protest der Betroffenen "lösen" - nicht durch ein begleitend angepasstes Gesellschaftsmodell.

    ...
    Die Geschichte der Maschinenstürmerei dürfte doch Beispiel genug sein, dass genau das auch im Zuge der Digitalisierung nicht passieren wird. Insofern gehen Gedankengänge, die genau auf diesen (schon damals ausgebliebenen) Effekt aufbauen, von vornherein in eine falsche Richtung.

  4. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Das ist für mich eher ein Beleg dass es genau in diese Richtung gehen könnte: die Menschen reagieren sehr wohl darauf dass ihnen ihre Lebensgrundlage genommen wird.

    Jetzt wird noch hinzu kommen dass das sinnstiftende Element der Arbeit entfällt.
    Für eine Menge mehr Menschen als damals.
    Es werden nicht nur Arbeiter in Werkshallen betroffen sein sondern fast alle.
    Es werden nicht mehr Ungelernte die Fachkräfte ersetzen, es werden Menschen 1:1 durch KI ersetzt.

    Trotzdem die Maschinenstürmer damals in existenziellerer Not waren als wir heute, gab es Effekte die die Folgen der Mechanisierung in der industriellen Revolution abmilderte und auflösen konnte:
    es entstanden tatsächlich neue Arbeitsplätze, die Bedürfnisse der Menschen waren noch lange nicht gedeckt, Innovationen in allen Lebensbereichen die tatsächlich Verbesserung der Lebensumstände für alle brachten.
    Und man konnte notfalls nach Amerika fahren und dort ein neues Leben beginnen.

    (Erfolgreiche) Maschinenstürmerei wird es aus einem anderen Grund nicht noch einmal geben: die Maschinen könnten sich inzwischen effektiv wehren.
    Geändert von Inaktiver User (10.05.2019 um 07:45 Uhr)

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Dass wir heute die höchste Beschäftigungsquote ever haben, kann man also trotz dessen, dass Digitalisierung schon in vollem Gange ist, komplett ignorieren und weiter behaupten, dass in Kürze keiner mehr was sinnvolles im Arbeitsleben zu tun haben wird?

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Lasst euch nicht verrückt machen.

    Weder KI, noch Roboter werden den Menschen als Arbeitskraft überflüssig machen. Schon alleine deshalb, weil er sonst als Konsument ausfällt.

    Jede Automatisierung, sei es die Dampfmaschine gewesen oder der Traktor, hat nicht den Menschen überflüssig gemacht, sondern auf lange Sicht nur die Produktivität und damit den Wohlstand, auch der unteren Einkommensschichten, erhöht.

    Uns geht's hier in Deutschland verdammt gut. Das wird bei der Debatte leider viel zu oft nicht bedacht.

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von auxout Beitrag anzeigen
    den Kapitalismus braucht jede Gesellschaftsform, die wirtschaftet.
    Wirtschaft ohne Kapital gibt es nicht. Von nichts entsteht nichts.
    Die Gesellschaftsform bestimmt die Regeln, wie Kapitalismus stattfinden soll.
    Obwohl ich im Groben verstehe was du meinst, aber Kapitalismus IST eine Gesellschaftsform und zwar diejenige, in der Privateigentum an Produktionsmitteln die Grundlage allen Wirtschaftens ist und Wachstum zwingend notwendig.

    Kapital (=Produktionsmittel) dagegen braucht jede Gesellschaftsform.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  8. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Wo schrieb ich "in Kürze"?

    Die aktuelle Beschäftigungsquote ist so günstig weil der Niedriglohnsektor subventioniert wird und weil wir wg. KI tatsächlich noch in der "glücklichen" Phase sind, dass es entwicklungstechnisch viel menschlichen Einsatz braucht.

    Das wird sich sukzessive verändern, ich erlebe das gerade selbst in meiner Firma, da laufen gerade die entsprechenden Projekte an bzw. einiges ist bereits umgesetzt. Ich selbst bin noch nicht betroffen und hoffe, dass ich das nicht mehr erleben muss.

    Ich denke einfach dass das eine so tiefgreifende Veränderung sein wird dass wir es uns eigentlich nicht leisten können erst mal zu machen und DANN zu überlegen was das eigentlich gesamtgesellschaftlich bedeutet.

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    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Uns geht's hier in Deutschland verdammt gut. Das wird bei der Debatte leider viel zu oft nicht bedacht.
    Das ist nicht nur eine egoistische Betrachtungsweise, sondern auch sehr unterkomplex und kein Stück in die Zukunft gedacht. Es betrifft uns nämlich auch, wenn der Regenwald abgeholzt wird und Menschen ihrer eigenen Armut entfliehen wollen und den reichen Ländern die Türen einrennen.

    Derartige gesellschaftliche Unausgewogenheiten werden sich rächen. Und mittlerweile sind die Probleme nationaö einfach nicht mehr zu lösen, auch nicht durch abkapseln und einmauern.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  10. Inaktiver User

    AW: Sozialismus, Kapitalismus und Kevin Kühnert

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Lasst euch nicht verrückt machen.

    Weder KI, noch Roboter werden den Menschen als Arbeitskraft überflüssig machen. Schon alleine deshalb, weil er sonst als Konsument ausfällt.

    Jede Automatisierung, sei es die Dampfmaschine gewesen oder der Traktor, hat nicht den Menschen überflüssig gemacht, sondern auf lange Sicht nur die Produktivität und damit den Wohlstand, auch der unteren Einkommensschichten, erhöht.

    Uns geht's hier in Deutschland verdammt gut. Das wird bei der Debatte leider viel zu oft nicht bedacht.
    Dann schau dir mal die Doku an. Das ist ein ganz anderes Level.

    Taktgeber werden Länder wie China und USA sein, 2 ursprünglich gegensätzliche Systeme die eines gemeinsam haben: das Individuum ist sich selbst überlassen in dieser Entwicklung. Passe dich an oder verschwinde.
    Entweder weil man das als Freiheit versteht (USA) oder weil ausschliesslich das Kollektiv zählt (China).
    Beide Systeme nähern sich in einer dekadenten Weise einander an und weil sie einander Spiegel sind, können sie sich nicht ausstehen.

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