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  1. Avatar von Gitta777
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Nein, wir sind hier nicht in einer Produktionshalle und nicht auf dem Bazar, es gibt keinen Bedarf an anderer Leute Organe.

    Dieser "Bedarf" ist ebenso ein Konstrukt wie die künstliche Konstruktion des Hirntodes, den es eigentlich nicht gibt.

    Entweder bin ich tot, dann ist mein letzter Wille über die Art meiner Bestattung zu respektieren, falls ich dahingehend etwas festgelegt habe. Oder ich lebe; und wenn ich "hirntot" bin, lebe ich noch. Dann existiert vielleicht eine Patientenverfügung, nach der ich entscheide, die Maschinen abzuschalten, oder eben nicht.

    Aber mir meine Organe zu entnehmen, während ich noch lebe, wenn ich kein ausdrückliches Einverständnis dazu gegeben habe, ist Mord. Und dass das dann noch ohne Narkose geschieht, ist echt ohne Worte...
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

  2. Inaktiver User

    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Nun ist das in Deutschland ja zum Glück vom Tisch.
    Aber auf Reisen sollte man sich bewusst sein, dass ein entsprechender Ausweis unbedingt mitgeführt werden sollte, am besten in mehrfacher Ausführung. Das Gleiche gilt natürlich für Patientenverfügung u.ä., denn auch, wenn dies im Ausland nicht bindend ist, so können die Ärzte dort doch immerhin Kenntnis von den eigenen Entscheidungen nehmen.

  3. Avatar von Akzent
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    [QUOTE]
    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen

    Dieser "Bedarf" ist ebenso ein Konstrukt wie die künstliche Konstruktion des Hirntodes, den es eigentlich nicht gibt.
    Ja sicher gibt es das irreversible Hirnversagen. Hirntod, reaktionloses Gehirn, den Begriff versteht nicht jeder.

    . Oder ich lebe; und wenn ich "hirntot" bin, lebe ich noch.
    Du wirst doch nicht behaupten, dass du damit noch ein eigenständiges, selbstkonstruiertes wertvolles Leben leben leben kannst. Die Definition von Leben hört bei den meisten dort auf, wo das Bewusstsein nichts mehr erleben kann.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee


  4. Inaktiver User

    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Du wirst doch nicht behaupten, dass du damit noch ein eigenständiges, selbstkonstruiertes wertvolles Leben leben leben kannst.
    Nun ja, auch viele Menschen mit Behinderung können kein eigenständiges, selbstkonstruiertes Leben leben - will man da wirklich in Kategorien wie "wertvoll" denken?

  5. Avatar von Akzent
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun ja, auch viele Menschen mit Behinderung können kein eigenständiges, selbstkonstruiertes Leben leben - will man da wirklich in Kategorien wie "wertvoll" denken?
    Menschen mit Behinderung sind nicht Hirntot. Geistige Behinderungen haben mit dem Hirntod auch wenig zu tun.

    Das Wertvolle betrifft einen selber. Eine oder die Behinderung ist nicht das Maß wodurch Leben definiert wird. Im Parameter der Lebensqualität hat die körperliche oder geistige Behinderung sicher einen anderen Stellenwert, als bei einem Menschen ohne diese Defekte.

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  6. Avatar von Gitta777
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Ich persönlich würde solch ein Leben für mich auch nicht wollen. Deswegen würde ich mir für mich persönlich wünschen, dass dann die Maschinen abgestellt werden. Aber ich würde nie meine Zustimmung geben, dass mir, während ich noch lebe, ohne Narkose die Organe entnommen werden.

    Ich habe mir tatsächlich schon früher mal darüber Gedanken gemacht. Vielleicht kann man dann ja, wenn man eh stirbt, noch einem kranken Menschen helfen.
    Aber seit dem Skandal vor paar Jahren um die Organspende und seit die Widerspruchslösung im Gespräch ist, wenn schon von "Bedarf" an Organen die Rede ist, diese künstliche Konstruktion des Hirntods, hinter der für mich wirtschafltiche Interessen stehen, denn für mich gilt entweder tot oder lebendig - all das widert mich dermaßen an.

    Selbstverständlich drängen sich dann bei mir auch Fragen auf wie ""Was ist lebenswertes Leben? Und da wird Schwerstkranken Menschen, die sich verzweifelt an den Gesundheitsminister - vorher Gröhe, jetzt Spahn - wenden, kaltschnäuzig der Zugang zu einem Medikament, das beim Hinübergehen hilft, und zur professionellen Begleitung verwehrt.

    Die Selbstbestimmung bezüglich meines eigenen Todes wird mir in Deutschland verwehrt, aber meine Organe hätte man im Fall des Falles ja schon ganz gerne.

    Da braucht man nicht lange zu raten, woher der Wind weht bzw. worum es in unserem Gesundheitssystem geht. Menschlichkeit, Respekt vor dem Einzelnen, dem seine Organe zunächst mal ganz alleine gehören, Selbstbestimmung - all das wird mit Füßen getreten.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)

  7. Avatar von Akzent
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Mit dem Thema der Sterbehilfe gebe ich dir recht. Ist genauso ein sensibles Thema. Für einen Betroffenen gibt es immer noch die Möglichkeit , wenn man es genau nimmt , oder Möglichkeiten aus dem Leben zu scheiden. Es ist natürlich alles erschwert.

    Allerdings verstehe ich noch nicht, was du mit "konstruiertem Hirntod" meinst

    Ich mache mir vielmehr Gedanken darüber was der Hippkratische Eid von Leben erhalten für Mediziner auch bedeutet. Wessen Leben kann man retten und wessen Leben nicht mehr.

    Ein Menschenleben wobei der Betroffene selbst sein eigenes Leben nicht mehr leben will, kann auch ein Mediziner nicht mehr retten oder davon überzeugen.

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    von Bruce Lee

    Geändert von Akzent (19.01.2020 um 15:27 Uhr)

  8. Avatar von Akzent
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    r
    Da braucht man nicht lange zu raten, woher der Wind weht bzw. worum es in unserem Gesundheitssystem geht. Menschlichkeit, Respekt vor dem Einzelnen, dem seine Organe zunächst mal ganz alleine gehören, Selbstbestimmung - all das wird mit Füßen getreten.
    Zumindest hat das Thema eine Debatte mit Abstimmung im Bundestag ausgelöst. Also von wegen Füssen treten oder unachtsam damit umgehen, davon kann ich nichts erkennen. Es wird ein sensibles Thema bleiben. Das Gesundheitssystem hat an sich wenig davon wenn bei einer Transplantation jahrelange oder bis ans Lebensende Untersuchungen deswegen stattfinden, oder teure Medikamente verschrieben werden müssen, worauf der Patient nur Zuzahlungen hat.

    Den Aspekt der Gier oder Geldvermehrung für das Gesundheitssystem im Zusammenhang mit Organspende und Transplantation kann ich nicht erkennen.

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  9. Avatar von Akzent
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen

    Dieser "Bedarf" ist ebenso ein Konstrukt wie die künstliche Konstruktion des Hirntodes, den es eigentlich nicht gibt.

    .
    Wenn du einen Patienten und seinen Willen dazu, sich ein fremdes Organ einpflanzen zu lassen, weil seines nicht mehr taugt als Konstruktion bezeichnest im Kontext der Organspende, muss sicher auch ein funktionierendes Gerüst der Möglichkeiten der Transplantation und die Voraussetzungen dafür vorhanden sein. Anders geht es nicht.

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  10. Inaktiver User

    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Menschen mit Behinderung sind nicht Hirntot. Geistige Behinderungen haben mit dem Hirntod auch wenig zu tun.

    Das Wertvolle betrifft einen selber. Eine oder die Behinderung ist nicht das Maß wodurch Leben definiert wird. Im Parameter der Lebensqualität hat die körperliche oder geistige Behinderung sicher einen anderen Stellenwert, als bei einem Menschen ohne diese Defekte.
    Worauf ich hinaus wollte: Es muss einfach sehr genau und sauber argumentiert werden. Den (meisten) Gegnern geht es (wohl) nicht darum, dass der Hirntote wieder aufwachen könnte (das wäre doch absurd), sondern darum, dass der Sterbeprozess unterbrochen wird (u.a., es gibt ja noch mehr Einwände).

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