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  1. Avatar von Gitta777
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Soweit ist es schon? Dass man sich als "schlechter" Mensch oder unethisch vorkommt, weil man u. a. aus Angst nicht spenden will??? Na fein gemacht, liebe pro Spender - Werbung... Nein, ich finde nicht, dass man ein schlechtes Gewissen haben muss, nur weil man im Sterbeprozess nicht ausgenommen werden will. Denn das ist das Normale. Unethisch finde ich dagegen, den Leuten mit den bekannten Parolen (du bist schuld, dass Menschen sterben, weil du keinen. Ausweis hast...) ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich sage es wenn es ein muss noch tausend mal: Man hat keine Organe zu brauchen. Eine Organspende ist ein besonderes Geschenk! Darauf hat niemand auch nur den kleinsten Anspruch!
    Vor allem finde ich es so befremdlich, wenn in den politischen Debatten gesagt wird "Darüber sind wir uns ja wohl alle einig, dass wir mehr Organe brauchen." Ehrlich, da geht mir der Hut hoch. Da sind wir uns leider in keinster Weise einig.
    Vor allem auch deswegen nicht, weil ich dieses Vorführen betroffener Menschen als pure Heuchelei ansehe.
    An so vielen Punkten wird für mich deutlich, dass es in unserem Gesundheitssystem in keinster Weise um kranke Menschen geht, sondern um Geld, um Geld und nochmals um Geld.

    Um mal paar Punkte kurz zu nennen:
    Es wird unter den Tisch gekehrt, dass man mit einem transpantierten Organ nicht gesund ist, sondern lebenslang teuerste Medikamente schlucken muss und auch dann nicht weiß, wie lange es gut geht.
    Die fehlende Narkose bei der Organentnahme wurde schon angesprochen.
    Wenn ein Schwerkranker für sich entscheidet, gehen zu wollen, und zwar indem er professionell begleitet mit Hilfe eines Medikaments einschläft, wird ihm das verwehrt. Das widerspricht absolut dem Grundsatz der Selbstbestimmung.
    Vor allem glaube ich, dass ältere Menschen, die gerne in Spenderorgan hätten, keines bekommen, nicht etwa, weil sie es körperlich vielleicht weniger verkraften könnten, sondern weil es sich weniger lohnt. Diese Diskussion, was man in welchem Alter noch bekommen sollte, flammt leider auch immer wieder auf.
    Ja, und auch beim Thema Tierversuche sehe ich ebenfalls nirgends, dass es um das Wohl des Menschen geht, sondern, wenn man in diese Materie mal tiefer einsteigt, wie bei der Organspende und bei der Verweigerung des selbstbestimmten Sterbens um Riesensummen für die Pharmaindustrie.

    Es gibt noch genug andere Punkte, die ich aufzählen könnte. Wieso soll es der Pharmalobby, den Medizinfunktionären und den Volksvertretern denn ausgerechnet bei der Organspende um den Menschen gehen?

    Ich muss übrigens auch dann kein böser Mensch sein, wenn ich mich mit dem Thema nicht befassen will, weil es für mich vom Grundsatz schon eine Absurdität darstellt und mich dieser arrogante Machbarkeitswahn einfach nur ankotzt.

    Und dann Druck ausüben wollen von einem Jungspund namens Jens Spahn, der sich nach drei Jahren "Politikmachen" seinen Lebensabend mit nicht mal 40 Jahren gesichert hat, echt einfach nur frech. Er soll bitteschön seine Organe spenden und über sein eigenes Ableben Entscheidungen treffen, wie er lustig ist, aber endlich mal damit aufhören, erwachsenen Menschen, was ihre Organ und ihren Tod angeht, dreinzureden. Da kann er nämlich nicht mitreden, das geht den schlichtweg nichts an, und dafür braucht den niemand.
    Dafür gibt es unser Grundgesetz, indem zum einen Selbstbestimmung und zum anderen körperliche Unversehrtheit verankert ist. Mein Körper - mein Eigentum und meine Entscheidungshoheit. Da steht ein Herr Gesundheitsminister bestimmt nicht drüber.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)
    Geändert von Gitta777 (18.01.2020 um 10:42 Uhr)

  2. Avatar von Akzent
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Naja, aber nur sehr grob. Auf einen Tumor im Frühstadium gibt ein noch so großes Blutbild keinen Hinweis.
    Ja sicher kann das im großen Blutbild festgestellt werden. Die sog. Tumormarker im Blutbild (Blutplasma) kennzeichnen Tumormöglichkeiten. Ein verändertes Blutbild, dass von der Norm abweicht gibt Hinweise dazu, da geht man dann gezielt nach. So kenne ich das. Genauso wie Entzündungswerte über die Menge der Leukozyten messbar sind und krankhafte oder gesunde Hinweise geben. Desweiteren stehen in der Anamnese in den Dokus der Gesundheitszustand des Patienten. Von jedem Patienten, der ins Krankenhaus kommt, werden die ärztlichen Untersuchungen angefordert. Das ist doch seit so lange ich denken kann, so.

    Das mit der Tollwut ist wirklich tragisch. Es werden einige Untersuchungen mehr dazu kommen müssen. Bei den vielen Infektionskrankheiten. Manche Infektionskrankheiten sind sichtbar oder es liegt die Vermutung dazu nahe und andere sind nicht so leicht zu erkennen. So grundsätzlich wäre ich auch lieber für künstliche biomechanische Organe, die eingesetzt werden können und vielleicht weniger anfällig sind für die Nebenwirkungen. Aber das wird noch dauern.

    Ansonsten Krankheiten bekämpfen können und die Sterberate deswegen zu reduzieren ist die bessere Version. Von den sog. Volkskrankheiten angefangen.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee


  3. Avatar von Prilblume
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Soweit ist es schon? Dass man sich als "schlechter" Mensch oder unethisch vorkommt, weil man u. a. aus Angst nicht spenden will??? Na fein gemacht, liebe pro Spender - Werbung.
    Marjajong, lieven Jung … kommt bitte mal wieder runter.

    Medizinfunktionäre, Millionen für die böse Pharmalobby (ohne Medikamente und Forschung ginge es uns allen sicher viel, viel besser), der Jungspund Jens Spahn, …

    Ist doch jetzt alles so gekommen, wie ihr's wolltet, wozu die Aufregung?

    Ich hatte vor einigen Jahren mal einen längeren Aufenthalt in einer Herzklinik, zwecks großer OP. Da lief ein junger Patient rum (noch jünger als ich damals), der auf ein Spenderherz wartete. Wenn man den mit seiner Partnerin Hand in Hand die Gänge entlangspazieren sah, in einer Hand immer den Koffer mit dem Kunstherz und den Schläuchen von ihm zum Koffer und umgekehrt, blass und aufgequollen vom Blutverdünner, dann hat man dem schon ein Spenderherz gewünscht und sich gedacht: Wenn ich jetzt bei einem Unfall stürbe, und er bekäme mein Herz, dann wäre es wenigstens noch für etwas gut.
    Wieso müsst ihr da unbedingt überall Lobbyarbeit und Geldgeilheit wittern, nur damit ihr euch dagegen aussprechen dürft? Geht doch auch so.
    "Der Brief der Außerirdischen war derart höflich und in solch wohlgesetzten Worten formuliert, dass Dörte innerlich schon bereit war, ihnen für die fraglichen Tage die Garage zur Verfügung zu stellen." (Bernd Pfarr)


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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Ich habe einige Menschen mit chronischen Erkrankungen kennengelernt, bei denen ein Spenderorgan eine Möglichkeit gewesen wäre. Aber eben, und das auch von ärztlicher Seite, die allerletzte Möglichkeit, wenn sonst gar nichts mehr geht.
    Die Alternative zum Spenderorgan ist nicht "noch kränker" sondern "tot".

    Im Übrigen bekommen mittlerweile auch ältere Menschen Spenderorgane, wenn es medizinisch notwendig und sinnvoll ist.

    Aber natürlich ist es viel schicker, über Pharmalobby und geldgierige Ärzte zu zetern.

    Es ist völlig legitim zu sagen - will ich nicht.
    Aber dann bitte auch zur eigenen Entscheidung stehen und nicht irgendwelche obskuren Begründungen für einen Entscheidung herbei zerren, die rein egoistisch ist (was in Ordnung ist) - einfach nur, weil ich nicht will.

  5. Avatar von Gitta777
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Weil es Lobbyarbeit und Geldgeilheist IST, da braucht man nichts zu wittern. Nein, ohne Medikamente und Forschung ginge es uns nicht besser, aber es ginge uns besser, wenn dabei das Wohl von Mensch und Tier und beider Sicherheit im Vordergrund stünde, dann müsste man weniger gesundheitliche Schäden durch Medikamente befürchten, und man köntte Medikamente, die wirklich Sinn haben, früher herstellen.
    Und es könnte nicht einfach ein Politiker Menschen bevormunden, was seine Organe und sein Leben angehen - das sind höchstpersönliche Entscheidungen, was für eine Anmaßung!

    Und zu deiner Geschichte: Wenn er dein Spenderherz bekäme, dann müsste zum einen die OP gelingen. Wenn sie nicht gelingen würde und das Organ von Anfang an abgestoßen werden würde, dann wäre er sofort nach der Entnahme seines Herzens tot. Und wenn sie gelingt, auch dann ist er kein gesunder, und schon gar kein sorgenfreier Mensch, was seinen Gesundheitszustand angeht.

    Es ist zum Glück im Bundestag nicht zur Widerspruchslösung gekommen. In der Mehrheit waren Vertreter der CDU und der SPD für diese Lösung von Spahn. Dann wundern sie sich, dass sie immer weniger Stimmen bekommen. Mich wundert das nicht.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)


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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Macht ihr euch denn nie Gedanken, dass ihr ein Organ brauchen könntet oder ein Angehöriger? Es geht doch gar nicht um Empathie mit fremden Menschen sondern auch (und für mich in erster Linie) um die eigene Absicherung und die meiner Kinder. Deshalb hätte ich mir die Widerspruchsregelung gewünscht
    Ganz bestimmt würde ich nicht wollen, dass Menschen, die sich nicht geäußert haben, mutmaßlich gegen ihren Willen Organe entnommen werden (weshalb fehlender Widerspruch nicht automatisch Zustimmung bedeutet, wurde hier ausführlich diskutiert), damit ich, meine Angehörigen oder auch Fremde im Falle eines Falles eines bekommen - genau darauf würde es doch mit der Widerspruchslösung hinauslaufen. Ich würde nicht mit einem möglicherweise unfreiwillig "gespendeten" (der Begriff "Spende" ist in diesem Fall absurd) Organ leben wollen.

    Selbst möchte ich kein Organ, zum einen in meinem eigenen Interesse - das "neue Leben" ist in vielen Fällen ein ständiger Kampf gegen die Abstoßungsreaktion und die Auswirkungen der Immunsuppression, auch wenn diese Fälle der Öffentlichkeit natürlich nicht präsentiert werden. Organspende ist keine Heilung, nur Lebensverlängerung, und oft genug werden wenige Jahre Leben zu einem hohen Preis erkauft.

    Zum anderen vertrete ich die Meinung, dass ich nicht ein medizinisches Verfahren aus ethischen Gründen ablehnen und es dann aber ggf. für mich selbst nutzen wollen kann.

    Weil nach Angehörigen und Kindern gefragt wurde: Ich war schon mehrmals mit dem tatsächlichen oder drohenden Tod von nahen, noch vergleichsweise jungen Angehörigen konfrontiert. Meine Familie und ich mussten es akzeptieren, auch dass sich z.B. ein Angehöriger gegen eineKrebsbehandlung entschieden hat, die sein Leben zumindest noch hätte deutlich verlängern können. Organspende war in keinem dieser Fälle ein Thema, aber wenn ein Angehöriger an Organversagen sterben würde (das ist nämlich die eigentliche Todesursache und nicht fehlende Organe), wäre es wohl nicht anders.

    Kinder habe ich keine und kann nicht sagen, wie ich in diesem Fall entscheiden würde. Ich glaube aber nicht, dass es Eltern überhaupt möglich wäre, eine Transplantation für ihr organkrankes Kind abzulehnen. Das käme ja der Verweigerung einer (vorerst und potentiell) lebensrettenden Behandlung gleich. Eltern die eine vergleichbare Behandlung ihrer Kinder ablehnen, kann durchaus das Sorgerecht entzogen werden.

    Persönlich denke ich nicht, dass ich meinem Kind die Chance auf Weiterleben verweigern würde, wenn ein Spenderorgan zur Verfügung stünde - warum sollte mein Kind für meine ablehnende Haltung in Sippenhaft genommen werden, solange es noch nicht alt genug ist, um eine eigene Entscheidung zu treffen? Für mich selbst ist klar: ich gebe nichts, also nehme ich auch nichts, aber für ein Kind kann das wohl kaum gelten. Falls dann zehn Jahre später die Retransplantation anstünde, weil das Spenderherz oder die Spenderniere nicht ewig hält, wäre mein Kind hoffentlich bereits alt genug, um selbst zu entscheiden.

    Wenn ich aber ein Kind hätte, das an Organversagen stirbt, dann wäre das natürlich unsagbar schlimm und traurig - aber die Todesursache würde ich dennoch in der schweren Grunderkrankung meines Kindes sehen und nicht in der mangelnden Spendenbereitschaft anderer Menschen.

  7. Avatar von marylin
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen

    Aber natürlich ist es viel schicker, über Pharmalobby und geldgierige Ärzte zu zetern.

    Es ist völlig legitim zu sagen - will ich nicht.
    Aber dann bitte auch zur eigenen Entscheidung stehen und nicht irgendwelche obskuren Begründungen für einen Entscheidung herbei zerren, die rein egoistisch ist (was in Ordnung ist) - einfach nur, weil ich nicht will.
    Ich habe überhaupt nichts gegen die Pharmaindustrie, ich arbeite für sie, sogar gern. Und ich denke nicht, dass die Angst vor einer Organentnahme eine "obskure" Begründung ist, sondern eine nachvollziehbare. Da muss man nichts herbeizerren...
    Herbeigezerrt weil man sonst keine andere Begründung weiß, ist sicher auch nicht der Unmut über die Anspruchshaltung der Leute, die so eifrig für die Organspende werben - das sind ja gar nicht unbedingt Ärzte oder die Pharma...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  8. Avatar von Prilblume
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    es ginge uns besser, wenn dabei das Wohl von Mensch und Tier und beider Sicherheit im Vordergrund stünde,
    Ich stelle die Aussage infrage, dass Wohl und Sicherheit von Mensch und Tier nicht im Vordergrund stünden.
    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    dann müsste man weniger gesundheitliche Schäden durch Medikamente befürchten, und man könnte Medikamente, die wirklich Sinn haben, früher herstellen.
    Auch das stelle ich infrage. (Abgesehen davon, dass ich nicht erkenne, auf welche konkreten Veränderungen du dich beziehst bzw. anspielst.)
    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    Und es könnte nicht einfach ein Politiker Menschen bevormunden, was seine Organe und sein Leben angehen - das sind höchstpersönliche Entscheidungen, was für eine Anmaßung!
    Deshalb stand das ja auch nie irgendwo zur Diskussion.
    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    Und zu deiner Geschichte: Wenn er dein Spenderherz bekäme, dann müsste zum einen die OP gelingen. Wenn sie nicht gelingen würde und das Organ von Anfang an abgestoßen werden würde, dann wäre er sofort nach der Entnahme seines Herzens tot. Und wenn sie gelingt, auch dann ist er kein gesunder, und schon gar kein sorgenfreier Mensch, was seinen Gesundheitszustand angeht.
    Nichts auf der Welt garantiert ein gesundes oder sorgenfreies Leben. Medizinische Behandlung nehme ich dennoch in Anspruch. Du vermutlich auch.
    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    die Anspruchshaltung der Leute, die so eifrig für die Organspende werben - das sind ja gar nicht unbedingt Ärzte oder die Pharma...
    Kenne ich nicht. Bei mir hat Zeit meines Lebens noch nie jemand Werbung dafür gemacht. Diese eifrig Werbetreibenden kenne ich nicht, ehrlich nicht. Stehen die bei dir an der Tür und klingeln, oder schalten die Werbeanzeigen? Irgendwas läuft da an mir vorbei.

    Mich stört diese Anspruchshaltung, die hinter der massiven Ablehnung der Widerspruchsregelung steckt: Ich möchte nicht spenden, oder ich fühle mich beim Gedanken, Organe zu spenden unwohl, und das ist die einzig richtige, einzig vertretbare moralische Einstellung. Jeder, der es anders sieht, ist entweder ein Opfer oder ein geldgeiler Pharmafuzzi, Politikerschuft oder Karrieredoktor oder Werbetexter.

    Ich darf mir doch zumindest dessen bewusst sein, dass meine Entscheidung für eine Spende vielleicht einem anderen Menschen sehr geholfen hätte, und dass meine Entscheidung dagegen das dann eben nicht tut. Das muss ich doch als erwachsener Mensch aushalten können?! Mit diesen Skrupeln muss ich doch leben können. Davon kann mich doch kein anderer freisprechen.
    Ich finde es wenig hilfreich, dann die Leute, die es anders sehen und gerne anders handhaben würden, zu Bösewichten oder Feinden aufzubauen, nur damit ich mir selbst die Absolution erteilen kann.
    "Der Brief der Außerirdischen war derart höflich und in solch wohlgesetzten Worten formuliert, dass Dörte innerlich schon bereit war, ihnen für die fraglichen Tage die Garage zur Verfügung zu stellen." (Bernd Pfarr)

  9. Avatar von huppsi
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Zumal jeder, der Sich hier ereifert, hätte sofort widersprechen können. Diejenigen, die sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen zu Spendern zu erklären, im Sinne des Wohles anderer Menschen, was kann daran falsch sein? Ich verstehe es nicht!
    Besser ein Leben mit Medikamenten als der Tod oder ein elendiges Leben an der Maschine. Ich schätze, jede von euch würde ihre Meinung ganz schnell ändern, wenn sie betroffen wäre.


  10. Registriert seit
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    AW: Organspende: Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung liegt vor

    Hat jemand gestern die NDR-Talkshow gesehen?
    Dort war Jörg Wontorra mit seiner Stieftochter zu Gast.

    Sie ist 26 und hat mit 12 Jahren ein Spenderherz bekommen.

    Und ihr scheint es sehr gut zu gehen, sie treibt Sport (2. Hockey-Bundesliga)

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