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  1. gesperrt

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    wenn ich aoxout so lese fällt mir noch ein: am eigenen Land nichts Positoves zu finden, nur alles was falsch, schief und schlecht isz - ist auch sehr deutsch.

    gruss, bárbara

  2. Moderation

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Moderation

    Bitte beachtet das Thema. Wenn ihr über Eigenarten der Deutschen diskutieren wollt, könnt ihr dazu gern einen neuen Strang eröffnen.

    Analuisa
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  3. gesperrt

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    @untitled

    Stichwort: Sozioökonomische Strukturen

    Signifikante Unterschiede in diesen Strukturen innerhalb der europäischen Nationalstaaten führen dazu, daß eine zunehmende (erzwungene) Integration eher wie eine Umklammerung bzw. Zwangsjacke wahrgenommen wird, die schließlich Widerstände und Abwehr auslösen.

    (Instruktiv dazu z. B. der Politikwissenschaftler Philip Manow): Er unterscheidet drei Modelle der sozioökonomischen Organisation in den Ländern Europas. 1. Im Norden und im Zentrum herrscht der großzügige und allgemein zugängliche Wohlfahrtsstaat vor. 2. Im Süden gibt es eher den partikularistischen oft meist klientelistische Sozialstaat. 3. In den wirtschaftsliberalen angelsächsischen Ländern mit dereguliertem Arbeitsmarkt eine Art residualen Wohlfahrtsstaat.

    Durch eine immer engere Integration a la Brüssel kommt jedes dieser historisch gewachsenen Modelle auf seine Art massiv unter Druck: Der nordische Wohlfahrtsstaat (inkl. Deutschland) kann zwar mit Freihandel gut umgehen (weil er seine Mitglieder für dadurch entstehende Verluste kompensiert), gerät aber durch großzügige Immigration in die Überforderung. Der südliche, klientelistische Sozialstaat schließt Immigranten von seinen Leistungen aus, aber seine Mitglieder leiden unter Handelswettbewerb und fiskalischer Sparsamkeit (zumal man die Probleme nicht mehr autark via Abwertung und Inflation lösen kann). Und im residualen Wohlfahrtsstaat (angelsächsischer Prägung) verlieren die ungelernten Arbeiter (im deregulierten Arbeitsmarkt) gegen Immigranten.

    Conclusio: Wo dann Immigration als wesentliches Problem empfunden wird, haben politisch rechte Parteien Aufwind (nordische Wohlfahrtstaaten und residualer Wohlfahrtsstaat). Wo dagegen Wettbewerb und fiskalische Sparsamkeit als erdrückend empfunden werden, profitieren linke Protestparteien.

    Italien ist hier als eine Art "Kondensat" der Problematik zu sehen, da es diese Teilung innerhalb des Landes abbildet: Im mehr wohlfahrtsstaatlichen (reichen) Norden dominiert (denknotwendig) die migrationsfeindliche politisch rechte Lega - im klientelistisch organisierten (armen) Süden die auf mehr Staatsausgaben drängende linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung.

    Sollte diese Analyse stimmen - nach meinem Dafürhalten spricht (fast) alles dafür - werden die Widerstände mit jeder weiteren Integration und den wahrgenommenen Nachteilen weiter wachsen ...
    Geändert von kurant (08.04.2019 um 11:58 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Italien ist hier als eine Art "Kondensat" der Problematik zu sehen, da es diese Teilung innerhalb des Landes abbildet: Im mehr wohlfahrtsstaatlichen (reichen) Norden dominiert (denknotwendig) die migrationsfeindliche politisch rechte Lega - im klientelistisch organisierten (armen) Süden die auf mehr Staatsausgaben drängende linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung.

    Sollte diese Analyse stimmen - nach meinem Dafürhalten spricht (fast) alles dafür - werden die Widerstände mit jeder weiteren Integration und den wahrgenommenen Nachteilen weiter wachsen ...
    Jaein, aber sehr gut beschrieben. Ich mag Italien, bin oft dort und kann das so in etwa bestätigen.
    Nur das hat halt wenig mit der Nationalität zu tun.
    Guck mal nach Belgien, die Wallonen und die Flamen - die Belgier, fühlen die sich tatsächlich als Belgier oder eiert das da auch immer noch ein bisschen rum?

  5. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Ich habe kürzlich im Zug einen Belgier getroffen, Flame - das Thema kam auf, der meinte "die" Belgier würden sich als Belgier fühlen.

  6. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Jaein, aber sehr gut beschrieben. Ich mag Italien, bin oft dort und kann das so in etwa bestätigen.
    Nur das hat halt wenig mit der Nationalität zu tun.
    Süditalien ist in den Fängen organisierter (Wirtschafts-)Kriminalität mit guten Kontakten in die (rechte) Politik. Gleichzeitig hat das Land einen ziemlich innovativen Mittelstand, der es auch ohne Staat halbwegs hinkriegt. Ansonsten wären sie auch nicht mehr auf dem Markt. Und Berlusconi hat es geschafft, eine Gesellschaft über Jahrzehnte zu desinfomieren. Das Land der Fotoromane und Verblödungsshows.

    Guck mal nach Belgien, die Wallonen und die Flamen - die Belgier, fühlen die sich tatsächlich als Belgier oder eiert das da auch immer noch ein bisschen rum?
    Die Wallonen fühlen sich als Wallonen, die Flamen als Flamen. Das konntest du doch bei allen Terrorzellen sehen, die sich in Brüssel und Umgebung angesiedelt hatten. Da arbeiteten die wallonischen und flämischen Behörden nicht zusammen. Belgien - scheint mir - ist eine Staatshülle mit schlechten Autobahnen.

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    @ kurant

    Das ist eine sehr gute Darstellung von Dir und ich kann es mit meinen Eindrücken vollumfänglich bestätigen.

    Im Süden Europa´s blüht Schwarzarbeit. Die Korruption ist sehr viel offensichtlicher, aber auch in gewisser Weise akzeptiert und integriert. Das muss man nicht gut finden.

    Man erwartet vom Staat nicht viel und man ist auch nicht bereit, ihm viel zu geben.

    Die Dekommodifizierung, (damit ist das Ausmaß gemeint, in dem der Wohlfahrtsstaat dem Einzelnen ein Leben unabhängig vom Markt , also unabhängig von Erwerbsmöglichkeiten ermöglicht) ist gering und führt deshalb

    zu einem ausgeprägten Familienverbund. Loyalität dem Staat gegenüber fehlt, man holt sich, was man bekommen kann, fühlt aber im Gegenzug keine Verpflichtung.

    Ein Teil der Krise südländischer Staaten ist der fehlende Rückfluss in Investitionen. Schwarzgeld kann nicht so leicht investiert werden. Der Staat bleibt arm, die Bevölkerung hingegen ist relativ wohlhabend.

    Die Giesskannenpolitik der EU hat Korruption eher gefördert, aber verlagert. Den Handelswettbewerb eher behindert, regionale wirtchaftliche Verwerfungen verursacht.

    Sie betrachten Brüssel als Fressnapf, der sich immer wieder und "noch" von selbst füllt.

    Die südländische Volkseele fühlt sich immer schlecht regiert, ist grundsätzlich misstrauisch und wehrt sich gegen den Organisationswillen von Obrigkeiten.

    Der Migrant ist nicht unwillkommen, weil er billig arbeitet und keine Rechte auf Sozialleistungen erheben kann. Er verlässt das Land wieder, sobald die Arbeit ausgeht. Damit ist bei Ihnen Integration auch kein Thema.


    Ich kenne Kroaten, die bestätigen, dass sich die Korruption im Land seit ihrer EU Mitgliedschaft erhöht hat. Die bestätigen, dass Einzelne im Land sehr reich geworden sind, der Bürger aber durch die Preissteigerungen ärmer wurde.

    Sie lehnen Zuwanderung und die Aufnahme von Flüchtlingen vehement ab. Verständlicherweise, weil die Mehrzahl der Einwohner ungelernte Arbeitskräfte sind und gegen Immigranten verlieren. Ähnlich dürfte es den Ungarn, Slowaken, Polen, Tschechen gehen.

    Diese Staaten befinden sich in einem Gemisch aus dereguliertem Arbeitsmarkt und institutionellem Wohlfahrtsstaat mit universalen sozialen Rechten auf niedrigem Niveau.

    Deutschland ist mit der Agenda 2000 nicht so weit davon entfernt, der Anteil ungelernter Arbeitskräfte ist hier geringer, die Rechts- und Linksradikalisierung trotzdem vernehmbar.

    @ BAE

    Ich verstehe Deine Kritik.

    Aber indem, was Du Dir wünscht, sind wir eng beisammen.

    Auch wenn ich drastisch formuliere, ich sehe in der EU den verlängerten Arm Deuschlands, das sich mit der Waffe "Geld und Wirtschaftsmacht" ein Europa schaffen möchte, das nach seinen Regeln lebt. Ich möchte dieses Verständnis von Einigkeit, Recht und Freiheit nicht.

    Mir ist die deutsche Volksseele immer noch zu gefährlich. Ich bleibe da lieber wachsam und wünsche mir das kleinere Übel. Ein vereintes Europa darf nicht von Deutschland regiert werden.
    Geändert von auxout (08.04.2019 um 15:07 Uhr)
    Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.

  8. gesperrt

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von auxout Beitrag anzeigen
    Die südländische Volkseele fühlt sich immer schlecht regiert, ist grundsätzlich misstrauisch und wehrt sich gegen den Organisationswillen von Obrigkeiten.
    Keineswegs zu Unrecht, wenn ich das mir so anschaue...

    Auch wenn ich drastisch formuliere, ich sehe in der EU den verlängerten Arm Deuschlands, das sich mit der Waffe "Geld und Wirtschaftsmacht" ein Europa schaffen möchte, das nach seinen Regeln lebt. Ich möchte dieses Verständnis von Einigkeit, Recht und Freiheit nicht.
    Ich habe die EU, und generell europäische Institutionen, vor allem als Bestreben der Siegermächte des zweiten Weltkriegs begriffen, um Deutschland einzubinden und unter Kontrolle zu halten... scheint nicht geklappt zu haben, wenn ich nun das lese, was du hier schreibst!

    gruss, barbara

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Keineswegs zu Unrecht, wenn ich das mir so anschaue...
    Ja, aber auch das prägt "Volksseele"


    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich habe die EU, und generell europäische Institutionen, vor allem als Bestreben der Siegermächte des zweiten Weltkriegs begriffen, um Deutschland einzubinden und unter Kontrolle zu halten... scheint nicht geklappt zu haben, wenn ich nun das lese, was du hier schreibst!

    gruss, barbara
    Nein, es war Adenauer, der in einem günstigen Moment während der SUEZ Krise zwischen Franzosen und Engländern die Gelegenheit ergriff, die EWG zu gründen.
    Vollkasko war gestern - ab heute zählt Verantwortung und Solidarität.

  10. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen



    Ich habe die EU, und generell europäische Institutionen, vor allem als Bestreben der Siegermächte des zweiten Weltkriegs begriffen, um Deutschland einzubinden und unter Kontrolle zu halten... scheint nicht geklappt zu haben, wenn ich nun das lese, was du hier schreibst!

    gruss, barbara
    Naja doch, oder hälst Du Deutschland für eine militärische Gefahr?

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