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  1. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch hier... festhalten... an was?
    Ich denke, ich verstehe ein bischen, was _vorbei meint.
    Kennst Du das nicht, Du fährst in den Urlaub auf eine griechische Insel und liebst sie, weil sie noch so urprünglich ist?
    Ich habe in den 80zigern in Schweden gelebt. Ein wesentliches Merkmal, das mir damals auffiel: Du musstes nur mit den Augenbrauen zucken, wenn Du über die Strasse wolltest, jedes Auto blieb sofort stehen. Jeder fuhr einen Volvo oder Saab.
    Ich war kürlich wieder in Malmö, die Stadt ist nicht wiederzuerkennen. Der hohe Ausländeranteil ist wirklich auffallend.
    Plötzlich siehst Du tiefergelegte BMW´s, aufgemotzte Karossen und Du kannst nicht mal mehr am Zebrastreifen ohne weiteres über die Strasse.
    Ich könnte noch etliche andere Beispiele erzählen. Auch Positive, aber Du hast in bestimmten Stadtteilen Malmö´s nicht mehr das Gefühl, Du befindest Dich in Schweden.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Deswegen meine Fragen... was macht einen Nationalstaat aus? Was bewahrt er?
    Schweden war für mich der Vorzeige-Nationalstaat, weil patriotisch.
    Du hattest das Gefühl, der Staat war für Dich da und nicht umgekehrt. Der Otto Normalverbraucher war präsent, überall. Es gab keine Penner, auch keine öffentliche Drogenszene. Damals diskutierte man in Dänemark, Drogen freizugeben. Die Schweden konnten es nicht verstehen, sie bewerteten diese dänische Haltung als menschenverachtend. Du bekamst aber auch keine Superreichen zu Gesicht, bzw. die fielen nicht auf.
    Es gab im Fernsehen, ständig politische Debatten und jeder war informiert.
    Sie wählten aber auch konstant ihre sozialdemokratische Regierung. Politiker traten zurück wegen geringster Verfehlungen.
    Ein Halbkrimineller hätte niemals Finanzminister werden können.
    Bei uns ist inzwischen alles möglich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das hat auch etwas mit dem Internet, der Digitalisierung zu tun. Server stehen woanders auf der Welt.... kein Nationalstaat unserer Idee kann sie aufhalten. Nur Diktaturen können dies.
    Da sehe ich keinen Zusammenhang, im Gegenteil, Internet könnte helfen, mehr Volkswille mit Abstimmungen zu zulassen.
    Einfach mehr Demokratie.

    Der Nationalstaat an sich ist ja keine politische Ideologie, sondern einfach nur ein künstliches Konstrukt, einfach nur die Bezeichnung für einen Staat, der die Menschen innerhalb eines bestimmten Territoriums, in dem sie geboren sind, organisiert.
    Geändert von Inaktiver User (26.03.2019 um 20:00 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    50 km ausserhalb geht es bei euch zu wie in Islamabad?
    Donnerwetter, das nenne ich Multi-Kulti
    Ja, was der Testosteronspiegel angeht, wirklich Islamabad.

  3. 26.03.2019, 19:50

    Grund
    Doppelpost gelöscht

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    und den noch drängte es sie in die EU und in die Nato, weil sie es erlebt hatten, dass große Staaten sie vereinnahmten(Deutschland, Russland)
    Ja, natürlich. Ein lockerer Staatenverbund, wo jeder seine Souveränität behält, ist ja auch etwas Gutes und etwas völlig anders als eine Zwangsunterwerfungsregierung.

    Zitat Zitat von Rowellan Beitrag anzeigen
    Geh mal von den friesischen Inseln runter nach Süddeutschland, ins Allgäu. Das ist zur Zeit eine Nation, regierungstechnisch. Und trotzdem hat jede Region in einem gewissen Rahmen ihre Eigenarten bewahrt, in der Lebensweise, in der Küche, in der Sprache.
    Darüber hinaus gibt es aber einen gemeinsamen Konsens, ein gemeinsames Warenangebot (regionale Spezialitäten mal ausgenommen). Ich finde das gut. Eine Grundkultur, die sich in den einzelnen Regionen entsprechend einfärbt.
    Genau, eine deutsche Kultur, die uns alle verbindet, obwohl es auch regionale Kulturen und Regeln und Dialekte gibt.

    Ich finde Sonntagsruhe ganz, ganz furchtbar, schon immer. Da hat man endlich mal einen freien Tag und kann nix Gescheites damit anstellen, weil irgendjemand auf seine Sonntagsruhe besteht... Und nu?
    Dann wohnst Du woanders als ich. Bei uns ist Sonntags so viel los, Stadteilfeste, OpenAir, Konzerte, so wie die Temperaturen den Gefrierpunkt verlassen, Musik überall, Massen an Menschen in Terassencafes und im Stadtpark, Demos, Haligali auf der Strasse, Motorradcross/jagd, Wettrennen der Sportwagen, wer hat den lautesten Auspuff, dass ich mir wünschen würde, man würde Sonntagsruhe wenigstens einen Tag in der Woche ernst nehmen. Mal kein Lärm, kein Event, keine Veranstaltung.

    PS: wenn ich länger englisch spreche, träume ich auch in englisch.


    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Nicht mal für einzelne Stadtteilen bekommst du Freiwillige für Gemeinsames zusammen.
    Wo soll dann der Zusammenhalt kommen?
    Dann wohnst Du auch woanders als ich, Hier gibt es regelmässig gerade Stadteilflohmärkte, Stadtteilfeste, Stadtteilhof-schauen, -musik,- kunst, und viele Bürgerinitiativen. Alles privat organisiert mit vielleicht einer kleinen städtischen Hilfe.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  5. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...war für mich der Vorzeige-Nationalstaat, weil patriotisch.
    Patriotismus gibt es positiver und negativer Form. Letzteres ist für mich das Wiederholen historischer Fehlleistungen. Dieser vollkommen beknackte Hurra-Patriotismus hat nun wirklich Millionen an Menschen ausradiert. Heute würde man von einer Glanzstunde des Kampagnenmarketings sprechen. Wie man Leute dazu bringen kann, sich ohne Gegenleistung selbst zu opfern, ist schon eine Leistung.

    Aktuell führt kein Weg an Nationalstaaten vorbei. Und ich denke, dass es den nationalistischen Kräften daran gelegen ist, diese Machtverhältnisse zu erhalten, weil sie genau wissen, dass die Entwicklung Richtung Zusammenarbeit geht (nicht Auflösung der Nationalstaaten).

  6. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Rowellan Beitrag anzeigen
    Du bist nicht international genug aufgestellt, dafür fehlt mir diese Heimatverbundenheit.
    Was mich interessieren würde - wieso lebst du in Deutschland, und nicht woanders? Ist das dann Zufall oder Gewohnheit?

    Weil wie ich dich verstehe bist du ja emotional nicht an D gebunden und findest auch nichts was dich speziell mit D verbindet?

  7. User Info Menu

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Dann wohnst Du auch woanders als ich, Hier gibt es regelmässig gerade Stadteilflohmärkte, Stadtteilfeste, Stadtteilhof-schauen, -musik,- kunst, und viele Bürgerinitiativen. Alles privat organisiert mit vielleicht einer kleinen städtischen Hilfe.
    Dann ist bei Euch im Stadtteil alles gut und es gibt nichts, was die Anwohner stört.
    Das ist super.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  8. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    50 km ausserhalb geht es bei euch zu wie in Islamabad?
    Donnerwetter, das nenne ich Multi-Kulti
    Du musst für derartige Unterschiede keine 50 km fahren. Weil vorhin das Beispiel mit den Haustieren kam:

    Ich wohne auf dem Land, hier ist es üblich, dass Katzen freilaufen, das nicht zuzulassen, wird als Tierquälerei empfunden.

    In der Gegend, in der ich vorher gewohnt habe, gab es Tierheime (!) die keine Freilaufkatzen mehr vermittelten, weil sie freilaufende Katzen als ganz schlimme Umweltschädlinge (Singvögel etc.) empfanden.

    Beides deutsch.

    Es kann hier durchaus passieren und kam auch schon vor, dass jemand der mich wenn überhaupt nur sehr flüchtig kennt unangemeldet klingelt, um z.B. Vereinssachen zu erledigen - wäre an meinem Studienort ein undenkbar unverschämter Eingriff in die Privatsphäre gewesen.

  9. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Deswegen meine Fragen...
    Und... was kann er eigentlich noch bewahren?
    Besser gefragt, was kann wieder hergestellt werden, was zerstört wurde.

  10. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Ich habe nie in Schweden gelebt. Ich weiß auch nicht, wie es in Schweden jetzt ist.
    Ich denke aber es ist zu kurz gegriffen, das Negative allein auf Migration zurückzuführen.

    @ Happypur, _vorbei und Brausepaul.

    Ihr versteht unter Nationalstaat, dass hier Menschen leben, die die gleiche Vosrstellung von Leben haben... und zwar exakt die gleiche, oder?

    Ich versuche immer noch zu fassen, was ihr damit meint. Zumal ich Anhängerin des Verfassungspatriotismus bin. Gastarbeiter gibt es seit 1955. Friedliche Soldaten aus anderen Ländern seit 1945 und alle haben vieles hier herbracht, was von der nächstälteren Generation verteufelt wurde. Ich denke nur an den Rock'n Roll und an Spaghetti.

    Deswegen.... was erwartet Ihr von Eurem Nationalstaat. Ich nehme an, dass Ihr erwartet, dass niemand mehr nach Deutschland kommen darf, um hier zu leben. Meine Vermutung. Wir spielen hier ja die ganze Zeit Verstecke.

  11. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was mich interessieren würde - wieso lebst du in Deutschland, und nicht woanders? Ist das dann Zufall oder Gewohnheit?

    Weil wie ich dich verstehe bist du ja emotional nicht an D gebunden und findest auch nichts was dich speziell mit D verbindet?
    Würde ich z.B. beides bejahen - ich lebe hier, weil hier geboren (Zufall) und weil hierbleiben so rein bürokratisch einfacher ist als wegziehen, das fällt dann wohl unter Gewohnheit.

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