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  1. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du hast 'dein' Territorium - warum? Geerbt?
    Leider nein, sondern bewußt gewählt und hierhergezogen weil es hier so ist wie es ist.

    Also nicht in dem Anspruch, verändern zu wollen, sondern weil ich es respektiere und sogar wertschätze. Ansonsten wär ich eben woanders hingezogen wo es mir mehr entspricht.

  2. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Was ist denn ein Nationalstaat? Zusammengehörigkeitsbewusstesein, Eigenheiten.... Das entnehme ich hier. Vorstellungen von Zusammenleben etc. und Sprache zur Verständigung.

    Und dies lebt. Es ändert sich im Laufe der Zeit. Junggesellenabschiede wie sie heuer gefeiert werden, sind amerikanischen Ursprungs. Wo gibt es noch den Polterabend?

  3. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Aber was hat der Sonntag und die heilige Ruh mit Nationalstaaten zu tun?

    Ich kann sehr gut beide Seiten verstehen bei deinem Hochzeitsbeispiel, und ich könnte auch beide Seiten argumentieren. Wurde damals im Lateinunterricht bei uns behandelt, die Kunst der Rhetorik und so
    Wobei es nicht um die Schaffung von Worthülsen und Oberfläche ging, einem eher formalen Duell -
    sondern darum, einen Sachverhalt klar und umfassend darzustellen, und dazu muss man das eigene Verständnis dafür aktivieren, sprich sich auch in diese Lage hineinversetzen.

    Was im Gegenzug neue Perspektiven eröffnet, man dadurch also letztendlich aufgeschlossener werden kann. (Also mitnicht eine leere Gymnastikübung, sondern durchaus mit Sinn dahinter )

    Wobei ich jetzt nicht mal von dir verlange, dass du meine Seite durchargumentiertst -
    sondern ich hab eigentlich von Anfang an nur darum gebeten, dass du _dein_ Weltbild - von dem du ja mit Nachdruck behauptest, dass du eines hast, mal anschaulicher schilderst.
    Das tust du aber nicht und somit bleibt das alles wenig konkret und anschaulich.

    Du hast _ein_ Beispiel genannt von Leuten (Italienern? Ich weiß es immer noch nicht), die bei euch in der Gegend laut waren.
    Du bist doch eine gestandene Frau, warum gehst du nicht hin und redest mit ihnen - vielleicht wussten sie nix von der Wiese - von den Ruhebestimmungen - davon, dass du es still haben willst usw.
    Oder bist du davon ausgegangen, dass sie rücksichtlos sein wollen?

  4. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du bist doch eine gestandene Frau, warum gehst du nicht hin und redest mit ihnen - vielleicht wussten sie nix von der Wiese - von den Ruhebestimmungen - davon, dass du es still haben willst usw.
    Es waren Menschen aus dem südlichen europäischen Ausland. Und wieso ich dazu nichts sage kann ich dir erklären: das haben entfernte Nachbarn von mir schon gemacht, mit dem Ergebnis, dass sie hinterher Giftköder im Garten hatten. Bei anderen Leuten natürlich, aber dennoch.

    Dafür ist mir das Leben meiner Haustiere zu lieb, als dass ich das riskieren wollte.

    Mir reichen die Debatten mit Menschen aus Ländern, die ein anderes Verständnis von Haustier haben, zum Thema (noch) erlaubter Freilauf von Hunden.

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Solange irgendeiner das Gefühl hat, er muss für alle den Kopf hinhalten und ist der Zahlemann, dann wird das nie was. Funktioniert ja schon in der Familie nicht.
    Eben. Also wird es bei einer Weltregierung auch kein HartzIV oder verwandte Sozialsysteme geben, sondern nur Arbeit, die bezahlt wird oder keine Arbeit. Darüber würden Auseinandersetzungen, oder Bürgerkriege entstehen.

    Ich denke aber, das es im Interesse aller Menschen wäre grundlegende Dinge global zu regeln.
    Natürlich, den Umweltschutz zum Beispiel. Dazu müssen Techniken her, die Energie einsparen und Kläranlagen, die biologisch laufen. Der eine hat das Wissen, der andere das Geld, der dritte benötigt es. Dafür gibt es Waren von Dritten an den ersten und unentgeltliche Arbeit des dritten an den zweiten. Weil jeder für sich souverän ist, kann es Verhandlungen geben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    1. Wieso das?
    2. Interessant dass bei Dir Völker unterdrückt werden statt Menschen - das Denken in Völkern würde ja dann gerade aufgegeben.
    BRD, USA............
    Die Völker würden ja auch in der Weltregierung noch existent sein, als Bewusstsein. Bevor alles nivelliert ist und wir alle gleich aussehen und es nur eine Art Mensch gibt, - falls das der Wunsch ist? falls das möglich ist? - müssten noch 1000de Jahre vergehen.

    Wie stellst Du Dir das vor: ein Chinese neben einem Mali, neben einem Norweger. Plötzlich sollen alle gleich denken?

    BRD und USA sind keine Völkerdiktaturen, sondern gewachsene Strukturen. Das deutsche Reich in seiner Grundform gibt es seit Jahrhunderten, das heilige römische Reich (deutscher Nation), Otto I. wurde 962 gekrönt, ist sozusagen die Wiege.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber eingewandert seit 4 Jahrhunderten und aus ganz verschiedenen Kulturen - und die Kultur in Texas ist anders als in NYC, und die in Alabama ist nochmal was ganz anderes - die religiösen Communities unterscheiden sich noch mal massiv, und das sind grad nur die Zugewanderten. Trotzdem sehen sich gerade die alle als Amerikaner.
    Eben. Als Amerikaner. Als ein Volk.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da vielen Nationalisten das Globale ohnehin an der Hutschnur vorbeigeht, ...

    Ich denke nicht, dass Nationalstaaten in Frage gestellt werden.
    Nationalisten sind nicht das Thema, sondern Menschen, die an einen Nationalstaat glauben und daran festhalten wollen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bis auf wenige Länder ist ein Nationalstaat ja ein Konstrukt.
    Ja und nein. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass zu viele Ethnien unter dem Hut einer nationalen Regierung nicht gut tun. Überall, wo Bevölkerung mitwachsen konnte und sich entwickelt hat in einem Staat, tut es gut, überall, wo auf dem Reisbrett willkürlich Grenzen gezogen wurden, tat es nicht gut.

    Nimm nur das Beispiel: Tschechoslowakei. Ein Gebilde, was 2 Völker zusammen führte, die trotz geografischer Nähe sich nicht als gemeinsames Volk verstanden.

    Am 1. Januar 1993 war es soweit: zwei neue Staaten entstanden: die Tschechische Republik und die Slowakische Republik. In seiner ersten Ansprache als erster Premier der neu entstandenen Tschechischen Republik warnte Vaclav Klaus davor, die zu bewältigenden Aufgaben zu unterschätzen.

    Nach 74 Jahren ging das Experiment eines gemeinsamen Staates der Tschechen und Slowaken zu Ende. Lange wurde noch über Folgen der Teilung diskutiert und verhandelt. Eines jedoch haben Tschechen und Slowaken geschafft: eine friedliche Trennung, ohne jegliche Gewaltanwendung.
    etwas ausführlicher und wie es überhaupt zu einer Tschechoslowakei im Jahr 1918 kam nachzulesen in radioCZ

    Nun gibt es Tchechien und Slowakei. Beide sind glücklich, einen eigenen Staat zu haben. Du kannst Bürger beider Völker fragen, warum das so ist.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  6. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    und den noch drängte es sie in die EU und in die Nato, weil sie es erlebt hatten, dass große Staaten sie vereinnahmten(Deutschland, Russland)

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Katzir Beitrag anzeigen
    Ich bin ja persönlich ein großer Fan des Glocal-Ansatzes: Eine globale Regierung für die Dinge, die nur global angegenagen werden können (Klimapolitik, zum Beispiel, maritime Politik ebenso), einen lokalen Ansatz für das, was mich in der Ecke in der ich lebe ganz konkret betrifft (Müllabfuhr in meiner Stadt zum Beispiel).

    Der Nationalstaat bringt doch heute kein Surplus mehr - er ist zu klein um die großen Dinge zu regeln und zu groß für alles andere. Und die Idee ein Land für eine Nation: wo haben denn München und Kiel die gleiche Kultur oder kulturelle Identität?
    Volle Zustimmung - du nimmst mir die Worte aus der Tastatur.
    Und danke für das Wort "Glocal", das kannte ich noch nicht, drückt aber genau das aus, was ich auch bevorzuge.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hoffe ich muss nicht mehr erleben dass ich in einem geschichtslosen Einheitsstaat ohne jede nationale Eigenheiten leben muss, am besten ein globaler Einheitsbrei.
    Das ist doch Unsinn. Geh mal von den friesischen Inseln runter nach Süddeutschland, ins Allgäu. Das ist zur Zeit eine Nation, regierungstechnisch. Und trotzdem hat jede Region in einem gewissen Rahmen ihre Eigenarten bewahrt, in der Lebensweise, in der Küche, in der Sprache.
    Darüber hinaus gibt es aber einen gemeinsamen Konsens, ein gemeinsames Warenangebot (regionale Spezialitäten mal ausgenommen). Ich finde das gut. Eine Grundkultur, die sich in den einzelnen Regionen entsprechend einfärbt.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dann gehst du davon aus, dass unsere hohen Standards von allen übernommen werden??
    Ich ganz sicher nicht.
    Ich gehe davon aus, daß man sich irgendwo in der Mitte trifft. Global gesehen könnte das sogar eine Verbesserung sein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    An diejenigen, die da keinen Sinn sehen: gibt es für euch dann keine nationalen Unterschiedlichkeiten, keine nationale Identität? Meint ihr also, es gäbe keine unterschiedlichen Mentalitäten?? Von der Sprache mal ganz abgesehen...

    Spielt sowas wie eine unterschiedliche Historie für Identität keine Rolle?
    Gibt es, klar... aber da kann man ja was dagegen tun
    Unsere eigene Geschichte hat ja einen ziemlich dunklen Flecken, und natürlich prägt mich das insofern, als ich ganz besonders sensibel bin gegenüber Rassismus und nationalistischen Tendenzen.

    Generell schaue ich aber lieber in die Zukunft als in die Vergangenheit. Die Vergangenheit ist für mich nur insofern wichtig, um zu sehen, welche Fehler gemacht wurden und in der Zukunft besser vermieden werden sollten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    1 Million Flüchtlinge. Glaubt jemand ernsthaft, dass die Merkel in einem Moment der Gutherzigkeit den Telefonhörer gegriffen hat und die Öffnung der Grenzen angeordnet hat?
    Ja, stell dir mal vor - das glaube ich. Ich bin keine CDU-Wählerin, aber ich halte Angela Merkel für eine sehr integre Person mit einem soliden moralischen Kompass.

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Mal ganz unabhängig von unseren kleinen Befindlichkeiten.

    Ich tue mich allein schon schwer mit der Vorstellung, weltweit einen verbindlichen Wertekanon zu definieren, in dem sich die allermeisten wiederfinden können.
    Das wird nicht von heute auf morgen gehen - das wird Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte dauern. Aber wenn man nicht wenigstens mal anfängt, wird das nie was.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, Kitty, wenn jemand nicht versteht, dass und warum die gleiche Sprache verbindet, dann kann ich das tatsächlich nicht erklären und will es auch nicht.

    Ich fand Unterschiedlichkeiten immer sehr bereichernd, aber dafür muss es sie halt überhaupt noch geben dürfen.
    Ich habe einen sehr guten Freund, der ist US Amerikaner. Wir mailen uns praktisch täglich - auf Englisch. Mit diesem Freund verbindet mich sehr viel. Viel mehr, als z.B. einem völlig x-beliebigen Menschen aus dem gleichen Ort, den ich aber nicht persönlich kenne oder mit dem ich ansonsten nicht viel gemeinsam habe.

    Verbindungen finden für mich immer auf persönlicher Ebene statt. Sprache ist nur insofern wichtig, als man natürlich eine gemeinsame Basis der Kommunikation braucht. Und ich verstehe ehrlich gesagt erheblich besser Englisch (und fühle mich auch deutlich wohler in dieser Sprache - ich hab schon auf Englisch geträumt) als z.B. einen Deutschen, der sehr stark Dialekt spricht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich mag Unterschiedlichkeiten - aber eben nicht alles überall. Hier wird eher Sonntagsruhe gepflegt, daraus hat man sich committet, alles was Lärm macht ist tatsächlich hier am WE nicht erlaubt - woanders versteht man unter einem gelungenen Sonntag, sich mit möglichst viel Leuten möglichst laut zu unterhalten.
    Ich finde Sonntagsruhe ganz, ganz furchtbar, schon immer. Da hat man endlich mal einen freien Tag und kann nix Gescheites damit anstellen, weil irgendjemand auf seine Sonntagsruhe besteht... Und nu?
    *lost in the woods*

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    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Zynisch, wenn man hier Solidarität unterstellt.
    Den Preis für den Wohlstand, den uns die EU immer verkaufen will, zahlen diese Menschen.
    Wohlstand für immer weniger Menschen, .
    In spätestens 30 Jahren wird vorraussichtlich nicht ein einziges einzelnes europäisches Land mehr unter den 10 größten Wirtschaftsmächten mehr sein.
    Mal schauen wie viel Wohlstand und Solidarität es dann hier gibt
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  9. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Und die Idee ein Land für eine Nation: wo haben denn München und Kiel die gleiche Kultur oder kulturelle Identität?
    Wie gesagt, wer das nicht sehen will, dem kann man es dann auch nicht erklären. Und somit wird jede Diskussion eigentlich obsolet - denn wenn es sowas wie Nation gar nicht gibt macht logischerweise ein Nationalstaat keinen Sinn.

    Das versteh sogar ich.

  10. Inaktiver User

    AW: Die Zukunft der Nationalstaaten

    Eine Diskussion wird dort obsolet, wo jemand nicht diskutieren (im Sinne von erläutern, erörtern und gemeinsam erforschen) will, sondern nur postulieren.
    Hat was von 'Weil ich das so sage'. Und wenn du Leuten auf dieser Mutti-Schiene kommst, könnten sie darauf eher ablehnend reagieren

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