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  1. Inaktiver User

    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Naja, die Bauernlobby ist wohl bisher zu mächtig gewesen und hat dafür gesorgt, dass die größten Erzeuger am meisten Subventionen bekommen haben.
    Du meinst konkret den einen Bauernverband? Alle Bauern können ja nicht gemeint sein, denn die kleineren Erzeuger dürften mit dem obigen System nicht einverstanden gewesen sein (wenn es denn so ist).
    Gleichzeitig heißt aber Grösse nicht unbedingt konventionell und klein nicht unbedingt öko.
    Das hängt nicht zwangsläufig zusammen.

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    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du meinst konkret den einen Bauernverband? Alle Bauern können ja nicht gemeint sein, denn die kleineren Erzeuger dürften mit dem obigen System nicht einverstanden gewesen sein (wenn es denn so ist).
    Gleichzeitig heißt aber Grösse nicht unbedingt konventionell und klein nicht unbedingt öko.
    Das hängt nicht zwangsläufig zusammen.
    Stimmt nicht zwangsläufig, aber wohl in den meisten Fällen. Aber wenn man will kann man ja den Tier-, Natur- Umweltschutz an erste Stelle bringen. Am fehlenden Geld wird es jedenfalls nicht scheitern.
    Gegen Rechtsextremismus zu kämpfen ist nicht links, es ist demokratisch. Demokraten sind per Definition Antifaschisten, ansonsten können sie sich ihr Demokratieverständnis in die sicher akkurat gescheitelten Haare schmieren.

    von Sascha Lobo

  3. gesperrt

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    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Das war vorher. Ich finde den Schachzug vom Söder, alle an einen Tisch zu bitten, klug. Es muss weitergehen, es muss eine Lösung gefunden werden. Und die Staatsregierung bringt sich nun aktiv mit ein.
    Nö, Söder ist nicht klug, sondern muss handeln, wenn er das Volksbegehren vom Tisch haben will.
    Am besten wäre es, wenn er mit dem Landtag diesem Gesetz zustimmt. Dann wird das umgesetzt und alles ist gut.

    Söder will aber sein eigenes "Ökogesetz". Also muss er sich mit den Verbänden hinsetzen und eines ausarbeiten. Das wird sich eng an das Volksbegehren anlehnen, aber viel mehr "könnte" und "vielleicht" enthalten und nichts Essentielles zum Artenschutz beitragen.

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Ich hoffe sehr, dass dabei raus kommt, dass auch alle privaten Gartenbesitzer sich an den Naturschutz halten müssen, kein Gift im privaten Garten erlaubt ist, und sie eine Mähpause machen müssen bis alle blühenden Pflanzen verblüht sind, das wäre so etwa Anfang April bis Ende August. Es muss auch dringend der Flächenfrass besprochen werden, es kann nicht jeder Gewerbehof 5 Zufahren erhalten, nicht jede Gemeinde einen Autobahnanschluss und es sollten keine Umgehungsstrassen mehr gebaut werden. Viele Brachflächen sollten erschaffen werden und zwischen Strasse, Weg und Feld immer ein Blühgürtel.
    Das wäre der nächste Schritt. So viel Brache, so viele versiegelte Fläche, so viele Straßen, in denen ganz locker neue Bäume und viel Grün gepflanzt werden könnte. Und die vielen Neubaugebiete... dabei stehen genügend Wohnungen und Häuser in den Städten leer...

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Warum der Bauernverband so eine negative und dumme Anti Stimmung macht, ist mir nicht erklärlich. Natürlich sind die Landwirte Wächter über 70% der Naturflächen, natürlich haben sie eine besondere Verantwortung und natürlich ist das die Gruppe, die sich alle und am meisten bewegen müssen. Düngung, Gülle, Pestizide, Monokultur, riesige aneinander gereihte Flächen sind der Tod der meisten Insekten. Das muss geändert werden und zwar radikal.
    Die Bauern fürchten, dass sie weniger ernten, wenn sie biologisch anbauen. Dabei sparen sie Geld, weil sie weniger für Gift ausgeben müssen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin überzeugt: Wenn es ausreichend Nachfrage für regionale Bioprodukte zu realistischen, also für die Bauern rentablen Preisen gäbe, dann gäbe es auch mehr Biobauern. ....Sie werden ihre Milch bei den Molkereien nicht los.
    Wenn bio ein Ladenhüter wäre, gäbe es in den großen Discountern keine eigene bio-Ecke. Die großen Ketten haben relativ schnell auf die steigende Nachfrage nach bio-Produkten reagiert: Lebensmittel, Waschmittel, Kosmetiklinie.... ist alles zu haben.

    Für den Bio-Bauern vor Ort ist der Hofladen eine gute Einnahmequelle. Allerdings müssen die zahllosen sinnlosen Vorschriften weg, bis der Laden in Betrieb genommen werden "darf". Denn kurze Wege und niedrige Preise holen auch neue Käufer in den Hofladen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Abgesehen von einigen Total-Idealisten glaube ich, dass die meisten Biobauern sich aus wirtschaftliche Gründen für Öko-Landwirtschaft entschieden haben.
    Und dass diese Basis auch stimmen MUSS! Das sind Unternehmer, oft mit Familien, die ein hohes Risiko haben, kann sich der gemeine städtische Angestellte oft nicht vorstellen.
    Biologische Landwirtschaft trägt sich durchaus und nicht nur aufgrund irgendwelcher Subventionen, auch wenn der Ruf nach zusätzlichen Geldern immer kommt.

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    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Sehr richtig, aber wie bereits gesagt, beackern die Bauern 70% der bewirtschafteten Naturflächen, die anderen 30% beackern die Förster, Waldbesitzer und zwischendrin hocken noch die Jäger auf dem Hochsitz.

    Für das Wildtier ist da wenig Platz und wenig frische unverbrauchte Natur.

    Ich verstehe nicht, warum die Bauern reflexartig mit ihrem Bauernverband einseitig schmollend, wütend aggressiv und dumm (!) Nein sagen zu dem Volksbegehren, anstatt dieses als Chance zu begreifen, ihre eigenen Vorstellungen zum Naturschutz zu formulieren.

    Dass sich alle Bauern ändern müssen, die grossflächig und konservativ anbauen und Tiere in Massen im Stall halten, ist Fakt.

    Damit haben die Bauern eben eine weit aus grössere Verantwortung für den Naturschutz als jede andere Bevölkerungsgruppe.

    Ich bin allerdings sehr dafür, endlich auch alle anderen Gruppen zur Verantwortung zu ziehen, private Gartenbesitzer, Strassenbauer und Autofahrer, Städteplaner und Hausbauer.
    Liebe Lukulla

    so sehr ich deine Beiträge sonst schätze, so sehr wundere ich mich, wie unterkomplex diese Argumentation ist. Wer den Bauern nur Emotionen zugesteht, die eines Kleinkinds würdig wären, unterschätzt sie entweder oder hat eben doch nicht so viele Argumente, wie er gern hätte.

    Die Bauern könnten doch triftige Gründe haben, sich so zu verhalten? Subventionen wurden schon genannt, Biogas auch hinzu kommen noch die enormen Verwaltungsaufgaben, die ein Biobetrieb mit sich bringt. Die Biobetriebe in Deutschland sind zudem meist klein und damit nicht Ansprechpartner der großen Discounter. Die beziehen ihre Ware meist aus dem Ausland.

    Ich kenne einige Bauern, die recht naturnah wirtschaften, ihre Produkte aber als konventionelle Produkte verkaufen, weil es weniger Hürden sind und der Mehrerlös durch Bioerzeugnisse den Mehraufwand nicht trägt.

    Ich wüsste auch nicht was gegen Wälder und Jäger einzuwenden wäre. Letztere sind sogar verpflichtet, dafür zu sorgen, dass dem Wild gesunde Nahrung zur Verfügung steht und dass es genügend Wasser hat. Was heißt neben Hochsitz hocken, wie du das so schön nennst, ist da Tobinambur anpflanzen Kräuter säen und Wasserlöcher auffüllen angesagt.

    Ach Bäume blühen übrigens, ich kann Akazienhonig eines einheimischen Imkers nur empfehlen (wäre auch gut für die Bienen!)

    Wenn dir der Artenreichtum so sehr am Herzen liegt, empfehle ich daher

    regionale Produkte vorm Erzeuger deines Vertrauens kaufen
    Balkon so vorhanden mit Blühpflanzen aufrüsten
    ´Patenschaft für blühende Wiesen übernehmen
    Wildschweinbraten beim Jäger kaufen (was du isst, wühlt schon keine Wiese mehr um)
    Fleisch aus extensiver Weidehaltung bevorzugen (niemand wird die Schafherden über die Rhön weiden wollen, wenn nicht irgendwer für Umsatz sorgt)



    Deine Argumente haben mir zu viel von: ich reg mich auf und die anderen sollen es dann umsetzen.

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    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    [COLOR="#0000CD"]...Nun geht es in die Verhandlung bei der Regierung. Ich hoffe sehr, dass dabei raus kommt, dass auch alle privaten Gartenbesitzer sich an den Naturschutz halten müssen, kein Gift im privaten Garten erlaubt ist, und sie eine Mähpause machen müssen bis alle blühenden Pflanzen verblüht sind, das wäre so etwa Anfang April bis Ende August. Es muss auch dringend der Flächenfrass besprochen werden, es kann nicht jeder Gewerbehof 5 Zufahren erhalten, nicht jede Gemeinde einen Autobahnanschluss und es sollten keine Umgehungsstrassen mehr gebaut werden. Viele Brachflächen sollten erschaffen werden und zwischen Strasse, Weg und Feld immer ein Blühgürtel.
    Das wiederum hoffe ich ganz und gar nicht, weil ich diese planwirtschaftsähnlichen Gängelungen als kontraproduktiv empfinde. Ich mache mir schon meine Gedanken, wann ich meinen Rasen zu mähen, meine Hecken zu schneiden und einen Baum zu fällen habe und bezweifle, daß man das von Berlin oder München aus besser weiß.

    Und das mit den ungeregelten sich selbst überlassenen Brachflächen dachte ich als Kind auch oft, bis ich dann kapiert habe, daß dem grade die deutsche perfektionistische Wut entgegensteht, alles zu nummerieren, normieren, katasterisieren, organsisieren... das und über 200 Ew./qkm

    Es möge jeder auch selbst(!) zusehen, was er beitragen kann.
    Nein Ma'am, es ist nicht das Kleid, das sie fett aussehen läßt; es ist das Fett, das sie fett aussehen läßt. (Al Bundy)

  6. Inaktiver User

    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Stimmt nicht zwangsläufig, aber wohl in den meisten Fällen. Aber wenn man will kann man ja den Tier-, Natur- Umweltschutz an erste Stelle bringen. Am fehlenden Geld wird es jedenfalls nicht scheitern.
    Wer ist man? Die Bauern? Die Konsumenten? Die Politik? Der Handel?

    Ich glaube in Ostdeutschland gibt es teils recht grosse Biobauernhöfe. Hat damit zu tun, dass das eine recht junge Industrie ist, dort, und es nach der Wende neue Besitzverhältnisse gab. Und es eben ehemalige RiesenLPGs waren, die zusammen gelegt worden waren.
    Im Westen sind die Höfe tendenziell kleiner, da in Familienhand....aber da sich kleine Höfe immer weniger rentieren werden das natürlich weniger.
    Ich vermute in Bayern wie in anderen Bergregionen gibt es mehr kleine Höfe.
    Zum Teil werden die- zumindest weiss ich es aus der Schweiz- stark subventioniert, weil sie quasi eine Art Landschaftsschutz machen.
    Geändert von Inaktiver User (15.02.2019 um 10:22 Uhr)

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    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Was nützt der Wille von Bauern, die auf Bio-Milch umstellen wollen, wenn die Molkereien die Milch nicht abnehmen, weil die Nachfrage der Konsumenten nicht groß genug ist? In Bayern gibt es einen Bio-Milch-Überschuss.

  8. Inaktiver User

    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Hier mal ausführlicher die Positionen zum Volksbegehren durch den Bayerischen Bauernverband:

    Nein zum Volksbegehren | Bayerischer Bauernverband

    Interessant finde ich auch die 3 Videos unten (mir ist natürlich klar, dass das ausgewählte Bauern sind und es auch andere Meinungen geben wird) aber hier ist die Botschaft in allen 3 Videos von den Bauern:

    Wer mehr Biolandwirtschaft will muss mehr Bioprodukte kaufen.
    Daher denke ich schon, dass die Konsumenten mindestens genau so viel Verantwortung tragen wie die Bauern.
    Vielleicht sogar noch mehr, da ihre Existenz nicht daran gebunden ist, auch wenn es etwas teurer werden mag.

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    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    Jetzt sei nicht so gemein und komm mit unangenehmen Konsequenzen um die Ecke! Das hat ja etwas mit Handeln und womöglich mit der Änderung des eigenen Lebensstils zu tun

    Nein, nein, dann doch lieber eine Petition unterschreiben und sich an der eigenen Haltung freuen.

    (das war Ironie!)

    Ich staune immer wieder, wie viele das Denken exakt da einstellen, wo es ungemütlich für einen selbst werden könnte.

  10. Inaktiver User

    AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten

    @türkis

    Ich gehe mal davon aus, dass viele die unterschrieben haben auch relativ viele Biolebensmittel kaufen.
    Aber wenn man mal sein eigenes Verhalten prüft wird man da sicher auf einige blinde Flecken kommen....
    Und jeder weiß ja - demeter ist was anderes als Lidl-Bio etc.

    Tatsächlich habe ich aber den Eindruck, dass die Initiatoren derzeit sehr stark auf die Bauern zugehen und mit Slogans wie

    "Für die Artenvielfalt und die Bauern! Wir überleben nur gemeinsam!" (auf der Website des Volksbegehrens ganz oben)

    betonen, dass sie nicht gegen die Bauern sind.

    Ich denke, das haben Bauern durch ihren scharfen Widerspruch auch zum Teil erreichen wollen - sind ja nicht dumm.

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