Du meinst konkret den einen Bauernverband? Alle Bauern können ja nicht gemeint sein, denn die kleineren Erzeuger dürften mit dem obigen System nicht einverstanden gewesen sein (wenn es denn so ist).
Gleichzeitig heißt aber Grösse nicht unbedingt konventionell und klein nicht unbedingt öko.
Das hängt nicht zwangsläufig zusammen.
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14.02.2019, 19:57Inaktiver User
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
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14.02.2019, 20:01
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Gegen Rechtsextremismus zu kämpfen ist nicht links, es ist demokratisch. Demokraten sind per Definition Antifaschisten, ansonsten können sie sich ihr Demokratieverständnis in die sicher akkurat gescheitelten Haare schmieren.
von Sascha Lobo
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14.02.2019, 20:01
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Nö, Söder ist nicht klug, sondern muss handeln, wenn er das Volksbegehren vom Tisch haben will.
Am besten wäre es, wenn er mit dem Landtag diesem Gesetz zustimmt. Dann wird das umgesetzt und alles ist gut.
Söder will aber sein eigenes "Ökogesetz". Also muss er sich mit den Verbänden hinsetzen und eines ausarbeiten. Das wird sich eng an das Volksbegehren anlehnen, aber viel mehr "könnte" und "vielleicht" enthalten und nichts Essentielles zum Artenschutz beitragen.
Das wäre der nächste Schritt. So viel Brache, so viele versiegelte Fläche, so viele Straßen, in denen ganz locker neue Bäume und viel Grün gepflanzt werden könnte. Und die vielen Neubaugebiete... dabei stehen genügend Wohnungen und Häuser in den Städten leer...
Die Bauern fürchten, dass sie weniger ernten, wenn sie biologisch anbauen. Dabei sparen sie Geld, weil sie weniger für Gift ausgeben müssen.
Wenn bio ein Ladenhüter wäre, gäbe es in den großen Discountern keine eigene bio-Ecke. Die großen Ketten haben relativ schnell auf die steigende Nachfrage nach bio-Produkten reagiert: Lebensmittel, Waschmittel, Kosmetiklinie.... ist alles zu haben.
Für den Bio-Bauern vor Ort ist der Hofladen eine gute Einnahmequelle. Allerdings müssen die zahllosen sinnlosen Vorschriften weg, bis der Laden in Betrieb genommen werden "darf". Denn kurze Wege und niedrige Preise holen auch neue Käufer in den Hofladen.
Biologische Landwirtschaft trägt sich durchaus und nicht nur aufgrund irgendwelcher Subventionen, auch wenn der Ruf nach zusätzlichen Geldern immer kommt.
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14.02.2019, 20:50
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Liebe Lukulla
so sehr ich deine Beiträge sonst schätze, so sehr wundere ich mich, wie unterkomplex diese Argumentation ist. Wer den Bauern nur Emotionen zugesteht, die eines Kleinkinds würdig wären, unterschätzt sie entweder oder hat eben doch nicht so viele Argumente, wie er gern hätte.
Die Bauern könnten doch triftige Gründe haben, sich so zu verhalten? Subventionen wurden schon genannt, Biogas auch hinzu kommen noch die enormen Verwaltungsaufgaben, die ein Biobetrieb mit sich bringt. Die Biobetriebe in Deutschland sind zudem meist klein und damit nicht Ansprechpartner der großen Discounter. Die beziehen ihre Ware meist aus dem Ausland.
Ich kenne einige Bauern, die recht naturnah wirtschaften, ihre Produkte aber als konventionelle Produkte verkaufen, weil es weniger Hürden sind und der Mehrerlös durch Bioerzeugnisse den Mehraufwand nicht trägt.
Ich wüsste auch nicht was gegen Wälder und Jäger einzuwenden wäre. Letztere sind sogar verpflichtet, dafür zu sorgen, dass dem Wild gesunde Nahrung zur Verfügung steht und dass es genügend Wasser hat. Was heißt neben Hochsitz hocken, wie du das so schön nennst, ist da Tobinambur anpflanzen Kräuter säen und Wasserlöcher auffüllen angesagt.
Ach Bäume blühen übrigens, ich kann Akazienhonig eines einheimischen Imkers nur empfehlen (wäre auch gut für die Bienen!)
Wenn dir der Artenreichtum so sehr am Herzen liegt, empfehle ich daher
regionale Produkte vorm Erzeuger deines Vertrauens kaufen
Balkon so vorhanden mit Blühpflanzen aufrüsten
´Patenschaft für blühende Wiesen übernehmen
Wildschweinbraten beim Jäger kaufen (was du isst, wühlt schon keine Wiese mehr um)
Fleisch aus extensiver Weidehaltung bevorzugen (niemand wird die Schafherden über die Rhön weiden wollen, wenn nicht irgendwer für Umsatz sorgt)
Deine Argumente haben mir zu viel von: ich reg mich auf und die anderen sollen es dann umsetzen.
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14.02.2019, 22:16
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Das wiederum hoffe ich ganz und gar nicht, weil ich diese planwirtschaftsähnlichen Gängelungen als kontraproduktiv empfinde. Ich mache mir schon meine Gedanken, wann ich meinen Rasen zu mähen, meine Hecken zu schneiden und einen Baum zu fällen habe und bezweifle, daß man das von Berlin oder München aus besser weiß.
Und das mit den ungeregelten sich selbst überlassenen Brachflächen dachte ich als Kind auch oft, bis ich dann kapiert habe, daß dem grade die deutsche perfektionistische Wut entgegensteht, alles zu nummerieren, normieren, katasterisieren, organsisieren... das und über 200 Ew./qkm
Es möge jeder auch selbst(!) zusehen, was er beitragen kann.Nein Ma'am, es ist nicht das Kleid, das sie fett aussehen läßt; es ist das Fett, das sie fett aussehen läßt. (Al Bundy)
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15.02.2019, 10:17Inaktiver User
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Wer ist man? Die Bauern? Die Konsumenten? Die Politik? Der Handel?
Ich glaube in Ostdeutschland gibt es teils recht grosse Biobauernhöfe. Hat damit zu tun, dass das eine recht junge Industrie ist, dort, und es nach der Wende neue Besitzverhältnisse gab. Und es eben ehemalige RiesenLPGs waren, die zusammen gelegt worden waren.
Im Westen sind die Höfe tendenziell kleiner, da in Familienhand....aber da sich kleine Höfe immer weniger rentieren werden das natürlich weniger.
Ich vermute in Bayern wie in anderen Bergregionen gibt es mehr kleine Höfe.
Zum Teil werden die- zumindest weiss ich es aus der Schweiz- stark subventioniert, weil sie quasi eine Art Landschaftsschutz machen.Geändert von Inaktiver User (15.02.2019 um 10:22 Uhr)
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15.02.2019, 10:55
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Was nützt der Wille von Bauern, die auf Bio-Milch umstellen wollen, wenn die Molkereien die Milch nicht abnehmen, weil die Nachfrage der Konsumenten nicht groß genug ist? In Bayern gibt es einen Bio-Milch-Überschuss.
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15.02.2019, 11:00Inaktiver User
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Hier mal ausführlicher die Positionen zum Volksbegehren durch den Bayerischen Bauernverband:
Nein zum Volksbegehren | Bayerischer Bauernverband
Interessant finde ich auch die 3 Videos unten (mir ist natürlich klar, dass das ausgewählte Bauern sind und es auch andere Meinungen geben wird) aber hier ist die Botschaft in allen 3 Videos von den Bauern:
Wer mehr Biolandwirtschaft will muss mehr Bioprodukte kaufen.
Daher denke ich schon, dass die Konsumenten mindestens genau so viel Verantwortung tragen wie die Bauern.
Vielleicht sogar noch mehr, da ihre Existenz nicht daran gebunden ist, auch wenn es etwas teurer werden mag.
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15.02.2019, 11:06
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
Jetzt sei nicht so gemein und komm mit unangenehmen Konsequenzen um die Ecke! Das hat ja etwas mit Handeln und womöglich mit der Änderung des eigenen Lebensstils zu tun

Nein, nein, dann doch lieber eine Petition unterschreiben und sich an der eigenen Haltung freuen.
(das war Ironie!)
Ich staune immer wieder, wie viele das Denken exakt da einstellen, wo es ungemütlich für einen selbst werden könnte.
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15.02.2019, 11:27Inaktiver User
AW: An alle Bayern: Artenvielfalt erhalten
@türkis

Ich gehe mal davon aus, dass viele die unterschrieben haben auch relativ viele Biolebensmittel kaufen.
Aber wenn man mal sein eigenes Verhalten prüft wird man da sicher auf einige blinde Flecken kommen....
Und jeder weiß ja - demeter ist was anderes als Lidl-Bio etc.
Tatsächlich habe ich aber den Eindruck, dass die Initiatoren derzeit sehr stark auf die Bauern zugehen und mit Slogans wie
"Für die Artenvielfalt und die Bauern! Wir überleben nur gemeinsam!" (auf der Website des Volksbegehrens ganz oben)
betonen, dass sie nicht gegen die Bauern sind.
Ich denke, das haben Bauern durch ihren scharfen Widerspruch auch zum Teil erreichen wollen - sind ja nicht dumm.



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