Bin jetzt etwas verwirrt. Hatte zwar nicht genau die gleiche Erfahrung gemacht, wie xanidae in der Grundschule, aber im Gymnasium. Z.B. hat der Lehrer neuen Stoff durchgenommen. Von 30 Kindern haben es 2 kapiert, 10 Kinder in Teilen, der Rest war Bahnhof. Da war nix mit nochmal nachfragen in der nächsten Stunde, da wurde erwartet, dass Kind den Stoff kann. Entweder Du hast es selbst versucht, beizubringen oder Mathenachhilfelehrer angefordert.
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Thema: Bildungsgerechtigkeit
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03.01.2019, 22:14Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
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03.01.2019, 22:19
AW: Bildungsgerechtigkeit
Ich habe eine solche Schule nie erlebt, nicht bei mir, meiner Schwester und nicht bei meinen Kindern.
Ich hatte auch nie Nachhilfe, meine Kinder hatten nie Nachhilfe.
Ich habe auch nicht so sehr viel mit den Mädchen geübt.
Mit der Jüngsten war es immer sehr schwierig, ich hätte nie mit ihr lernen können. Alles wurde gut, als ich ihr in der 8. Klasse die Verantwortung komplett übergab.
Ich kenne buchstäblich nichts von den Horrorerfahrungen..Geändert von Paraplumeau (03.01.2019 um 22:26 Uhr)
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04.01.2019, 08:47
AW: Bildungsgerechtigkeit
Ich greife dieses Zitat auf, um nochmal zu betonen, dass auch ich diesen Teil als besondere Ungerechtigkeit empfinde. Eltern sind wie sie sind.
Lehrkräfte haben ein Hochschulstudium hinter sich, bei dem - so dachte ich - sie lernen, wie man dafür sorgt, dass kein Kind beim Lernen zurück bleibt. Dem ist nicht so. Bleibt ein Kind zurück, verweisen die Lehrkräfte gerne auf die Eltern - mit welcher Berechtigung? Es ist ihr Job, die Kinder zu unterrichten. Eltern haben andere Arbeitsaufträge (ja, und da erfüllen sie nicht immer das was sie sollen, aber sie sind halt nicht ausgebildet).
Das führt zu irrigen Konstellationen, dass Kinder sich jahrelang durchwurschteln, Dinge falsch oder gar nicht lernen. Die meisten Eltern können das nicht überprüfen (z. B. Wird heute mit einer anderen Technik subtrahiert, als ich das lernte) und die Lehrer bemerken es auch nicht.
Wir haben hier im Regelfall an den beliebten weiterführenden Schulen 30 Kinder in einer Klasse. In der Grundschule bis zu 28, je nach Kinderdichte. Natürlich ist es schwer, da immer alle Kinder im Blick zu behalten.
Trotzdem gehen Kinder heute noch mit Analphabetenstatus aus der Schule - und das sind Kinder von Migranten und Kinder von bildungsarmen Familien.
Schlaue Kinder lernen von selbst und finden gerade in der heutigen Zeit immense Quellen für Bildung. Dennoch dürfen auch sie nicht vergessen werden - und auch das passiert.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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04.01.2019, 09:17Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Selbst die Schlauen benötigen Unterstützung durch die Eltern, da die Schule eben bestimmte Dinge nicht leistet. Ich hatte hier längliche Diskussionen mit Lehrern, die an "Lesen durch Schreiben" hängen und es in der ein oder anderen Form praktizieren (ich möchte jetzt bitte KEINE Diskussion zur Methode, das ist im Erziehungsstrang schon durchgekaut worden). Deren Hauptargument war: die Kinder haben mehr Spaß am Schreiben, weil es schneller dazu kommt und am Ende der vier können sie es dann doch richtig. Das stimmt. Allerdings blenden die besagten Lehrer dabei aus, das ausnahmslos alle Kinder, die eine brauchbare Rechtschreibung entwickelt haben, zu Hause recht intensiv mit Ihren Eltern geübt haben. Entgegen der Vorgabe der Schule. Die wenigen, deren Eltern sich an die Vorgaben halten (und nicht korrigieren) oder die Korrekturen nicht leisten können (andere Muttersprache, keine Zeit, keine Lust, selbst wacklig in der RS), schreiben schlecht. Ist das Bildungsgerechtigkeit? Sollte die Wahl der Methode nicht vielleicht so erfolgen, dass es gerade auch für die Benachteiligten geeignet ist?
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04.01.2019, 09:23Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Das kenne ich so am Gymnasium nicht. Natürlich gibt es mehr oder weniger talentierte Lehrer. Aber wenn ich etwas nicht verstanden habe, lag es eigentlich immer daran, dass ich nicht zugehört habe, Hausaufgaben für ein anderes Fach erledigt habe, o.ä. Nachhilfe haben bei mir im Jahrgang (>100 Schüler) vielleicht 3-4 bekommen. Das waren durchweg diejenigen, die ohne Empfehlung aufs Gym gingen oder die nur gerade so bekommen hatten und überehrgeizige Eltern hatten.
Die Elternleistung kenne ich eher aus der Grundschule, später ist das Kind doch meist in der Lage, zuzuhören und ggf verpassten Stoff selbst nachzuarbeiten. Und in der Grundschule handelt es sich tatsächlich um ein strukturelles Problem.
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04.01.2019, 09:50Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Die Grundschullehrerin meiner Tochter hatte uns bei der Einschulung sogar explizit darauf hingewiesen, dass sie auf Unterstützung der Eltern durch Hausaufgabenkontrolle und Begleitung angewiesen ist.
Ich hatte das Glück, dass meine Tochter zum Zeitpunkt der Einschulung bereits flüssig lesen konnte und entsprechend wenig Hilfe benötigte. Von anderen Müttern weiß ich aber, dass sie es teilweise als ziemlichen Akt empfanden, die regelmäßigen Leseblätter und -Ziele mit ihren Kindern durchzuarbeiten. Ebenso gab es jede Woche ein Diktat, auf das hingeübt werden musste, weil Hören und richtig Schreiben nur bei wenigen Kindern bereits intuitiv funktionierte.
Sie ist jetzt in der dritten Schulstufe und das Engagement der Eltern erstreckt sich hauptsächlich auf Organisatorisches. Die Kinder sind nun selbstständig genug, um die schulischen Anforderungen aus eigener Kraft zu meistern.
Wie es dann im Gymnasium wird, weiß ich noch nicht.
Ich selbst hatte damals keine Probleme. Schule lief nebenher, obwohl ich aufgrund eines musischen Schwerpunktes häufig Nachmittagsunterricht hatte und wenig freie Zeit für Hausaufgaben und außerschulisches Lernen blieb.
Verständnisprobleme beim Stoff ergaben sich ausschließlich dann, wenn ich im Unterricht nicht aufgepasst hatte. Was je nach Fach, durchaus häufiger der Fall war
Ich kam aber gut mit den Schulbüchern zurecht und wenn sich mir etwas so gar nicht erschließen wollte, fragte ich an geeigneter Stelle nach (Mitschüler, Erwachsene...)
Insgesamt habe ich meine Schulzeit sehr positiv in Erinnerung. Der Spaß überwog bei weitem. In der Oberstufe hätte ich mir sogar ein etwas höheres Niveau des Unterrichts gewünscht, vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern. Die kamen für meinen Geschmack immer ein bisschen zu kurz. Das mag aber am speziellen Schwerpunkt meiner Schule gelegen haben. Und für wirklich interessierte Kinder/Jugendliche finden sich ohnehin immer Mittel und Wege, ihren ungestillten Wissensdurst außerschulisch zu befriedigen.
Im Endeffekt bin ich also sehr froh drum, eher latent unter- als überfordert gewesen zu sein. So blieb genug Zeit, meinen eigenen Interessen nachzugehen und diese entsprechend zu vertiefen.
Ich hoffe, dass es bei meiner Tochter ähnlich laufen wird.
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04.01.2019, 09:58Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Ich bin ja dankbar für meine Grundschullehrerin - die wies nämlich laut meiner Mutter beim ersten Elternsprechtag darauf hin, dass bitte keine Hilfe bei den Hausaufgaben erfolgen solle, sie wolle nicht wissen, ob die Eltern den Stoff beherrschen, sondern ob die Kinder es tun.
Aber gut ich hatte auch Glück - lauter damals schon alte (kurz vor Pensionierung) Grundschullehrer, die mit Klassen mit 50 Kindern, teils über mehrere Jahrgänge, angefangen hatten zu unterrichten und (das erzählten sie selbst so!) hoch erfreut darüber waren, dass die Klassen mit nur 25-30 Schülern nun so klein waren.
Unter anderem aufgrund der Erinnerungen an diese Leher (es waren ja gleich mehrere) denke ich bei heutigen Lehrern, die sich über zu große Klassen beschweren (ok, die kannten halt nie 50er-Klassen) , dass die unnötig jammern.
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04.01.2019, 13:28Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Damals war Schule aber auch anders. Frontalunterricht, alle hatten still zu sein, alle hatten gleichzeitig das gleiche zu machen, wenn es mal eine Arbeitsphase gab. Die Kinder waren eher darauf gedrillt, stillzusitzen, und hatten in der Regel auch weniger Zeit in der Schule "abzusitzen" - es ist leichter, sich 4 Schulstunden zusammenzureißen als 7 am Tag. Es gab weniger "verhaltensoriginelle" Kinder.
Mein Mann und mein Großer haben sehr viel Ähnlichkeit. Unter anderen haben beide eine leichte Reizfilterschwäche, was dazu führt, dass sie durch Störungen sehr leicht ablenkbar sind, gerade bei Dingen, die Konzentration erfordern (und da beide eine LRS haben, ist das in der Schule fast alles, außer Experimentieren, Kunst, Musik, Sport). Während das bei meinem Mann aber nie aufgefallen ist, obwohl er in so einer 40er Klasse war, fällt es bei meinem Sohn seit der Einschulung auf. Schule ist anders geworden, wuseliger, unruhiger - das kann man nicht vergleichen.
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04.01.2019, 15:11Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Ist halt die Frage ob die Stillsitzschulen von früher dann wirklich so schlecht waren.
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04.01.2019, 16:24Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Die mag es geben. Von meinen Kindern hat nur eins in der Schule aufgepasst und dann gelernt, wenn es notwendig war, und damit ein ziemlich gutes Abi gemacht. Dass sie aber besonderes Interesse an den Inhalten hatte, konnte ich jetzt nicht erkennen. Die schlimmsten pädagogischen Katastrophen unterrichteten fast ausschließlich Mathematik und Naturwissenschaften.



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