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  1. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen

    Ich finde es amüsant, dass die Abitur Quote steigt und steigt... Aber das Niveau beständig sinkt.

    Was nützt es uns, wenn wir zwar eine hohe Akademikerquote haben, es aber (wie ich es täglich mitbekomme) frisch gebackene Ingenieure für Elektrotechnik den Werkstattmeister in den Wahnsinn treiben, weil sie theoretisch fit sind, aber so gut wie keine praktische Erfahrung haben. Der Hauptgrund dafür, warum mein Arbeitgeber mittlerweile auf die Kombi Ausbildung und duales Studium setzt.
    Kann ich bestätigen.
    Zu DDR - Zeiten gabe es das sogenannte Fachschulstudium zu dem man auch ohne Abitur, aber mit abgeschlossener Berufsausbildung Zugang hatte. Das Studium beinhaltete viel Praktika und ein Praxissemester. Vielleicht nicht immer die optimale Form, aber in den Betrieben wurden die FS-Ingenieure tatsächlich lieber genommen als die HS oder Uniabsolventen, die keinerlei Berufserfahrung hatten. Noch heute sind solche Ingenieure im Osten zu finden, die meisten gehen aber in den nächsten zehn Jahren in Rente... das wird in einigen Produktionsbereichen spürbar werden, was Entscheidungsfindungen und ihre Geschwindigkeit betrifft.

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Es zeigt sich ja auch hier im Thread, dass viele Probleme im Erziehungs- und Bildungssektor auf Eltern(bedürfnisse) zurückzuführen sind.
    Z.B. den Wunsch nach Kontrolle über ihre Kinder und das, was mit ihnen geschieht oder das Bedürfnis danach, sich beispielsweise über Noten möglichst einfach über die Leistungen ihrer Kinder zu informieren.
    Wobei ich Noten grundsätzlich für unproblematisch halte, wenn sie nicht die einzige Rückmeldung der Lehrenden an die Lernenden sind.

    Leider wird die Schule heute auch noch mit Defiziten belastet, die daher rühren, dass Eltern offenbar nicht mehr willens oder in der Lage sind, ihren Kindern die Basics zwischenmenschlichen Verhaltens beizubringen.
    Geändert von Nicolo (08.12.2018 um 11:54 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Es zeigt sich ja auch hier im Thread, dass viele Probleme im Erziehungs- und Bildungssektor auf Eltern(bedürfnisse) zurückzuführen sind.
    Z.B. den Wunsch nach Kontrolle über ihre Kinder und das, was mit ihnen geschieht oder das Bedürfnis danach, sich beispielsweise über Noten möglichst einfach über die Leistungen ihrer Kinder zu informieren.
    Das stimmt, Eltern mögen das, Kinder nicht. Andererseits, kann man es verantwortungsvollen Eltern nicht verdenken, dass sie das Beste für ihre Kinder wollen. Ist jedenfalls besser, als sich gar nicht um die zu kümmern.

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das stimmt, Eltern mögen das, Kinder nicht. Andererseits, kann man es verantwortungsvollen Eltern nicht verdenken, dass sie das Beste für ihre Kinder wollen. ...
    Ich kann es ihnen schon verdenken, wenn sie das Beste ausschließlich für ihr eigenes Kind wollen.

    Auf Gutdeutsch:
    M.E. wären alle Kinder wunderbar - wenn sie bloß keine Eltern hätten.

    Ein Freund von mir (Lehrer) findet, man sollte die Zusammenrottung´von mehr als drei Müttern nach StGB §129 bestrafen (Bildung krimineller Vereinigungen).
    Ich hingegen plädiere für 129a (Bildung terroristischer Vereinigungen).

    ... Ist jedenfalls besser, als sich gar nicht um die zu kümmern.
    Die Psychotherapeuten und Bewährungshelfer werden uns in 15-25 Jahren sagen. ob das wie heute praktiziert besser ist.

  5. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Malaita Beitrag anzeigen
    Engagierte Eltern sollten den Lehrer kritisieren dürfen. So so. Kommt der Lehrer auch in deine Arbeitsstelle und kritisiert, was du da geleistet hast oder auch nicht?
    Schule ist so ein Ding, wo jeder meint, dass er da hinein reden könnte, weil jeder mal ein Schüler war und den totalen Durchblick hat.
    Und ja: die Eltern sind dafür verantwortlich, dass die Kinder zu Hause lernen und ihre Aufgaben machen. Soll der Lehrer nach Hause kommen und auch noch dafür sorgen? Zumindest sollten die Eltern ihr Kind dahingehend erziehen, schließlich ist es IHR Kind, für das sie verantwortlich sind.
    Es ist schnell mal der Lehrer verantwortlich gemacht dafür, dass das Kind die Leistungen nicht bringt. Das sollte mal hinterfragt werden, warum das so ist.

    PS. Vielleicht solltet ihr euch mal als Eltern in der übergeordneten Stelle stark machen und fordern, dass die Klasse verkleinert wird - wenn ich lese 32 Schüler (!).
    Kannst du dir eventuell vorstellen, dass es echt schwierig ist, eine solche Masse individuell zu fördern?
    Natürlich kommst Du in meine Arbeitsstelle, wenn ich Mist gebaut habe und Du den Schaden hast. Schlimmstenfalls beschwerst Du Dich bei meinem Chef und ich bin den Job los.

    Eltern wollen mitreden, wenn es um die Biographie ihres Kindes geht, sie wehren sich, wenn andere meinen, die Zukunft bestimmen zu müssen. Die Schule handelt verantwortungslos, wenn sie dem Kind Türen für seine Zukunft verschließt. Fehlentscheidungen haben für sie keine Konsequenzen. Die Schule beruft sich auf Noten, die willkürlich entstehen.

    Die Schule ist verantwortlich, dass das Kind barrierefrei alles lernen darf, was ihm erreichbar ist, nicht die Eltern. Den Bildungsauftrag hat die Schule. Deshalb haben wir Schulpflicht und keine Bildungspflicht.

    Lehrer ziehen sich NIE den Schuh an, auch wenn sie oder die Eltern Fehler machen. Das Kind trägt in jedem Fall und immer die Konsequenz.
    Ich habe schon geschrieben, wir haben die besten Lehrer, trotzdem gibt es, wie in jedem Berufstand schwarze Schafe. Es reichen schon ein oder zwei Lehrkräfte in einem gymnasialen Klassenzug aus, die Übles mit dem Kind anrichten können. Da nützen dann die anderen zehn erstklassigen Lehrkräfte nichts. Will das jemand bestreiten?

    Einfach ist es nicht, aber möglich. Der Lehrer muss eben entlastet werden von Störfaktoren. Das funktioniert in nordischen Ländern sehr gut.

  6. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Malaita Beitrag anzeigen
    Du sagst es, Sasapi: Selbstdisziplin, was das Lernen anbelangt. Und das Kind dazu zu erziehen, ist Elternsache. Genau das wird ab frühestem Kindesalter dem Kind anerzogen (oder auch nicht). Es ist immer leicht, gleich mal andere für sein eigenes Versagen verantwortlich zu machen.

    Wenn der Klassenteiler bei 32 liegt (immernoch), ist das sehr schlimm. Die Bedingungen sind heutzutage ganz andere als anno dunnemals, als sich das noch bewährt hat.
    Wie erziehst Du Dein Kind zur Selbstdisziplin? Hast Du da einen Tipp, wie Eltern Selbstdisziplin erziehen können, ohne selbst die zu haben?

  7. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Ein Freund von mir (Lehrer) findet, man sollte die Zusammenrottung´von mehr als drei Müttern nach StGB §129 bestrafen (Bildung krimineller Vereinigungen).
    Ich hingegen plädiere für 129a (Bildung terroristischer Vereinigungen).
    Lehrkräfte hassen Evaluierung, wie der Teufel das Weihwasser. Viele Lehrer hassen Eltern und umgekehrt.
    Das sollte nicht sein.

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    man muss als erziehungsberechtgter halt auch mal die kirche im dorf lassen und nicht wie ein seismograph jede kleinste note durchanalysieren. Machen freunde von mir (1 kind). Die mutter würde am liebsten mit dem kleinen (10) im gymnasium sitzen.

    meine Patentochter, 10, (gymnasialempfehlung) kam neulich mit einer 6 im englischtest heim. dafür hat sie ein paar tage später vor 200 leuten die hauptrolle in einem theater gespielt. also was solls, sich da wegen einer note aufzuregen?

    luci

    ps: ich hätte wirklich gerne eine antwort auf diese schule in deutschland, die da anders tickt.
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Wer keine Selbstdisziplin hat, taugt nicht zum Eltern sein, ganz einfach.
    Wer morgens keine Lust hat aufzustehen, weil das Baby schreit, dem wird über kurz oder lang das Sorgerecht entzogen, leider eher über lang.

    Und deine Frage ist nicht ernst gemeint, oder?

    Man bringt einem Kind von klein auf bei, altersgerecht, dass eine Sache jetzt SO zu tun ist - ob man Lust dazu hat oder nicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Wer keine Selbstdisziplin hat, taugt nicht zum Eltern sein, ganz einfach.
    Wer morgens keine Lust hat aufzustehen, weil das Baby schreit, dem wird über kurz oder lang das Sorgerecht entzogen, leider eher über lang.

    Und deine Frage ist nicht ernst gemeint, oder?

    Man bringt einem Kind von klein auf bei, altersgerecht, dass eine Sache jetzt SO zu tun ist - ob man Lust dazu hat oder nicht.
    Meine Frage ist sehr ernst gemeint, weil ich fest davon überzeugt bin, dass Erziehung über Vorleben stattfindet.
    Du kannst ein Kind zwingen, sich zu disziplinieren. Disziplin lernt es dadurch nicht.

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