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  1. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn es zentrale Prüfungen gibt, braucht es auch keine Noten mehr. Ausser natürlich die Noten der jeweiligen Prüfung, die dann entscheiden, ob für diesen Menschen eine bestimmte weiterführende Schule offen steht oder nicht.
    Für viele Schüler ist es tatsächlich wichtig, zwischendurch auch mal Rückmeldung zu bekommen. Klar, deutlich. Ich war lange auch eine Freundin des "Lernentwicklungsberichtes" - bis meine Kinder dann solche bekamen, teilweise 15 Seiten lang, und ich merkte, dass die einerseits keinen Nerv hatten, sich das 15 Seiten lang durchzulesen oder vorlesen zu lassen, und auch, dass dieses "Arbeitszeugnisgeschwurbel" für sie keinerlei Relevanz hatte. Das klang je nach Stimmungslage für sie als "ist doch alles bestens" (was es nicht war) bis hin zu "die kritteln nur an mir rum", obwohl eigentlich drin stand, dass das Kind alles konnte, was man zu dem Zeitpunkt können musste. So Noten zwischendurch helfen auch, sich einzuschätzen. Mein Großer ist viel zufriedener, jetzt wo er Noten bekommt, obwohl da durchaus auch 5en, 6en und viele 4en dabei sind - er weiß dann, woran er ist (und es wird hier eben auch nicht geschimpft über solche Noten, nur gefragt, was man jetzt (er oder wir gemeinsam) machen kann, damit es beim nächsten Mal besser ist. Mein Kleiner wartet auch sehnsüchtig auf sein erstes Notenzeugnis - er weiß in diversen Fächern, dass er da eindeutig auf 1 steht, aber er hätte es gerne mal schwarz auf weiß.

    In meinem eigenen Studium war das so, dass man zwischendurch Prüfungen schreiben musste, deren Noten aber nur insofern relevant waren, als sie mindestens 4 sein mussten, damit man zur eigentlichen (mündlichen) Prüfung zugelassen wurde. Und sie gaben dem Prüfer auch schon mal eine Richtschnur, auf welchem Niveau er anfangen kann zu prüfen. Es gab auch vorher schon (benotete) Hausaufgaben, deren Note für nichts relevant war (außer eben auch hier wieder, in Summe 4 über's ganze Semester), außer um sich selbst einzuschätzen. Die konnte man auch abschreiben, man musste die 4 halt haben, damit man zur schriftlichen Prüfung zugelassen wurde. Den Prüfer für die mündliche Prüfung konnte man übrigens frei wählen. Ich fand dieses mehrstufige System sehr gut.

    Aber erstens ist das ein Studium, nicht Schule, und zweitens ist das lange her, heute ist es wieder ganz anders.
    Heute gibt's auch im Studium mehr Anlass zum Bulimie-Lernen.

  2. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    HappyPUR, das ist eine ganz andere Unterrichtssituation als in einer Schule. Ich habe bei meinen Kindern in der Grundschule mal hospitiert - seitdem sehe ich erstens den Beruf des Grundschullehrers ganz anders, und ich sehe eben auch wirklich die Klassengröße sehr kritisch. Es ist so eine unglaubliche Unruhe in der Klasse heutzutage - teilweise schiebe ich es auf Lehr-/Lernmethoden, teilweise sind die Kinder einfach unruhiger.

    Ich unterrichte Erwachsene, an einer Fachhochschule, die sich ihr Fach selbst ausgesucht haben. Und habe früher viel Einzelnachhilfe gegeben. Das ist sowas von was anderes als in einer Schule zu unterrichten...

  3. Moderation

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Moderation

    Ihr Lieben,

    ich möchte mal vorsichtig an das Thema erinnern. Eure Diskussion über Lehr- und Lernmethoden und -erfahrungen ist zwar sehr interessant, würde aber eher in das Schule- und Ausbildungsforum passen. Hier soll es um Bildungsgerechtigkeit/ Chancengleichheit im Bildungssystem, und was dafür getan werden kann, damit diese verbessert wird.

    Gruß,
    Analuisa
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  4. gesperrt

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für viele Schüler ist es tatsächlich wichtig, zwischendurch auch mal Rückmeldung zu bekommen.
    Das ist ja keinem verboten, der das will, die Ressourcen sind zur Verfügung. aber es müssen halt nicht mehr alle!

    Ich war lange auch eine Freundin des "Lernentwicklungsberichtes" - bis meine Kinder dann solche bekamen, teilweise 15 Seiten lang,
    gibt es hier auch. Bei der Umstellung gab's relativ rasch Computerprogramme mit Textbausteinen, und gefragt wurde von den Lehrern "welcher Textbaustein entspricht nun welcher Note?"

    So Noten zwischendurch helfen auch, sich einzuschätzen.
    bloss ist so eine Zahl kein sehr zuverlässiges Mass.

    Ich hatte im Gymnasium recht viele Mathelehrer (unsere Klasse hatte da irgendwie Pech, keiner hielt es lange aus...), je nach Lehrer schwankten meine Noten auf bedeutende Weise, da hatte ich alles von "Super, ich verstehe es und schreibe gute bis sehr gute Prüfungen" bis "komplett Bahnhof, entsprechend schlechte Prüfungen". Da schien mir aber eher abgebildet, ob dieser Lehrer fähig war, mir gut zu erklären, aber nicht, wie gut ich in Mathe tatsächlich bin.

    gruss, barbara

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das kann man alles erzwingen, keine Frage, pädagogisch ist es nicht.


    Eine Bekannte von mir erzählt immer mal wieder davon, wenn wir uns treffen, wie ihr Vater, er war Arzt, sie dazu brachte, Latein Vokabeln zu lernen. Sie musste sich abends rücklings mit nackten Füssen auf den Wohnzimmerstuhl knien und er fragte die Vokabeln ab.
    Wenn sie was nicht wusste, gab es einen kräftigen Hieb auf die nackten Sohlen.
    Das Abitur hat sie geschafft. Die Narben und das Trauma blieben.

    Bin auch immer skeptisch, wenn mit asiatischen Bildungserfolgen geworben wird.

    Ich lerne schnell, gut und gerne, wenn ich es will, bei Kindern ist das auch so.
    Ein Fall für Jugendamt, Aprobationsentzug und Knast.

    Hat allerdings nichts mit diesem Strang zu tun.

  6. gesperrt

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Bae,
    die Prüfungen für die Mittlere Reife gibt es bereits mit teilweisen Lösungen als Heft zu kaufen. Daran scheitert es nicht.
    Aber in Mathematik oder Englisch können die Schüler nicht wählen, Sie müssen die zentral gestellten Prüfungen machen und bestehen.
    Entweder gibt es für alle Noten oder für keinen. Sonst wäre es nicht gerecht.

    Lehrplan bedeutet, dass alle Kinder in einer Jahrgangsstufe den gleichen Stoff "vorgesetzt" bekommen, so dass am Jahresende der Schüler egal aus welchem Gymnasium oder welcher Hauptschule er kommt, davon etwas gehört und gelernt hat. Ob er sich dann im nächsten Jahr an alle Feinheiten der binomischen Formeln oder den Höhenlinien erinnert, steht auf einem anderen Blatt. Aber zumindest hat er davon gehört, so dass der Lehrer eben nicht wieder bei Null anfangen muss. Und wenn der Schüler an eine andere Schule wechselt, ist das Problem mit dem schulischen Anschluss nicht da.

  7. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Ein Fall für Jugendamt, Aprobationsentzug und Knast.

    Hat allerdings nichts mit diesem Strang zu tun.
    Das war in den frühen 60ziger Jahren. Damals wurde auch in der Schule noch geprügelt.
    Prügeln darf man heute nicht mehr, verletzen schon, seelisch.
    Das passiert häufiger, als man denkt, dann wenn zwei gute Freunde nach der 4. Klasse Grundschule getrennt werden.
    Der eine hat die Noten und Empfehlung für das Gymnasium, ist sprachlich "begabt", weil die bildungsnahen Eltern eloquent sind.
    Der andere muss in die Hauptschule, auch begabt, aber ohne familiären Rückhalt. Da nützt es dem 10-Jährigen auch nichts, wenn er sich sagt, "wenn ich das gewußt hätte"

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Jetzt bist du wieder da, wo Du vor zig Seiten schon mal warst, HAPPYpur.

    Und nochmal : Vom Wiederholen wird es nicht richtiger....

    Selbst auf Schulen, die nicht zum dreigliedrigen Schulsystem gehören wird ab Klasse 7 nach Leistungsniveau differenziert und nicht mehr im Klassenverbund unterrichtet (was auch richtig ist, sonst langweilt sich der Eine und der Andere ist permanent unterfordert) und es ist keine seelische Grausamkeit, wenn zwei Freunde nicht die gleiche Schulform besuchen.
    Auch brennt für den Hauptschüler nichts an, was den Abschluss angeht und wer nur wegen eloquenter Eltern auf dem Gym landet findet sich spätestens in Klasse 8 auf der Hauptschule wieder....

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das war in den frühen 60ziger Jahren. Damals wurde auch in der Schule noch geprügelt.
    Prügeln darf man heute nicht mehr, verletzen schon, seelisch.
    Das passiert häufiger, als man denkt, dann wenn zwei gute Freunde nach der 4. Klasse Grundschule getrennt werden.
    Der eine hat die Noten und Empfehlung für das Gymnasium, ist sprachlich "begabt", weil die bildungsnahen Eltern eloquent sind.
    Der andere muss in die Hauptschule, auch begabt, aber ohne familiären Rückhalt. Da nützt es dem 10-Jährigen auch nichts, wenn er sich sagt, "wenn ich das gewußt hätte"
    Kinder werde auch so mal gern nach der 4.Klasse getrennt
    Kind 1 auf Gymnasium A, Kind 2 auf Gymnasium B und Kind 3 auf Gesamtschule. In größeren Städten ist das nicht ungewöhnlich

  10. gesperrt

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das passiert häufiger, als man denkt, dann wenn zwei gute Freunde nach der 4. Klasse Grundschule getrennt werden.
    Der eine hat die Noten und Empfehlung für das Gymnasium, ist sprachlich "begabt", weil die bildungsnahen Eltern eloquent sind.
    Der andere muss in die Hauptschule, auch begabt, aber ohne familiären Rückhalt. Da nützt es dem 10-Jährigen auch nichts, wenn er sich sagt, "wenn ich das gewußt hätte"
    Ich wiederhole mich gerne: Nur die Noten in den Vorrückungsfächern sind ausschlaggebend für die jeweilige Empfehlung, nicht das Elternhaus, nicht die Eloquenz der Schüler oder die Laune der Lehrkraft. Haben beide Schüler die Noten, dürfen sie das Gymnasium besuchen.

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