Vielleicht war er schon hochbegabt, aber was würde es für eine Rolle spielen, wenn er hätte alles lernen dürfen, was ihm erreichbar ist. Er wäre gut beschäftigt gewesen.
Die Lehrerin in der Grundschule hat doch richtig empfohlen, meinst Du nicht? Mit Abitur kann er auch Bäcker, Schreiner, Kfz-Mechaniker werden. Ohne Abitur kann er nicht Jurist, Chemiker, Physiker, Journalist, Lehrer, etc. werden.
Lehrer müssen Unterricht inszenieren nach einem Lehrplan, den einige wenige erstellen. Sie müssen vorgegebene Bewertungsmassstäbe anlegen, mit denen Kinder selektiert werden können. Tun sie das nicht, droht ihnen, nicht verbeamtet zu werden.
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Thema: Bildungsgerechtigkeit
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10.12.2018, 13:00Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
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10.12.2018, 13:07Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
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10.12.2018, 13:10Inaktiver User
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10.12.2018, 13:16
AW: Bildungsgerechtigkeit
ich rede vom Lernen, egal wo es stattfindet.
und ja, man kann sich schon mal fragen, warum die Schule unbedingt Lerntechniken verlangt, die dem natürlichen Lernprozess, den ein Kind sowieso durchmacht und nutzen kann, so gar nicht gleicht?
Kein einziges Kind lernt seine Muttersprache durch Büffeln von Grammatik, aber sechs oder zehn Jahre später soll es auf einmal eine gute Idee sein, eine neue Sprache in erster Linie durch Büffeln von Grammatik zu lernen? Was soll der Blödsinn?
(die Ergebnisse dieser Art von Lernen sind ja alles andere als berauschend, da kommt es nicht selten vor, dass nach vielen Jahren Sprachunterricht kein einziger Satz flüssig in der Fremdsprache gesagt werden kann...)
Stimmt, das habe ich nie gelernt, aus dem einfachen Grund, weil es mir in den ersten zwölf Schuljahren schlicht reichte, mit einem halben Ohr hinzuhören, was die Person da vorn wohl erzählt, und (wichtig!) ein paar Notizen zu machen, dann passte das schon.Manche haben auch nicht gelernt, dass man beim Lernen in einer gewissen Form diszipliniert sein muss. Kennen die nicht. Die Unterschiede bei der Einschulung sind riesig.
Mein Lernen - und ich bin gut darin - hat immer über Interesse funktioniert, und über meine eigene Art, wie ich mir was aneigne.
Didaktisch bearbeitet zu werden (was ich im Erwachsenenalter gelegentlich erlebte) hat bei mir des öftern zu kompletten Blockaden geführt, und das bei Themen und Fähigkeiten, zu denen durchaus das Potenzial vorhanden ist bei mir.
und des öftern ist es auch so, dass mein Lehrer erst mal verstehen muss, wie ich lerne - damit das Zeug reingeht - was meist leider eine schwierige Sache ist. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich wohl eine Menge Glück gehabt, dass keine Didaktik der Welt mich daran gehindert hat, den Schulstoff einfach so aufzunehmen; vielen Kindern dürfte es da anders gehen. :-( die bleiben dann auch sehr unterhalb von dem, wozu sie eigentlich fähig wären, wenn sie nur guten Unterricht hätten.
gruss, barbara
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10.12.2018, 13:17Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Letzteres muss ich widersprechen. Es gibt genügend freie Schulen für Eltern/Kindern, in der die Lernziele für eine bestimmte Zeit viel freier definiert sind. Dass am Ende irgendein offiziell anerkannter Abschluss her muss, ist klar. Schulisches Lernen hat irgendwann immer etwas mit Disziplin zu tun.
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10.12.2018, 13:18Inaktiver User
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10.12.2018, 13:21
AW: Bildungsgerechtigkeit
"Bildungsgerechtigkeit" kann nun wohl aber nicht heissen, dass nur jene Familien, die sich Privatunterricht leisten können, auch gut unterrichtet werden?

Es ist in unserer Gesellschaft ein riesiger Vorteil, so einen Abschluss zu haben, aber "müssen"? - nö. Müssen muss niemand.Dass am Ende irgendein offiziell anerkannter Abschluss her muss, ist klar.
ja, weil's so eingerichtet ist. Die ideale Schule von heute funktioniert immer noch nach dem Strickmuster, nach dem man auch eine Konservenfabrik baut: am Schluss soll alles einheitlich, uniform und auf ein Mass geschnitten rauskommen. Individuelle Förderung ist weder gewünscht noch vorgesehen.Schulisches Lernen hat irgendwann immer etwas mit Disziplin zu tun.
gern auch mit Glaubenssätzen garniert, wie "Ohne Fleiss kein Preis" oder "was ohne Anstrengung funktioniert, ist nichts wert" und ähnlichen.
gruss, barbara
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10.12.2018, 13:22
AW: Bildungsgerechtigkeit
Bildung ist das, was rauskommen sollte. "Schule" ist eins der Mittel der Gesellschaft, um Bildung zu vermitteln - aber längst nicht das einzige.
Dieser enge Blick auf Bildung dürfte eine Menge Optionen unsichtbar machen, die es aber durchaus gäbe, wenn man sie denn berücksichtigen wollte.
gruss, barbara
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10.12.2018, 13:28
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10.12.2018, 13:31Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Das klingt für mich, als dürfe Anstrengung keinen Spass machen. Wissensdurst ist immer privat, Lernen ist ein intrinsischer Prozess. Alles, was ich gut weiss und wo ich mich gut auskenne, dient auch der Gesellschaft.
Aber nicht genug und an falschen Stellen, wie ich meine.
"Was Kind wünscht". Es wird seinen Weg für sich besser finden. Wenn sie ihre Perspektiven entwickeln, haben sie ihren Puls näher an ihrer Zukunft, als wir das haben.



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