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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    auch das ist wieder der Massstab der Klasse.

    Mal als Beispiel: ein sehr guter Schüler erreicht in einer Prüfung 80% richtige Antworten, in der nächsten Prüfung 90% richtige Antworten. Steigerung: 12.5%

    Ein schlechter Schüler erreicht in der ersten Prüfung 20% richtige Antworten, in der darauf folgenden Prüfung 40% richtige Antworten. Was absolut gesehen immer noch nicht berauschend ist, aber es ist eine Steigerung der Leistung um 100% !

    Die Frage "wer hat sich am meisten verbessert seit der letzten Prüfung?" ist eine, die denen helfen kann, die es am nötigsten haben - die schwachen Schüler. Jene, die sowieso stark sind, können wohl damit leben, dass man an Bestnoten nicht mehr viel machen kann, um sie noch besser zu machen, und Steigerungen schwierig sind.

    Absolute Massstäbe kann man dann sinnvoll verwenden, wenn es zB um Eintritte in höhere Ausbildungen geht, wo dann gewisse absolut gesetzte Fähigkeiten gefordert werden.

    Welche Massstäbe man wählt, ist ein wichtiges Thema; es definiert, worauf Wert gelegt wird (und auf individuelle Steigerungen soll man doch Wert legen, und sie positiv hervorheben!), und weniger auf "du bist immer noch der mieseste der ganzen Klasse, egal was du tust, egal wie viel du lernst"
    Klingt ja alles toll, geht nur vollkommen an der Realität vorbei. Wenn du an der Maschine in der Fabrik stehst, wird dein Meister auch nicht zu dir sagen: Super, du hast dich im letzten Jahr von 20 % Fähigkeit, die Maschine zu bedienen, auf 40 % hochgearbeitet. Das ist eine viel bessere Steigerung als die von der Petra da, die sich von 95 auf 96 % hochgearbeitet hat, die hat sich nur um etwa 1 Prozent verbessert.

    Ne, er wird sagen: Du hast vor einem Jahr nur teuren Schrott produziert, und heute produzierst du auch nur teuren Schrott. Die Petra hat derweil ihre Ausschussquote von 5 auf 4 Prozent reduziert. Such dir einen anderen Job!

  2. gesperrt

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Klingt ja alles toll, geht nur vollkommen an der Realität vorbei.
    nein überhaupt nicht.

    Bei Sportlern ist es völlig normal, dass man ihre aktuelle Leistung in erster Linie mit ihren eigenen früheren Leistungen vergleicht, um Steigerungen oder Schwächungen feststellen zu können, und sinnvolle Trainingsprogramme erstellen zu können.

    und zwar besonders bei Sport auf hohem Niveau...



    Wenn du an der Maschine in der Fabrik stehst, wird dein Meister auch nicht zu dir sagen: Super, du hast dich im letzten Jahr von 20 % Fähigkeit, die Maschine zu bedienen, auf 40 % hochgearbeitet.
    nö, diese Person wird den Probetag gar nicht überstehen.

    Für Anstellungen muss man einen Satz absolut gemessener Fähigkeiten mitbringen.

    Ein guter Chef wird dennoch darauf achten, wie sich das Individuum entwickelt (Vergleich mit sich selbst), und nicht nur darauf, wie sich ein Individuum relativ zur Gruppe entwickelt.

    Weil man ja, egal ob Beruf oder Schule, es nie mit perfekten Personen zu tun hat und alle immer noch besser werden können.

    gruss, barbara

  3. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Bei Sportlern ist es völlig normal, dass man ihre aktuelle Leistung in erster Linie mit ihren eigenen früheren Leistungen vergleicht, um Steigerungen oder Schwächungen feststellen zu können, und sinnvolle Trainingsprogramme erstellen zu können.

    und zwar besonders bei Sport auf hohem Niveau...
    Die eigene frühere Leistung ist nicht so interessant wie der aktuelle Abstand zum nächsten Leistungsniveau. Daran orientieren sich Leistungssportler.

  4. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    Weil man ja, egal ob Beruf oder Schule, es nie mit perfekten Personen zu tun hat und alle immer noch besser werden können.

    gruss, barbara
    Ist auch bei Lehrern so ,
    aber wenn du eine Klasse mit 30 Schülern vor dir hast und dann erreichst du ganz selten alle mit einem Mal.
    Ich persönlich finde den propagierten Übertritt von Klasse 4 aufs Gymnasium zu früh, weil das entscheiden zu sehr die Eltern ohne Rücksicht aufs Kind. Und kaum einer erklärt die anderen Wege, die es gibt um in Deutschland die Hochschulreife zu erlangen.
    Ich wollte damals meinen Sohn nicht auf's Gym schicken, da hat mich die Klassenlehrerin beiseite genommen und gemeint, deiner ist der einzige in dieser Klassenstufe an unsrer Schule, der das Zeug dazu hat. Hmmm... also habe ich ihn geschickt.
    Der Überflieger war er da nicht, immer wieder wurde ich zur Elternsprechstunde vorgeladen, weil er sich unmöglich benahm. *schäm*, immer wenn ich dann hilflos fragte, ja sollte er denn auf die Regelschule, kam zur Antwort, nee da wirds das nicht besser, dort ist denn anderen überlegen. Tja, ich war damals ziemlich durcheinander.
    Der war nicht hochbegabt, aber durch sein sehr gutes Allgemeinwissen (Lesekind!) hat der sich in vielen Fächern gelangweilt und den Kasper gegeben. Seine Klassenleiterin in der Abiturstufe hat immer versucht ihm eins "reinzudrehen", dummerweise konnte er auf jede Frage vernünftig antworten. das schlaucht Lehrer auch.
    Ich denke Lehrer habens auch nicht leicht, auch nicht am Gym.

  5. gesperrt

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    aber wenn du eine Klasse mit 30 Schülern vor dir hast und dann erreichst du ganz selten alle mit einem Mal.
    Dann wäre es doch umso wichtiger, Massstäbe so zu gestalten, dass sie den Kindern helfen - und sie nicht behindern. In den Zeiten von Computern und Excel ist das ja kein Problem mehr, das auszurechnen.

    Ich denke Lehrer habens auch nicht leicht, auch nicht am Gym.
    natürlich nicht, die müssen gleichermassen mit einem ungünstigen Schulsystem zurecht kommen wie die Kinder. Hier meine ich, all diese Arbeit wär des öftern besser in Unterricht investiert - und zwar nach dem Ermessen des Lehrers, angepasst auf die jeweilige Klasse - als in die x-te Schulreform. Wozu kriegen LehrerInnen eigentlich eine so lange Ausbildung, wenn sie am Schluss dann doch nicht ihr eigenes Urteil als Grundlage für den Unterricht nehmen dürfen?

    gruss, barbara

  6. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Klingt ja alles toll, geht nur vollkommen an der Realität vorbei. Wenn du an der Maschine in der Fabrik stehst, wird dein Meister auch nicht zu dir sagen: Super, du hast dich im letzten Jahr von 20 % Fähigkeit, die Maschine zu bedienen, auf 40 % hochgearbeitet. Das ist eine viel bessere Steigerung als die von der Petra da, die sich von 95 auf 96 % hochgearbeitet hat, die hat sich nur um etwa 1 Prozent verbessert.

    Ne, er wird sagen: Du hast vor einem Jahr nur teuren Schrott produziert, und heute produzierst du auch nur teuren Schrott. Die Petra hat derweil ihre Ausschussquote von 5 auf 4 Prozent reduziert. Such dir einen anderen Job!
    Du vergleichst immer gern Äpfel mit Birnen.
    Kinder sollten in der Schule ihren Wissensdurst stillen dürfen und wählen dürfen oder angehalten werden, wählen zu dürfen, was sie alles Lernen möchten, das ihnen erreichbar ist.
    Lernen und Wissensdurst stillen ist ein Grundbedürfnis, kein Arbeitsauftrag.
    Du gehst doch auch nicht ins Restaurant und läßt Dir vom Kellner ein Bier aufzwingen, wenn Du lieber einen Saft hättest.

  7. gesperrt

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kinder sollten in der Schule ihren Wissensdurst stillen dürfen und wählen dürfen oder angehalten werden, wählen zu dürfen, was sie alles Lernen möchten, das ihnen erreichbar ist.
    Die meisten von denen, die für Schulwesen in der einen oder andern Form zuständig sind, werden dem wohl nicht zustimmen. Privaten Wissensdurst zu stillen, ist schön und nett, aber es ist und bleibt ein privates Hobby erst mal ohne direkten gesellschaftlichen Wert.


    Schule muss allerdings etwas leisten, das der Gesellschaft mehr bringt, als sie darin investiert, und die Gesellschaft investiert reichlich in Schule!

    die gute Frage ist nun durchaus, was da rauskommen sollte und woran man erkennen kann, dass das, was man wünscht, auch tatsächlich funktioniert.

    gruss, barbara

  8. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    natürlich nicht, die müssen gleichermassen mit einem ungünstigen Schulsystem zurecht kommen wie die Kinder. Hier meine ich, all diese Arbeit wär des öftern besser in Unterricht investiert - und zwar nach dem Ermessen des Lehrers, angepasst auf die jeweilige Klasse - als in die x-te Schulreform. Wozu kriegen LehrerInnen eigentlich eine so lange Ausbildung, wenn sie am Schluss dann doch nicht ihr eigenes Urteil als Grundlage für den Unterricht nehmen dürfen?

    gruss, barbara
    Ich stimme dir komplett zu.
    Sohnemann ist heute selber Lehrer (Oberstufe) der sagt, das ihm die Klassenstärke und das vorhandene stark unterschiedliche Wissensniveau der Schüler oft hindern, so in der Stunde voranzukommen, wie er sich das vorstellt. Er ist aber grad mal im Referendariat.

  9. Inaktiver User

    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kinder sollten in der Schule ihren Wissensdurst stillen dürfen und wählen dürfen oder angehalten werden, wählen zu dürfen, was sie alles Lernen möchten, das ihnen erreichbar ist.
    Das ist nett gesagt, aber es gibt Kinder, die können das nicht, nie gelernt, keine Techniken. Wenn das ein Bildungsziel ist, dann muss das in der Kita beginnen.

    Auch wenn Lernen und Wissensdurst ein Grundbedürfnis ist, so ist die Art und Weise des Lernens sehr unterschiedlich. Es gibt z. B. nicht DIE richtige Methode, die Rechtschreibung zu erlernen. Das heißt im Umkehrschluss, dass Lehrer möglichst einige Methoden kennen sollten, um speziell auf verschiedene Lerntypen eingehen zu können.

  10. gesperrt

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    AW: Bildungsgerechtigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist nett gesagt, aber es gibt Kinder, die können das nicht, nie gelernt, keine Techniken.
    Was heisst das, die können das nicht? Natürlich können Kinder lernen. Mir ist im Leben noch keins begegnet, das nicht Reden und nicht Gehen gelernt hätte... und das ganz ohne "Techniken".

    und wenn sie Gehen und Reden lernen, wird ihnen der Rest auch erreichbar sein. Wenn man sie bloss lässt und nicht verlangt, sie müssten es auf eine ganz bestimmte Weise, zu einem bestimmten Zeitpunkt lernen.


    Auch wenn Lernen und Wissensdurst ein Grundbedürfnis ist, so ist die Art und Weise des Lernens sehr unterschiedlich. Es gibt z. B. nicht DIE richtige Methode, die Rechtschreibung zu erlernen. Das heißt im Umkehrschluss, dass Lehrer möglichst einige Methoden kennen sollten, um speziell auf verschiedene Lerntypen eingehen zu können.
    meine Erfahrung ist, dass die wenigsten andere Lerntypen als den eigenen wirklich verstehen. Was auch für viele erfahrene LehrerInnen gilt.

    Aber es heisst vor allem auch, dass LehrerInnen frei sein müssen in der Wahl ihrer Methoden!

    gruss, barbara

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