Es ist auch nicht die Aufgabe der Schule, Kinder zu unterfordern. Auch zu meiner Zeit haben viele Kinder in einzelnen Fächern auf dem Gymnasium Nachhilfe gehabt. Auf der Uni haben wir uns unsere eigene Nachhilfe geschaffen, indem wir Lerngruppen gebildet haben. Das halte ich prinzipiell auch für die Schule für ne gute Idee. Das kann man auch als Elternteil bei seinem Sprössling für den Freundeskreis anregen.
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Thema: Bildungsgerechtigkeit
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09.12.2018, 15:23
AW: Bildungsgerechtigkeit
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09.12.2018, 15:53Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Darum geht es aus meiner Sicht. Die Ansätze müssen dann zur Schule passen und nicht Schule und Schüler passend gemacht werden. Ich weiß nicht, wie es in Schweden ist, aber hier in D. ist Bildung das Ideologiefeld Nr. 1. Und das nimmt manchmal schon sektiererische Züge an, mit welcher Kraft heilige Kühe wie z. B. die ganzen Administrationsebenen verteidigt werden.
Privatschulen sind übrigens laut Studien auch nicht wesentlich besser. In einer Metastudie hat ein - ich meine - neuseeländischer Forscher die Ergebnisse aus Studien aller Welt zusammengefasst, was einen guten Unterricht ausmacht. Übereinstimmend wurde eigentlich nur die Persönlichkeit der Lehrer/innen genannt. Die Ausbildung der Persönlichkeit dürfte ruhig auch Studieninhalt sein.
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09.12.2018, 16:02
AW: Bildungsgerechtigkeit
man gibt dem Schüler eine Aufgabe, beobachtet ein bisschen, wie er sich anstellt, passt die Schwierigkeit nach Bedarf nach oben oder unten an, bis man sein Niveau gefunden hat.
geht doch auf allen Schulstufen genau gleich. Gerade Leute, die am Gym unterrichten, solten eigentlich Grips genug haben, um ihr Wissen auf andere Stufen übertragen zu können, sich geistig anpassen zu können.
Gymlehrern eine solche Fähigkeit abzusprechen, spricht nicht fürs Gymnasium. :-/ die müssten das eigentlich können.
gruss, barbara
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09.12.2018, 16:15
AW: Bildungsgerechtigkeit
Viele von denen, die mal eine 5 haben, sind oft die, die viel Zeit investieren, aber trotzdem nicht auf einen grünen Zweig kommen.
Wenn man Leistungen wenigstens so aufzeichnen würde, dass der Schüler mit sich selbst bzw seinen früheren Leistungen verglichen wird, nicht mit dem Klassenverband.
Was im Vergleich mit dem Klassenverband eine Reihe von schlechten Noten ergibt, kann im Vergleich zu den eigenen früheren Leistungen Steigerungen von mehreren 100% aufweisen.
und natürlich gibt es auch immer die Genies, die mit einem halben Ohr hinhören, kaum was lernen und trotzdem immer gut sind.
gruss, barbara
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09.12.2018, 17:23Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Diese Antwort habe ich früher oft in Lehrerforen gehört, während die Prüfungswut an den Kindern nie in Frage gestellt wurde, wo ja eigentlich die meiste Unterrichtszeit verschwendet wird. Zu meiner Zeit mussten Unterrichtsevaluierungen angesagt werden. Man merkte dem Lehrer an, wie nervös er war.
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09.12.2018, 17:36
AW: Bildungsgerechtigkeit
Wobei das auch zu variieren scheint - bei den Mädchen wurde unterschieden zwischen Tests und Lernzielkontrollen.. Erstere waren kurz, unangekündigt und nur in die mündliche Note einbezogen. Zweite waren angekündigt, immer zu monatsanfang. Zusätzlich sog. Projektarbeiten, eine pro Halbjahr und Fach (nur Hauptfächer). Mindestens 20 DIN A4 Seiten zu einem selbstgewahlten Thema. Das allerdings erst ab Klasse 8.
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09.12.2018, 17:49
AW: Bildungsgerechtigkeit
Klassischer Elternirrtum, zu glauben, dass LehrerInnen-Arbeitszeit und Unterrichtszeit identisch sind.
Meine Kinder mussten maximal ein-, zweimal pro schuljahr an Evaluierungen teilnehmen. Die dadurch versäumte Unterrichtszeit war im Vergleich zu der durch Unterrichtsausfall ganz Entfallenen zu vernachlässigen.
Zu Deiner Zeit als was - Schülerin?... Zu meiner Zeit mussten Unterrichtsevaluierungen angesagt werden. Man merkte dem Lehrer an, wie nervös er war.
Kann es sein, das Du Evaluierungen und Lehrproben verwechselst?
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09.12.2018, 17:57Inaktiver User
AW: Bildungsgerechtigkeit
Gibt es das schon immer und überall? Eine Evaluierung habe ich in 13 Jahren Schulzeit nicht ein einziges Mal erlebt, Lehrproben (bei Referendaren) mehrere.
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09.12.2018, 18:05
AW: Bildungsgerechtigkeit
Diese Form des Bull-shittings war zu meiner Zeit Lehrinhalt der ersten Semester Erziehungswissenschaft, unter dem Oberbegriff "Was ist Wissenschaft, was ist wissenschaftliches Arbeiten?".
Mathe geht ja meist noch, und dadurch, dass dieses Fach mittlerweile zum Glück bis zum Abitur als Hauptfach belegt werden muss, besteht Hoffnung auf Besserung.... Das ist übrigens auch ein Problem von Schule, da Abiturienten meist viel zu wenig Ahnung von Mathematik haben. Man sollte ohne fundierte Kenntnisse in der Stochastik niemanden zum Studium zulassen, vielleicht abgesehen von den Künsten.
Statistik wie auch Wahrscheinlichkeitsrechnung sind ja auch Stoffe, die man für SchülerInnen sehr schön anfassbar machen kann (wenn man es kann und will).
Mir würden auf den Schlag aber noch wesentlich mehr Gebiete einfallen, auf denen selbst AbiturientInnen m.E. nicht tolerierbare Wissens- und Fertigkeitslücken haben (von Haupt- und RealschülerInnen ganz zu schweigen).
Und dieses Wissen, diese Fertigkeiten braucht m.E. jede/r BürgerIn, nevor die aus der Schule ent- und auf Arbeitsmarkt und Wahlurnen losgelassen werden.
Ein Schelm, wer Bäses dabei denkt, dass vieles davon in keinem deutschen Lehrplan für allgemeinbildende Schulen auftaucht.
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09.12.2018, 18:20
AW: Bildungsgerechtigkeit
Nein, Evaluierungen werden in D seit dem "PISA-Schock" um die Jahrtausendwende vermehrt durchgeführt.
Allerdings ist die heutige Evaluierungspraxis auch nicht wirklich sinnstiftend, weil es nie alle Schulen sind, die teilnehmen müssen, was den Ländern und Schulbezirken immer die Chance zu "Ergebniskosmetik" gibt.
Wer vor 2000 die Schule verlassen hat, kennt Evaluierungen in der Regel nur, weil er auf einer besonderen Schule war (sei es einer Modellschule für neue Konzepte oder einer der lokalen Vorzeige-Schulen) oder die Schule gute Beziehungen zur lokalen bzw. regionalen Universität mit Fachbereich Erziehungswissenschaft unterhielt.



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