Genau das wollten doch die afrikanischen Staatschefs, aber man hat sie nicht erhört.
Dagdelen von den Linken sagte doch bei der Aussprache.
Ich habe als einzige Bundestagsabgeordnete an den Verhandlungen in New York teilgenommen – das Interesse zum Migrationspakt war damals, um es vorsichtig zu formulieren, bei den anderen Fraktionen nicht gerade überwältigend. In allen Beiträgen habe ich darauf gedrängt, dass ein Recht, nicht migrieren zu müssen, in den Pakt mit aufgenommen und die konkrete Bekämpfung der Ursachen von Flucht und Migration verankert wird. Aber gerade die Bundesregierung sperrte sich erfolgreich gegen eine Änderung ihrer Politik.
So nimmt es nicht wunder, dass alle Forderungen der afrikanischen Staaten, im Pakt die Bekämpfung der Ursachen von Migration anzugehen, abgewiesen wurden. Statt globaler Gerechtigkeit bekamen die Länder des Südens den Brain-Drain, die Abwanderung von ausgebildeten Menschen.
Auch andere globale Akteure haben am Migrationspakt mitgestrickt, darunter das Weltwirtschaftsforum,das jährlich in Davos mächtige Politikerinnen und Politiker mit noch mächtigeren Wirtschaftslenkern zusammenführt. Der Migrationspakt ist entsprechend auf die Bedürfnisse der Industrieverbände des Nordens zugeschnitten und will die als grundsätzlich positiv dargestellte Migration aktiv befördern, während die negativen Aspekte für die Länder des Südens ausgeblendet bleiben.
Der Brain-Drain lähmt – neben zerstörerischen Freihandelsabkommen und Rüstungsexporten, die ständig neue Konflikte in den Ländern des Südens schaffen – die wirtschaftliche Entwicklung.
Man überschüttet Afrika mit Zeugs was wir hier im Überschuss haben und zerstört damit die dortigen Erzeuger.
Das fing schon vor Jahrzehnten mit den Altkleidertransporten an. Hier wurden sie gesammelt und dann auf den afrikanischen Markt geworfen. Damit haben wir den afrikanischen Textilbranche zerstört. Eine Weberei nach der anderen ging pleite.
Genauso war es mit Hühnchenteilen, die waren importiert billiger als die im Land erzeugten.
Zwiebeln aus Holland sind billiger, als die im Land angebauten.
Diese Liste kann man ewig fortsetzen. Afrika bekommt gar keine Chance zu fairem Handel. Würde es fair zugehen, dann müssten sich die Menschen nicht auf den Weg machen.
Im Kongo, sehr reich an verschiedenen Bodenschätzen, steigen Kinder und junge Männer in bis zu 10 m tiefe Erdlöcher. Dort kratzen sie Kobalt aus der Erde, dieses verkaufen sie dann an die Chinesen und die machen dann den großen Reibach. Hier in Europa hört man dann ab und zu wenn wieder eines dieser tiefen Erdlöcher zusammengebrochen ist und es Tote gab.
BMW will fairen Kobalt-Abbau im Kongo erproben "Wirtschaftswoche"
Da muss man erst einmal abwarten ob es wirklich fair wird.
Verfluchter Reichtum "SZ"
Der Kongo, ein vor Rohstoffen strotzendes Land,
Jeder sechste seiner 80 Millionen Einwohner ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, nicht einmal jeder zweite kommt regelmäßig an sauberes Trinkwasser.
Den Menschen dort ist sicher nicht mit Migration der gebildeten Bevölkerung geholfen.
In einem Kommentar stand neulich, man zieht jetzt noch ab was man "brauchen " kann und dann kann man die Länder noch besser ausplündern.
Dabei sollte man auch noch Land Grabbing beachten.
Hier eine vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeite finanziell unterstütze Seite.
DWS und Allianz beteiligen sich mit Agrarfonds am Land Grabbing
Die Rechnung ist simpel. Aufgrund des stetig steigenden Bedarfs an Lebensmitteln und der Begrenztheit landwirtschaftlicher Anbauflächen verheißt der Agrarsektor auf lange Sicht gute Geschäfte. Daher mischen neben Staaten und Unternehmen auch Investmentfonds kräftig bei der neuen Landnahme (Land Grabbing) mit. Die globale Finanzkrise hat die Suche nach langfristig aussichtsreichen Kapitalanlagen befördert und lässt Agrarinvestitionen plötzlich als zukunftsträchtig erscheinen.
Die Welt könnte besser und gerechter werden, aber sie wird es mit diesem Migrationspakt sicher nicht.
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11.12.2018, 16:35
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
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12.12.2018, 09:03Inaktiver User
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12.12.2018, 09:09
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Ja, das kann man auseinander halten. Wenn es nicht getan wird (nicht nur nicht beim Pakt), darf man spekulieren, warum es nicht getan wird.
Angesichts von 2000 Regierungsmitarbeitern plus 716 Millionen Euro extra für externe Berater möchte ich Unwissenheit mal ausschließen.flying is the art of falling to the ground without touching
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12.12.2018, 09:49
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Im Migrationspakt wird nach meinem Verständnis schon unterschieden, er behandelt das Thema (Kriegs-)Flüchtlinge ja nicht, sondern das der Wirtschafts-/Armutsmigration. Das Problem ist eher, dass bei uns in der öffentlichen Diskussion, von Politikern und Medien diese Unterscheidung oft vernachlässigt wird und es auch keine saubere Trennung im administrativen Umgang mit Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten gibt und alle (bis auf die vergleichsweise wenigen, die z.B. über die Blue Card kommen) über die Asyl-Schiene "abgewickelt" werden.
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12.12.2018, 10:15Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
In der NZZ ist mal wieder ein treffender Kommentar zum Pakt erschienen:
Der Migrationspakt dient in erster Linie der Uno selbst
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12.12.2018, 11:46Inaktiver User
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12.12.2018, 17:00
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12.12.2018, 17:15Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Du meinst bei diesem Treffen in Marrakesch direkt? Es ist eigentlich auch mal zu bedenken ,dass da Leute kommen ,die von großen SUV ´s träumen ,denn irgendwas wollen die auch vom verdienten Geld kaufen und Umweltbewusstsein ist jetzt nicht deren Spezialanliegen in der Regel? Wie wirkt sich das dann auf unsere Städte aus?
Allein ,wenn 65 Millionen zusätzlich umziehen und auf Grund dessen ,dass das ja fast menschenrechtsgleich in den Himmel gehoben wird ,werden das demnächst sicher noch mehr...?
Gesamtheitlich solche Konzepte zu machen ist dann doch zu schwer.
Die schaffen das ,dass die sich dann klimatisch sicher schnell heimisch fühlen.
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12.12.2018, 17:23
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Das Treffen, aber auch die Vorbereitung all dessen hat sicher nicht in einem Hinterzimmer in Berlin oder sonstwo stattgefunden.
flying is the art of falling to the ground without touching
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12.12.2018, 17:35
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Bawet, vielen Dank für die Verlinkung der Analyse von Sevim Dagdelen. Sie spricht Aspekte an, die in der Diskussion um dem Migrations-Pakt in Deutschland leider meist unter den Tisch fallen - weil die Kampagne gegen den Pakt von interessierter Seite sehr einseitig geführt wird.
Wenn es so ist, wie Dagdelen sagt, dass die Vertreter afrikanischer Staaten gefordert haben, das die Bekämpfung von Fluchtursachen mit hinein gehört, erstaunt es doch, dass von dieser Seite, als es um die Annahme des Paktes ging, kein Land ausgeschert ist. Standen sie so unter Druck durch die Industriestaaten, die das Ding unbedingt durchbringen wollten?
Ich würde am liebsten den gesamten Text hier einkopieren ... aber das mag die Moderation nicht, deshalb nur wenige Passagen:
Linke Entwicklungssoziologen aus den Ländern des Südens beklagen, dass mit der Abwanderung von ausgebildeten jungen Menschen ein Milliarden-Transfer von Süd nach Nord stattfindet. Bis zu 50 Prozent der akademisch Ausgebildeten wandern aus Ländern des Südens ab.
[...]
Vertreterinnen und Vertreter des Südens fordern zumindest eine Kompensation des Nordens für die geleisteten Ausbildungskosten. Diese Zusammenhänge finden im Migrationspakt leider keinen Platz. Stattdessen wird auf die von liberalen Entwicklungstheoretikerinnen und -theoretikern in diesem Zusammenhang gerne angeführten Rücküberweisungen von Migrantinnen und Migranten an ihre Familien hingewiesen, die erleichtert werden sollen. Das ist zwar im Sinne der betroffenen Familien zu begrüßen, jedoch haben die Rücküberweisungen keine nachweisbaren nachhaltigen Entwicklungseffekte.
[...]
Regierungen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Ländern des Südens kritisieren außerdem, dass die Bekämpfung der Ursachen von Migration im Migrationspakt keinen Platz hat. Migration ist Ausdruck von Ungleichheit. Ihre strukturellen Ursachen in der kapitalistisch globalisierten Welt werden im Pakt nicht analysiert.
[...]
Entscheidend dafür, dass eine eigenständige Entwicklung stattfinden kann, die Arbeitskräfte lokal bindet, wäre beispielsweise eine andere Handelspolitik. Auch davon ist im Migrationspakt natürlich keine Rede.
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs




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