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05.11.2018, 12:23
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
*lost in the woods*
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05.11.2018, 12:25Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Vielleicht gibt es das ja schon. Ich stelle mir Investitionsfonds (z. B. EU) vor, aus denen einheimische Start-Ups ihre Unternehmen gründen können. Wie bei Venture Capitals, die die Unternehmen dann auch beratend begleiten und helfen, am Markt zu agieren. Bei Erfolg, wird die Investition wieder herausgezogen.
Gut finde ich den bereits eingeschlagenen Weg, berufsbildende Schulen aufzubauen, wie z. B. jene in Marokko, in denen die Heranwachsenden im Bereich Solartechnologie ausgebildet werden. Der Andrang ist groß, vor allem von jungen Frauen. Also hier mehr Kapazitäten schaffen.
Die Liste ließe sich fortsetzen. Es geht um Selbsthilfe, die NICHT das traditionelle Rollensystem fördert, sondern echte Marktchancen kreiieren.
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05.11.2018, 12:26Inaktiver User
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05.11.2018, 13:29
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05.11.2018, 13:52Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Das ist mir ja alles längst klar. Aber was verbessert sich an der Lage des afrikanischen Minenarbeiters oder Subsistenzbauers (was auch immer das sein mag), wenn Landsleute von ihnen nach Deutschland kommen? Wird dadurch irgendetwas besser an ihrer Lage?
Meine ganz persönliche Situation hat sich jedenfalls seit 2015 deutlich verschlechtert und man kann zugucken, wie die komplette Lage im Land sich zunehmend verschlechtert. Was haben die afrikanischen Minenarbeiter und Subsistensbauer davon, wenn die finanzielle Lage im ach so reichen Deutschland sich zunehmend verschlechtert?
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05.11.2018, 14:07Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Das sind aber Kredite, deren effektiver Jahreszins häufig über 20% liegt. Mit den Mikrokrediten wirst du aber kaum nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung erzielen.
Was mir eher vorschwebt (und wie gesagt, ich weiß nicht, ob es das schon gibt), sind Geldtöpfe, die für den Aufbau von zukunftsfähigen Unternehmen bereitstehen. Das sind dann andere Summen, die auch nicht als Kredit vergeben werden, sondern kapitalgebend. Auch dabei geht es nicht darum, Geld zu verschenken, sondern am Erfolg zu partizipieren. In dem Sinne keine Entwicklungshilfe sondern Investitionshilfen unter bestimmten Bedingungen und mit Erfolgsbeteiligung.
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05.11.2018, 14:36Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Und man sollte auch sagen, woran das liegt:
Spiel ohne Grenzen - Die Luge vom Freihandel | SWR Fernsehen Video | ARD Mediathek
Mikrokredite bringen sehr wohl was, wenn sie ihre eigene Wirtschaft steuern können. Nicht jede Wirtschaft muß doch genauso funktionieren wie unsere. Warum nicht eine Wirtschaft mit lauter Kleinunternehmnern, die Hühner, Zwiebeln und selbstgewebten Stoff verkaufen? Wichtig ist doch, daß Menschen sich selbst ernähren können, und nicht, daß irgendwo große Industrien entstehen. Sieh Dir den Beitrag an, warum unsere Billigzwiebeln in Afrika billiger sind als die, die in Afrika vor Ort produziert werden. Afrika wurde "in die Knie gezwungen", es durfte seinen Markt nicht schützen. Aber gegen Trump meckern.
Und dann zitiere ich mal (der Einfachheit halber, damit ich es nicht neu schreiben muß) einen anderen Beitrag von mir:
Ein Beispiel, das ich schon mal verlinkt hatte:
Viele sind arm, "die Hälfte der Nigerianer lebt unter der Armutsgrenze",
und weiter heißt es, Achtung aufgehorcht: "Obwohl es in dem Land eigentlich genug für alle gibt".
Nigeria könnte "eines der reichsten Länder der Erde sein".
Galileo - Video - Hexenkinder in Nigeria: Diese Frau rettet ihnen das Leben - ProSieben
so ab Min.4
Es ist die Korruption, die das Geld in die Kanäle von wenigen versanden läßt. Syrien (Platz 178, fast der Letzte) ist auf dem Korruptionsindex übrigens sogar noch hinter Nigeria (Platz 148), nur mal als Beispiel:
Der Korruptionswahrnehmungsindex, (auch Internationaler Korruptionsindex oder Bestechungsindex)
Der Korruptionswahrnehmungsindex CPI von Transparency Internationalt
Zum Vergleich, Deutschland ist auf Platz 12, (und rutscht hoffentlich nicht weiter ab).
Die afrikanischen Ländern brauchen demnach kein Selbstbewußtsein, wie ich immer dachte, sondern sie müssen lernen, auf sich selbst zu achten. Auf ihre eigenen Leute.
Der Verbraucher ist es jedenfalls nicht. Der kann sich abstrampeln, aber kaum was erreichen.
Hier, woran das liegt, wenn die Preise für die Bauern und Arbeiter so niedrig sind, nämlich nicht am Verbraucher. Zitiere dazu wieder der Einfachheit halber einen Beitrag von mir. Da geht's um Europa, ist aber vom Prinzip her übertragbar, und wird eben hier dann auch so kommen, bzw., schlimm, aber leider wahr - Es ist schon da:
Hier, beispielhaft, die schöne neue EU-Flüchtlings-Wirtschafts-Welt, kam gerade im Ersten. Thema: Flüchtlinge, Ausbeutung, Mafia, Kleinbauern, die sich aufhängen, die Schuldigen sind auch gefunden: Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel
(obwohl da ja Zulieferer dazwischen sind, klar auch im Land selber, das mit der Mafia z.B., das Land, wo 3 Cent pro Kilo geboten wurden - der Bauer sagte, er brauche 60, um was zu verdienen, als er 3 Cent geboten bekam, habe er seine Ernte lieber vernichtet, andere hätten sich erhängt, - , alles im Video. Denn die Handelsspanne (das ist der Nettoverkaufspreis minus Einstandspreis, also Einkaufspreis) ist im Lebensmitteleinzelhandel nicht etwa 80 oder sogar mehr, sondern 20 Prozent.
Den mit Abstand niedrigsten Rang bei den Betriebshandelsspannen nehmen der Lebensmittelhandel mit 19,6 und der Tabakhandel mit 20,3 Prozent ein.
Handelsspannen im Einzelfachhandel sinken - WELT
ist schon älter, der Artikel, ich weiß, aber das wird sich nicht vervierfacht haben. Ich suche bei Gelegenheit einen neuen.
Demnach würde etwas, was im Einkauf 3 Cent kostet, im Verkauf 15 Cent kosten. 1kg Zucchini für 15 Cent - verkauft so der deutsche Einzelhandel? Nein, er verkauft für sagen wir mal 2 Euro das Kilo, dann wäre sein Einkaufspreis, also die 2 Euro Verkaufspreis minus die 20 Prozent Handelsspanne: 1,60 Euro).
Jetzt darf man dreimal raten, wo die restlichen 1,57 Euro verbleiben, die der Bauer nicht erhält. Es scheint also doch eher an den Strukturen dazwischen zu liegen, daß so ein Kleinbauer nur 3 Cent pro Kilo angeboten bekommt, und nicht am deutschen Lebensmitteleinzelhandel.
Jedenfalls ist die Reportage recht erschreckend, was die Arbeits- und Lebensumstände der Arbeiter (und das sind die Flüchtlinge)angeht, aber auch die Situation der Kleinbauern :
Europas dreckige Ernte | Reportage & Dokumentation Video | ARD Mediathek
Meint das Frau Merkel, wenn sie von einem Zuwanderungsgesetz für "einfache Tätigkeiten" spricht? Denn das führe unweigerlich auch hier zu Lohndumping. In Spanien und Italien führen bereits die Flüchtlinge dazu. Ist sie, angelehnt an Schröders "Titel" Genosse der Bosse, die GenossIn der BossInnen?
Und nein, ordentliche Preise für die Bauern und auch ihre Arbeiter, so sie welche haben, müssen zu keiner Verteuerung für den Endverbraucher führen, siehe oben.
Ich würde am Liebsten dem portraitierten Bauern vorschlagen, ein privates Vertriebsnetz aufzubauen, keine Ahnung, ob sowas geht. Ich weiß z.B., daß es Orangenplantagen gibt, die sozusgen ihre Bäume vermieten oder sowas.
Ich hatte es befürchtet, hatte es mir aber gerne ausreden lassen, daß es so kommen würde. Lohndumping, Preisdumping, Ausbeutung, Selbstmorde, unwürdiges "Wohnen und Leben", usw.
Daraus folgt letztlich, daß die ganze Rumwanderei wenig bringt, man rettet damit nicht die Welt, sondern läßt Probleme bestehen und schafft noch weitere. Die Lösung dagegen ist: Die Probleme vor Ort lösen. Der Verbraucher aber kann das nicht leisten, weil er nicht die Ursache ist.
Die zitierten alten Beiträge habe ich in kursiv gesetzt.Geändert von Inaktiver User (05.11.2018 um 14:55 Uhr)
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05.11.2018, 14:42Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
nur mal so zur Illustration
Die Internationale Organisation für Migration wurde 1951 auf Initiative von den USA und Belgien in Brüssel gegründet. Sie hat sich dem Grundsatz verpflichtet, sich für eine humane und geordnete Migration einzusetzen. Ihr gehören 166 Mitgliedstaaten an, auch Deutschland. Seit September 2016 ist die IOM Teil der Vereinten Nationen. Die IOM betreibt auch ein Büro in Dakar; dort wurde der Charterflug organisiert.
Markierungen von mir
Quelle Deutschlandfunk
Ich finde den gesamten Beitrag lesenswert, weil er, wie ich finde, ganz gut zum Thema passt
Rückkehr in den Senegal - ich bin mit leeren Händen gekommen
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05.11.2018, 14:43
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05.11.2018, 14:52Inaktiver User



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