Das wird immer wieder gern behauptet. Aber ist das wirklich so?
Ich habe nicht den Eindruck, dass mein bescheidenes bisschen Wohlstand auf dem Rücken von Billiglohnländern entstanden sei. Ich habe doch beim Klamottenkauf gar keine Wahl. Die meisten Kleidungsstücke egal ob billig oder teuer werden in Billiglohnländern genäht. Früher hatten wir auch in Deutschland Textilfabriken, die sind mittlerweile alle in Billiglohnländer abgewandert. Die Arbeiter/innen hier wurden auf die Straße gesetzt und hatten das Nachsehen. Das haben doch einige wenige Leute mit Geld beschlossen, die Fabriken hier dicht zu machen und die Produktion zu verlagern. Hat das etwa die Mehrheit der Menschen hier beschlossen? Die haben doch hier genauso wenig mitzureden wie anderswo und viele krebsen hier am Rande des Existenminimus herum. Ich jedenfalls lass mir kein schlechtes Gewissen einreden, mein kleines bisschen Wohlstand entstünde auf dem Rücken von Arbeiter/innen in Billiglohnlädern. Und schon gar nicht kann diese Behauptung als Argument dafür herhalten, dass ich jetzt einen Massenzuzug aus aller Herren Länder hier ohne Murren auszuhalten hätte. Es gibt auch hier im Lande jede Menge Verlierer der Globalisierung. Und genau die sind nun gezwungen, sich die knapper werdenden Ressourcen hierzulande mit Zuzüglern zu teilen.
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05.11.2018, 10:19Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
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05.11.2018, 10:24Inaktiver User
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05.11.2018, 10:27
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
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05.11.2018, 10:43Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
So scheint es mir auch. Obergrenzen sind sowieso bald Schnee von gestern. Und schon bald ist auch Flucht bei Klimaveränderungen gleichgestellt mit Flucht vor Bombenhagel. Das wird dann alles gleichgestellt. Also : "Macht hoch die Tür"
Und schon bald dürfen wir auch gar nicht mehr darüber diskutieren, ob wir das gut finden oder nicht. Denn laut Pakt darf über Migrantenzuzug nichts Negatives mehr geäußert werden.
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05.11.2018, 10:58
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Es geht ja nicht nur um Klamotten.
Das hier habe ich z.B. gefunden, ist ein Interview mit dem Entwicklungsminister Gerd Müller.
Ich war vor einiger Zeit in Nigeria, woher viele Flüchtlinge stammen. Es ist ein reiches Land, wie viele afrikanische Länder mit Bodenschätzen. Dennoch leben Millionen dort in bitterer Armut. Die Menschen haben nichts von ihren Ressourcen, mit denen wir unseren Konsumhunger stillen. Es gibt kein Handy ohne Rohstoffe aus Afrika, kein Handy ohne Coltan aus dem Kongo. Europa importiert aus Afrika Kakao, Kaffee, den Kautschuk für unsere Reifen. Unsere Lebensmittelketten beziehen ihr Obst aus Westafrika. Es wird Zeit, dass wir faire Preise dafür an die afrikanischen Produzenten zahlen. Die Marktverhältnisse müssen sich ändern. Nehmen Sie zum Beispiel Kakao aus Ghana. Für eine Tafel Schokolade bezahlen wir bei uns im Discounter 59 Cent. Davon bleiben nur zwei Cent im Anbauland. Wären es nur zwei Cent mehr, also vier Cent, würde das bei dem Schokoladenkonsum in Deutschland 120 Millionen Euro mehr ausmachen.
Daß da noch viele andere Faktoren dranhängen - Korruption, Bürgerkriege, Terrorismus - klar. Das Problem Afrikas ist ein sehr komplexes, wenn es einfach zu lösen wäre, wäre das ja schon längst geschehen. Aber die globalen Wirtschafts- und Geldströme sind auch ein Problem, und kein kleines.*lost in the woods*
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05.11.2018, 11:10Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Hier mal zwei Artikel von brand eins über andere afrikanische Tendenzen:
Das andere Afrika (von 2016)
Wir sind drin (über innovative Digitalunternehmen in Kenia, 2018)
Ich habe schwer den Eindruck, wir sollten mal unsere "vorurteilsbehaftete" Schere im Kopf überdenken. China hat sie nicht und investiert. Wäre ich Investor, würde ich in diese Unternehmen investieren.
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05.11.2018, 11:17
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Du hast keine Wahl (oder fast keine), aber der Punkt ist nicht die individuelle Verantwortung. Du hast das herrschende Weltwirtschaftssystem nicht zu verantworten, und dennoch profitierst du von ihm (ich auch). Das sind einfach Gegebenheiten, an denen wir auf die Schnelle nichts ändern können, aber man sollte sie zumindest anerkennen.
Du hast es genausowenig zu verantworten, dass du hier geboren bist und dadurch zu den Gewinnerinnen des Weltwirtschaftssystems gehörst, wie es der afrikanische Minenarbeiter oder Subsistenzbauer sich sein Geburtsland ausgesucht hat.Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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05.11.2018, 11:23Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Das ist aber doch etwas zu einfach. Man kann auch in genau diesen Ländern auch sehr viel besser und höher aufsteigen. China hat es vorgemacht. Das ist die Millionärs und Milliardärsdichte besonders hoch und wächst immens.
Reiche Chinesen: Neunmal so viele Millionäre wie vor zehn Jahren
Man muss ,nur weil man in einem 3. Weltland geboren ist ,nicht der arme Grubenarbeiter bleiben sondern mit Fleiß und guten Ideen sind da die Tellerwäschekarrieren sogar besser möglich als in den Industrieländern.Geändert von Inaktiver User (05.11.2018 um 11:28 Uhr)
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05.11.2018, 11:28Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Dafür muss man diese Länder aber auch am Markt beteiligen und nicht - wie so oft - vom Markt ausschließen. Davon profitieren insbesondere die globalen Konzerne, die über andere Wege am Markt agieren und sich so die Rohstoffe für ihre Wertschöpfungskette sichern (oder dort entsorgen).
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05.11.2018, 11:32Inaktiver User
AW: Der Vertrag von Marrakesch - Fluch oder Segen?
Diese Probleme in Afrika oder Krieg in Syrien, etc... kann Deutschland sowieso nicht lösen. Die EU auch nicht und auch sonst keine Organisation.
Die Einwohner dieser Länder müssen primär selbst aufbauen!
Deutschland war 1945 eine komplett zerstörte Trümmerwüste. Man kann weglaufen oder selbst anfangen, etwas zu gestalten.
Diese Länder bzw. deren Menschen müssen wollen, anstatt alles laufen zu lassen und zu erwarten, irgendwer werde das regeln.
Der Migrationspakt geht genau in die falsche Richtung.



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