Trotzdem ist es bereits relativ gutes Datenmaterial.
Da stimme ich dir prinzipiell zu. Aber dieses Kriterium hat man schneller erreicht, als man denkt. Bereits dichte Fenster erfordern die penible Einhaltung einer Benutzungsanleitung, sonst verschimmelt die Wohnung ziemlich schnell. Das tun viele Menschen nicht, sodass du in Wohnungen mit dichten Fenstern und ohne automatische Lüftung fast immer Schimmel findest.
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15.01.2019, 12:49
AW: Der Klimawandel-Zahlen,Fakten,Dogmen, Ideologien - politische Antworten
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15.01.2019, 12:59Inaktiver User
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Mit diesem Argument lässt sich jede Forderung nach Veränderung der bisherigen Gewohnheiten im Keim ersticken.
Intuition ist nicht weiter als angelerntes Verhalten. Jede Umstellung bedarf eines vorübergehenden Aufwandes, der sich mit fortschreitender Habituation aber wieder legt.
Nimm Autofahren als Beispiel.
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15.01.2019, 13:34
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Ich weiß. Deshalb bin ich auch kein Fan dieser unglaublich dichten Fenster, am besten noch in Kombination mit Außenisolierung. Nach Plan lüften krieg ich nicht hin, das passt nicht zu meinem Lebensrhythmus.
Nicht alles was hinkt ist auch ein Vergleich - oder so.
Autofahren ist eine erlernte Tätigkeit, Wohnen dagegen nicht, das tut man einfach schon dadurch, daß man sich in einem bestimmten Haus/einer bestimmten Wohnung aufhält. Liegt für mich auf dem gleichen Level wie Atmen, Schlafen, Essen, Trinken.*lost in the woods*
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15.01.2019, 13:41
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Als nicht zu ignorierenden Hinweis auf eine bemerkenswerte Tendenz halte ich den Versuch ebenfalls für aussagekräftig.
Aber leider fehlen durchaus aussagekräftige und im Versuchsaufbau zudem erhebbare Werte.
Da könnte die GWW ja noch mal nachlegen.
Statistische Relevanz erlangt man mit 74 Wohneinheiten, die nicht gleichartig und repräsentativ besetzt sind, allerdings nicht. Muss man auch nicht, nur tut man sich bzw. der Debatte mit der Behauptung statistischer Relevanz eben keinen Gefallen.Geändert von Nicolo (15.01.2019 um 18:30 Uhr)
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15.01.2019, 13:54
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Dabei aber bitte nicht vergessen, dass eine veränderte Habituation eher langsam vor sich geht und der menschlichen Natur zuwider läuft, wenn es um Verhaltensänderungen geht, welche der gefühlten Annehmlichkeit zuwider läuft und/oder keine schnellen, starken und wiederkehrenden Belohnungsimpulse bietet.
Ich denke, mit dem Argument "Intuition" kann man nicht nur versuchen, jedwede Änderung menschlichen Verhaltens zu blockieren, das wird jeden Tag versucht und mit erheblichen Erfolgen.
Wie oft wird ein Veränderungsvorschlag mit lapidarem "Haben wir doch schon immer so gemacht, was soll daran so falsch sein?" oder "Ist doch viel zu umständlich." abgebügelt?
Das perfideste Beispiel ist die Werbung, die nichts anderes tut, als immer gleiches Verhalten durch Benutzung eines anderen, besseren, neueren Produkts als neues Verhalten zu verkaufen.
Dennoch denke auch ich, das Wohnen (also die Art und Weise, wie die eigene Wohnung genutzt wird) eine ganz andere Art menschlicher Praxis ist als Autofahren.
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15.01.2019, 14:19Inaktiver User
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Es kommt ja auch drauf an, womit man was vergleicht.
Das Autofahren war ein Beispiel für Habituation und Intuition.
Die erlernte Tätigkeit geht irgendwann so in Fleisch und Blut über, dass die erforderlliche Handhabung intuitiv erfolgt. Oder denkst du bei jedem Mal Kuppeln bewusst darüber nach?
Zum Wohnen gehört deutlich mehr als das, was du da beschreibst. Die Wartung des Wohnraumes, wie man diesen heizt, lüftet usw. sind doch keine reflexartigen Tätigkeiten wie Atmen?das tut man einfach schon dadurch, daß man sich in einem bestimmten Haus/einer bestimmten Wohnung aufhält. Liegt für mich auf dem gleichen Level wie Atmen, Schlafen, Essen, Trinken.
Da steckt ebenfalls sehr viel Gewohnheit dahinter, die geändert werden kann, wenn man das möchte. Die dafür benötigte Aktivierungsenergie ist einigen aber schlicht zu hoch und das wird dann als Argument genutzt, gar nichts ändern zu müssen. Obwohl das ein Aufwand ist, der mit der Zeit naturgemäß wieder abnimmt.
Ich will nicht unterstellen, dass du generell so argumentierst. Begründungen dieser Art lese und höre ich aber sehr häufig.Geändert von Inaktiver User (15.01.2019 um 14:53 Uhr) Grund: korr.
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15.01.2019, 15:19
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Es gibt im Hinblick auf die Selbstregulierung einen riesigen Unterschied zwischen herkömmlichem Wohnungsbau, wie er zum Beispiel in den 50ern und 60er stattfand, und modernem Wohnungsbau. In herkömmlichem Wohnungsbau benötigst du eine sehr beschränkte Menge an Heizenergie, dann ist das System klimatisch (Feuchtigkeit, Luftschadstoffe) selbstregulierend. Im modernen Wohnungsbau ist die klimatische Selbstregulierung vollkommen blockiert.
Die Selbstregulierung wird durch Anforderungen ersetzt, die niemand erfüllt. 20 Minuten am Tag querlüften bei minus 20 Grad Außentemperatur – machst du das? Alternativ eine Stunde stoßlüften bei minus 20 Grad Außentemperatur. Ich kenne niemanden, der das hinbekommt. Und ich kenne niemanden mit dichten Fenstern und ohne automatische Lüftung, der keinen Schimmel in der Wohnung hat. Ich kenne zwar einige, die das behaupten, das tun die aber nur etwa eine Minute lang, bis ich ihnen den Schimmel in ihrer Wohnung gezeigt habe.
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15.01.2019, 15:25
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Ich hab sie jetzt nicht zur Hand, aber es gibt aus den 2000ern eine Befragung von Wohnungsbaugesellschaften bzw. Baugenossenschaften, die erhoben haben, wie viele Mieter sich über Schimmel beschwert haben, nachdem die Wohnung saniert wurde, also dichte Fenster eingebaut wurden. Die Spanne ging von 40 bis 70 Prozent.
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15.01.2019, 15:52
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*lost in the woods*
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15.01.2019, 18:39
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Wobei die Antwort darauf m.E. eben nicht sein kann:
"Dann benutzen wir eben wieder einfach verglaste Fenster mit undichten Rahmen."
Sondern:
"Dann müssen wir eben die BewohnerInnen im Umlernen unterstützen, damit beides zuammen geht:
Heizenergiesparende, moderne Fenster und schimmelfreie Wohnungen."



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