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  1. Avatar von Libentia
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Zitat Zitat von honey333 Beitrag anzeigen
    Auch ich halte das Internet für eine gute Möglichkeit, seine Meinung öffentlich zum Ausdruck zu bringen. allerdings sollten wir wachsam sein und hinterfragen.
    Jemand, der mit seinem Leben und seiner Umwelt zufrieden ist, wird sich kaum äußern.
    Das glaube ich gar nicht mal, daß jemand unzufrieden mit dem eigenen Leben sein muß, um sich über etwas zu äußern. Es ist jedenfalls sicher nicht der einzig mögliche Beweggrund, sich zu äußern. Es gibt durchaus auch schlichtes Interesse und vieles andere. Aber daß Beweggründe mit in eine Beurteilung des Gesagten einfließen sollten, das ist sicher auch richtig. Je nach Beweggrund halt, kann das ja sehr aufschlußreich sein.
    Unzufriedenheit schlechthin ist aber auch nicht ehrenrührig, sondern ja auch ein Antrieb des Menschen, Dinge zu verbessern, alle technischen aber auch gesellschaftlichen Entwicklungen und innovationen beruhen letztlich auf Unzufriedenheit.

    Die meisten Einträge auch in Foren wie hier stammen von Menschen, die sich benachteiligt oder bedroht fühlen. Manche fühlen sich auch sendungsbewusst, wenn nicht sogar Vertreter bestimmter z.B. politischer oder weltanschaulicher Richtungen oder Parteien. Diese Leute schreiben im Vergleich zu anderen oft übermäßig viele Beiträge.
    Sollte das so sein, ist das allerdings die genau richtige Vorgehensweise: Kommunikation. Denn dazu wurde die Sprache erfunden. Und eben nicht zuschlagen oder Ähnliches, also Gewalt.

    So hat der unvoreingenommene Leser oft den Eindruck, dass es sich dabei um die "Mehrheit" handelt und beginnt seine eigene Einstellung zu hinterfragen. Wenn die scheinbare Mehrheit diese Meinung hat, muss doch etwas dran sein...
    Das Thema hatten wir ja kürzlich im Forum schon mal: Manipulation. Davor muß man sich immer hüten. Schon Kindern in der Schule muß man beibringen, sachlich zu hinterfragen und Manipulationen möglichst zu erkennen.

    Daher ist für mich immer wichtig zu wissen, wer diesen Beitrag, diese Website veröffentlicht, und was seine Beweggründe dafür sind.
    Jep, die Beweggründe, warum jemand etwas tut, sind meist schon interessant.
    Ein vernünftiges Wort zur rechten Stunde hilft fast immer, und man kann sich weit mehr mit seinen Gegnern aussprechen als man gemeinhin denkt.
    Kurt Tucholsky

    Die Zukunft ist weiblich.
    Geändert von Libentia (07.09.2018 um 14:37 Uhr)

  2. Avatar von Sprachlos
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Ich hatte jetzt ein paar Tage keine Zeit, sorry.

    Zitat Zitat von Libentia Beitrag anzeigen
    Der erste Link geht nicht.
    Neuer Versuch

    Im anderen steht: Einladung für Botnetzwerke

    Ich wollte ja nicht nur Werbung machen. Es geht mir mehr um eine Diskussion und Austausch über die Sinnhaftigkeit von verschiedenen ähnlicher Tools, nicht nur Pol.is .
    In dem Artikel heißt es u.a.:
    Pol.is hat also jede Menge Potenzial. Leider wurde es von „Aufstehen“ äußerst schlampig implementiert.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  3. Avatar von Sprachlos
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Zitat Zitat von untitled Beitrag anzeigen
    Ich arbeite seit fast drei Jahrzehnten in der Internetbranche. Für mich zeichnet sich immer mehr ab, dass das Internet der Tod der Demokratie sein wird, wenn es Nicht grundsätzlich anders aufgebaut wird. Zum Glück arbeitet man dran.
    Was meinst du denn mit "zum Glück arbeitet man daran" konkret? Und wer ist "man"?
    Ich glaube nicht, dass das Internet das Ende der Demokratie ist, sondern ich glaube, dass die Möglichkeiten der Demokratie ausgeschöpft sind und die Menschen mit den Ergebnissen nicht mehr zufrieden sind.

    Zitat Zitat von untitled Beitrag anzeigen
    Deine Vokabeln lesen sich wie ein Flyer. Komplex, beliebig groß (noch besser "skalierbar"), neue Qualität. Wirklich heiße Luft, was nicht persönlich gemeint ist, sondern die Branche beschreibt. Im Internet entstehen Scheinidentitäten, Pseudodemokratie, Stimulanzen für dein Limbisches System.
    Hmmm, da habe ich eine ganz andere Meinung. Es ist halt ganz normal, dass eine so große Innovation auch erstmal zu Irritationen führt.

    Im Folgenden geht es um den Buchdruck und die Reaktionen von Kritikern darauf.
    Finde ich sehr interessant. Es handelt sich um einen Auszug aus einer Seminararbeit von 2011.

    Auch hinsichtlich des vermittelten Wahrheitsgehalts formierten sich Skeptiker. Die bisher unbekannte Neugier der Rezipienten konnte nur mit ständig neuen Informationen befriedigt werden; ein neuer Umstand, bei dem getroffene Aussagen oft nicht überprüft werden konnten. Somit standen Kritiker, welche die Unzuverlässigkeit bemängelten, der bedingungslosen Akzeptanz der Befürworter gegenüber. Demzufolge erkannte man schnell eine Diskrepanz zwischen den aus Informationsmangel begründeten Unannehmlichkeiten und einer durch Unredlichkeit hervorgerufenen affektbestimmten Reaktion der Öffentlichkeit.
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  4. Avatar von Sprachlos
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Zitat Zitat von Libentia Beitrag anzeigen
    Unzufriedenheit schlechthin ist aber auch nicht ehrenrührig, sondern ja auch ein Antrieb des Menschen, Dinge zu verbessern, alle technischen aber auch gesellschaftlichen Entwicklungen und innovationen beruhen letztlich auf Unzufriedenheit.
    Ich sehe das ähnlich. Aber ich muss zugeben, dass mir die Art der Bekundung von Unzufriedenheit momentan schwer missfällt und zwar sowohl online wie auch offline. Ich halte es nicht mal für wirklich zielführend, auf eine Nazi-Gegendemo zu gehen, weil mir scheint, dass die lieber eine Gegendemo hätten, als gar keine Reaktion.

    Im letzten Jahr bin ich in einem anderen Forum aktiv gewesen und habe dort eine Möglichkeit kennengelernt, Entscheidungen in Gruppen auf eine andere Art als die herkömmliche Ja/Nein-Abstimmung herbeizuführen.
    Von der Methode selbst bin ich begeistert und habe auch einen 5tägigen Moderatoren-Lehrgang dazu besucht.

    Im real life wird das Verfahren moderiert, im Netz gibt es ein Tool dafür. Beide Methoden habe ich versuchsweise ausprobieren können und finde, dass sie gute Ergebnisse erzielen, allerdings ist der Entscheidungsfindungsprozess viel aufwändiger als eine einfache Abstimmung. Dafür sind die Ergebnisse besser und - vor allem - werden besser von allen akzeptiert. Die Methode nennt sich etwas sperrig "Systemisches Konsensieren" .

    Ein kleines Einleitungsvideo gibt es hier. Und hier wird es auf der Website erklärt. Ich glaube, dass es derartige Methoden in Zukunft brauchen wird, um Mitbestimmung und somit Demokratie wieder glaubwürdiger zu machen.
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  5. Avatar von Libentia
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen
    ich muss zugeben, dass mir die Art der Bekundung von Unzufriedenheit momentan schwer missfällt und zwar sowohl online wie auch offline. Ich halte es nicht mal für wirklich zielführend, auf eine Nazi-Gegendemo zu gehen, weil mir scheint, dass die lieber eine Gegendemo hätten, als gar keine Reaktion.
    Und sie können sich auch noch als Opfer hinstellen, weil sie manchmal ja auch Opfer werden, wenn z.B. von der Gegenseite Flaschen fliegen und jemanden verletzen. Von der gesteigerten Aufmerksamkeit gar nicht zu reden. Das ist ein übler Kreislauf.

    Solche Demos und Gegendemos haben für mich überhaupt nichts mit Debattenkultur zu tun. Die Demonstrationsrechte sollte man beibehalten. Für Inhaltliches sind sie dennoch nur mit großer Vorsicht zu gebrauchen.

    Im real life wird das Verfahren moderiert, im Netz gibt es ein Tool dafür. Beide Methoden habe ich versuchsweise ausprobieren können und finde, dass sie gute Ergebnisse erzielen, allerdings ist der Entscheidungsfindungsprozess viel aufwändiger als eine einfache Abstimmung. Dafür sind die Ergebnisse besser und - vor allem - werden besser von allen akzeptiert. Die Methode nennt sich etwas sperrig "Systemisches Konsensieren" .
    Danke für die Links dazu, ich werde mir das mal anschauen.
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    Kurt Tucholsky

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    Geändert von Libentia (16.09.2018 um 21:23 Uhr)


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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    mal ne Frage soll das hier ein Hausfrauenkränzchen bzw nur für Menschen mit Tagesfreizeit werden, es sind da einige Stränge mal so prophylaktisch über Nacht (um 22 Uhr) geschlossen.

    die Bri wird wohl ein Rentnerkaffeekränzchen werden.
    „Eine Kultur und eine Gesellschaft sind nicht nur zum Vergnügen der Menschen da, die gerade leben.

    Es besteht ein tiefer Pakt zwischen den Toten, den Lebenden und jenen, die noch geboren werden. “

    Douglas Murray

  7. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Zitat Zitat von realistnix Beitrag anzeigen
    es sind da einige Stränge mal so prophylaktisch über Nacht (um 22 Uhr) geschlossen.
    Das Brigitte Community-Team hat dazu hier etwas geschrieben.
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  8. Avatar von Sprachlos
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Zitat Zitat von realistnix Beitrag anzeigen
    ... es sind da einige Stränge mal so prophylaktisch über Nacht (um 22 Uhr) geschlossen.
    Tja, würden die Debattierenden die Debattenkultur nicht für nebensächlich halten, dann würde es sicher in den jeweiligen Strängen auch keiner Schließungen bedürfen.
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  9. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

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    AW: Debattenkultur - gibt es innovative Ideen?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Könntest du das mal ein wenig näher erläutern?
    Sorry, habe ich überlesen. Suche mal nach "Dezentralisierung Internet". Im Internet Health Report 2018 (Mozilla) kriegst du einen kleinen Überblick über das Thema Dezentralisierung.

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