Es wäre natürlich schöner, es käme aus innerster Überzeugung, so sieht es jedoch noch nicht aus und wir sind ein säkulärer Staat. Ich finde, wir sollten drüber reden, auch mit Muslimen, die hier leben wollen.
Welchen Grund gibt es, schon Kinder zu "verschleiern"?
Sollten diese Mädchen bei uns aufwachsen und erwachsen werden, so dürfen sie nach unserem geltenden Gesetz auch erst mit 18 heiraten. Oder ist mir da was entgangen? Ich bin ja nicht immer up to date, geb ich zu.
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27.08.2018, 19:17Inaktiver User
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
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27.08.2018, 19:39
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
Ich hab mich ein bißchen in muslimischen Foren/ Fragestellern eingelesen. Dieses Weltbild ist so anders, das kriegt man über Aufklärung nicht geregelt. Sie sehen sich als Opfer unserer Kuffar-Gesellschaft und ab 8 Jahren gehört für manche das Kopftuch dazu, gern auch früher um das Mädchen daran zu gewöhnen. Ich frag mich nur, wenn ich das so lese...was wollen diese Leute nur hier?
Saphire
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27.08.2018, 19:39
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
Doppelt
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27.08.2018, 20:04Inaktiver User
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27.08.2018, 20:11Inaktiver User
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
Das ist mir bekannt, und ich finde es umso schlimmer. - Wenn es um Neonazis geht, finden Du und andere es übrigens auch immer besonders schlimm, dass es nicht nur um abgehängte Hartz-IV-ler geht, sondern das es eben auch intelligente und gebildete Neonazis gibt.
Bildung schützt halt vor Fanatismus und Verbohrtheit nicht. Dafür ist diese Frau ebenfalls ein Beweis.
Ich finde das absolut vergleichbar. Auch Beschneidungen bei Mädchen werden wegen der "Ehre" durchgeführt, und um den Besitzanspruch des Mannes zu sichern. Und der größte Teil davon ja bekanntlich auch in islamischen Ländern, auch wenn es nicht darauf zurück zu führen ist.Gottswillen, dagegen gibt es Gesetze bzw. kann das Jugendamt eingreifen. Es ist sehr mühsam, sachlich zu diskutieren, wenn "Beispiele" überhaupt nicht miteinander verglichen werden können. Bleiben wir doch bitte beim Thema.
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27.08.2018, 20:14
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
Hier die Unterschriftenliste, die man ausdrucken und mit der man manuell sammeln kann: https://www.frauenrechte.de/online/i..._freihaben.pdf
hier noch mal der Link zur Verbreitung in Netzwerken und zum Absenden der Unterschrift: TERRE DES FEMMES - Menschenrechte fur die Frau e.V. - Petition DEN KOPF FREI HABEN!Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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27.08.2018, 20:17Inaktiver User
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
,,, die Annehmlichkeiten der Kuffar-Gesellschaft mitnehmen. Aber dann müssen sie sich eben in diese einfügen.
Wenn eine von uns morgen nach Saudi-Arabien oder in die Emirate geht, müssen wir das auch. Oder glaubt wer, dass FKK-baden am Meer oder das Verhältnis zu einem Mann wird da als kulturelle Besonderheit toleriert ?
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27.08.2018, 21:31
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
Ja.
Es ist betrüblich, wenn die drei tragenden Grundwerte unserer Gesellschaft - nämlich Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität - auseinander gerissen werden (sollen).
Aber diese drei Grundwerte gehören zusammen, sie gehören zusammen gedacht und sie bedingen einander.
Und wenn die Gesetzesgebung weiterhin akzeptiert, dass minderjährige Mädchen unter das Kopftuch gedrängt oder gezwungen werden, dann entspricht das ja auch nur der Freiheit von deren Eltern, ihre fundamentalistischen Vorstellungen durchzudrücken. Die Freiheit der Mädchen, sich so entwickeln zu dürfen wie die große Mehrheit aller anderen Minderjährigen bleibt ja auch auf der Strecke.
Wenn minderjährige Mädchen ein Kopftuch tragen müssen, hat das auch nichts mit Gerechtigkeit zu tun - schon allein deshalb, weil es Jungs nicht tun müssen. Und wenn wir das hinnehmen, dann hat das ebenso nichts mit Solidarität zu tun.
Versagen auf der ganzen Linie unserer Grundwerte!
Und übrigens: wer glaubt, dass das Kopftuch in fundamentalistisch muslimischen Familien mehrheitlich sozusagen mit Brachialgewalt durchgesetzt wird, der täuscht sich - so läuft das ja zumeist nicht ab in der Realität.
Es ist viel häufiger eine Art von sanftem Druck, dem sich Kinder gar nicht entziehen können ... zum Geburtstag wird ein Kopftuch geschenkt; Mama schlägt der Tochter vor, es doch auch mal zu probieren; oder Tochter eifert ganz automatisch der Mutter nach und wird von der Tante gelobt dafür; hoch erfreut wird vom Papa berichtet, dass die Cousine jetzt auch ein Kopftuch trägt; Opa verspricht ein Geschenk, wenn das Mädchen das Kopftuch trägt ... usw. usf.
Das alles ist in der Konsequenz auch viel wirkungsvoller als brachiale Basta-Erziehung. Und dennoch, bzw. gerade deshalb ist es perfide Indoktrination.
Und wenn dann das TV-Team die zwölfjährige Tochter befragt, wie das denn war, als sie sich entschlossen hat, das Kopftuch zu tragen, und sie dann sagt, das war ganz freiwillig, dann sind wir alle ganz doll froh, wenn wir das im Fernsehen mitkriegen ...
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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27.08.2018, 21:38Inaktiver User
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27.08.2018, 22:07
AW: Terre de Femme Petition gegen das Kopftuchtragen von Kindern
Darauf würde ich nochmal eingehen wollen. Ich kann die überzeugten Kopftuchträgerinnen, die so argumentieren, sogar verstehen. Und wäre dafür, dass sie natürlich, eben weil sie selbst sich - für SICH -dafür entschieden haben, Kopftücher tragen sollen dürfen (aber bitte nur für sich selbst und nicht auch für ihre Kinder/Mädchen).
Ich denke, was diese Kopftuchdebatte so kompliziert macht, ist, dass es nicht "die" Kopftuchträgerin schlechthin gibt, sondern eine Vielzahl von Motivationen und Gründen, warum eine Frau/ein Mädchen Kopftuch trägt und weil es in verschiedenen Kontexten immer ein wenig etwas anderes bedeutet. Da sind diejenigen, die es aus freien Stücken - intellektuell durchgearbeitet- tragen, wie in Gandas Beispiel. Dann gibt es andere, die es tragen, weil sie es müssen: weil es eine patriarchalisch-archaisches Weltbild es so vorschreibt und weil man das immer so gemacht hat (wie z.B. die Erdogan- TraditionalistInnen). Dann die jungen Mädchen im Teeniealter (die mit den engen Jeans und der Schminke), die einerseits der Clan-Tradition folgen müssen, aber unter und sogar mit dem Schleier "rebellieren", also "modische" Schleier tragen und darunter westlich gekleidet sind, also in sich selbst diese "Grauabstufungen" vereinen. Dann wieder diejenigen, auch wieder Mädchen im Teenie- und jungen Erwachsenenalter, die den Schleier ! als "Protest" ! gegen! elterliches und gesellschaftliches säkulares Leben einsetzen (wie z.B. während der 68er Bewegung lange Haare als Protest gegen eine konservative Gesellschaft getragen wurden).
Die Bandbreite, warum Schleier getragen wird, ist also enorm. Die Bandbreite der Motivationen geht also , wenn man dies auf einem Strahl darstellen wollte, von einer freiheitlichen Entscheidung über Grauabstufungen (teils Zwang, teils freies Einfügen in Traditionen, aber auch "Umdeuten" der zwingendenTradition in ein Protestsymbol, hin zum tatsächlichen Zwang (z.B. Frauen im Iran oder in SA).
Und wir in D haben von dem allen ein wenig, am meisten aber wahrscheinlich von den "Grauabstufungen". Und immer, in Diskussionen, werden dann genau die Beispiele herangezogen, die es zwar auch gibt, aber nie für alle stehen können.. Was die Verwirrung dann nochmal um einiges steigert....
Was dann noch desweiteren erschwerend (für ein klares JA oder Nein zum Kopftuch in D) hinzukommt, ist, dass eine freie Entscheidung FÜR das Kopftuch nur auf dem Hintergrund einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ernstgenommen werden kann. (was von den in D lebenden, sich frei-zum-Kopftuch-bekennenden Trägerinnen oft nicht gesehen und verstanden wird, so scheint es )Nun ist D ja keine einsame, demokratische Insel, sondern Einflüsse, gerade auch von repressiven Gesellschaftsmodellen, die im Tragen von Kopftüchern eben keinen freiheitlichen Akt sehen - dies aber nie so formulieren würden -, durchwirken und beeinflussen diese D-Gesellschaft.
So würde ich nun gerne Ilas Idee aufgreifen und noch etwas anders formulieren wollen: Ich glaube, dass es an der Zeit wäre, zu begreifen, dass das Kopftuch in seiner herkömmlichen Art (wie es gebunden und getragen wird) ausgedient hat. Zumindest für einen freiheitlich-demokratischen Staat wie D. Denn zu viele Assoziationen und Traditionen, die mit Unfreiheit verknüpft sind, werden mir diesem Stück Stoff verbunden. Es müsste etwas Neues beginnen dürfen, eine Art, ein Kopftuch gleichzeitig gläubig UND auf "demokratische Art" (also tatsächlich freiwillig! und zugleich "lässig"?!?) zu tragen, so dass keine Verwechslungsgefahr mehr bestünde mit einem Symbol der Unfreiheit, das es jetzt noch auf weiten Strecken ist (und ja nicht nur Symbol, sondern auch tatsächlich ein Werkzeug der Unterdrückung darstellen kann) . Und bevor man es nicht auf diese Weise tragen könnte, sollte lieber gar keins getragen werden....
Wenn das möglich wäre, dann bräuchte es auch keine Verbote jeglicher Art mehr....
Nur mal so als Idee (die, ich gebs zu, etwas "abgehoben" wirkt - und wahrscheinlich auch ist.- Nun denn.-)Geändert von bruennette_2 (27.08.2018 um 22:30 Uhr) Grund: Ergänzung



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