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  1. Moderation

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Nur noch kurz was von mir hier zum Antisemitismus. Lilith, da stimme ich dir natuerlich zu. Wenn deine Bekannten sich vor Angriffen schuetzen, indem sie keine Zeichen ihres Glaubens oeffentlich tragen, dann erleben sie solche Angriffe auch nicht. Ich verstehe auch den Gegensatz zu den PoC, den du aufstellst, die sich eben nicht so schuetzen koennen.
    Aber es heisst ja nicht, dass dadurch Antisemitismus nicht so existent ist wie zB Rassismus, nur weil die Trigger fehlen.
    Allein das ‘sich schuetzen muessen’ sagt ja schon, dass eine Gefahr existiert. Sonst muessten sie es ja nicht.

    Ansonsten bin ich wieder raus hier. Wir haben hier vor unserer Haustuer selbst genug zu kehren.

    Black lives do matter, auch wenn es anscheinend vielen Menschen nicht so klar zu sein scheint. Waere es nicht so, wuerden ja alle gleich behandelt werden. Simple as that.
    Schlimm ist, dass man ueberhaupt drauf hinweisen muss.

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Das passt dann, wenn man davon ausgeht, dass struktureller Rassismus Rassismus ist, dem man nicht aus dem Weg gehen kann.

    Ein Schwarzer kann sich ab einer gewissen Schattierung kaum als Weißer ausgeben, ein Jude aber durchaus als Nichtjude.

  3. Moderation

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Eben. Das ist doch der Dreh- und Angelpunkt. Keiner sollte seine Identitaet verstecken muessen oder Menschen, denen diese nicht in ihr Weltbild passt, aus dem Weg gehen muessen, damit er sicher leben kann.
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Eben. Das ist doch der Dreh- und Angelpunkt. Keiner sollte seine Identitaet verstecken muessen oder Menschen, denen diese nicht in ihr Weltbild passt, aus dem Weg gehen muessen, damit er sicher leben kann.
    Es tut mir leid, aber meine Bekannten verstecken sich nicht. Sie tragen nur keine äußeren Symbole.
    Trägt doch auch nicht jeder Christ ein Kreuz.

    Und ich weiß nicht, woher jetzt eigentlich die Gewalt kommt.
    Ich sprach von Alltagsrassismus. dem die einen (mir bekannten ) ausgesetzt sind und die anderen ( mir bekannten) nicht.
    Ich habe Beispiele genannt. Kann ja jeder nachlesen. Nicht mehr, nicht weniger.

    Ich bin dann mal raus.
    Das wird mir hier alles zu verquer.
    Noch ein bisschen weiter und ich bin Rassist UND Antisemit.
    Nö danke
    Geändert von Lilith10 (07.06.2020 um 02:08 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  5. VIP

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Zitat Zitat von umsonst Beitrag anzeigen
    Vor allem kann man etwas, von dem man gar nicht weiß wie es entsteht, kaum wirksam entgegentreten.
    gekürzt von mir


    Jahrelange Rassismusforschung, die sich auch mit den Tätern beschäftigt, und „man“ weiß nicht wie Rassismus entsteht? Das ist aus meiner Sicht eine Nebelkerze, die nicht nur von den Opfern ablenken soll. Sondern Täter in Schutz nimmt, denn eine solche Aussagen impliziert, dass Täter nur deshalb rassistisch sind, weil sie es nicht besser wissen.



    Als Strukturmerkmal von Gesellschaft konstituiert und durchzieht Rassismus alle relevanten Bereiche (Wohnen, Arbeiten, Bildung, öffentlicher Raum, Geset- ze, Politik, Medien etc.), Rassismus wirkt auf unterschiedlichen Ebenen (strukturell, instituti- onell, diskursiv, subjektiv) und Rassismus zeigt Effekte auch dann, wenn er nicht plump ge- äußert und deutlich zu erkennen ist, und zwar sowohl für diejenigen, die als „Andere“ mar- kiert werden als auch für diejenigen, die unmarkiert bleiben, weil sie als weiß-deutsch- christlich/säkular dazugehören und von Rassismus profitieren – ob sie es wollen oder nicht. Insofern interessiert sich Rassismusforschung weniger für die Einstellungen und Motive ein- zelner Personen (wie dies etwa die Vorurteilsforschung tut). Vielmehr liegt der Fokus auf der Gesellschaft als Ganzes, in ihren verschiedenen Bereichen und Diskursen, die aus der Per- spektive derjenigen, die als Andere markiert und marginalisiert werden, analysiert wird und darauf zielt, das Machtgefüge zu ändern. Rassismusforschung hat also weniger die Motive jener Menschen im Blick, die sich verallgemeinernd oder despektierlich Anderen gegenüber äußern und auch nicht die Besonderheiten jener Menschen, die als fremd wahrgenommen werden. Im Perspektivenwechsel wird der Konstruktionsprozess der Ver-ander-ung, des Fremd-machens, des Othering fokussiert, der als gesamtgesellschaftlicher Prozess theoreti- siert wird in seiner Bedeutung für die Aufrechterhaltung von Ungleichheitsstrukturen und Ausbeutungsverhältnisse.

    2013
    „Wo zwei Schwestern zusammen gehen, kann sie kein Tiger reißen“ koreanisches Sprichwort, gelesen in „Mama Superstar“

  6. VIP

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Spätestens seit Arthur de Gobineaus Theorie "Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen", wurde die Idee des Rassenkampfes in der westlichen Welt sehr beliebt. Die Gedanken des Rassenkampfes wurden dabei auf sämtliche Bereiche der Gesellschaft übertragen. Nahezu sämtliche soziale Gruppen einer Gesellschaft, seien es nun Arme oder Kriminelle, wurden kategorisiert und mit bestimmten Eigenschaften versehen. So war es üblich von der Arbeiterrasse oder Adelsrasse zu sprechen. Rassismus war von Anfang an nicht auf ethnische Kategorien beschränkt sondern auf willkürlich definierte, gesellschaftliche Gruppen anwendbar.

    ...

    Die Dekontextualisierung von Menschen erlaubt hingegen eine Projektion der aktuellen Praxis und des empfundenen Bedrohungspotentials auf diese Menschen. Auf diese Weise legitimieren sich Praxis und Theorie gegenseitig.
    Kommunizierte Knappheit, bedingungslose Prognosen, bedingungsloses Wachstum, bedingungloser Fortschritt und Wettbewerb; sie alle sind Instrumente derer sich der Rassismus bedient.

    Rassismus - Seine Entstehungsgeschichte und Ursachen

    Falls es jemand tatsächlich nicht wissen sollte, wie Rassismus entsteht.

    Bildung und Aufklärung sind Mittel, um Rassismus zu mindern. Auch persönliche Gespräche mit Menschen anderer Hautfarbe.

    „Wo zwei Schwestern zusammen gehen, kann sie kein Tiger reißen“ koreanisches Sprichwort, gelesen in „Mama Superstar“

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen

    Momentan wird ein Gegensatz aufgemacht, der mir gar nicht gefällt und der Zwietracht säht und wieder zu Ungerechtigkeiten führt.

    Daher gefällt mir auch der Banner Black lives matter nicht. Geht es um Rassismus bzw. die Bekämpfung desselben oder um Erhöhung einer Menschengruppe?

    "Weisse" versus "Schwarze" und der Wettbewerb, welche besser sind. So funktioniert das nicht.

    Wie übersetzt du dir denn den Slogan: "Black lives matter"?

    Das heißt doch nichts anderes als: "Das Leben von Schwarzen hat (auch) Bedeutung".

    Wo liegt deiner Meinung nach der Wettbewerb? Wo wird dabei besser (oder schlechter) sein ausgedrückt?

    Es ist für mich der auf eine kurze Formel gebrachte, berechtigte Anspruch genauso behandelt zu werden wie Weiße. Ob es dabei um Jobs oder Polizeikontrollen, alltägliches Verhalten, wie über sie, aber nicht mit ihnen gesprochen wird..... oder um was auch immer geht.

    Der Wert eines Menschen wird nicht von der Hautfarbe bestimmt, sondern davon, das er ein Mensch ist.
    Das geht einfach tiefer und direkt an die Ursache all dessen, was zuletzt der Tod von George Floyd auslöste: es geht um Rassismus.
    Think before you print.

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Momentan wird ein Gegensatz aufgemacht, der mir gar nicht gefällt und der Zwietracht säht und wieder zu Ungerechtigkeiten führt.

    Daher gefällt mir auch der Banner Black lives matter nicht. Geht es um Rassismus bzw. die Bekämpfung desselben oder um Erhöhung einer Menschengruppe?
    Dazu habe ich einen netten Cartoon gesehen:
    Einer fragt verständnislos: "Wieso black lives matter? Wieso nicht all lives matter?"
    Der andere sagt entnervt: "Wegen A****löchern wie dir."

    Ich sehe ein, dass es bei vielen wirklich einige Zeit dauern kann, bis der Groschen gefallen ist. Ich habe es auch nicht sofort verstanden.
    Vielleicht noch mal so erklärt, ganz einfach:

    "All lives matter!" zu sagen ist darum nicht ausreichend, weil es trivial ist. Niemand stellt in Frage, dass alle Leben wichtig sind.
    Das ist trivial, und noch dazu sehr abstrakt.
    Es muss niemand davon überzeugt werden, dass weiße Leben wichtig sind. Weiße werden sowieso überall auf der Welt bevorzugt, strukturell oder individuell, weiße Leben sind durch Diskriminierung und Rassismus nirgendwo auf der Welt eingeschränkt und gefährdet.
    Schwarze Leben aber sehr wohl. "Black lives matter" ist eben NICHT trivial und selbstverständlich.
    Darum ist es wichtig, die Leute daran zu erinnern, dass schwarze Leben AUCH wichtig sind, GENAUSO wichtig wie andere. Es ist auch wichtig, sich das selbst ins Gedächtnis zu rufen und sich dazu zu bekennen.

    Wenn die AfD und die Rechten jetzt (scheinheilig, ich unterstelle, dass ihnen sehr wohl bewusst ist, was sie da tun) überall mit "all lives matter" um die Ecke kommen, tun sie nichts anderes, als die Existenz von Rassismus zu leugnen. "All lives matter" bedeutet im Grunde nur "Liebe Schwarze, seid still, euer Problem gibt es gar nicht."
    >>Der Zahn der Zeit steht auf der Seite der Vernunft.<< (Jan Böhmermann) 🐧🐧🐧

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Jahrelange Rassismusforschung, die sich auch mit den Tätern beschäftigt, und „man“ weiß nicht wie Rassismus entsteht?

    Es kommt darauf an, wer "man" ist.
    In der Fachwelt ist es teilweise bekannt, auch wenn es dazu nicht eine klare Meinung gibt, die alle Fachleute unwidersprochen bestätigen würden.

    Dieses Wissen ist aber bei einem durchschnittlichen Menschen kaum angekommen. Und wenn doch, dann meistens unzureichend.
    Es hat auch Gründe, warum es so ist.
    Und ich glaube nicht, dass sich das schnell ändern wird.

    Es bringt auch nicht viel, Stichworte zu liefern.
    Jeder, dem es wichtig ist, muss sich die Mühe machen, selbst herauszufinden, wie die Zusammenhänge sind.

    Zu verstehen, warum Menschen zu Rassisten werden, ist mittelfristig auch Prävention.
    Das trifft auch auf viele andere Bereiche zu, wie z. B. Kindesmissbrauch.

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    AW: Rassismus in Deutschland – Randphänomen oder Alltagsproblem?

    Zitat Zitat von Prilblume Beitrag anzeigen
    Dazu habe ich einen netten Cartoon gesehen:
    Einer fragt verständnislos: "Wieso black lives matter? Wieso nicht all lives matter?"
    Der andere sagt entnervt: "Wegen A****löchern wie dir."

    Ich kenne einen Cartoon, der genau so anfängt, aber damit endet, dass der erster Charakter immer noch "Black lives matter!" sagt und der andere zustimmt mit "Yeah!". Weil er verstanden hat, worum es geht.
    Erscheint mir sinnvoller als Deine Variante.


    "All lives matter!" zu sagen ist darum nicht ausreichend, weil es trivial ist. Niemand stellt in Frage, dass alle Leben wichtig sind.

    Richtig.
    Und wenn man z.B. in Deutschland aufgewachsen ist und sein Leben in der "richtigen" Blase verbracht hat, ist "Black lives matter!" genauso trivial. Und genau dann führt der Slogan zu Irritationen.


    Es muss niemand davon überzeugt werden, dass weiße Leben wichtig sind. Weiße werden sowieso überall auf der Welt bevorzugt, strukturell oder individuell, weiße Leben sind durch Diskriminierung und Rassismus nirgendwo auf der Welt eingeschränkt und gefährdet.
    Das für über 190 Staaten einfach zu behaupten halte ich für ziemlich arrogant. Du wirst es vermutlich nicht für jeden einzelnen Staat nachgeschaut haben (ich auch nicht). Das basiert auf dieser Idee, dass man als Weißer automatisch irgendwo in der Oberschicht mitspielt, egal wo man ist. Es gibt vermutlich Länder, erst recht Gegenden, in denen das ganz anders aussehen kann.

    Schwarze Leben aber sehr wohl. "Black lives matter" ist eben NICHT trivial und selbstverständlich.
    Siehe oben.

    Hier schon.
    Es ist auch ein Unterschied, ob die Polizei einen Schwarzen umbringt (die Fälle aus den USA, die es immer wieder in unsere Nachrichten schaffen) oder ob hier jemand eine Talkshow diskriminierend besetzt. Mich stört, dass diese Fälle immer wieder durcheinander geworfen werden.
    Darum ist es wichtig, die Leute daran zu erinnern, dass schwarze Leben AUCH wichtig sind, GENAUSO wichtig wie andere. Es ist auch wichtig, sich das selbst ins Gedächtnis zu rufen und sich dazu zu bekennen.
    Für all diejenigen (und das sind in Deutschland sicher viele) für die das sowieso schon selbstverständlich ist, kann das einfach schnell oberlehrerhaft wirken.

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