Das geht dann aber schon sehr ins Theologische. Jeder Christ, Muslim und Jude wird dir da sicher zustimmen, jeder aus seiner Perspektive.
Wobei ich es da auch mit Zazu halte:
Geht mir genau so - meiner Ansicht nach sind der jüdische, christliche und muslimische Gott ein und dieselbe Wesenheit, die nur jeweils unterschiedlich angebetet wird.
Aber gut, okay - sagen wir ja, der Staat, bzw. das Grundgesetz, bekennt sich zu einem monotheistischen Gott.
Gleichzeitig wird aber auch die Religionsfreiheit und - für mich ganz wichtig - die Freiheit der Weltanschauung gewährleistet. Damit steht doch der Atheist gleichberechtigt neben dem Christen...
Es gibt auf jeden Fall keine offizielle Staatskirche.
Es ist einfach schwierig - klar, unsere religiöse Historie ist christlich geprägt (wenn wir nicht zurück zu den alten Germanen gehen), aber ich sehe das trotzdem nicht als den prägenden Part unserer Kultur. Da gibt es noch ganz, ganz viele andere Bausteine, die sich zu regional sehr unterschiedlichen Ergebnissen ergänzen.
Ich persönlich bin lauwarme Evangele - evangelisch getauft und konfirmiert, aber mit zunehmendem Alter hab ich mit Religion eigentlich nix mehr am Hut. Vor mir aus kann jeder glauben an was er will - selbst an das fliegende Spaghettimonster - aber er soll mich bitte damit in Ruhe lassen.
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06.05.2018, 21:23
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
*lost in the woods*
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06.05.2018, 21:33
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
Und die Väter und Mütter des GG haben sicher auch nicht vorausgesehenen, dass 2018 gut 30% der Bevölkerung konfessionslos sind.
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06.05.2018, 21:40Inaktiver User
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
Ich bin bekennende Christin und ein wenig sprachlos.
Christliche Parteien? Nur, weil sie ein C in ihrem Namen haben? Die sich zu christlichen Werten bekennen? Tun sie das? Ich hinterfrage das ernsthaft.
Die Basis der christlichen Religion (und auch der meisten anderen Religionen = ich empfehle die Lektüre von Lessings Nathan) ist mMn die Nächstenliebe. „….. Ein Zweites aber ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“
Gemeint sind hier ALLE Nächsten. Nicht nur Parteifreunde, Bayern, Deutsche, Christen usw.
Würden wir alle, vor allem auch unsere Politiker, sich daran halten, dies als Basis für unser Handeln nehmen, brauchte es keine von politischer Seite angeordneter Kreuze und ein Wandschmuck ist das schon gar nicht. (Gute) Tradition ja, wenn es nicht nur äußerlich ist, sondern jeweils auch der inneren Einstellung entspricht.
Mir hat bislang niemand für mich logisch erklären können, warum ein von einer Muslima getragener Schleier als ein Symbol für die Unterdrückung der Frau gesehen wird, der Schleier Katholischer Nonnen nicht? Ich weiß, dass das OT ist, aber vielleicht mag mich ja doch jemand aufklären?
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06.05.2018, 22:03Inaktiver User
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
Das hier ist der Unterschied:
Tod für „unislamische Kleidung“
Es sind unter anderem Frauen, die diese neue Gewaltwelle besonders zu spüren bekommen. Der Polizeichef von Basra, Jalil Khalaf, hat zugegeben, dass in den vergangenen Wochen mindesten 40 Frauen in der Stadt ermordet wurden – wegen ihrer Kleidung, Make-up oder weil sie sich ohne Kopftuch auf die Straße gewagt hatten.
Irak: Ohne Kopftuch droht Enthauptung << DiePresse.com
oder das:
Weil sie kein Kopftuch mehr trug - Mann (41) tritt seine Ex auf der Strasse fast tot -
Frankfurt -
Bild.de
oder sowas:
Schule und Integration: Das Gift der muslimischen Intoleranz - Integration - FAZ
oder sowas:
Blutiger Streit in Wesel, weil eine Frau kein Kopftuch trug | WAZ.de | Rhein und Ruhr
oder, was auch im Forum schon verlinkt war, wenn muslimischen Mädchen von Mitschülern gesagt wird, sei seien keine richtigen Musliminnen, weil sie kein Kopftuch tragen. Und falls doch nicht, hier:
"Willst Du aussehen wie eine Deutsche?" Oder: "Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?" Und: "Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird.
Verkehrte Welt: Mobbing gegen kopftuchfreie Madchen | EMMAGeändert von Inaktiver User (06.05.2018 um 22:18 Uhr)
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07.05.2018, 07:06Inaktiver User
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07.05.2018, 07:56
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
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07.05.2018, 08:01
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
Man muss hier Kultur und Religion unterscheiden.
Natürlich ist das Christentum in der Architektur, in Malerei und sonstiger Kunst sichtbar.
Aber nicht als Bekenntnis, sondern als historische Tatsache.
Ein neu aufgehängtes Kreuz in einem Amt ist ein Zeichen des Bekenntnisses (und nicht der Kultur) und da habe ich selbst als Christin etwas dagegen.
Es verstößt gegen das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche.
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07.05.2018, 08:04
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
Die Merkel tut das gelegentlich. (und wird, wenn sie es tut, dafür meist lautstark gescholten).
Und ja, es ist doch selbstverständlich - sollte es zumindest sein - dass die Begriffe im Parteinamen auch tatsächlich eine Bedeutung haben für jene, die dieser Partei angehören bzw die diese Partei wählen. Worte sind ja nicht nur einfach dafür da, um weisse Seiten zu füllen oder etwas Lärm zu machen, sondern weil sie tatsächlich eine Bedeutung haben!
Wie Jesus klug bemerkte: die Kranken brauchen einen Arzt, nicht die Gesunden.Würden wir alle, vor allem auch unsere Politiker, sich daran halten, dies als Basis für unser Handeln nehmen, brauchte es keine von politischer Seite angeordneter Kreuze und ein Wandschmuck ist das schon gar nicht.
Wenn alle Menschen sowieso perfekt wären... bräuchte es keine Religionen, die ihm helfen sollen, sich zu perfektionieren. Aber Menschen sind eben nicht perfekt. Ideale wie die LIebe sind eben - anzustrebende Ideale. Nicht selbstverständlich vorhandene Realität.
Es schadet allerdings keineswegs. wenn Politiker aus C-Parteien auch gelegentlich von Kritiker:innen gefragt würden, ob dieses oder jene Projekt, das sie vorhaben, eigentlich mit christlichen Werten üereinstimmt. Das könnte noch ein paar rote Köpfe und ein paar Stotterer verursachen, stell ich mir vor. Und ist gut für die Moral
jein. Viele Traditionen erreichen eine Menge über Äusserlichkeiten, Symbole und Darstellungen, das ist keineswegs falsch, auch zu zeigen, wer man ist und was man denkt oder glaubt; oder durch äusserliche Übungen innerliche Realitäten zu verändern. (gelingt ja auch im Sport, warum nicht in der Religion?)(Gute) Tradition ja, wenn es nicht nur äußerlich ist, sondern jeweils auch der inneren Einstellung entspricht.
Weiss ich auch nicht. Ich will auch das muslimische Kopftuch nicht nur und ausschliesslich als Zeichen der Unterdrückung lesen.Mir hat bislang niemand für mich logisch erklären können, warum ein von einer Muslima getragener Schleier als ein Symbol für die Unterdrückung der Frau gesehen wird, der Schleier Katholischer Nonnen nicht?
Vielleicht weil das muslimische Frauen zu billiger Manövriermasse macht ,die sind ja sooo unterdrückt, die haben keine eigene Meinung oder Position, die äussern sich selten in der Öffentlichkeit, da kann man machen was man will mit denen?
gruss, barbara
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07.05.2018, 08:12
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
und diese 2000 Jahre an Geschichte - nicht nur die Kunst, aber auch das Menschenbild, das Rechtsverständnis, die Geschichten/Gleichnisse und darüber transportierten Lehren - durchdringen ja nach wie vor unser ganzes Denken. Immer noch.
Es wird zum Beispiel auch Atheisten im Samariterverein geben. Oder Konfessionslose, die von einem "Tohuwabohu" reden im Angesicht einer chaotischen Situation, oder die gelegentlich anmerken "nichts Neues unter der Sonne"... oder sonst eine Idee, ein Zitat aus der Bibel nutzen. Oft sogar ohne zu wissen, dass es ein Bibelzitat ist.
Unsere Schulen, unsere Spitäler, die Ämter zur Erfassung von Grundstücken und Familienbeziehungen - hat alles seine Wurzel in den christlichen Kirchen.
Deutschland hat keine so vollständige Trennung von Staat und Kirche, wie Frankreich es hat.Ein neu aufgehängtes Kreuz in einem Amt ist ein Zeichen des Bekenntnisses (und nicht der Kultur) und da habe ich selbst als Christin etwas dagegen.
Es verstößt gegen das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche.
Ausserdem weiss ich nicht wie man christliche Kultur haben kann, ohne sich zu christlichen Werten zu bekennen, wie soll das denn gehen? Die Kultur besteht ja, unter anderem, genau aus diesen Werten - Nächstenliebe, Erbarmen mit den Hilflosen und Schwachen, für sich selbst und andere sorgen...?
gruss, barbara
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07.05.2018, 08:14
AW: Ein Kreuz in Behördenund Ämter - notwendig, um uns zu unserer Identität zu beken
Auch bzgl. dieser Lesart bin ich mir nicht sicher, ob das so gemeint ist:
Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.
Zum Einen steht da ja, "in Verantwortung vor Gott und den Menschen" ... insofern also sozusagen keine 'Vorrangstellung' von Gott, sondern Gott und die Menschen sind in dieser Formulierung gewissermaßen auf gleicher Stufe.
Zum Anderen: kann man wirklich sagen wie du es tust, dass sich das Grundgesetz zu einem (monotheistischen) Gott bekennt, wenn doch die Präambel-Formulierung aussagt, dass man sich in der Verantwortung vor Gott (und den Menschen!) dieses GG gegeben hat, im GG selbst dann jedoch kein einziges Mal mehr von Gott die Rede ist?
Im GG selbst - bzw. im eigentlichen Text - gibt es also kein Bekenntnis zu Gott. Auch die Präambel selbst ist im Grunde genommen aus meiner Sicht kein "Bekenntnis zu Gott", sondern allein das Motiv dieses GG zu erschaffen, bezieht sich u.a. (!) auch auf Gott.
Kurzum: das GG inkl. seiner Präambel pocht meiner Ansicht nach im Kern auf die Religionsfreiheit in großzügigster bzw. weitestmöglicher Auslegung inkl. des garantierten Rechtes an gar keine Religion zu glauben; ein wirkliches Bekenntnis zu einem monotheistischen Gott ist, wenn man es genau nimmt, nicht oder nur sehr schwer erkennbar.
VanDyckGeändert von VanDyck (07.05.2018 um 08:19 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman



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