nein.
Politik soll sich an Idealen orientieren; Und diese dann übersetzen ins Machbare.
Aber man braucht schon ein Ideal - eine Richtung, eine Idee, an der man sich orientieren kann. Sonst weiss man nämlich gar nicht, ob man in die erwünschte Richtung geht, wenn das einzige Kriterium "was ist machbar?" ist. Es ist nämlich auch viel Unsinn machbar, der lieber ungemacht bliebe.
Da sind wir uns ja einig, schrittweiser Umbau ist angesagt, nicht eine sofortige radikale Umstellung.Ich halte es für verantwortungslos, einigermaßen funktionierende Modelle nicht laufend zu korrigieren,
Das scheint dir ja sehr wichtig zu sein, dass klar ist, wie Dinge funktionieren sollen.sondern zugunsten einer Utopie zu zerschlagen, bei der noch nicht mal klar ist, wie genau sie funktionieren soll.
Ich habe schlechte Nachrichten für dich: die Zukunft ist immer unsicher. Man weiss nie, ob und wie sie funktionieren wird. Das ist einfach so. Fact of life. Finde dich besser damit ab.
Gilt übrigens auch für "weiter wurschteln wie bisher" - was in den letzten fünfzig Jahren zufriedenstellende Ergebnisse brachte, bringt die vielleicht nicht mehr in den nächsten zehn Jahren, auch wenn man genau gleich weiter macht.
Wieso, wie viele Utopien hast du denn schon praktisch umgesetzt?Utopien klingen vielleicht theoretisch reizvoll, in der Praxis sind sie zumeist die Steigerung von "wursteln", nämlich Chaos.
Wenn gute organisatorische Fähigkeiten vorhanden sind, und sorgfältiges Denken und Planen - spricht nichts gegen das Umsetzen von Utopien. Genauso wenig wie gegen das Umsetzen von andern komplizierten und/oder komplexen Projekten spricht.
nein, aber die meisten zahlen, was immer sie zahlen, in Euro.Ich wusste gar nicht, dass in D alle Einwohner von Sozialtransfers leben?
Einem Euro ist es übrigens auch reichlich egal, ob er gerade von Firma zu Firma, Firma zu Staat, Staat zu Einzelperson, Einzelperson zu Einzelperson, Einhelperson zu Staat, oder wie auch immer, verschoben wird.
Die gesamte Geldmenge bleibt sich dadurch gleich. und es geht um die gesamte Geldmenge, die heute ausreicht, damit alle zahlen können, und di esich durch ein BGE nicht verändern wird und somit auch später ausreichend gross sein wird.
Auch wenn das Geld andere Wege gehen wird als heute.
Es gibt auch keinen Grund, Erwerbsarbeitsplätze abschaffen zu wollen, klar bleiben die erst mal erhalten. Thema hier ist das BGE....Deine Rechnung geht nicht auf, denn du sprichst dich einerseits gegen das "Weiterwursteln" aus, gehst aber im selben Atemzug davon aus, dass das bisherige Wirtschaftssystem erhalten bliebe. Auch die Erwerbsneigung und die -möglichkeiten.
Es ist durchaus eine Option, die internationale Vernetzung zurück zu fahren und wieder mehr national zu handeln, um die Binnenwirtschaft zu stärken. Das ist möglich, und oft durchaus auch sinnvoll, auch wenn das aktuelle wirtschaftswissenschaftliche Dogma das genaue Gegenteil propagiert.Wenn man sich die aktuelle Angst in D vor den Strafzöllen der USA ansieht, bekommt man einen kleinen Eindruck davon, wie labil das Gleichgewicht ist und wie stark die internationale Vernetzung.
Internationale Wirtschaft war noch nie ein Ponyhof, und schon immer ein Haifischbecken. Das ist wirklich nichts neues.Da können Strafzölle anderer Länder tausende von Jobs in der Automobilindustrie kosten.
Hat aber mit Grundeinkommen ja oder nein nun herzlich wenig zu tun.
mit sowas muss man halt klar kommen. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.Ein anderes Beispiel der internationalen Abhängigkeit ist übrigens der Schweizer Franken. Obwohl die CH eine eigene Währung hat, schwankt deren Wert in Abhängigkeit zu den Geschehnissen in anderen Ländern - mit deutlichen Folgen für die Schweizer Wirtschaft.
nein da gibt es doch noch eine Menge anderer Möglichkeiten.Das gelingt nur dann, wenn man die Steuerungsmöglichkeiten nicht ganz aus der Hand gibt. Verpflichtet sich der Staat, jedem Einwohner auf unbegrenzte Zeit ein BGE auszuzahlen, sind die Budgets festzementiert und im Fall einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung kann man dann nur allen das Geld kürzen.
Für SchweizerInnen zum Beispiel: ja zur Vollgeldinitiative am 10. Juni![]()
(dass ein Vollgeldsystem zur teilweisen Finanzierung eines BGE oder einer "Bürgerdividende" benutzt werden könnte, wird von den Initianten explizit so gesagt)
All jene BedenkträgerInnen, die sich unglaublich Mühe geben, alle Probleme aufzuzählen und zu demonstrieren, dass Veränderung, angeblich, unmöglich sei?Wer sagt denn, dass es so weiter gehen muss wie bisher?
gruss, barbara
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30.04.2018, 09:24
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
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30.04.2018, 09:25
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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30.04.2018, 09:43Inaktiver User
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
Ist das denn wirklich so? Mehr als wann? Ich frage wirklich, weil es mich interessiert. Ein guter Indikator ist immer die Arbeitslosenquote, die ist niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht. Die Quote wird ja genauso erhoben wie früher, also die Vergleichsbasis stimmt. Die Zahl der Langzeitsarbeitslosen ist stark zurückgegangen, von 1,7 Mio auf 853.000 (Jahre 2005 bis 2017). Sieht also nicht schlecht aus, vor allem, wenn man das mal mit den anderen EU Ländern in Westeuropa vergleicht. Vor allem auch in Bezug auf die Jugendarbeitslosigkeit.
Also es würde mich interessieren, in wieweit die Armen nach deiner Aussage mehr werden - und wie du Armut definierst. Dass man Vollzeit unter 2000 Euro verdient, sagt ja nicht zwingend was darüber aus, in welchen Verhältnissen man lebt, obwohl es sicher ein guter Indikator ist. Für einen Familienvater ist es herzlich wenig, für einen Berufsanfänger, der noch im Hotel Mama wohnt, recht viel. Für den würde sich nich viel ändern, außer dass er sich vielleicht fragen würde, warum er für 400 Euro netto noch Vollzeit arbeiten gehen soll.Geändert von Inaktiver User (30.04.2018 um 09:50 Uhr)
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30.04.2018, 09:48Inaktiver User
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
Ist das jetzt so ein Skandal, dass jemand unter 2.000 Euro verdient?
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30.04.2018, 09:58Inaktiver User
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
Da musst Du mich verwechseln.
Wenn ich die Digitalisierung angesprochen habe, geschah das aus dem Grund, dass es mehrere Felder gibt, die künftig zu beackern sind. Den Politikern geht heute schon die Düse, weil Deutschland erst wach werden muss.
Und was heißt, sich immer nur am Machbaren zu orientieren? Das heißt "auf Sicht fahren" und wie bisher: Wir kümmern uns erst, wenn das Problem vor der Tür steht? Und dann wird weiter gewurschtelt.
Was alles machbar in Zukunft sein wird, sagen uns andere (!) und unsere Politiker sind gefragt, Zukunftsmodelle zuzulassen, die das Wort auch verdient haben, nämlich die bevorstehende Zukunft zumindest so einzuleiten und auf ein solides Fundament zu stellen, dass darauf aufgebaut werden kann! Machen wir so weiter, wird es einen Verteilungskampf nicht geahnten Ausmaßes geben.
Und ja, es wird immer arme Menschen geben. Einem jeden Menschen recht getan, ist eine Kunst, wie niemand kann!
Wir reden hier vom BGE und dem Umstand, dass der Bevölkerung ein existenzsicherndes Fundament gegeben wird. Was er darauf aufbaut, obliegt ihm ganz allein.
Und nach wie vor bin ich der Meinung: Die Kohle dafür ist da bzw. kann locker gemacht werden!
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30.04.2018, 10:04Inaktiver User
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
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30.04.2018, 10:08
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
"Nichts kann existieren ohne Ordnung- nichts kann entstehen ohne Chaos" Sagte schon der gute, alte Albert Einstein.
Es wird sowieso Chaos geben, aber noch kann man eine gewisse Ordnung darin schaffen. Wenn alles "plötzlich" vor der Tür steht, dann beherrscht das Chaos uns und nicht anders herum.
Was wird gerade politisch diskutiert? Die Digitalministerin redet was von "Flugtaxis", übersieht aber geflissentlich, das wir digital völlig hinterher hinken.
Der Bürger selbst soll Funklöcher melden
Das bekommen sie schon nicht allein hin.
Ausbau des Breitbandnetzes... Hinkt völlig hinterher.
Und da soll ich darauf vertrauen, das ein "weiter so, nur ein bisschen hier und dort was geändert und schon sind die Probleme, die Industrie 4.0 mit sich bringen wird, auch gelöst " für viele hier gut enden wird!?Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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30.04.2018, 10:08Inaktiver User
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30.04.2018, 10:13Inaktiver User
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30.04.2018, 10:19
AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment
Heute verhungert keiner in Deutschland; offenbar ist Geld in genügender Menge da, dass Leute sich was zu essen kaufen können.
Wenn man an der Geldmenge nicht rumschraubt, wird folglich auch nach Einführung eines BGE immer noch genau dieselbe totale Geldmenge vorhanden sein.
Da muss man noch nicht mal rechnen gehen, um festzustellen, dass die Geldmenge NICHT das Problem ist.
gruss, barbara



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