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  1. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    ... Ein großes Projekt droht, nicht rechtzeitig fertig zu werden, dann ist einfach kurzfristig mehr Arbeit für eingearbeitetes Personal erforderlich. Da kann man nix verteilen auf mehr Schultern, weil du die Leute zeitlich nicht einarbeiten kannst und nach ein paar Monaten der Bedarf wieder weg ist.
    So etwas rechtfertig kurzfristige und zeitlich begrenzte Überstunden durchaus. Ich habe oft Nullserien begleitet, da rechnet man mehr oder weniger schon damit, dass es zum Ende hin knapp werden kann, wenn der Roboter immer noch nicht so läuft, wie er eigentlich sollte. Es gibt Prüfserien, da müssen zehntausend Teile hintereinanderweg im rollierenden Schichtsystem fehlerfrei aus der Maschine kommen. Zehntausend klingt nicht viel, aber zum erreichen von wirklich fehlerfrei ist es viel, sollte man kaum glauben. Deswegen sehe ich Industrie 4.0 relativ gelassen entgegen.
    Natürlich werden Automaten einfache und stupide Arbeiten immer schneller erledigen als der Mensch, aber noch ist die künstliche Intelligenz nicht so weit, Entscheidungen außerhalb der Programmierung zu treffen. Alles was außer der Norm ist, stellt die Maschine noch vor Probleme.
    Es wird auch in den nächsten 20 Jahren keine führerlosen Personentransporter geben, die nicht in ein Leitsystem eingebunden sind. U-Bahnen, Kurzstreckenschienenverkehr, da ist das durchaus möglich, aber die bis dahin zu entwickelnden Sicherheitsvorkehrungen für eventuelle Vorfälle, die erfordern hochqualifiziertes Personal und eine lange Testphase, durchaus mit Überstunden verbunden .
    Das sind spezielle Fälle und mit den zB. im Pflegebreich anfallenden Überstunden überhaupt nicht zu vergleichen.

    Es wird m.M.n. eigentlich nicht weniger Arbeit werden, aber es wird in den Bereichen, wo man viel automatisieren kann eng werden, was das "Bodenpersonal" betrifft.
    Und wenn wir weiterhin billig, billig China kaufen brechen hier Industriezweige weg, die in China teilweise unter katastrophalen Arbeitsbedingungen den Weltmarkt überschwemmen.
    Führt aber wieder zu weit vom Thema weg.

    Ich wäre tatsächlich für Arbeitszeitverkürzung und Jobsharing, gerade in den Pflegeberufen, die 7 Tage in der Woche gefordert sind.
    Ich bin damals ganz bewußt aus der besser bezahlten Schichtarbeit in meiner Branche ausgestiegen, alle 6 Wochen eine freies Wochenende machen das Sozialleben kaputt.
    Geändert von Inaktiver User (11.05.2018 um 14:35 Uhr)

  2. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Die Schweiz

    gruss, barbara
    Könnte und wollte die ernsthaft Millionen Arbeitnehmer aus D dauerhaft aufnehmen?

  3. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    ... Es gibt aber auch Situationen, wo Überstunden einfach erforderlich sind. Ein großes Projekt droht, nicht rechtzeitig fertig zu werden, dann ist einfach kurzfristig mehr Arbeit für eingearbeitetes Personal erforderlich. Da kann man nix verteilen auf mehr Schultern, weil du die Leute zeitlich nicht einarbeiten kannst und nach ein paar Monaten der Bedarf wieder weg ist.
    Natürlich gibt es solche Situationen.
    Deshalb sollte die Arbeit ja grundsätzlich auf mehr Leute verteilt werden, und nicht erst, wenn es kapazitär klemmt.
    Dann würden die Überstunden ebenfalls auf mehr Schultern verteilt.

  4. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Lesen hilft.
    Statt bloß rumzumotzen, könntest Du ja auch versuchen, sachlich zu widerlegen, was ich schrieb.
    Dürfte aber schwierig werden, insofern ist auch Dein Gemotze fehl am Platz..

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Natürlich gibt es solche Situationen.
    Deshalb sollte die Arbeit ja grundsätzlich auf mehr Leute verteilt werden, und nicht erst, wenn es kapazitär klemmt.
    Dann würden die Überstunden ebenfalls auf mehr Schultern verteilt.
    Du lebst auch nicht ganz in der realen Arbeitswelt.

  6. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Natürlich gibt es solche Situationen.
    Deshalb sollte die Arbeit ja grundsätzlich auf mehr Leute verteilt werden, und nicht erst, wenn es kapazitär klemmt.
    Dann würden die Überstunden ebenfalls auf mehr Schultern verteilt.
    Es würden vielleicht kaum noch welche anfallen.

    Vielleicht können wir ja mal festhalten, dass eine bessere/ gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit schon mal helfen würde. Und das es dennoch darauf hinausläuft, nicht mehr nur auf einen Job zu bauen, es sei denn man ist ganz spezieller Spezialist. (und selbst das kann in die Hosen gehen)
    Wenn also die Maschinenarbeit zunimmt, die Automatisierung immer weiter geht, braucht es definitiv weniger Personal bei den Maschinenbedienern.
    Im Verwaltungs- und Bürobereich ist das Outsourcing an Maschinen anders gelagert, da kenne ich noch viel zu viel "Handarbeit". Und wenn in den Firmen das SAP-System nicht so geführt wird, wie es eigentlich erforderlich ist, dann braucht es halt alle Vierteljahre eine Inventur.
    Und derart menschliche Fehler verursachen wiederum häufig Überstunden. Hier fehlts oft schlicht und ergreifend an der Kontrolle. Kann man die mit Maschinen ersetzen? Ich weiß es nicht.
    Wir müssen also Arbeit umverteilen und na sagen wir mal, nicht attraktive Arbeit attraktiver machen und die Stundenzahlen bei mehr Personal kürzer fassen. Das dies machbar ist, dürften die Abschlüsse der Metaller und der Chemieindustrie hin und wieder zeigen.
    Bei den Kapital- und Erbgeschichten bin ich leider draußen, da fehlt mir echt das Wissen.
    Aber Maschinensteuer und Erbschaftssteuer versteh ich noch.

    So und nun seid ihr wieder dran.
    Schönen Abend noch, ich muss morgen bissl Bruttosozialprodukt steigern.

  7. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Du lebst auch nicht ganz in der realen Arbeitswelt.
    Laberrhabarber.
    Wie wäre es mal mit einem sachlichen Einwand?

  8. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Das ist m. E. nur bei (ohnehin weit übertariflich bezahlten) Führungskräften üblich.
    Ansonsten muss man halt mit dem leben, was man unklugerweise unterschrieben hat.
    Ich würde keinen Arbeitsvertrag unterschreiben, in dem mir für Überstunden nicht 1:1 Freizeitausgleich zugesichert wird.
    [...]
    Klar, mein "Verständnis" ist ja auch extrem provokant:
    Ich gehe eben davon aus, dass Erwerbsarbeit knapp ist und jede/r welche braucht, um kein Leben in Armut führen zu müssen.
    Insofern halte ich die gleichmässigere Verteilung dieser Erwerbsarbeit für sozial. Und das Ansinnen, für Mehrarbeit über das vertraglich vereinbarte Maß auch noch staatlich/steuerlich belohnt zu werden, halte ich für asozial.
    So verständlicher?
    @Kistenkumpel, ja und nein!

    Näher ausgeführt:
    Beginnen wir mal mit meinem Beispiel. Ich verdiene mitnichten überdurchschnittlich, arbeite aber bei einem Unternehmen, welches keiner Tarifbindung unterliegt, weswegen die Klausel im Arbeitsvertrag, dass Überstunden nicht zusätzlich abgegolten werden, möglich ist.
    Jetzt sagen Du und Amboise, dass Ihr einen solchen Vertrag nie unterschreiben würdet. Damit sind wir wieder bei der Kernfrage, ob und welche Arbeit es überhaupt gibt und in der Zukunft geben wird. Und da sage ich immer noch: Es wird nach wie vor Arbeit geben, aber die Bedingungen (z.B. erwähnte Überstundenklausel) sind halt oft so, dass viele lieber keine Arbeit annehmen. Das ist m.E. legitim, aber soll bitte nicht mit "Fehlen existenzsichernder Arbeitsplätze" begründet werden, sondern mit "Fehlen für mich akzeptabler Arbeitsplätze".
    Und jetzt schlage ich den Bogen zum Vorschlag, dass jeder nur teilzeit arbeitet:
    In der Theorie sehe ich das auch so, aber eben wirklich nur in der Theorie. In der Praxis geht der Trend im Arbeitsmarkt 2.0 (Digitalisierung,...) in genau die Richtung, in der ich bereits arbeite: Der Mitarbeiter ist auf dem Papier angestellt, aber faktisch eher wie ein überforderter Selbständiger. Die Aufgabe lautet nicht: Arbeite x Stunden für mich, sondern faktisch: Erledige die folgenden Arbeitsinhalte, egal wie lange Du dafür brauchst. Wer schnell ist, hat mehr Freizeit und damit (faktisch) einen höheren Stundenlohn. Wer langsam ist, macht unbezahlte Überstunden. Und dazwischen sind alle Nuancen möglich.
    Wenn nun nur Halbtagsstellen vergeben würden, würde das nur funktionieren, wenn der Mitarbeiter etwas weniger als die Hälfte der Ziele hätte (- weil es auch Aufgaben gibt wie Meetingteilnahme, die den Voll- und Teilzeitmitarbeiter gleichermaßen fordern). Glaubst Du wirklich, ein Arbeitgeber würde sich so verhalten? Naheliegender erscheint mir, dass der Arbeitgeber frohlockend weniger Gehalt für mehr Leistung bezahlt; schon heute zahlen Teilzeitmitarbeiter meist drauf, da ihre Arbeit fast immer verdichteter ist.
    Und wie sollte diese neue Gestaltung von Arbeitsverhältnissen regulierbar sein? Mobiles Arbeiten kann (und will) man nicht mehr zurückdrehen. Stechuhren können nicht mehr zurückgeholt werden.
    (Schade btw, dass mein Strang über die Digitalisierung keine Resonanz findet.)

    @Kistenkumpel, ich bin auch Sozialromantikerin - aber das führt m.E. ohne Berücksichtigung der äußeren Faktoren und globaler Entwicklungen nicht weiter. Und gerade beim BGE-Thema liegt mir am Herzen, dass der Dunstkreis von Utopien auch einmal verlassen wird zugunsten von Ansätzen mit einer Chance auf Realisierung.

  9. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und gerade beim BGE-Thema liegt mir am Herzen, dass der Dunstkreis von Utopien auch einmal verlassen wird zugunsten von Ansätzen mit einer Chance auf Realisierung.
    Liebe Galah, wenn aber die Diskussion um die Möglichkeiten des BGE als "Dunstkreis von Utopien" betrachtet wird, tust Du denen Unrecht, die sich wirklich ernsthafte Gedanken darüber machen und nach Lösungen suchen. Wie ich und auch andere hier haben uns wirklich gute Gedanken darüber gemacht, einschließlich der Betrachtung der Zukunft der Arbeitswelt. Und es sind nicht nur einfache Leute, wie wir hier, am Überlegen, sondern Universitäten, Ökonomen, ja sogar Arbeitgeber und was-weiß-ich. Es sind keine Utopien, sondern Visionen, die möglichst zum Guten der Menschen Realität werden sollen.

    Was Du alles beschreibst, ist die heutige Arbeitwelt und steuern wir da nicht beizeiten gegen, wird es noch schlimmer.

    Und nein, es zwingt Dich niemand, einen Knebelvertrag zu unterzeichnen und gewisse Berufssparten haben durch ihre schlechten bis sehr schlechten Arbeitsbedingungen dafür gesorgt, dass keiner mehr diese Jobs machen will, jedenfalls nicht in der Zahl, wie gewünscht. Gerade z.B. im Pflegebereich hat man erkannt, dass sich vieles ändern muss!

    Was die Bedingungen der Verträge angehen, bin ich der Meinung, dass die Gewerkschaften da nach wie vor gefragt sind und sich vielleicht mal überlegen sollten, wie ihre Einnahmepraxis in der Zukunft aussieht. Wenn jemand aus der Gewerkschaft austritt, hat das meist handfeste Gründe, nämlich: Keiner kümmert sich um die Belange des/der Betroffenen und - je nach Einkommen - geht 1 % des Bruttoeinkommens in deren Kasse. Da rechnet mancher Familienvater, dass er mit - sagen wir mal - 40 bis 50 Euronen mehr ausrichten kann (z.B. Einkäufe für die Familie), und somit besser angelegt sieht, als in der Gewerkschaft. Ist nicht jede so rührig und kämpferisch, wie die IG Metall oder die GdL.

    Und ja, ich bin auch eine Sozialromantikerin und sehe daran nichts Schlechtes. Ich sehe, dass uns das Kapital seit Jahrzehnten fest im Griff hat und wir vor diesem immer noch in die Knie gehen und viele sich mehr recht als schlecht durchs Leben wurschteln, Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen, die sie krank und unzufrieden machen.

    Aber wiederum bedienen wir die Bedingungen auch.

    Es ist an der Zeit (und sie wird kommen, davon bin ich überzeugt), dass es umgekehrt wird. Wir "diktieren" dem Kapital unsere Bedingungen. Letztlich müssen wir uns darüber bewusst werden, dass sie letztlich auch auf uns angewiesen sind. Machen wir die Arbeit nicht, haben sie keine Einnahmen. Wir dann zwar dann auch nicht, aber wenigstens unsere Ruhe .

    Mir ist auch bewusst, dass das alles nicht von heute auf morgen kommt, sondern ein Entwicklungsprozess sein wird, der auch seine Zeit braucht. Aber gut in die Wege geleitet und vor allen Dingen begleitet von starken Unterstützern (sprich Gewerkschaften) und dem Zusammenhalt der Gesellschaft müsste das was werden.

    Auf lange Sicht verabschieden wir uns von dem Gesellschafts- und Arbeitsbild, das wir zur Zeit haben. Das ist den Menschen in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach gelungen. Warum jetzt nicht?

    Ja und auch das darf und muss ausgesprochen werden: Wenn es nix wird, dann machen wir halt so weiter und nehmen da was weg, um es dort hinzupacken usw. usf. (bedarfsorientiertes Handeln). Dann bleibt alles beim "Alten". Aber bitte dann auch nicht drüber aufregen, dass man so miese Arbeitsbedingungen hat und schon wieder die ölwendrölfzigste Steuererhöhung beschlossen wurde.
    Geändert von Inaktiver User (12.05.2018 um 10:13 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Galah, solltest du nicht zu einer der benannten Personengruppen gehören, kann die Klausel zwar gerne im Vertrag stehen. Sie gilt aber nicht!

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