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  1. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da ich, was übermäßige Ü-Stunden angeht, da ganz bei hillary bin, würde mich doch interessieren, in welcher Berufssparte Du bist, dass Du "gleich mehrere Wochen" Ü-Stunden abbummeln kannst. Wirst Du dann nicht vermisst? Wer macht dann Deine Arbeit?

    .........
    Ich bitte um Nachsicht, dass ich mich bezüglich der Sparte bedeckt halte.
    Nur so viel : der Job hätte locker für eine Vollzeitstelle gereicht arbeitstechnisch, gehört aber zu einem Bereich, in dem es gerne nur Teilzeitverträge gibt, die maximal nach irgendwelchen "Haustarifen" ausgerichtet sind.

    Wenn ich nicht da war, konnte eben nur das Alltagsgeschäft nach den üblichen Routinen von den über 40 KollegInnen abgearbeitet werden.
    Alles, was darüber hinaus ging (konzeptionelle Arbeit mit einem Vertragspartner, Terminierung von Fremdleistungen, Dienstbesprechungen zu einer umfangreichen konzeptionellen Änderung/ Schulungen, sogar buchhalterische Aufgaben) , blieb halt liegen bis ich wieder im Dienst war - und damit waren die nächsten Überstunden vorprogrammiert.

    Nach meinem Ausscheiden war die Stelle monatelang nicht besetzt, die beiden nächsten Nachfolgerinnen waren jeweils nach einem Jahr wieder weg .... dann wurden die ehemaligen KollegInnen eben nicht weiter unterstützt in der Umsetzung des neuen Konzeptes (Geschäftsstelle kannte sich null aus mit den Alleinstellungsmerkmalen dieses Teilbetriebes) und bekamen zum Dank auch erst mal alle Überstunden gestrichen, die ich ihnen zuvor quittiert hatte : "Frau nachgefragt ist nicht mehr zuständig, ihre Unterschrift ist nicht mehr gültig".
    Mit anderen Worten : ein Saftladen

  2. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    .....

    Welchen gesellschaftlichen Sinn sollte es denn wohl haben, Leute uüber das höhere seinkommen hinaus noch dafür zu belohnen, dass sie viel arbeiten?
    Und warum sollten Menschen freiwillig arbeiten, wenn ihnen ein Großteil der Einkommen abgenommen wird und sie nicht sehen, dass mit dem Geld etwas sinnvolles getan wird?

    Und was die Abwanderung von leistungsfähigen und -willigen Menschen angeht, dem sähe ich entspannt entgegen.
    Alle naslang erzählt irgendwer, er haut aus D ab, weil hier alles so furchtbar ist.
    Keiner kann mir sagen wohin er denn dan gehen möchte und wirklich gegangen ist von denen auch kaum einer.
    Ich sehe es nicht so entspannt. Auch aus persönlichen Gründen. Zwei meiner Geschwister (samt Familie) sind schon weg und meine beiden Kinder haben nun Deutschland ebenfalls den Rücken gekehrt. Wenn erst mal die ersten Familienmitglieder gut woanders angekommen sind, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächsten folgen. Dies ist bei Deutschen nicht anders, als bei anderen Auswanderern. (Nur das zumindest in meiner Familie die Sprache des neuen Landes schon lange vorher gelernt wird.)

    Die Tatsache, dass ausländischen Fachleute einen großen Bogen um Deutschland machen, spricht für sich. Für Versorgungssuchende ist Deutschland ein attraktives Land, für Leistungsträger inzwischen eher nicht mehr.

    Und im Krankenpflegebereich entstehen Überstunden durch Personalmangel und wo ich das direkt beobachten kann, entsteht der Personalmangel nicht, weil es keine BewerberInnen gäbe, sondern weil die Arbeitgeber einfach keine Stellen ausschreiben oder Ausbildungsplätze anbieten. Sie fahren lieber ihr Bestandspersonal auf Verschleiss, um mehr Profit zu machen.
    Und wenn Stellen ausgeschrieben werden, dann oft zu Konditionen, die eben unattraktiv sind.
    Ich arbeite auf diesem Gebiet und ich kann Deine Ansicht nicht bestätigen. Es sind eigentlich genug Pflegekräfte da, allerdings wollen inzwischen zu viele nur noch Teilzeit (bis 30 Stunden) arbeiten und sind nicht bereit auch nur eine bezahlte Überstunde zu leisten, weil der Staat sich von der Vergütung über 50% krallt.
    Und ja, die Konditionen in der Pflege sind oft unattraktiv, Schichtdienste und Wochenendarbeiten sind nicht jedermanns Sache. Aber diese Arbeit muss ja trotzdem gemacht werden.
    Aber Du bist ja der Meinung, dass jeder, der mehr als 20 Stunden arbeitet, dafür dann auch noch durch hohe Abzüge bestraft werden soll. Der bereits existierende Mangel an Mitarbeitern ist schon eine Folge so einer Einstellung, denn genau die jetzt schon viel zu hohe Abgabenlast macht "Weiss"-Arbeit unattraktiv.

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Mit welcher Begründung werden denn Überstunden mit einem höheren Steuersatz belegt?

  4. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Mit welcher Begründung werden denn Überstunden mit einem höheren Steuersatz belegt?
    das würde mich auch mal interessieren. normalerweise gilt hier der normale steuersatz.es kann sein, dass im monat der auszahlung die steuerabzüge sehr hoch sind, aber das kann man sich über die einkommensteuererklärung ja wieder zurückholen.

  5. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Mit welcher Begründung werden denn Überstunden mit einem höheren Steuersatz belegt?
    Werden sie nicht.
    Aber mit steigendem Gehalt, auch durch Überstunden, steigt man auch in der Steuerprogression auf, zahlt also prozentual mehr.

  6. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du scheinst schon sehr lange keiner Erwerbsarbeit nachzugehen und auch ein gänzlich anderes Umfeld (Bekanntenkreis) zu haben als ich. ...
    Letzteres mag sein.

    ... In meiner Realität:
    - arbeiten die meisten Bekannten und Kollegen vollzeit, aber hegen mitnichten einen "Nimbus der Unersetzbarkeit"; ...
    Sowas äussern solche Leute auch eher nicht im Bekanntenkreis, denn dort nutzt es ihnen nix.
    Kann aber ebenso sein, dass Du mit solchen Leuten nix zu tun hast - dann freu Dich drüber.
    (Ich hatte dabei eine ganz spezielle Klientel im Kopf, mit der ich schon häufig zu tun hatte und die mir verhasst ist. Wäre hier o.t.)


    .... im Gegenteil, die meisten versuchen, zugunsten ihres seelischen und körperlichen Wohlergehens die Arbeitszeit und die finanziellen Ansprüche ab dem mittleren Alter herunterzufahren; das gelingt nur nicht jedem, z.B. wegen Arbeitgeberhaltung, ...
    Das gibt's leider.

    ... Unterhaltspflichten ...
    Naja, wer ein Vollzeitgehalt braucht, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, braucht das eben.

    ... oder Sozialisiation. ....
    Da ist der Wunsch nach seelischem und körperlichem Wohlergehen dann wohl nicht stark genug.

    - bekommen die wenigsten Überstunden bezahlt; in meinem Arbeitsvertrag steht z.B.: "Überstunden sind mit dem Entgelt abgegolten".
    Das ist m. E. nur bei (ohnehin weit übertariflich bezahlten) Führungskräften üblich.
    Ansonsten muss man halt mit dem leben, was man unklugerweise unterschrieben hat.
    Ich würde keinen Arbeitsvertrag unterschreiben, in dem mir für Überstunden nicht 1:1 Freizeitausgleich zugesichert wird.
    Musste ich zwar zweimal gesondert verlangen, weil im Arbeitsvertag nichts(!) zu Überstunden stand. Es war aber bislang nie ein Problem, das durchzusetzen.


    ... Dein Verständnis von "asozial" finde ich genauso schräg wie die Aussage der Userin mit dem David-Lynch-Nickname, die Teilzeitarbeit (im Gegensatz zu Vollzeit) als asozial bezeichnet.
    Klar, mein "Verständnis" ist ja auch extrem provokant:
    Ich gehe eben davon aus, dass Erwerbsarbeit knapp ist und jede/r welche braucht, um kein Leben in Armut führen zu müssen.
    Insofern halte ich die gleichmässigere Verteilung dieser Erwerbsarbeit für sozial. Und das Ansinnen, für Mehrarbeit über das vertraglich vereinbarte Maß auch noch staatlich/steuerlich belohnt zu werden, halte ich für asozial.
    So verständlicher?
    (Was an Teiilzeitarbeit asozial sein soll, verstehe ich allerdings auch nicht.)


    ... Für mich sind zwei andere Gruppen asozial: Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter bis zum Gehtnichtmehr auspressen, ...
    Ja, die sind auch asozial.

    ... und Menschen, die sich auf Kosten der Allgemeinheit in die soziale Hängematte legen.
    [ironie]
    Klar, das sind natürlich die Allerschlimmsten, am besten ab ins Arbeitslager.
    [/ironie]

  7. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und warum sollten Menschen freiwillig arbeiten, wenn ihnen ein Großteil der Einkommen abgenommen wird und sie nicht sehen, dass mit dem Geld etwas sinnvolles getan wird? ...
    Sag Du es mir - warum machst Du das?



    ... Zwei meiner Geschwister (samt Familie) sind schon weg und meine beiden Kinder haben nun Deutschland ebenfalls den Rücken gekehrt. ...
    Und das alles nur, weil sie in D für sich (als angenommene Leistungsträger) keine Zukunft mehr sahen, keine Chance, sich Wohlstand zu erarbeiten?

    Und selbst wenn, dann ist das für Dich persönlich vielleicht traurig, aber für D insgesamt verkraftbar, oder?
    Denn welches Land der Welt sird denn schon in ernsthaften Größenordnungen Auswanderer aus D aufnehmen?

    ... Die Tatsache, dass ausländischen Fachleute einen großen Bogen um Deutschland machen, spricht für sich. ...
    Ich glaube, das hat ehe mit der idiotischen bis inexistenten Einwanderungsgesetzgebung und den unklaren Bleibeperspektiven in D zu tun.



    ... Ich arbeite auf diesem Gebiet und ich kann Deine Ansicht nicht bestätigen. Es sind eigentlich genug Pflegekräfte da, allerdings wollen inzwischen zu viele nur noch Teilzeit (bis 30 Stunden) arbeiten und sind nicht bereit auch nur eine bezahlte Überstunde zu leisten, weil der Staat sich von der Vergütung über 50% krallt. Und ja, die Konditionen in der Pflege sind oft unattraktiv, ....
    Naja, dann verbessert doch die Konditionen, die sich verbessern lassen.
    Bezahlt mehr, dann sind vielleicnt auch noch 50% davon attraktiv genug für einen Überstunde.
    Und bildet mehr aus, dann sind bald auch mehr Arbeitskräfte verfügbar.

    Die Krankenpflegekräfte, die ich kenne, arbeiten ausnahmslos deshalb keine volle Stelle, weil ihnen eine volle Stelle in 24/7-Betrieb einfach zu anstrengend ist.
    Und Überstunden machen sie ungern bi garnicht, weil sie ja mit Bedacht KEINE Vollzeitstelle angetreten haben.
    Die Abzüge spielen dabei kaum eine Rolle.




    .... Aber diese Arbeit muss ja trotzdem gemacht werden. Aber Du bist ja der Meinung, dass jeder, der mehr als 20 Stunden arbeitet, dafür dann auch noch durch hohe Abzüge bestraft werden soll. ...
    Nein, das war meine provokante Replik auf Deine Ansicht, dass alle, die nur 20h arbeiten, bestraft werden müssen, und alle, die mehr als 20h oder gar mehr als 40h arbeiten belohnt werden müssten.


    ... Der bereits existierende Mangel an Mitarbeitern ist schon eine Folge so einer Einstellung, denn genau die jetzt schon viel zu hohe Abgabenlast macht "Weiss"-Arbeit unattraktiv.
    Oben schreibst Du noch, es gäbe keinen Mitarbeitermangel?!
    Na, wie auch immer, zahlt halt besser und bietet Ausbildungsplätze an.
    Dann bekommt ihr auch mehr Personal bzw. Auszubildende und das Problem ist spätestens in 3-5 Jahren gelöst.
    (Das hätte man übrigens auch schon vor 10 oder 15 Jahren so machen könne, dann gäbe es das Problem "Pflegenotstand" heute gar nicht.)
    Geändert von Kistenkumpel (11.05.2018 um 16:42 Uhr)

  8. gesperrt

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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Irgendwo habe ich mal ein Plakat gesehen, da stand drauf "Überstunden vernichten Arbeitsplätze"
    Ganz so drastisch würde ich es nicht ausdrücken, aber viele und häufige Überstunden zeugen durchaus von Fehlern im Management.
    Ich meine, das Plakat sagt vom Prinzip her die Wahrheit.
    Ich weiss allerdings auch, dass viele vermeintliche "Managementfehler", die zu Überstundenbergen führen, in voller Absicht begangen werden.
    Weil es sich für das Unternehmen rechnet (und sei es nur kurzfristig).

  9. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Werden sie nicht.
    Aber mit steigendem Gehalt, auch durch Überstunden, steigt man auch in der Steuerprogression auf, zahlt also prozentual mehr.
    ... wodurch die Zuschläge zusätzlich praktisch wieder "aufgefressen" werden und viele sich Ü-Stunden aus gutem Grund nicht gern auszahlen lassen (es sei denn, man ist auf diesen Betrag wirklich angewiesen).

  10. Inaktiver User

    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland beendet Experiment

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Das ist m. E. nur bei (ohnehin weit übertariflich bezahlten) Führungskräften üblich.
    Ansonsten muss man halt mit dem leben, was man unklugerweise unterschrieben hat.
    Ich würde keinen Arbeitsvertrag unterschreiben, in dem mir für Überstunden nicht 1:1 Freizeitausgleich zugesichert wird.
    Kommt auch bei Normalverträgen vor und lese ich hier immer vermehrter .

    Ein derartiger AV käme für mich auch nicht in Frage. Wenigstens Freizeitausgleich.

    Denn mit den Ü-Stunden ist's dann im Arbeitsrecht auch so eine Sache. Sind sie nicht angeordnet (aber geduldet) wird es für den AN schwer, nachzuweisen, dass sie notwendig waren. Das gelingt den wenigsten. Und ist keine Regelung getroffen, kann man zwar versuchen, sie geltend zu machen, was aber nahezu aussichtslos ist.

    Deshalb ist es wichtig, dass eine Regelung im AV steht und ganz wichtig: Sollte man Ü-Stunden machen müssen, weil Projekt XY das erfordert, sich schriftlich bestätigen lassen, in welcher Höhe Ü-Stunden angefallen sind. Dann ist man auf der sicheren Seite.

    Aber wer macht das schon. Viele setzen voraus, dass der Vorgesetzte/Chef ja sieht (sehen muss!), wie engagiert man ist und wenn Projekt XY dann auch noch von Erfolg gekrönt ist, erst recht.

    Nur eins ist klar: Auf diesem Auge sind viele Vorgesetzte/Chefs blind und zwar ganz bewusst.

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