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  1. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Merkel schweigt nach Hohmanns Bitte um Vergebung.
    Nur die Abgeordnete Vera Lengsfeld reagiert. Sie fleht Hohmann inständig an, er möge doch bitte, bitte freiwillig gehen, um der Fraktion den Rauswurf zu ersparen.


    Die Hautung eines Abgeordneten - taz.de
    Und die taz war dabei und weiß das woher so genau?

    Nur Abgeordnete nehmem am Freitag morgen an der Sitzung teil.

    Sehr interessant ist auch, was die FAZ sonst noch zu dem Fall Hohmann schreibt:

    Es wird ein bitterer Freitag für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Bei der geheimen Abstimmung über den Ausschluß von Martin Hohman müssen zwei Drittel der Abgeordneten zustimmen. Sind es weniger, so wird aus dem Fall Hohmann ein Fall Merkel.

    Schon 2013 agierte Merkel genau so wie in all den Jahren ihrer Kanzlerschaft. Es wird nicht diskutiert. Es werden Exempel statuiert.

    „Die meisten Abgeordneten entscheiden sich mit einer Faust in der Tasche gegen Hohmann, wenn sie es denn tun, und zwar aus der Einschätzung heraus, daß bei einer Ablehnung des Antrags der Laden auseinanderfliegt und die Merkel dann weg ist".

    „Landesweit ist die Hölle los", so lautet die ungeschminkte Situationsbeschreibung, solcher, die das aus der Nähe mitbekommen. Die Empörung - und von solcher müsse man wohl ausgehen - sei nicht etwa nur auf Hessen beschränkt, sondern flächendeckend.

    Zu Wort meldeten sich nicht nur die notorischen „Rechten", auch nicht nur solche, die sich als Parteimitglieder zu erkennen gäben und Hohmanns Standpunkt teilten. Der Kern der Empörung sei vielmehr das Aufbegehen dagegen, daß man seine Meinung - egal wie sie aussehe - nicht freimütig sagen könne, ohne von schwersten Sanktionen bedroht zu sein. „Was ist das für eine Demokratie, in der dem Hohmann die Existenz genommen wird, nur weil er seine Meinung gesagt hat", das wird als eine ebenso typische Einlassung erwähnt, wie der Satz: „Es muß doch mal Schluß sein mit dem gesenkten Haupt und dem Katzbuckeln."


    Quelle: Fall Hohmann : „An der Basis ist die Hölle los"

  2. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen

    Mein Fazit: Vera Lengsfeld fehlt politisch schlicht und einfach die Peilung - das ist heute so, und das war auch schon früher so.
    Nein. Sie kämpfte auch schon 2003 im Fall Hohmann für die Meinungsfreiheit. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihr politisches Leben und als ehemalige Bewohnerin der DDR weiß sie ja nur zu gut, wohin die Unterdrückung der Meinungsfreiheit führen kann.

    "Die Auswirkung auf die Meinungsfreiheit ist nicht absehbar", so Lengsfeld weiter. Die Union müsse dieser hysterischen Einengung der Meinungsvielfalt, der Stigmatisierung und Ausgrenzung konservativer Auffassungen entschlossen entgegentreten.

    Der eigentliche Skandal hinter der "Hohmann-Affaire" ist doch die Art, wie die Parteispitze damit umging. Es wurde innerhalb der Partei überhaupt nicht über Hohmanns Aussagen diskutiert. Zunächst fand niemand etwas anstößig an seiner Rede. Und als dann die öffentliche Empörung hochschwappte, wurde par ordre du mufti ein Exempel statuiert. Es hätte die Union wesentlich weiter geführt, wenn man sich kritisch mit antisemitischem Denken, das latent vielerorts immer noch vorhanden ist, innerhalb und außerhalb der Union auseinander gesetzt hätte. Denn nur so können den Einzelnen ihre Denkfehler bewusst werden.

    Zitatquelle: Vera Lengsfeld verteidigt Hohmann

  3. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Dann müsste doch Frau Lengsfeld in erster Linie auf sich selbst und ihre Parteikollegen (die gegen ihre eigentliche Überzeugung abgestimmt haben) sauer sein.

    Kein Problem wenn man das nicht fertig bringt seine Überzeugung bis zum Schluß zu verteidigen, bis zur Konsequenz X.
    Das ist menschlich und vielleicht gibt es ja auch noch Hintergründe die wir nicht kennen.

    Nur dieses "anhängen" der Verantwortung an die Medien finde ich nicht richtig.
    Entschieden wurde das per Abstimmung und wer da eine andere meinung hatte und sich nicht dazu bekannte sollte dann selbst die Verantwortung dafür tragen.

  4. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Schon 2013 agierte Merkel genau so wie in all den Jahren ihrer Kanzlerschaft. Es wird nicht diskutiert. Es werden Exempel statuiert.
    Es wurde in erster Linie abgestimmt. Frau Merkel hat das nicht einfach so entschieden.

  5. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nur dieses "anhängen" der Verantwortung an die Medien finde ich nicht richtig.
    Entschieden wurde das per Abstimmung und wer da eine andere meinung hatte und sich nicht dazu bekannte sollte dann selbst die Verantwortung dafür tragen.
    Eben.

  6. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Kennt jemand die Parteistatuten der CDU?

  7. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nur dieses "anhängen" der Verantwortung an die Medien finde ich nicht richtig.
    Wie meinst Du das? Ich verstehe den Zusammenhang dieser Aussage nicht.

  8. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Es war doch Frau Lengsfeld die Hohmann als "Opfer einer Medienkampagne" darstellte.

    Sie setzte sich dafür ein, dass er sagen darf was er sagt und dass dies keine Konsequenzen in Form eines Parteiausschlusses haben soll.
    Was ja auch ihr gutes Recht ist.

    Die Frage war zuletzt warum sie dann trotzdem für den Rauswurf stimmte.

    Und warum sie nicht erkennt dass Hohmann dann das Opfer seiner Parteikollegen war, wenn diese gegen ihre eigentliche Überzeugung abstimmten.
    Durch die Abstimmung wurde Hohmann "zum Opfer gemacht" (wenn man das so sehen möchte) - nicht von den Medien.

  9. User Info Menu

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der eigentliche Skandal hinter der "Hohmann-Affaire" ist doch die Art, wie die Parteispitze damit umging. Es wurde innerhalb der Partei überhaupt nicht über Hohmanns Aussagen diskutiert.
    Doch, selbstverständlich wurde in der CDU inhaltlich über die Aussagen von Hohmann diskutiert - sowohl auf der Führungsebene als auch bspw. auf dem Bundesparteitag der CDU, der kurz vor dem Ausschluss von Hohmann stattfand.
    Sieh es mir nach, wenn ich diesbezüglich nicht die passenden links zu den Berichten heraussuche, die ich dazu gelesen habe - zumal ja eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass du dann wieder um die Ecke kommst mit Sprüchen a la 'woher wissen die das denn so genau, waren die dabei?' ...

    Hier nochmal ein sehr interessantes Interview mit Heiner Geißler zu der damaligen Angelegenheit ...

    Auszüge:

    Ich glaube nicht, dass es so ist, wie es gerade im Bericht hieß, dass es "an der Basis brodelt". Es gibt immer einen Bodensatz von Leuten auch in der Union, die man vielleicht eher als rechtsradikal in der einen oder anderen Form benennen könnte. Das sind nicht sehr viele, es sind allerdings sehr aktive Leute. Ich habe sie auch schon erfahren. Sie schreiben mir auch, wenn ich dafür eintrete, dass man eine etwas menschenfreundlichere Ausländerpolitik betreibt. Die Emails kommen dann immer von denselben Leuten. Das können Sie gar nicht verhindern, dass auch solches Gedankengut bei einer Reihe von CDU-Leuten vorhanden ist. Das ist aber kein "Brodeln", wie immer vermutet wird. Allerdings ist richtig, dass der Rechtsradikalismus insgesamt, die rechtsradikale Gesinnung natürlich viele Seiten hat. Es ist nicht nur Antisemitismus. Diese Leute wollen auch die Frauen in die alte Rolle zurückbringen. Sie sind gegen Europa. Das sind Nationalisten, sie sind für die Prügelstrafe, gegen antiautoritäre Erziehung, und es sind auch religiöse Fundamentalisten. Sie sind nicht alles auf einmal. Nicht jeder Antisemit ist gleichzeitig auch ein Macho gegen Frauen. Nicht jeder, der gegen Europa ist, ist gleichzeitig ein Antisemit. Das Konglomerat dieser Gedankengänge ist immer sehr nahe beieinander.
    ...
    Das christliche Menschenbild ist die Grundlage unserer Politik. Das christliche Menschenbild kennt keine Ausgrenzungen und hat vor allem zum Inhalt, dass wir die Menschenwürde eines jeden Menschen achten müssen, unabhängig davon, ob er nun Deutscher oder Ausländer, ob er alt oder jung, ob er Schwarzer oder Weißer ist. Diese Leute, die Nationalismus und einen gewissen Fundamentalismus miteinander verbinden, lehnen im Grunde genommen dieses Menschenbild ab.
    ...
    Leute, die so denken, kann man nicht integrieren. Wir sind ein freies Land, und jeder kann denken, was er mag, aber nicht jeder hat Platz in der CDU.


    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  10. Inaktiver User

    AW: Gemeinsame Erklärung 2018

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Doch, selbstverständlich wurde in der CDU inhaltlich über die Aussagen von Hohmann diskutiert - sowohl auf der Führungsebene als auch bspw. auf dem Bundesparteitag der CDU, der kurz vor dem Ausschluss von Hohmann stattfand.
    Sieh es mir nach, wenn ich diesbezüglich nicht die passenden links zu den Berichten heraussuche, die ich dazu gelesen habe - zumal ja eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass du dann wieder um die Ecke kommst mit Sprüchen a la 'woher wissen die das denn so genau, waren die dabei?' ...
    Nein, das sehe ich Dir nicht nach, denn es gab keine Diskussion innerhalb der CDU mit Martin Hohmann. Man braucht sich ja nur die zeitliche Abfolge anzusehen.

    3. Oktober 2003 - Rede von Herrn Hohmann in Neuhof
    27. Oktober 2003 erschien der Artikel, der alles in Gang setzte
    3. Novemer 2003 Maßregelung durch Frau Merkel. Sie forderte ihn auf, seine Aussagen zurückzunehmen. Von einer Diskussion kann keine Rede sein.
    14. November 2003 Ausschluss aus der Fraktion

    CDU Parteitag: 1. Dezember 2003

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