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14.03.2018, 23:05Inaktiver User
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
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14.03.2018, 23:13
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
Ich wollte schon wissen, was Chryseis bezweckt.
Kein Problem. Problematisch finde ich, dass Viele viel über das Thema reden, aber mit Verlaub keine Ahnung von der (zugegebenermaßen komplexen) Materie haben und es eigentlich auch gar nicht so genau wissen wollen.... (Ich finde reden muss man schon darüber.... )
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14.03.2018, 23:44
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
Ich finde es immer schwierig, wenn jemand wenig Geld hat, sei es Rente, ALG II oder einfach ein Einkommen, was halt knapp ist und diese Person hat irgendwas, was das Gegenüber als unnötig empfindet. Sei es Zigaretten, Alkohol, Fingernägel, die augenscheinlich "gemacht" sind, ein modernes Handy ( mitunter erregt schon ein Apfel auf der Geräterückseite Unmut, egal um welches Baujahr oder Gerät es geht), eine gut geschnittene Frisur, irgendein Markenbekleidungsstück....
Dann geht nämlich ganz schnell die " Wenn DAS noch drin ist, dann kann es ja nicht so schlimm sein.."
Ein erwachsener Mensch sollte und kann selbst entscheiden, was er mit seinem Geld macht- ich habe als Azubi mit Nebenjob mal sehr lange auf eine teure Handtasche gespart. Alles was ging, weil ich dieses völlig unnötige Ding unbedingt haben wollte.
Bringe ich dieses Beispiel, kommt für gewöhnlich "Das ist doch was anderes..."
Warum?
Entmündigt Armut? Sagt meine Bank jemals: Frau Sasapi, wir haben ihnen ein Dispo eingerichtet. Sie haben 100 Euro davon für eine Bestellung bei "Heinzelmeyers letzter Schrei Moden" ausgegeben. Bitte nutzen sie den Dispo nur für absolut notwendige Dinge und nicht für Firlefanz.
Dem Finanzminister kann ich auch nicht vorschreiben, wofür meine gezahlten Steuern bevorzugt und auf keinen Fall ausgegeben werden soll ( obwohl ich es spannend fände zu sehen, für welche Bereiche dann viel, für welche Bereiche weniger Steuergelder ausgegeben werden würden, gäbe es diese Möglichkeit tatsächlich...)
Meine Toleranz ist nur da am Ende, wenn Kinder nicht richtig versorgt werden, weil das Geld falsch ausgegeben wird. Oder Haustiere. Beide können sich nämlich nicht selbst helfen.
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15.03.2018, 00:11
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15.03.2018, 13:31Inaktiver User
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
Nochmal zu den Tafeln:
Ich hab gestern einen Artikel beim Focus gesehen, den ich leider nicht verlinken kann. Überschrift: Hartz4 oder Vollzeit-Job? Schlecht ausgebildet, viele Kinder? Dann leben Sie besser mit Hart4!
In dem steht, dass viele Deutsche H4 beziehen, weil das einfach für Sie lukrativer ist. Das Bruttoeinkommen einer Familie mit einem Kind muss beispielsweise bei 1740 Euro liegen, damit sie gleich viel hat wie mit H4. Das macht bei einer 37,5 Stunden Woche einen Stundenlohn.von 10,65 Euro. Nicht wenig, wenn man schlecht ausgebildet ist. Und hier kommen dann auch wieder die Tafeln ins Spiel. Mit dem H4 Bescheid gibt's je nach Stadt einige Vergünstigungen aber ganz sicher berechtigt die Familie das zu Einkäufen bei der Tafel. Da kommt dann einiges zusammen, was man als arbeitender Mensch nicht hat. Da kann man schon verstehen, dass manche finden, dass die Gesamtbezüge zu hoch sind und kein Anreiz zur Arbeit mehr da ist. Jedenfalls nicht zur offiziellen, regelmäßigen.
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15.03.2018, 16:17Inaktiver User
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
Du glaubst jetzt echt, dass Eltern, die mehr Geld bzw. "genügend" zur Verfügung haben, den Kindern den Zugang - als beispielgebend - zu Büchern verschaffen? Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern da mit gutem Beispiel vorangingen. Ich lese aber viel, auch heute noch. Als Kind habe ich mir Bücher gewünscht, aber auch ohne, dass meine Eltern darauf hingewirkt hätten (keine Arbeiterfamilie!). Die Liebe zum Lesen wurde wohl in der Schule geweckt.
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16.03.2018, 11:42
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
Die Tafeln sind aber kein staatlich garantiertes "Recht", keine zuverlässige Hilfe.
Ich kann es nicht verstehen und auch offiziell wird anerkannt, das Hartz4 (zumindestens für Einzelpersonen) nicht das Existenzminimum sichert.... Da kann man schon verstehen, dass manche finden, dass die Gesamtbezüge zu hoch sind und kein Anreiz zur Arbeit mehr da ist. Jedenfalls nicht zur offiziellen, regelmäßigen.
Das ist ein Faktum, dass keine Meinungsspielräume bietet.
Und das Kernproblem ist generell auch weniger der Mangel an Arbeitsanreizen, sondern der Mangel an lebensunterhaltssichernden Arbeitsplätzen.
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16.03.2018, 11:47Inaktiver User
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16.03.2018, 11:53Inaktiver User
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
Ja, das ist so, aber eben einer der Kritikpunkte an der Tafel. Der für sich genommen auch seine Berechtigung hat.
Von offiziell weiß ich nichts, bisher hast du nur den Spiegel Artikel bzw. den Bericht der Caritas benannt. Ist aber auch egal, der Artikel, den ich gepostet habe, zeigt das Beispiel einer dreiköpfigen Familie und bei diesem Beispiel finde ich das schon auch schwierig, jemanden zur Arbeit zu motivieren.
So pauschal stimmt das überhaupt nicht.
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16.03.2018, 12:10
AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!
Sehe ich anders. Die Tafeln sind in Privatinitiative gegründet worden, um ein Überangebot nicht vermarktbarer Lebensmittel und Nachfrage/Bedarf daran aus sozialer Not zusammen zu bringen.
Und nicht als Ergänzung zur unzureichenden staatlichen Existenzsicherung.
Lies beides, und Du wirst feststellen, dass die Situation dort richtig beschrieben wird. Und das auch die offizielle Politik das alles weiss, davon kannst Du ausgehen.... Von offiziell weiß ich nichts, bisher hast du nur den Spiegel Artikel bzw. den Bericht der Caritas benannt....
Nur werden sie es nicht an die große Glocke hängen, denn dann wäre ja Schluss mit der Selbstbeweihräucherung als "Macher des besten Sozialsystems der Welt."
Gerade so pauschal stimmt das. Die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit besagen:... So pauschal stimmt das überhaupt nicht.
Es gibt im Minimum 2,5 mal mehr Arbeitslose (ALG1 + arbeitsfähige Hartz4-Empfänger) als freie Stellen.
Und freie Stellen sind nicht das Selbe wie lebensunterhaltssichernde Arbeitsplätze, da sind ja auch Halbtags- oder Minijobs dabei.
Und Unterbeschäftigte (Teilzeitler und Minijobber, die gern mehr arbeiten würden oder müssten) sind dabei auch noch nicht berücksichtigt.Geändert von Kistenkumpel (16.03.2018 um 12:20 Uhr)



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