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  1. Inaktiver User

    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, zumindest nicht eine willkürliche nach Jahren und ab einem Stichtag ist hopp oder flopp, egal wieviel derjenige eingezahlt hat. Das hätte auf jeden Fall nichts mit Gerechtigkeit zu tun, und dafür will sich doch vor allem die SPD einsetzen.
    Ich verstehe den Wunsch, glaube aber nicht, dass sich das so gerecht lösen lässt, dass derjenige, der brav 35 oder 40 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, nicht benachteiligt würde.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon will ich auch, dass auch der 50-jahrige noch motiviert ist, mit der Vorsorge anzufangen, wenn er es noch nicht getan hat.
    Davon profitieren nämlich alle: Die Rentenkassen, die Motivation des Arbeitnehmers und somit die Wirtschaft und die Gesellschaft und derjenige auch selbst, indem er seine Situation im Alter noch ein klein wenig aufbessern kann...
    Verstehe ich dich recht, du möchtest, dass jemand, der 25 bis 30 Jahre nichts einbezahlt hat, in 15-17 Jahren Einzahlung seiner restlichen Arbeitsjahre dann ein Rentenniveau erreichen kann, das über dem Satz der Grundsicherung liegt? Wie soll sich das finanzieren? Und warum? Warum ist demjenigen nicht zuzumuten, dass er von der Grundsicherung für Rentner lebt, er wusste doch lange genug, wie wenig gesetzliche Rente er bekommt und dass das unterhalb der Grundsicherung liegt?
    Ich frage ganz normal und sachlich, nicht provozierend, also bitte entsprechend antworten

  2. Inaktiver User

    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Wie gesagt: Haushalt erfordert auch ein gewisses Maß an Berechnung. So liefert der Kräutertopf auf der Fensterbank oder auf dem Balkon über mehrere Tage (eher Wochen bis Monate) frische Sachen, die zum Kochen nur in geringen Mengen benötigt werden. Mit einer eigenen kleinen Gemüsezucht wie drei Tomatenstauden, Pflücksalat und einer Paprikapflanze auf dem Balkon hat der Mensch nicht nur eine Aufgabe, sondern auch Freude.


    Die Tafeln sehe ich als ideale Möglichkeit für die Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben, damit diese einen Teil ihrer Lebensmittel vergünstigt bekommen. Deswegen ist es gut, dass es diese Einrichtung gibt.

    Allerdings zementiert die Tafel die soziale Ungerechtigkeit, das sehe ich mittlerweile auch so. Kochen, haushalten und die finanziellen Ressourcen sich gut einzuteilen, haben viele verlernt. Das ist das eigentliche Übel.
    du, ich bin immer wieder erstaunt was sie alles z.b. aus Kartoffeln machen.
    Ich hab auch nie behauptet, dass jeder Rentner/in gehbehindert, ohne Kinder ect. ist, nur dass es schwerer ist für Leute die nicht mehr so gut zu Fuß sind oder so kräftig mit tragen seit die Diskounter aufs Umland gezogen sind.
    Da haben es Junge einfach noch leichter auch mal längere Strecken für einen Einkauf zu gehen.

    Oft sind es die Rentner die wirklich mit ihrem Geld haushalten können. Ist vlt. auch ein Grund weshalb (wie verlinkt) eine Aufstockung zustehen würde die sie nicht in Anspruch nehmen.

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    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Das scheint davon abhängig zu sein,wo bzw in welchem Umfeld man lebt.

    Zumindest bzgl irgendwelcher nicht vorhandener Markenkleidung gab es an den Schulen unserer Töchter keine Probleme. Es war normal entweder Kleidung von KiK oder Takko bzw Gebrauchtes zu tragen.
    Wer besonders cool sein wollte hatte Klamotten von Primark, den gibt's hier in direkter Nähe nicht, daher nicht so häufig.....

    Klassenfahrten werden so geplant, dass sie mit den Gesamtkosten vom Teilhabepaket abgedeckt sind. Ausserdem wurden diese Fahrten schon ein gutes Jahr vorher angekündigt und ein Konto eingerichtet, damit man die Summe in Raten zahlen konnte. War für viele Eltern wichtig. Wir hatten in einem Jahr drei Klassenfahrten, gesamt ca 1500 Euro. Die schütteln auch Durchschnittsverdiener nicht aus dem Ärmel.....

    Das bedeutet nun alles nicht, dass sich Kinder nicht trotzdem ausgegrenzt fühlen....

  4. gesperrt

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    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Und du hast keinerlei Ausgrenzung erfahren?
    Ich hatte das sehr wohl. Als Kind. Um es mal NUB konform auszudrücken, kann nicht sagen, das die Umwelt besonders nett reagiert hat. Die Erfahrung hat mich für den Rest meines Lebens einiges gelehrt.

    Du scheinst da bessere Erfahrungen gemacht zu haben.
    Ausgrenzungen?
    Ich habe keine bemerkt.
    Für mich zählte damals, dass ich mit Kind über die Runden kam. Im Gegensatz zu anderen Familien hatte ich das Ende der Bedürftigkeit vor Augen. Trotzdem habe ich gerechnet, möglichst günstig eingekauft, Sachen unternommen, die wenig bis nichts kosteten, mir eine Sozialwohnung "geholt", Gebrauchtmöbel gekauft und das Gefühl gehabt, reich zu sein. Einen Urlaub gab es nicht - er hat mir auch nicht gefehlt. Ich habe auch versucht, zusätzliches Geld hereinzubekommen - z.B. über Flohmärkte.

    Letztes Jahr habe ich für drei Monate mir das Budget von 130 Euro für Essen gesetzt. Ich wollte sehen, ob ich damit immer noch hinkomme.
    Ich bekomme das hin. Klar fällt das eine oder andere "Luxusbeißerchen" weg, was mich dann gelegentlich zwickt.
    Aber wenn ich ganz, ganz ehrlich bin: Ich könnte auch jetzt nicht ständig zum Essen weggehen, mich ständig neu einkleiden und mir jeden von der Werbung angepriesenen Luxus erlauben. Das gibt mein Geldbeutel immer noch nicht her.

    Es ist die generelle Lebenseinstellung. Bin ich gefühlt reich, dann kommt mir selbst wenig Geld als ausreichend vor.
    Wie gesagt: Eine selbstgezogene Tomatenpflanze lehrt, dass gutes Essen Zeit braucht, mit Genuss gegessen werden soll und vor allem vollständig aufgegessen wird.

  5. gesperrt

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    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    jetzt muss ich blöd nachfragen: Sind die 4,33€ nicht pro Person und Tag?
    Mit 4,30 Euro pro Tag kann man doch hinkommen, oder?

    Voraussetzungen sind: viel selbst kochen, Angebote nutzen, nichts wegwerfen, keine Zigaretten, kaum Alkohol.
    Wasser kommt aus der Leitung. Damit kann man hervorragend Tee kochen. Der kostet wie das Glas Wasser fast gar nichts.
    Ich koche z.B. gerne mal auf Vorrat: Dann esse ich die vier Portionen an zwei, drei Tagen hintereinander.
    Geändert von chryseis (12.03.2018 um 20:07 Uhr) Grund: Erweiterung

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    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wer ein zu geringes Einkommen hat, kann ALG II beantragen oder Wohngeld und Bundeskinderzuschlag (die beiden letzteren gehen nur nach Ablehnung ALGII.. also, wenn man zu viel verdient für ALG II) und er muss sich insgesamt besser stellen, als jemand, der nicht arbeitet.
    Du meinst: nicht er muss, sondern der Staat muss?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Koalitionsvertrag steht, dass es eine Grundrente geben soll für Menschen, die 35 Jahre eingezahlt haben bzw. Kinder erzogen oder gepflegt habe. Diese soll 10% über der Grundsicherung liegen.
    Cool das mit den 35 Jahren. Und was ist mit denen, die nicht 35 Jahre gearbeitet haben?
    Ist so eine Aussage nicht per se ausgrenzend und letztlich Quatsch?
    Es müsste doch gestaffelt werden. Wer 10 Jahre Arbeit hatte, erhält soviel, wer 20 Jahre Arbeit hatte, soviel usw..

    Wenn ich die Politiker höre, wie selbstzufrieden die immer nicken, wenn sie sagen: wer 35 Jahre gearbeitet hat, bekommt von uns ein Guti.
    Das bedeutet, die anderen gehen leer aus.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    Ich denke, die wenigsten Menschen machen eben mal schnell teure Wellnesstrips am Wochenende oder ziehen jedes Wochenende stundenlang und nächtelang durch Bars. Das ist eher eine Wunschvorstellung, die auf der Leinwand zu sehen ist.

    Es gibt einiges an kostenlosen bis sehr günstigen Veranstaltungen. Irgendwo gibt es noch eine Sammlung dazu.... Da braucht man gute Laune, etwas Planung und viel Zeit.:
    Du wischt mit 2 Sätzen etwas weg, was bitter ernst ist: die Ausgrenzung der Menschen, die wenig Geld haben und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben ihrer gewohnten Umgebung teilnehmen können.
    Das bedeutet, Aufgabe der Freunde und des sozialen Umfeldes, in dem man sich früher bewegt hat.
    Du hast mir gar nicht zugehört.
    Kostenlose Veranstaltungen zu besuchen ist nicht das Gleiche wie mit Freunden ausgehen, wie man es selbst mal gewohnt war und wie es die Freunde immer noch tun.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
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    Kari Bremnes

  8. Inaktiver User

    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Du meinst: nicht er muss, sondern der Staat muss?


    Cool das mit den 35 Jahren. Und was ist mit denen, die nicht 35 Jahre gearbeitet haben?
    Ist so eine Aussage nicht per se ausgrenzend und letztlich Quatsch?
    Es müsste doch gestaffelt werden. Wer 10 Jahre Arbeit hatte, erhält soviel, wer 20 Jahre Arbeit hatte, soviel usw..

    Wenn ich die Politiker höre, wie selbstzufrieden die immer nicken, wenn sie sagen: wer 35 Jahre gearbeitet hat, bekommt von uns ein Guti.
    Das bedeutet, die anderen gehen leer aus.
    Die gehen nicht leer aus. Sie bekommen Grundsicherung, egal wie lange oder kurz sie versicherungspflichtig gearbeitet haben. Dann auch an dich die Frage von oben:
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich verstehe den Wunsch, glaube aber nicht, dass sich das so gerecht lösen lässt, dass derjenige, der brav 35 oder 40 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, nicht benachteiligt würde.


    Verstehe ich dich recht, du möchtest, dass jemand, der 25 bis 30 Jahre nichts einbezahlt hat, in 15-17 Jahren Einzahlung seiner restlichen Arbeitsjahre dann ein Rentenniveau erreichen kann, das über dem Satz der Grundsicherung liegt? Wie soll sich das finanzieren? Und warum? Warum ist demjenigen nicht zuzumuten, dass er von der Grundsicherung für Rentner lebt, er wusste doch lange genug, wie wenig gesetzliche Rente er bekommt und dass das unterhalb der Grundsicherung liegt?
    Ich frage ganz normal und sachlich, nicht provozierend, also bitte entsprechend antworten
    Und wie würdest du das lösen, wenn jemand 30 Jahre nicht versicherungspflichtig gearbeitet hat, also selbständig und in der Zeit sehr gut verdient hat und vielleicht auch entsprechend vorgesorgt. Derjenige arbeitet dann noch die letzten 15 Jahre und bekommt dann eine Rente oberhalb der Grundsicherung dazu, für die andere lange Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben?

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    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Du wischt mit 2 Sätzen etwas weg, was bitter ernst ist: die Ausgrenzung der Menschen, die wenig Geld haben und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben ihrer gewohnten Umgebung teilnehmen können.
    Das bedeutet, Aufgabe der Freunde und des sozialen Umfeldes, in dem man sich früher bewegt hat.
    Du hast mir gar nicht zugehört.
    Kostenlose Veranstaltungen zu besuchen ist nicht das Gleiche wie mit Freunden ausgehen, wie man es selbst mal gewohnt war und wie es die Freunde immer noch tun.
    Nun, nicht ausgehen können, nicht in den Urlaub fahren können, nicht "mithalten" können - das geht vielen Menschen so, kommt ja drauf an, mit wem ich mich vergleiche. Ich kann mir das teure Hotel, wo mein Prof wohnt genausowenig leisten wie seine Urlaube. Und nun?

    Ich frage mich, woher der Anspruch kommt, dass auch noch Luxus durch die Gesellschaft finanziert werden muss, damit jeder mithalten kann...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  10. Inaktiver User

    AW: Ca. 1000 Tafeln in Deutschland .... Strang zu "den Tafeln"!

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Du wischt mit 2 Sätzen etwas weg, was bitter ernst ist: die Ausgrenzung der Menschen, die wenig Geld haben und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben ihrer gewohnten Umgebung teilnehmen können.
    Das bedeutet, Aufgabe der Freunde und des sozialen Umfeldes, in dem man sich früher bewegt hat.
    Du hast mir gar nicht zugehört.
    Kostenlose Veranstaltungen zu besuchen ist nicht das Gleiche wie mit Freunden ausgehen, wie man es selbst mal gewohnt war und wie es die Freunde immer noch tun.
    Da hast du recht. Aber das ist nunmal so, wenn man Sozialhilfe bekommt. Findest du, dass der Steuerzahler demjenigen, der in Not geraten ist, seinen Lebensstandard von früher finanzieren müsste, weil er das von früher her so gewöhnt ist und weil es seine Freunde noch immer so handhaben? Das finde ich nicht und ich bezweifele, dass die Mehrheit der Bundesbürger damit einverstanden wäre.

    Eine Freundin von mir ist in einem sehr wohlhabenden Haushalt aufgewachsen, so mit eigenem Schwimmbad, hauseigenem Tennisplatz und Ferienhaus in Spanien. Die Firma des Vaters machte pleite, sie mussten ausziehen, Stadtteil wechseln und in ein Reihenhaus ziehen, andere Schule etc. Die Freunde waren natürlich weg, weil sie nicht mehr mitkonnte zu den teuren Vergnügungen und Ferien. Das war subjektiv gesehen für sie und ihre Geschwister als Teenager und Grundschulkinder genauso hart wie für ein Kind aus der Mittelschicht, dessen Eltern plötzlich arbeitslos und anschließend Hartz4 Bezieher sind und die vom Reihenhaus in die Sozialsiedlung muss. Findest du, dass wir als Solidargemeinschaft jedes Schicksal vollkommen abfedern können müsste? Oder nur von Mittelschicht zu H4 und von Oberschicht zu Mittelschicht ist nicht schlimm?

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