Alle!
Wenn ich schon höre "über der Kleidung"... Glaubst es freut eine 12jährige, wenn ihr der Vater über dem Tshirt an den Busen greift und über dem Slip an die Vulva? Denkt die Justiz, die 12jährige ist da froh, weil er sie nicht gleich [editiert]?
Ja, ich fürchte, die Justiz meint, ein Kind denkt dann "gut, dass es nur so leicht ist, das Verbrechen, das gerade an mir begangen wird"
All diese Pseudo-Abstufungen von "schlimm" dienen allein der Verteidigung des Täters. Er hat dann ja "nur" .... - das Opfer kann sich halt leider nicht aussuchen, ob es "nur ein bisschen schlimm" traumatisiert wurde.
Traumatisierungen suchen sich nicht aus, ob was "nur" war - da gibt es kein "nur".
Es kann sein, dass ein Opfer durch schrecklichste Verbrechen weniger traumatisiert wurde, als eines, das scheinbar(!) nur Opfer einer scheinbar (in den Augen der Justiz) leichteren Tat war.
Es gibt da keinen Zusammenhang für das Opfer, den man antizipieren könnte. Daher halte ich es für falsch überhaupt davon auszugehen, dass Sexualverbrechen "gering" sein können.
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Thema: Straftaten
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04.01.2020, 14:59
AW: Straftaten
Geändert von Analuisa (04.01.2020 um 22:31 Uhr) Grund: in diesem Zusammenhang unangemessenen Begriff gelöscht
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04.01.2020, 15:07Inaktiver User
AW: Straftaten
Du hast schon mitgekriegt, dass das Beispiel nicht erfunden, sondern aus der Praxis war?
Aber gut, noch ein Beispiel aus meiner Praxis: Ein 21jähriger, sexuell unerfahren, ehemaliger Förderschüler und noch in Ausbildung befindlicher Mann lernt ein Mädchen kennen, optisch (körperlich) eine voll entwickelte junge Frau, auch Kleidung und kräftiges Make-up sind sehr weiblich. Sie sagt, sie sei 15 Jahre alt und er hat keinen Grund, daran zu zweifeln. Beide werden ein Paar, ganz romantisch mit Ausgehen, Händchenhalten, Küssen... Nach einigen Wochen kommt es zum Geschlechtsverkehr, sie ist die Erfahrene und treibende Kraft. Er erlebt mit ihr sein "erstes Mal", es folgen weitere Male. Wieder etwas später vertraut sie ihm an, dass sie erst dreizehn sei. Er fällt aus allen Wolken, will die Beziehung beenden, jedenfalls keinen Sex mehr. Sie überredet ihn, weiterzumachen wie bisher. Es kommt noch einige Male zum Sex, bis sie 14 wird. Der junge Mann bekommt mit, dass seine Freundin von ihrem Stiefvater missbraucht wird und überzeugt sie, ihn anzuzeigen. Während der Anzeigenaufnahme bekommen die Polizeibeamten mit, was passiert ist. Mindeststrafe für den Freund übrigens für jeden einzelnen Sexualkontakt, nachdem er von ihrem Alter wusste: 2 Jahre Freiheitsstrafe. Damit wäre ohne Annahme eines minder schweren Falles keine Bewährung möglich. Tatsächlich hat das Gericht jeweils einen minder schweren Fall angenommen - Mindeststrafe pro Fall damit 1 Jahr - und insgesamt eine Strafe unter 2 Jahren mit Bewährung verhängt.
Ein Einzelfall, sicher. Aber jeder Polizeibeamte, Staatsanwalt, Richter, der sich mit Sexualstraftaten beschäftigt, kennt diverse ähnliche Fälle. Dafür gibt es den minder schweren Fall im Gesetz.
Man hätte den jungen Mann aber natürlich auch 10 Jahre wegsperren können.
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04.01.2020, 15:08
AW: Straftaten
Nochmal: Das Beispiel ist nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern real. Und ich habe es nicht in Zusammenhang mit der Mindeststrafe gebracht, sondern um deine Aussage zu widerlegen, dass alle Sexualstraftaten exakt gleich schwerwiegend seien.
Du glaubst also wirklich, auch für die 13jährige in meinem Beispielsfall wäre es die beste Lösung, sie den Kuss oder die Berührugen in einer Gerichtsverhandlung mit Richtern, Staatsanwalt, Verteidiger schildern zu lassen und sie dann wissen zu lassen, dass der junge Mann aufgrund dieser Aussage für 10 Jahre inhaftiert wird? Auf diese Weise würde eine Traumatisierung verhindert, die sie sonst erleiden würde?
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04.01.2020, 15:22
AW: Straftaten
Bei den ganzen Beispielen von Opas und Vätern, die du hier aufführst, vergisst du die Rolle des JA.
Das kann nämlich, und tut das auch sehr häufig, einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens stellen, damit "die Hilfearbeit nicht gefährdet wird".
Denn: Hilfearbeit bedeutet hier : Arbeit mit den Eltern, um ihr Verhalten zu verändern. Die sind nämlich in der Jugendhilfe die Hilfeempfänger, nicht das Kind. Das ist nur das Objekt, um das es sich dreht.
In aller Regel wird das Jugendamt auf eine räumliche Trennung dringen, das Kind wird vorübergehend in Obhut genommen (was oft genug dem Kind das Gefühl gibt, zur Strafe weggeschickt zu werden).
Und - es ist beileibe nicht so, dass die Familie sich automatisch auf die Seite des Kindes schlägt. Im Gegenteil. Da wird geleugnet was das Zeug hält. Dem Kind eine lebhafte Phantasie, eine psychische Störung unterstellt, bei älteren Kindern auch gern "Hat es ja auch provoziert".
Die 12 jährige aus deinem Beispiel wird genug damit zu tun haben, die Vorwürfe, sie habe die Familie kaputt gemacht, hinter sich zu lassen.
Oft genug erlebt.
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04.01.2020, 15:23
AW: Straftaten
Natürlich freut es sie nicht und beim eigenen Vater gibt es wohl auch mehr als 6 Mo., beim 20 jährigen Freund einer 13 Jährigen aber reichen die 6 Monate je nach Fallegestaltung
Ob das Opfer traumatisiert ist und wie schwer fließt im übrigen auch in die Strafzumessung ein.
Mal ein ganz persönliches Beispiel zu Tatfolgen bei Sexualdelikten und dem, was du als so genannte Sachdelikte einstufst:
- meine Schwiegermutter war als Bank Angestellte im Alter von 18 bei einem Banküberfall dabei. Es ist ihr vordergründig nichts passiert, außer, dass sie wie andere Angestellte, nachdem der Täter mit einer Waffe Geld gefordert hatte, bis zum Ende des Überfalls mit den Händen auf dem Kopf auf dem Boden liegen musste.
Später wurde festgestellt, dass diverse gesundheitliche Beschwerden wohl auf einen unerkannten Schlaganfall, den sie während des Überfalls erlitten hat, zurück gingen. Im Endeeffekt hat sie körperlich und seelisch bis an ihr Lebensende unter dieser Tat gelitten, davon, dass Dritte wie mein Mann als Kind und mein Schwiegervater mit gelitten haben, will ich gar nicht reden.
- Ich wurde im Alter von zwölf Jahren von einem mir unbekannten jungen Mann im Schritt angefasst, er hat dort und am Gesäss mehrere Minuten unter der Kleidung manipuliert. Dann ging er weg. Ich fand das eklig und spürte eine tierische Wut in mir. Meine Eltern haben die Polizei eingeschaltet, aber der Typ wurde nie gefunden. Als meine Wut verraucht war und meine Eltern mit mir über alles gesprochen hatten, wir Vorsichtsmaßnahmen überlegten, die ich letztlich ablehnte, weil ich sie als zu einschränkend empfand, war es für mich gut, so ganz ohne Trauma.
Für mich wäre es ok, wenn der Bankräuber im Fall meiner Schwiegermutter eine langjährige Haftstrafe bekommen hätte, „mein“
Täter dagegen weniger.Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist
Intro "Tatsächlich Liebe"
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04.01.2020, 15:32
AW: Straftaten
Ich hatte ja ursprünglich dargelegt, was ich ändern würde. Und nun wird das bestehende Rechtssystem erklärt und für gut befunden.
Die Gesetze sind offensichtlich von Männern gemacht, die sich im Leben nicht vorstellen können, wie es ist, sexuelle Gewalt zu erleben. Anders kann man sich als Frau, als ehemaliges weibliches Kind, als ehemaliges männliches Kind nicht vorstellen, wie diese Strafgrenzen zustande kommen und für welche Tat diese Strafe gefordert werden kann. Und oft genug nicht umgesetzt wird.
Da wird wohl bei dem Strafmass gehandelt, Berühren so viel, bisschen was reinstecken, so viel, wenn sie nein sagte, bisschen mehr.
Wir kommen hier nicht weiter, wenn wir uns an den bestehenden Gesetzen und den möglichen und den tatsächlich verhängten Strafen abarbeiten.
Wir wissen heute, dass zum Beispiel Gewalt gegen Kinder abnorme und perverse Ausmasse annehmen kann. Diese Ausmasse wurden als anno dazumal ein Gesetz verabschiedet worden ist, und 1000 andere Dinge NICHT beachtet. Und es wurde wenig reformiert. Alleine die heutige Möglichkeit, sich überall auf der Welt irgendwo hergestellte Videos reinzuziehen. Da muss der Videogucker bestraft werden und sich nicht rausgeredet werden, dass die Hersteller in Thailand sitzen. Das ist doch vollkommen egal, wo die sitzen, der Mann, der sich das anguckt ist ein Verbrecher.
Alleine wie man auf die Idee kommen kann, dass Angucken von Missbrauch Bildern nicht so schlimm ist, wie selber machen.
Für jedes verdammte Bild, für jedes Verdammte Video ist ein Kind missbraucht worden. Und nur weil es Anseher gibt, wird das produziert. Das ist genau so schlimm wie Selber Herstellen. Denn es hat den Missbrauch eines Kindes zur Ursache.
Ich weiss nicht, was in juristischen Hirnen los ist, die sich Strafmasse ausdenken. Ich weiss nicht, was für Abwägungsprozesse da laufen. Könnte sein, dass man denkt, wir fordern mal nicht so viel, ist ja ein Mensch. Der ist ist resozialisierbar.
Kindesmissbrauch in jeder Form dürfte von mir aus immer lebenslang bedeuten.
Und sofortige Therapie für die Opfer. Bezahlt vom Täter.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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04.01.2020, 15:36
AW: Straftaten
Ich glaube, das könnte der Prinz Andrew auch sagen - wenn man die Männer anhört, dann hört man seit Christi Geburt "die sah aber echt älter aus" und/oder "die war die treibende Kraft" (vulgo "die wollte es")
mag bei deinen naiven Förderschüler anders gewesen sein.
Die Welt!allermeisten Fälle von Sexualverbrechen geschehen nicht zwischen Verliebten, die sich ob ihres Alters anlügen.
Das ist so selten (vielleicht nicht absolut, aber in Relation zum Sexualverbrechen innerhalb von Familien), dass ein Rechtsstaat sein Wirken nicht auf One in a Million sondern auf die Million selber konzentrieren muss.
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04.01.2020, 15:37
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04.01.2020, 15:39
AW: Straftaten
Und die nächste Schleife - wenn du den Täter lebenslänglich einsperrst, wie soll er die Therapie bezahlen?
Mit den 12,10 €, die er pro Tag in Haft verdienen kann kommt man ja nicht weit.
Übrigens ist schon seit etlichen Jahren,wenn nicht Jahrzehnten, der Großteil der Jurastudenten weiblichen Geschlechts.
Deine Männer - Theorie passt also nicht.
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04.01.2020, 15:39




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