Das hatte ich schon öfter auch in diesem Strang ausgeführt, wahrscheinlich hast du das nicht gelesen.
Ich bin dafür, dass man nicht aus Personalmangel und aus falsch erstandener Toleranz (?) Gewalttäter, Verbrecher und Kriminelle davon kommen lässt, sie gar nicht verurteilt und sie mit einer Bewährung belegt. Ich bin dafür, dass vor allem Erstdelikte betraft werden. Diese Einstellung, wir lassen den mal erst 20 oder 50 Verbrechen begehen, ehe wir einschreiten, oder die Verharmlosung ist ja nur eine Drogendelikt oder nur Sachbeschädigung oder nur leichte Körperverletzung oder nur Betrug, da machen wir nix, kann ich zu 100% nicht nachvollziehen
Gerade für junge und für junge Ersttäter halte ich das Gefängnis nicht für eine gute Wahl.
Man muss diese jungen Männer da treffen, wo es ihnen weh tut, wo es schmerzt, wo es ihnen seelische Pein/Scham/Überwindung bereitet. Also bin ich Alternativstrafen: Sozialarbeit, Führerscheinentzug, Auto konfiszieren, Drogenkontrolle über einen Zeitraum von 2 Jahren, wöchentliche Blut/Haar/Urinkontrolle. Bei schweren Delikten -Gewalt, - bin ich für einen Aufenthalt in einem geschlossenen Heim mit Sozialarbeit unter Aufsicht.
Die Sozialarbeit sollte immer eine lange Dauer haben und regelmässig sein. Mit 10 Stunden ist nichts geholfen.
Die Arbeit muss entsprechend des Deliktes und der Arroganz/Gewalt/Verachtung der jungen Männer gegen den Staat und gegen andere Personen ausgesucht werden.
Ich bin nicht dafür, dass man das Prinzip in dubio pro reo abschafft, aber ich bin für eine Reform der Verurteilung. Darin einfliessen muss immer die Entschädigung für das Opfer; darin einfliessen muss immer eine Gewichtung innerhalb der Gesellschaft; lebenslang muss lebenslang bedeuten. Brutale Taten wie Vergewaltigung müssen viel härter und konsequenter bestraft werden. Es kann nicht sein, dass ein Täter sich mit einem Geständnis die Freiheit erkauft. Ein Geständnis ist Grundlage des Urteiles und nicht des Freispruches.
Die lockere Atmosphäre im Gefängnis führt dazu, dass sich Cliquen bilden, dass Gefängniswärter bestochen werden können und das gutbetuchte Gewalttäter ein schönes Leben führen und Drogen, Genuss, Alkohol und Geld reinschmuggeln können. Durch die Cliquenbildung gibt es Gewalt gegen Unliebsame oder solche, die nicht mitmachen oder solche, die man verachtet. Das sollte so gestaltet werden, dass das nicht passieren kann.
Ein Gefängnisaufenthalt sollte ein Strafe sein.
Ich weiss nicht, ob das Prinzip in manchen Anstalten wirklich gilt.
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Thema: Straftaten
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02.01.2020, 18:31
AW: Straftaten
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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02.01.2020, 19:25
AW: Straftaten
Das Prinzip "Gefängnis ist Strafe" gilt in allen Haftanstalten.
Nur :
Bestechung von Justizbeamten (Wärter gibt's keine mehr) ist ja nun nicht an der Tagesordnung. Und zu glauben, man könnte Cliquenbildung in Haftanstalten verbieten /kontrollieren... Das ist schon mehr als naiv.
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02.01.2020, 20:38Inaktiver User
AW: Straftaten
Wie versprochen,versuche ich dies aufzudröseln.
Es gibt Strafe in verschiedenen Formen.
Wenn ich richtig verstehe, meintest du z.B. die Möglichkeit des offenen Vollzugs. Jemand geht tagsüber arbeiten und wird nachts eingeschlossen (wie Hoeness oder die Schlecker-Kinder).
Was ich meinte ist "Arbeit statt Strafe". Hier kann Strafe abgearbeitet werden - in der Regel gemeinnützig. Dies kann nur unter bestimmten Auflagen und mit Zustimmung des Staatsanwalts getan werden. Häufig ist dies bei Leistungserschleichung (häufiges Schwarzfahren). Das heißt in anderen Bundesländern auch "Sitzen statt Schwitzen".
Und dies hat nicht mit "Arbeit macht frei" zu tun, wie Sasapiin ihren Post # 9607 erläuterte.
Dieser Unterschied war mir wichtig zu erklären.
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03.01.2020, 09:55Inaktiver User
AW: Straftaten
Wie viele Fälle kennst du denn (bitte auch durch entsprechende Quellen belegen) bei denen das so gelaufen ist?
Von mir gefettet.Brutale Taten wie Vergewaltigung müssen viel härter und konsequenter bestraft werden. Es kann nicht sein, dass ein Täter sich mit einem Geständnis die Freiheit erkauft.
Auch hierfür hätte ich gerne belegte Beispiele.
Seit wann ist denn ein Gefängnisaufenthalt keine Strafe?Ein Gefängnisaufenthalt sollte ein Strafe sein.
Welche Strafe ist deiner Meinung nach härter als ein Freiheitsentzug?
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03.01.2020, 12:32
AW: Straftaten
Sandra,
es war mehrfach in verschiedensten Medien zu lesen, das eine Menge Haftplätze fehlen und deshalb viele frei herumlaufen, die eigentlich ins Gefängnis gehören.
luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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03.01.2020, 12:55Inaktiver User
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03.01.2020, 13:08
AW: Straftaten
Statt neuen Haftplätzen und damit verbundenem Personalaufwand und Kosten würde ich das Geld ja eher in Bildung, Integration ( damit mein ich Integration aller Kinder, die "Hindernisse" haben ) und Arbeit investieren.
Damit es erst gar nicht so viele Straftäter gäbe.
Aber das ist nur meine bescheidene Meinung.Geändert von Lilith10 (03.01.2020 um 13:15 Uhr)
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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03.01.2020, 16:00
AW: Straftaten
@ Lilith
Dein Wunsch wird so nicht in Erfüllung gehen.
Ich erinnere mich an das Statement der ersten israelischen Arbeitsministerin Golda Meir, die kurz nach der Staatsgründung 1948 sagte: "wir haben die alten englischen Gefängnisse übernommen und stecken jetzt unsere Rechtsbrecher da rein. Wir sind ein ganz normaler Staat."
Es gibt in keiner Gesellschaft etwas, was das Brechen von Normen verhindert.
Nur in einem hast Du Recht, wer nicht eingegliedert ist und keine Schulbildung hat, hat deutlich höhere Chancen kriminell zu werden. Es sind aber dann auch die allbekannten Straftaten.
Je höher der Bildungsgrad und Verfügung über wirklichen Reichtum, desto unangreifbarer fühlen sich die Menschen und sehen all ihre Handlungen als nicht kriminell an, auch wenn es so ist.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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03.01.2020, 17:03
AW: Straftaten
@ Opelius
Ich gehe auch nicht davon aus, das es gar keine Verbrechen mehr gäbe.
Nur eben weniger. Wenn man etwas schon nicht verhindern kann, sollte man aber dennoch so viele Quellen wie möglich ausschließen.
Interessanter Artikel dazu
Kriminalitat: Mehr Bildung, weniger Verbrechen - FOCUS Online
Die entscheidende Frage war: Ist die unzureichende Bildung auch wirklich eine Ursache für das Abdriften ins Verbrechermilieu? Denn nur dann wäre erwiesen, dass Bildung eine Stellschraube ist, mithilfe derer sich Verbrechen verhindern ließen. Und tatsächlich: Mit der Studie aus Frankfurt ist es zum ersten Mal gelungen, diese Kausalität für Deutschland zu belegen.
Das Hauptaugenmerk der Untersuchung lag jedoch auf den Bildungseinflüssen. Hier schlug der fehlende Schulabschluss besonders stark zu Buche. Die Wahrscheinlichkeit, wegen eines Verbrechens verurteilt zu werden, war bei den Schulabgängern ohne Abschluss um zehn Prozent höher.Geändert von Lilith10 (03.01.2020 um 17:09 Uhr)
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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03.01.2020, 17:35
AW: Straftaten
Danke für den Link, Lilith
Aber: Das Hauptaugenmerk der Untersuchung lag jedoch auf den Bildungseinflüssen
Ich setze dagegen: Je früher ein jugendlicher Delinquent erwischt wird, desto geringer werden Folgestraftaten.
Unsere Polizei ist ausgedünnt und nur noch selten in der Öffentlichkeit sichtbar. Sie wird massenweise eingesetzt bei Demos und Fußballspielen: 22 Millionen Überstunden schiebt die Polizei vor sich her bei 260.000 Polizeibeamten in Deutschland.
Die Jugendgerichte sind völlig überlastet. Wer Karriere als Richter machen will, sieht zu, dass er dort nicht länger verbleibt als für seine Ausbildung und Verbeamtung nötig ist. In dem Bereich macht niemand Karriere. Das führt dazu, dass auch recht simpel zu beurteilende Straftaten monatelang auf sich warten lassen. Bis dahin haben die das Verfahren zu befürchten haben, alle Ängste hinter sich. Schnellverfahren gibt es nicht.
Vor Jahrzehnten gehörte zu jedem Landgerichtsbezirk auch eine Jugendarrestanstalt, in der bis zu 4 Wochenendarresten bis zu 4 Wochen Arrest verbüßt wurden. Heute gibt es nur noch 35 in der gesamten Bundesrepublik. Wer will da noch einen Jugendlichen hinschicken, wenn die Eltern zum Teil hunderte von Kilometern dafür fahren müssen, damit er dort seine Strafe büßen kann.
In eine Strafanstalt wird man von der Polizei kutschiert.
Mehr als die Hälfte aller Erstverurteilten wird nie mehr weiter straffällig.
Was alles nicht gegen eine bessere Schulausbildung für spricht. Aber auch da fehlt es an Lehrern. Wie bei der Polizei werden in den nächsten 5 Jahren etwa ein Viertel aller Lehrer in den Ruhestand gehen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



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