Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir uns - in Deutschland, aber auch anderswo - etwas weg bewegen von Rechtsgrundsätzen wie "in dubio pro reo" etc. Oder dass JEDER Angeklagte einen Anspruch auf div. rechtsstaatliche Dinge hat.
Also, dass sich große Teile der Bevölkerung davon wegbewegen. Innerlich und gefühlt irgendwie.
Das stelle ich seit Jahren fest.
Und ich selber bin bei Sexualverbrechen - insbesondere bei solchen an Kindern - durchaus auch der Meinung, dass hier wesentlich höhere Haftstrafen verhängt werden sollten. Wesentlich höhere.
Ich lese aber oft so einen kaum kaschierten Ruf nach Strafen, die in der EU zumindest keinerlei Rechtsgrundlage haben.
Kerker bei Wasser und Brot bis zum Ende des Lebens oder - Todesstrafe halte ich für Schritte bzw. Forderungen, die in eine komplett falsche Richtung gehen.
Antworten
Ergebnis 9.571 bis 9.580 von 10638
Thema: Straftaten
-
21.12.2019, 16:02
AW: Straftaten
-
22.12.2019, 00:10
AW: Straftaten
Das Gegenteil konnte (lt Spiegel Bericht, vielleicht kann man nach einiger Zeit das komplette Urteil samt Tenor in einem Portal nachlesen) nicht bewiesen werden.
Es waren wohl zwei Frauen, die deutlich alkoholisiert waren, aber nicht gegen ihren Willen, es konnten keine K. O. Tropfen nachgewiesen werden..
Wie soll das Gericht zu einem anderen Urteil kommen?
-
22.12.2019, 00:21
AW: Straftaten
R. Rockeby, einer der Anwälte von Beate Zschäpe hat in einem Interview gesagt :
Es gibt Anwälte, die sagen : Ich will keine Kinderschänder und keine Vergewaltiger verteidigen, keine Rechtsterroristen, bestenfalls Liinksterroristen, weil das eher chic ist und man die dahinter stehende Denke eher nachvollziehen kann (auch da passieren Morde, nur so am Rande)..
Aber solche "Igitt - Taten", sowas fasst man nicht an, das tut man als guter Mensch nicht.... Wo kommen wir denn da hin?
Eben. Wo kommen wir denn da hin?
Jeder hat das Recht auf einen sauberen Prozeß. Natürlich erwarten die Opfer, dass das Gericht die Wahrheit herausfindet, der Beschuldigte muss aber daran nicht mitwirken, er darf schweigen. Oder sogar Lügen wie gedruckt.
Das ist ein absoluter Gegensatz, der aber ausgehalten werden muss.
Man kann nicht verurteilen, was nicht beweisbar ist. Auch, wenn das Opfer absolut glaubwürdig ist.
Was das Einschüchtern von Zeugen angeht - es wäre Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass Zeugen entsprechend geschützt werden. Das gelingt aber kaum.
-
22.12.2019, 00:57
AW: Straftaten
So schwierig es auch sein mag, Verbrecher zu verteidigen, die ein abscheuliches Verbrechen begangen haben - so sorgen die Verteidiger doch für das allgemeine Recht, dass die Grundsätze unseres Rechtssystems (und unserer Verfassung) aufrecht erhalten werden.
-
22.12.2019, 02:32
AW: Straftaten
Richtig.
Für die Opfer sind solche Verfahren extrem schwierig (wie z. B. Jetzt in Kleve), weil sie das Gefühl haben, ihnen wird nicht geglaubt und es wäre nichts passiert.
-
22.12.2019, 10:44
-
22.12.2019, 10:50
AW: Straftaten
Ich wollte Dir nichts erklären, wir sind da schon einer Meinung.
Mir fiel das Interview beim Lesen deines Postings wieder ein und ich fand es passend.
Ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt.
-
22.12.2019, 10:50Inaktiver User
AW: Straftaten
Wie ich sehe haltet Ihr Euch bei einem anderen Fall auf. Ich hatte dies hier "zur Diskussion" gestellt. link
-
22.12.2019, 10:55
AW: Straftaten
Was ja nicht bedeutet, dass wir uns nicht an anderen Fällen "aufhalten" dürfen...
Dass es Einschüchterungsversuche gegenüber Zeugen gab und gibt ist bekannt - im Kieler Fall wird dies vermutet, deshalb wird ja die Möglichkeit eines Zeugnisverweigerungsrechts für den Betroffenen geprüft.
-
22.12.2019, 10:58


Zitieren

