Das wir mal einer Meinung sind.
Ein kleines rotes Kreuzchen kommt in den Kalender.
Im übrigen werden gerade zwei Fälle durcheinander gewürfelt.
Der mit der "Gucci-Bande" und der lachhaft niedrigen Strafe, welchen ich verlinkt hatte.
Der war aus Wuppertal.
Und dann die nicht minder entzückenden Jungs aus Essen, von Brombeerkatze.
Diese beweisen übrigens ganz prima den Sinn und Erfolg von Kuschelmaßnahmen der Sorte
"Kurve kriegen"
Zitat aus dem Artikel:
Der 14-Jährige ist Teilnehmer der Initiative "Kurve kriegen" des Landes NRW, die verhindern will, dass Kinder und Jugendliche dauerhaft in die Kriminalität abrutschen.
Jo, hat bestens geklappt wie man sieht.
Er war dann jetzt nur noch:
"Äußerst brutal..." , und "Intensivtäter".
na also, wer kann da noch meckern?
Als nächstes erhält er wahrscheinlich dann eine strenge Verwarnung.
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Thema: Straftaten
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03.12.2019, 23:27Inaktiver User
AW: Straftaten
Geändert von Inaktiver User (03.12.2019 um 23:35 Uhr)
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03.12.2019, 23:34
AW: Straftaten
KCIO4:

Ich trags mir auch rot in den Kalender ein!Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!
Andra tutto bene!
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03.12.2019, 23:49
AW: Straftaten
Ich habe mir mal die Seite von "Kurve kriegen" angeschaut.
Als Erzieherin interessiert mich, WAS die WIE mit den Kindern und Jugendlichen machen.
Daraus:
4. Individuelle und passgenaue Maßnahmen Die pädagogischen Fachkräfte schöpfen aus einem reichhaltigen pädagogischen und kriminalpräventiven Angebot lokaler Anbieter. Damit steht ihnen ein umfangreicher so genannter Baukasten an Maßnahmen zur Verfügung, der aus Elementen wie Kompetenztrainings (z.B. Coolnesstrainings oder Elterncoachings), integrativen Angeboten (z. B. Lernhilfe, Sprach- und Sportkurse), freizeitpädagogische Angeboten und weiteren wie z. B. Sucht- oder Schuldenberatung besteht. Wichtig dabei: Auf die Passung kommt es an! In manchen Fällen helfen bereits einzelne Maßnahmen, in anderen orchestriert die pädagogische Fachkraft ein ganzes Bündel solcher Hilfen.
Es erscheint mir distanziert, so wie ein Workshop Charakter.
Ich glaube das dabei Bindung fehlt.
Das die Kinder sich angebunden an die Gesellschaft fühlen.
Und für voll genommen werden.
Im Guten wie im schlechten. Wenn sie das Gefühl haben: es ist doch eh egal, resignieren Kinder oft.
Und sie suchen Grenzen regelrecht.Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!
Andra tutto bene!
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03.12.2019, 23:55Inaktiver User
AW: Straftaten
Also gut.
Ich hab nochmal drüber nachgedacht, und beantworte deine Frage .
die Frage war: "welche Strafe hättest du verhängt".
Richtig ?
Ausgangslage: Ein 70 Jahre alter Rentner wurde derartig zugerichtet, dass er lebensgefährliche Verletzungen erlitt und seither ein Pflegefall ist.
Damit dürfte schwere Körperverletzung vorliegen.
Strafrahmen hierfür laut StGB: zwischen 1 und 10 Jahre.
Und nun der Knackpunkt !
Hier gibt es keinen "Jugendbonus"
Für Verbrechen gelten nach dem Jugendgerichtsgesetz andere Maßstäbe: Wie bereits erwähnt darf jugendlichen Tätern hier nur eine Freiheitsstrafe von maximal zehn Jahren zugeschrieben werden.
In diesem Falle aber entspricht der im StGB vorgegebene Strafrahmen dieser Vorschrift, sodass das Jugendstrafrecht die wegen Körperverletzung drohende Strafe nicht direkt mindert
Quelle:
Jugendstrafrecht bei Korperverletzung |SS| Information & Strafmass
Von mir hätten die somit eine solide 7 erhalten.
Plus "Nebenfolgen" in Form der Kostenübernahme.
Bekommen haben sie aber 2J 4M
und sind aller Wahrscheinlichkeit nach spätestens Sieben Zwölftel wieder draußen.Geändert von Inaktiver User (04.12.2019 um 00:16 Uhr)
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04.12.2019, 00:08
AW: Straftaten
Nein und ein reiner Strafverteidiger, der sehr gut verdient, ist meist auch denjenigen auf der anderen Seite suspekt.
Oft sind es neben schweren Taten kleine Details, die einen plötzlich und unerwartet erschüttern und was oft vergessen wird, ist, dass sowohl Angehörige des Opfers als auch des Täters mittelbar Tatopfer sein können und sind.
Meiner Meinung nach müsste noch deutlich früher angesetzt werden, ist jemand erst ein Kandidat, ist es zu spät. Jahrelang interessiert es niemanden, wie Kinder zum Teil aufwachsen müssen.
Jugendämter müssten personell und materiell deutlich besser ausgestattet werden, um in desolaten Verhältnissen schon im Kleinkindalter eingreifen zu können. Das wäre echte Prävention.
Wie mir neulich ein forensisch tätiger Psychiater wieder mal bestätigte: zwar werden nicht alle, die aus desolaten Verhältnissen stammen, kriminell (und es gibt letztlich seiner Meinung nach wirklich in den Fällen ohne psychische Erkrankung eine Eigenverantwortung), aber diejenigen, die eine schlimme kriminelle Karriere haben, stammen fast immer aus desolaten Verhältnissen.
Ja, natürlich ist das ein wichtiger Aspekt, nur bleibt auch hier die Frage, wie man dieses Ziel erreicht?
Durch eine möglichst lange Haftstrafe für einen Jugendlichen, durch die er noch tiefer in kriminelle Strukturen gerät und Chancen, im normalen Leben zu bestehen, gemindert werden oder durch eine geringere Strafe und die Heranführung an ein nicht-kriminelles Leben?Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist
Intro "Tatsächlich Liebe"
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04.12.2019, 07:50
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04.12.2019, 08:40
AW: Straftaten
Lest euch doch die Kommentare hier durch.
Da wird von möglichst langen und schweren Strafen geträumt . Kommentare wie der von Fritzi haben Seltenheitswert.Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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04.12.2019, 10:54Inaktiver User
AW: Straftaten
Zu dieser Frage fällt mir folgendes ein. Ich sah irgendwo in einer Talkshow mal ein Gespräch mit Ferdinand von Schirach. Der sagte folgendes: wir haben ja ein Gerichtssystem, in dem Schöffen eingesetzt werden, die durchaus auch mit beraten, welche Strafe verhängt wird. Wenn die dann den ganzen Prozess erlebt haben, nicht nur das was in der Zeitung stand, sind die in der Regel auch für die milderen Strafen, die dann verhängt werden. Das seien die gleichen Leute, die aufgrund eines Zeitungsartikels früher gesagt hätten "wie kann man nur so eine niedrige Strafe verhängen?". Wenn die dann aber alle Informationen haben, nicht nur die aus der Zeitung, ist die Sichtweise oft eine ganz andere.
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04.12.2019, 11:51
AW: Straftaten
Na ja, natürlich sind viele der Jugendlichen, um die es hier bisher gegangen ist, vielfach psychisch nicht bei bester Gesundheit.
Und auch ich finde, das es oft schon zu spät ist, wenn denn mal endlich jemand auf die Kinder und Jugendlichen aufmerksam wird und etwas für sie getan wird.
Und das, was getan wird, ist meiner Erfahrung nach, wie oben beschrieben, viel zu oft nur rausgeschmissenes Geld.
Da sollte es viel mehr und viel bessere Angebote geben.
Also all das kann ich noch in die Waagschale der Jugendlichen legen und trotzdem sind mir viele Strafen viel zu lasch.
Vor allem diese ständigen Bewährungen sind für mich un-wenn nicht sogar- kontraproduktiv.
Wenn jeder, der eine schlechte Kindheit hatte, schwer kriminell werden würde, dann gäbe es überall nur Kriminalität. Also ist es, trotz allem Verständnis, doch noch eine individuelle Entscheidung, ob einer immer weiter macht, oder es lässt.Geändert von Lilith10 (04.12.2019 um 12:31 Uhr)
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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04.12.2019, 11:58
AW: Straftaten
Edit: beziehe mich auf Tigerentes Beitrag #9108
Genau, nicht umsonst gibt es die mündliche Hauptverhandlung, auch die beteiligten Juristen würden rein nach Aktenlage (und die ist nicht zu vergleichen mit einem Pressebericht) teils anders entscheiden, als nach der Verhandlung.
Die Schöffen haben übrigens das selbe Stimmrecht, wie die Berufsrichter und können damit in bestimmten Besetzungen den Berufsrichter überstimmen.
Wer die Strafen zu milde findet, hat also durchaus Möglichkeiten, sich einzubringen.Geändert von fritzi72 (04.12.2019 um 12:19 Uhr)





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