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Thema: Straftaten

  1. Inaktiver User

    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Daraus auch:
    Jahn: Dass sich Richter nicht von gesellschaftlichem Druck beeinflussen lassen, halte ich für eine Mär, und sie ist auch widerlegt. Es gibt Untersuchungen, die nachweisen, dass Richterinnen und Richter sehr wohl etwa die Presseberichterstattung über ihre Fälle zur Kenntnis nehmen und dass diese auch im Einzelfall einen gewissen Einfluss auf das Urteil haben kann. ...
    und
    Deshalb muss ein Gericht in der Lage sein zu erkennen, dass es erheblichem Druck aus dem gesellschaftlichen Umfeld ausgesetzt ist, um diesem Druck widerstehen zu können. Wenn Richterinnen und Richter so tun, als ob es diesen Druck nicht gäbe oder sie ihn nicht spürten, dann wird es gefährlich.

    In dem Zusammenhang ist mir das Urteil gegen Uli Hoeneß eingefallen. Das wäre nach meinem Dafürhalten nicht so milde ausgefallen, wenn er vor einem anderen Gericht, zum Beispiel in Hamburg gestanden hätte, statt in München, wo die Staatsanwaltschaft nach anfänglicher Überlegung dann letztendlich doch auf einen Antrag auf Revision verzichtet hat.

  2. gesperrt

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    AW: Straftaten

    Jedes Urteil fällt in München härter aus als in Hamburg. Das ist bekannt und nein, ich suche keine Quelle.
    Meiner Ansicht war es bei Hoeneß sogar eine hohe Strafe....nebenbei bemerkt.

  3. Inaktiver User

    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn Richterinnen und Richter so tun, als ob es diesen Druck nicht gäbe oder sie ihn nicht spürten, dann wird es gefährlich.
    Ja. Aber sie müssen natürlich trotzdem versuchen, sich frei zu machen.
    Geht ja gar nicht anders.
    Und ich denke bei diesem sehr spektakuläre Fall mit politischer Dimension kann man auch von Druck von verschiednen Seiten sprechen.
    Zumindest die Anwälte des Angeklagten haben wohl gleich zu Beginn eine mögliche rechte Gesinnung der Richter und Schöffen
    thematisiert:

    https://taz.de/Prozessauftakt-in-Che...=1565568000000

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    AW: Straftaten

    Wenn die Verteidigung erwartet, dass bei dem Schöffen geprüft wird, was für eine politische Überzeugung diese haben und ob sie Parteimitglied sind, ist das schon heftig.

    Kaum ein Artikel lässt die politische Dimension aus, wenn sie über den Fall berichten, sogar der Tagungsort wurde wegen Sicherheitsaspekten nach Dresden verlegt.

    Ich bin sicher, dass den Richtern und Beisitzern diese Dimension klar war. Aber ob sie nun deswegen wider besseres Wissen und gegen ihre Überzeugung ein Urteil fällten, um eine politische Seite zu befriedigen, wage ich mal zu bezweifeln. Das würde ihnen um die Ohren fliegen, wenn es überprüft würde. Und dass ein Überprüfung stattfinden würde, war relativ sicher, da die Verteidigung einen Freispruch gefordert hat und auf unschuldig plädierte.

    Der Fall wird nicht noch mal aufgerollt, sondern es wird nach Verfahrensfehlern gesucht. Also Prüfung der Beweismittelaufnahme etc. Natürlich kann das Bundesgericht das anders einschätzen als seine Kollegen.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
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    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich reiche dann mal einen wohl erforderlichen Link zu dem üblen Geschehen nach.
    Aus dem Tweet der Polizei:

    Es ist nicht zu dulden, dass Polizeibeamte in ihrer Freizeit aufgrund ihres Berufes angegriffen werden


    Eine, wie ich finde, äusserst verstörende Formulierung. Das klingt wirklich sehr missverständlich. Als ob andere Gewalttaten geduldet werden würden und als ob Gewalt einer Duldung unterliegt. Als ob es in Ordnung wäre, wären die Polizisten im Dienst gewesen.

    Das fällt mir immer wieder auf, dass Bekundungen zu solchen Taten eine merkwürdige verdruckste, nicht eindeutige, völlig unpassende, möglichst weiche Sprache haben.

    Wie wäre es mit: es ist eine vorsätzliche Verletzung unserer Gesetze, wenn Gewalt angewendet wird. Es ist ein schwerer Verstoss gegen unseren Beruf, wenn Menschen unsere Kollegen nieder prügeln, schlagen und treten, weil ihnen eine polizeiliche Massnahme nicht passte.
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    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ich habe Probleme, es mit meiner Vorstellung eines fairen Gerichtsverfahrens in Einklang zu bringen, dass einer einzigen, aus welchen Gründen auch immer, ziemlich wackeligen Aussage mehr Wert beigemessen wird als DNA-Spuren an der Tatwaffe und dem Nichtvorhandensein von Anzeichen, geschweige denn Beweisen für die Beteiligung des Angeklagten an einer tätlichen Auseinandersetzung.
    Es wurde in den Medien - und ich meine das ohne jeden Vorwurf, weil es in der Natur der Sache liegt - doch gar nicht umfassend über den Prozess berichtet.
    Ohne wirklich 100 Verhandlungstage genau verfolgt zu haben, kann der Schluss, ohne Beweise sei der Angeklagte verurteilt worden, nicht gezogen werden.
    Gerade bei einer Vielzahl und noch dazu beeinflussten Zeugen setzt sich das Puzzle erst zusammen, wenn man wirklich alle Aussagen und sonstigen Beweismittel umfassend und im Detail würdigt, übereinanderlegt, jede Übereinstimmung und jede Abweichung gegenüberstellt.
    Ein schriftliches Urteil, in dem das dann dargestellt wird, liegt noch gar nicht vor, woher nimmst Du dann die Vermutung, dass nicht alle Beweise in ihrer Gesamtschau für die Täterschaft des Angeklagten sprechen, auch wenn es DEN einen Beweis nicht gibt?

    Es müssen mindestens drei der fünf urteilenden Richter ohne vernünftigen Zweifel von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt gewesen sein, die Hürde ist relativ hoch.
    Und auch wenn die politische Bedeutung des Verfahrens Druck erzeugt: die meisten Richter möchten auch kein unhaltbares Urteil an den BGH schicken und wegen offensichtlicher Fehler von diesem "abgewatscht" werden. Das Urteil des BGH wird in Fachkreisen gelesen und vor den Kollegen als der "Depp" dazustehen, der die Überzeugung von der Täterschaft des Angeklagten nicht richtig dargelegt hat oder Beweise falsch gewürdigt hat oder sonstige Fehler gemacht hat, erzeugt auch Druck oder positiv ausgedrückt, ein Korrektiv, die Arbeit trotz des Drucks aus der Politik ordentlich zu machen.


    *Nähkästchen wieder zuklapp*
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  7. Inaktiver User

    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Wenn die Verteidigung erwartet, dass bei dem Schöffen geprüft wird, was für eine politische Überzeugung diese haben und ob sie Parteimitglied sind, ist das schon heftig. ...
    Aus dem verlinkten Artikel: Auch Staatsanwalt Stephan Butzkies hält einige der Fragen an die Richter für berechtigt.

  8. Inaktiver User

    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von fritzi72 Beitrag anzeigen
    ...Ein schriftliches Urteil, in dem das dann dargestellt wird, liegt noch gar nicht vor, woher nimmst Du dann die Vermutung, dass nicht alle Beweise in ihrer Gesamtschau für die Täterschaft des Angeklagten sprechen, auch wenn es DEN einen Beweis nicht gibt...
    Ich vertraue als Laie auf die Berichterstattung seriöser Medien, wie der Zeit: Schließlich gibt es – und das räumte das Gericht auch ein – bis zum heutigen Tag nicht einen einzigen Sachbeweis für seine Tatbeteiligung. Keine DNA-Spuren auf der Tatwaffe, weder Blutspuren des Opfers an seiner Kleidung noch an der des Opfers, keine Kampf- oder Abwehrverletzungen, keine Faserspuren, nichts.

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    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich vertraue als Laie auf die Berichterstattung seriöser Medien, wie der Zeit: Schließlich gibt es – und das räumte das Gericht auch ein – bis zum heutigen Tag nicht einen einzigen Sachbeweis für seine Tatbeteiligung. Keine DNA-Spuren auf der Tatwaffe, weder Blutspuren des Opfers an seiner Kleidung noch an der des Opfers, keine Kampf- oder Abwehrverletzungen, keine Faserspuren, nichts.
    Ein Sachbeweis ist keine zwingende Voraussetzung für eine Verurteilung, sonst könnte es zB keine Verurteilung wegen länger zurückliegenden sexuellen Missbrauchs von Kindern geben, nur als ein Beispiel.
    Von daher ist die Feststellung erstmal recht nichtssagend.

    ( Zeit, auch online, habe ich bis vor kurzem auch als relativ seriöse Quelle im Bereich Justiz eingestuft, aber seit ich deren Berichte über einen Fall gelesen habe, in dem ich ein paar der Hintergründe kannte, zweifle ich leider daran. )
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  10. Inaktiver User

    AW: Straftaten

    Zitat Zitat von fritzi72 Beitrag anzeigen
    Ein Sachbeweis ist keine zwingende Voraussetzung für eine Verurteilung, sonst könnte es zB keine Verurteilung wegen länger zurückliegenden sexuellen Missbrauchs von Kindern geben, nur als ein Beispiel.
    Von daher ist die Feststellung erstmal recht nichtssagend.
    ...
    Die Zeit ist nicht die einzige Zeitung, die das berichtet hat. Findest du es nicht merkwürdig, dass es keine Fingerabdrücke von dem Verurteilten an der Tatwaffe gab und auch keinerlei Spuren der Schlägerei, die der Hauptbelastungszeuge geschildert hat?

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