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  1. Inaktiver User

    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Was mich angeht, ich stelle hier Projekte, Vorgehensweisen, Maßnahmen usw. ein, die - irgendwo auf der Welt - zumindest mal so klingen, als wenn sie doch irgendeinen Erfolg aufwiesen. Es soll einfach zeigen, daß es geht, wenn man will. Daß es Anschauungsmaterial gibt, wie man etwas anpacken könnte. Als ich zum ersten Mal von Mechelen las, stand mir ja fast der Mund offen: Was? Das geht? - Und dann schloß sich gleich die Frage an: Ja, warum machen das denn dann nicht alle sofort nach?
    Und wie ich ja verlinkte, auch EU Leute finden das ja eigentlich interessant. Jetzt müssen sie nur noch genau hinsehen, an ihr Land und ihre Notwendigkeiten usw. adaptieren, und los geht's, Nachmachen.

    Mit Bouillon ging es mir ähnlich. Was, in wenigen Wochen lernen Leute, die es völlig normal finden, Kinder zu schlagen, ihre Kinder in Ruhe zu lassen? Ja, warum macht man das nicht in allen Flüchtlingsunterkünften zum Standardprogramm, was immer Bouillon da gemacht hat?
    Also mich hatte das überrascht, wie erfolgreich er war, ich konnte es kaum glauben, habe halt gehofft, daß es aber stimmt. Und Kenia- nun, ist ja ähnlich schnell (6 Wochen, Bouillon 3-4 Wochen), und (auch) sehr erfolgreich. Das heißt doch, es ist möglich, innerhalb recht kurzer Zeit, da wirklich was an den Haltungen zu bewegen.

    Daß nicht alles eins zu eins auf Deutschland übertragen werden kann, vielleicht nicht mal sollte (man kann etwas ja auch (noch) besser machen z.B.), bleibt davon ja völlig unberührt.

    Das mal im Einzelnen genauer betrachten, was man konkret übernehmen, was man vielleicht adaptieren usw. kann, sollte, für Deutschland, nun, - wer meint, daß das in meinen Beiträgen zu kurz kommt, der kann ja vielleicht auch selber mal. Ich bin ja hier keine Serviermaschine, ich mache jetzt gerade, was ich für wichtig und interessant halte, nämlich -> siehe Anfang des Beitrages.

  2. Inaktiver User

    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen

    Am Jahresende 2017 zog man Bilanz- und war zufrieden. Es meckern ein paar, Deutsche wie Migranten, aber im Großen und Ganzen waren alle zufrieden.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das in Grossstädten genauso funktioniert... habe aber nie länger als ein Jahr in einer als Großstadt zu bezeichnenden Stadt gewohnt, daher fehlt mir die Erfahrung. Vielleicht gibt's hier gelernte Großstadtbewohner, die das besser einschätzen können?
    mechelen hat immerhin 90.000 einwohner -das ist keine großstadt, aber auch kein dorf.
    ich gebe dir aber schon recht, dass es in großstädten sicher schwerer ist, die leute "ins boot zu holen".
    ich denke aber, dass es schon auch klappen kann, wenn es gewollt ist.
    auch in großstädten gibt es bezirke, kleine einheiten.

    ich glaube, es ist umso wichtiger, dass es gewollt wird.
    in wien zum beispiel wird schon viel in diese richtung (gewaltprävention, streeetwork etc)getan - all das wird aber von außen (fpö und övp) massiv torpediert.
    ich glaube ja überhaupt, dass die zustände von außen als weitaus bedrohlicher gezeichnet werden, als sie oft sind, einfach, um politik zu machen.

    aber natürlich ist die isolation in großstädten prinzipiell größer, der zusammenhalt weniger.
    trotzdem kann man "von oben" schon auch viele initiativen, die sich auch in der stadt bilden, fördern oder eben auch nicht.

  3. Inaktiver User

    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Ich habe viel über Mechelen gelesen- da hat vieles über eine Art "soziale Kontrolle" geklappt, was in kleineren Orten einfacher zu bewerkstelligen ist. Da ist die Welt etwas kleiner, man kennt sich, die Wege sind kurz...
    Ähnlich erlebe ich es hier auch- man bekommt schon mit, dass Petersens Enno, eigentlich ein netter Junge,

    (...)

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das in Grossstädten genauso funktioniert...
    Ich glaube nicht, daß man Mechelen mit einem Ort, in dem jeder "den Enno" kennt, vergleichen kann. Es ist keine Millionenstadt, aber immerhin fast eine Großstadt (85.000 Einwohner), da kennt nicht mehr jeder jeden. Das war schon ganz klar politischer Wille, der dann zu dieser guten Zusammenarbeit führte (von Polizei, Vereinen, Sozialarbeitern usw.)

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    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Na gut, aber wie willst du denn in einer Grossstadt wie z.B. München, Hamburg oder Berlin, aufgeteilt in diverse Bezirke, die von ihrer Einwohnerschaft her sehr heterogen sind, den "politischen Willen"hernehmen?

    Nehmen wir mal die libanesischen Clans, die zumindest in Berlin wohl ein echtes Problem darstellen.... Ich habe darüber unlängst eine Doku gesehen, es gibt aber ja genug Berlinerinnen hier, die etwas dazu sagen können...
    Lt. dieser Doku liegen die Ursprünge dieser "Clanbildung" in den 80gern. Die damals eingereisten Familien bekamen lediglich einen Dulderstatus, aber ansonsten kümmerte man sich nicht um sie. Führte dann dazu, dass die Kinder keinen oder nur einen schlechten Abschluss hatten, sie dann, wenn überhaupt, "Jobs" in der Community fanden...
    Durch die Fehler von damals war eine Clanbildung überhaupt erst möglich.
    Auf mich wirkt es so, als versuche man ein neues Problem mit alten Mitteln, die sich zudem noch als untauglich erwiesen haben, zu lösen.

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    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Also mir fällt das dazu ein:
    In Berlin müsste man wohl in der Größenordnung Kiez denken und dort vernetzt handeln. Das Quartiersmanagement geht in diese Richtung.
    Gerade in sog. Brennpunktkiezen hocken die Leute schon aufeinander und kennen sich und ihre Pappenheimer. Manche kommen Jahre lang gar nicht aus dem Viertel raus.

    Im Rollbergviertel in Neukölln hat unter der Federführung von Gilles Duhem vor Jahren das Stadtteilmanagement Furore gemacht: Kriminalität 30% zurückgegangen, 25.000 Std. von den Anwohnern selbst geleistete ehrenamtliche Arbeit.

    Wie stellt man in so einem Viertel das nötige Grundvertrauen zur Umgebung und den Nachbarn wieder her? Zunächst haben Duhem und seien Kollegin Renate Muhlak die allgemeine Lebensqualität im Viertel verbessert: herumliegender Müll wurde beseitigt, gegen jede Form der Ruhestörung wurde konsequent vorgegangen – bis zum polizeilichen Platzverweis. Den Schulschwierigkeiten vieler Migrantenkinder (und auch vieler deutscher Unterschichtkinder) rückten sie mit kostenloser Hausaufgabenhilfe zu Leibe. ...
    „Wir sind einerseits das Sprachrohr der Leute«, sagt Duhem, »die keine Stimme haben. Doch wir geben auch dem Rechststaat ein Gesicht und setzen Regeln durch.“ Duhem hat die Neuköllner gewonnen, indem er sie von Anfang an nicht als hilflose Objekte staatlicher Betreuung behandelte, sondern als zu aktvierende Bürger. Er hat sie an Entscheidungen beteiligt, ihnen Verantwortung aufgenötigt und damit Selbstrespekt und Würde zurückgegeben.

    Er ist dann bei der nächsten Ausschreibung nicht mehr berücksichtigt worden - warum steht im Artikel

    Berlin feuert seinen besten Integrationspraktiker - Jorg Lau
    Geändert von rottenmeier (13.01.2018 um 14:54 Uhr)
    I will dance

  6. Inaktiver User

    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Leider kann ich deinen Link nicht anklicken...

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    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    so ein Mist, ich auch nicht (Seitenladefehler)
    ich verlinke ersatzweise mal auf diese Seite mit einem Bericht über das Viertel und das Projekt und versuche den link irgendwie in den Griff zu kriegen
    Vermitteln zwischen parallelen Welten - Gewaltpräventionsarbeit des Quartiersmanagement Rollberg | Heimatkunde - migrationspolitisches Portal

    Ergängung: so ... jetzt geht er bei mir, habs im ursprünglichen post oben geändert
    I will dance

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    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Zitat Zitat von rottenmeier Beitrag anzeigen
    Also mir fällt das dazu ein:
    In Berlin müsste man wohl in der Größenordnung Kiez denken und dort vernetzt handeln. Das Quartiersmanagement geht in diese Richtung.


    Genau!

    Danke für den Hinweis auf dieses überzeugende Projekt. Schade, dass dein erster link nicht geht. Warum wurde denn diese doch wirklich sinnvolle Arbeit nicht länger finanziell gefördert?

    Was natürlich auch wichtig ist als Ansatz gegen Jugendkriminalität, steht in deinem zweiten link:

    Die tägliche Präsenz der Polizei auf den Straßen und Plätzen des Viertels und die Vereinbarung von Regeln, auf deren Einhaltung alle achteten, setzte den Gewalttätern Grenzen und schuf wieder Räume für das normale Miteinander der Bewohner. Es wurde vereinbart, alle Straftaten anzuzeigen, die Opfer von Gewalt gezielt zu unterstützen und die Verurteilung von Straftätern durch Verbesserung der Zusammenarbeit von Polizei, Justiz und Jugendamt zu beschleunigen. Der Araberkeller wurde geschlossen und in der Kinder- und Jugendarbeit für alle sichtbar beschlossen, zukünftig vor allem Kinder und Jugendliche, die positives, vorbildliches Verhalten zeigen, zu stärken. Eine große Rolle spielt die Videoüberwachung im Kiez. Seitdem fühlen sich die Jugendlichen kontrolliert. Das Viertel ist für jugendliche Intensivtäter kein beliebter Treffpunkt mehr. Die Kriminalitätsrate bei Jugendlichen wurde deutlich gesenkt und das Sicherheitsempfinden der Bewohnerinnen und Bewohner des Rollbergviertels erhöht.

    Genau das fehlt aktuell in der ganzen Gesellschaft, und das muss sich einfach ändern. Dringend
    “Sie haben kein Recht auf Ihre Meinung. Sie haben ein Recht auf Ihre fundierte Meinung. Niemand ist berechtigt zur Ignoranz.” Harlan Ellison.


    Funkelnde:
    Sternzeichen Espresso, Aszendent: Käsekuchen

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    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    jetzt geht er bei mir - guckst du oben im post
    Das "Warum" steht im Artikel - politische Querelen und seine eigene Wutmail, die aus Versehen bei der kritisierten Dame vom Bezirksamt landete
    I will dance

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    AW: Prävention - wie man Terror und Gewalt verhindert/abstellt

    Zitat Zitat von rottenmeier Beitrag anzeigen
    jetzt geht er bei mir
    Bei mir auch und
    Das ist jetzt mehr als 10 Jahre her und eine Weiterführung scheint es nicht gegeben zu haben Schade, dass diese Anstrengung einfach "verpufft" wurde, wohl politisch gewollt.
    Den "Wes Brot ich fress"-Spruch sollte die SPD besser selber bedenken ...
    flying is the art of falling to the ground without touching

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