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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist die Nennung der eigenen Motivation eine werbliche Aussage? Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, denn dann müsste man neue Wörter erfinden, denn irgendwo sind die meisten Wörter schon werbeplaziert vorgekommen.
    Ein Problem ist, dass Wörter immer wieder mit neuen Konnotationen verknüpft werden, die den Ursprung verfälschen. So ist Heimat an sich ein positiver Begriff, der im Dritten Reich ungeheuer aufgelasen und überhöht worden ist. Heimatliebe hat seit 1945 immer einen leicht negativen Beigeschmack.

    Gerade heute wird ein Internetauftritt von Dienstleistern verlangt, der möglichst umfassende Informationen enthalten soll/ muss. Ansonsten fühlen sich viele Menschen nicht ausreichend für einen Besuch im Geschäft oder in der Praxis vorbereitet. Wer also irgendeine spezielle Leistung sucht, möchte vor einem Anruf wissen, ob diese angeboten wird.
    Es gibt mittlerweile auch Ärzte, die z.B. keine Hausbesuche mehr machen. Das war früher üblich, auf dem Land ist das stellenweise noch ein Muss, weil einige Patienten immense Probleme haben, in die Praxis zu kommen. Wenn ich also vorher weiß, dass dieser Arzt keine Hausbesuche macht, rufe ich nicht wegen eines Hausbesuches an.
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




    Bunny Maja Lukas (14.2.)
    Maxi (3.3.2017)
    Bella (27.8.2018)

  2. Avatar von Zwekke
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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Wobei der Verweis an eine bestimmte Beratungsstelle an sich schon problematisch ist. Es darf erwartet werden, dass die Quote derer, die sich doch fürs Kind entscheiden, bei kirchlichen Beratungsstellen höher ist, als bei nichtkirchlichen.

    Von ärztlicher Seite aus wäre es damit gewinnbringend, auf nichtkirchliche Beratungsstellen zu verweisen.
    Ich finde es wirklich übel, wie du den Ärztinnen und Ärzten, die Abbrüche vornehmen, ständig Profitgier unterstellst. Die Frage ist, welche Auskünfte Praxen geben, die keinen Abbruch vornehmen. Die Vorstellung, dass es die befragten ÄrztInnen und/oder ihr Personal interessiert, ob und welche andere Praxis dann letztendlich üppige 300 Euro bekommt, halte ich für realitätsfremd.

  3. AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Ich habe ja einmal abgetrieben mit 19 - viele im Forum hier wissen das. Das war, als die Neuregelung mit dem verpflichtenden Beratungsgespräch, noch relativ frisch war. Ich war damals entschieden, als ich zum Beratungsgespräch ging. Nichts auf der Welt hätte mich damals noch umstimmen können und das war völlig unabhängig von irgendwelchen Fakten, die mir auch damals schon vorher mein Gynäkologe mitgab, als ich dort die Schwangerschaft feststellen ließ. Was er übrigens durfte - denn er war nicht derjenige, der letztendlich den Abbruch vornahm. Die Beratung hat mir zwar Hilfen vorgestellt, aber das war unwichtig, ich wollte den Beratungsschein.

    Jahre später fand ich mich dann noch einmal in einer Konfliktsituation, in der auch die Beratung aufgesucht habe. Diesmal war ich sehr viel schwankender, die Beratung war deswegen deutlich länger und viel intensiver. Das empfand ich damals als sehr viel sinnvoller - ich kann nicht sagen, wie die Entscheidung letztendlich ausgefallen wäre, das hat mir die Natur abgenommen.

    Was hier manche zu vergessen scheinen, ist wie wenig Zeit die betroffene Frau letztendlich hat: bis man sich selber sicher ist über die Schwangerschaft, die Feststellung beim Gynäkologen, der Termin bei der Beratung, einen Arzt oder Klinik ausfindig machen, dort einen Termin zu bekommen. Und währenddessen oft ein innerlicher Konflikt, ein Abwägen von Möglichkeiten, Sprechen mit Vertrauenspersonen, schlaflose Nächte, ein Alltag, der nicht aufhört und oftmals auch Auseinandersetzen mit dem Partner. Da noch zusätzliche Hürden einzubauen, finde ich einfach nicht zielführend.
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.


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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Ich denke, eine Kernfrage ist Folgende:

    Wieweit darf ein Arzt vorab informieren, ohne damit die gesetzliche geforderte Konfliktberatung zu beeinflussen.

    Ich denke, genau das ist der konkrete Sinn hinter dem Werbeverbot. Denn Eines ist wohl unstrittig. Je weiter die Schwangere in ihrer Entscheidungsfindung fortgeschritten ist, umso geringer ist die Wirkung der Konfliktberatung.

    Es wurde schon mehrfach angesprochen, dass in vielen Fällen die Entscheidung zum Zeitpunkt der Beratung längst gefallen ist. Und das ist mit Sicherheit zu einem nicht unerheblichen Teil von der Bereitstellung anderer Informations- und Beratungsangebote abhängig.
    Das sind doch völlig unterschiedliche Schwerpunkte. Der Arzt gibt medizinische Informationen dazu, wie/mit welchen Methoden/mit welchem Ablauf ein Abbruch zu welchem Zeitpunkt möglich ist.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

  5. Avatar von Zwekke
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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    ...

    Es wurde schon mehrfach angesprochen, dass in vielen Fällen die Entscheidung zum Zeitpunkt der Beratung längst gefallen ist. Und das ist mit Sicherheit zu einem nicht unerheblichen Teil von der Bereitstellung anderer Informations- und Beratungsangebote abhängig.
    Auch wenn es schwerfällt, versuch mal dich damit abzufinden, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind, ganz selbst- und eigenständig und ohne jede Beeinflussung (die Bereitstellung sachlicher Informationen ist keine) wichtige Entscheidungen zu treffen.

  6. Avatar von mono17
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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Zwekke Beitrag anzeigen
    Auch wenn es schwerfällt, versuch mal dich damit abzufinden, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind, ganz selbst- und eigenständig und ohne jede Beeinflussung (die Bereitstellung sachlicher Informationen ist keine) wichtige Entscheidungen zu treffen.
    Beratung ist keine Beinflussung.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.


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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Zwekke Beitrag anzeigen
    Auch wenn es schwerfällt, versuch mal dich damit abzufinden, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind, ganz selbst- und eigenständig und ohne jede Beeinflussung (die Bereitstellung sachlicher Informationen ist keine) wichtige Entscheidungen zu treffen.
    Hier muss ich widersprechen. Auch sachliche Informationen beeinflussen unsere Entscheidungen. Ansonsten wären sämtliche Sachinformationen grundsätzlich irrelevant.

  8. Avatar von mono17
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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Den zitierten Satz halte ich für tatsächlich problematisch.
    A kann ich ja davon ausgehen,das Ärzte dem hippokratischen Eid geleistet haben.
    B klingt schon ein" Andere sind daran nicht interessiert" mit.

    Weglassen wäre besser gewesen.
    Eine sachliche Information ist es auch nicht.
    Geändert von mono17 (16.01.2020 um 12:53 Uhr)


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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Zwekke Beitrag anzeigen
    Ich finde es wirklich übel, wie du den Ärztinnen und Ärzten, die Abbrüche vornehmen, ständig Profitgier unterstellst. Die Frage ist, welche Auskünfte Praxen geben, die keinen Abbruch vornehmen. Die Vorstellung, dass es die befragten ÄrztInnen und/oder ihr Personal interessiert, ob und welche andere Praxis dann letztendlich üppige 300 Euro bekommt, halte ich für realitätsfremd.
    Auch Frau Hänel verdient mit ihrer Praxis Geld. Ich bin mir absolut sicher, sie bietet ihre Leistungen weder zum Selbstkostenpreis, noch kostenlos an.

    Die Absicht zur Erzielung eines Gewinns ist nicht von der Hand zu weisen.

    Einer Praxis, die keine Abbrüche vornimmt, erzielt daraus auch keinen Gewinn. Folglich kann dieses Argument da gar nicht greifen. Auch Par. 219a greift in diesem Fall nicht.
    Geändert von Wolfgang11 (16.01.2020 um 13:01 Uhr) Grund: Korrektur


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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Beratung ist keine Beinflussung.
    In gewisser Weise schon. Wobei "Beeinflussung" hier wertfrei zu betrachten ist.

    Natürlich beeinflussen Informationen unsere Entscheidungen. Ich finde das vollkommen normal.

    Ich treffe Entscheidungen nach den Informationen, die mir vorliegen bzw. die ich mir beschaffe oder die mir zugetragen werden. Ich denke, das macht ziemlich jeder so.
    Geändert von Wolfgang11 (16.01.2020 um 12:58 Uhr) Grund: Korrektur

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