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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen
    Noch ein Hintergrundartikel zu Kristina Hänel, der auch sehr plastisch die Rahmenbedingungen beschreibt, mit denen ungewollt Schwangere und die sie betreuenden ÄrzInnen umgehen müssen:

    Giessener Arztin: Kristina Hanels Kampf gegen das Tabu der Abtreibung - Reportageseite - Tagesspiegel
    Das ist ja unfassbar! Das wusste ich nicht:

    Naiv sei sie gewesen, sagt Kristina Hänel über ihre ersten Arbeitstage damals bei Pro Familia. „Ich stand Abtreibung genauso naiv gegenüber wie die meisten Menschen. Ich hätte auch gefragt: Können die denn nicht verhüten?“ Das änderte sich, sagt sie, „als ich anfing, den Frauen zuzuhören“. Sie erfuhr von Männern, die weggelaufen waren, sobald die Freundin schwanger wurde; von Gewalt in Beziehungen. Und davon, dass es niemanden in Gießen gab, der diesen Frauen half. Keiner der niedergelassenen Gynäkologen der Stadt wollte Abtreibungen durchführen. „Ich habe sie alle abgeklappert“, sagt Hänel.

    Sie würden ja, habe sie zu hören bekommen, aber sie hätten Angst vor dem Stigma „Abtreibungsarzt“. Hänel besuchte die wenigen Ärzte, von denen, in Hessen und weiter weg, bekannt war, dass sie Abbrüche vornahmen. Sie wollte mehr wissen über den Eingriff – und kehrte ernüchtert zurück. Einen Kollegen sah sie zum Abbruchtermin mit Schmutz unter den Fingernägeln erscheinen. Von einem anderen Arzt war bekannt, dass er Frauen an die Brüste griff. „Alle waren Männer. Und ich fand sie alle nicht frauenfreundlich, um mich vorsichtig auszudrücken. Sie nutzten die Not der Frauen aus.“ [...]

    Die Rechtslage hat praktische und drastische Folgen. „Was strafbar ist, kann nicht Teil der ärztlichen Ausbildung sein. Es kommt nicht in der Ausbildung vor und so gut wie nie in der Weiterbildung“, sagt Pliefke. „Forschungsgelder bekommt man auch nicht für etwas, was strafbar ist.“ Selbst der Informationsaustausch untereinander sei schwierig, Lehrmaterial erstellen oder auch: wie verbreiten? „Wir Ärzte wissen ja oft selbst nicht, welche Information erlaubt und welche verboten ist.“ Am Tabu, das den Abbruch umgebe, habe sich bis heute „nichts geändert, eher im Gegenteil“, sagt Pliefke, selbst Ärztin seit 20 Jahren. „Von allem, was Ärztinnen und Ärzte tun, ist Schwangerschaftsabbruch das Einzige, das strafbar ist, eine absolute Ausnahme.“
    We are born to be happy, not perfect.

  2. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Himiko Beitrag anzeigen
    Das ist ja unfassbar! Das wusste ich nicht:
    In dieser Tiefe. Ich auch nicht.

    Es ist wirklich zum Schreien, es entsetzt mich.
    Sollte da nichts in Bewegung im Bundestag kommen, würde ich mich gerne mehr einsetzen. Gerne auch auf die Straße gehen. Ich finde: es reicht.

    Es mag sexistisch anmuten, aber ich bin mir so sicher, würden Männer Kinder austragen, hätten wir diese Art Debatte/Handhabung/Gesetzgebung in Deutschland/weltweit schon längst nicht mehr. Nichtmal in der CSU.

    Dieser Tage gefunden und da fällt mir nichts mehr zu ein:
    El Savador: Frau nach Totgeburt wegen Mordes verurteilt - Panorama - Suddeutsche.de

  3. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Ja, denke ich auch. Leider.

  4. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Ich vermute, daß in vielen Hinterköpfen noch rumort "Strafe muß sein - und wenn sie abtreibt, dann soll sie auch so dabei leiden, daß die eine Lehre draus zieht und das nie wieder macht". Und die Gesetzgebung unterstützt letztlich diese Geisteshaltung.

    Ich bin nicht gegen die Beratungspflicht - denn ich vermute, tatsächlich nicht jede Frau weiß, was für Möglichkeiten und Unterstützung ihr zusteht - aber ich bin der Meinung, nach erfolgter Beratung muß eine Frau auch die Möglichkeit haben, den Schwangerschaftsabbruch wohnortnah durchführen zu lassen.

    Es kann einfach nicht angehen, daß es letztlich darauf herausläuft, daß die Möglichkeit zum Abbruch wieder nur einer Bevölkerungsgruppe offensteht, die mobil ist.

    Natürlich - es gab auch früher genug Frauen, die notfalls auch nach Holland gefahren sind. Aber genau das sollte ja eigentlich nicht mehr passieren - die, die es sich leisten können, bekommen eine medizinische einwandfreie Abtreibung - die, die kein Geld haben, gehen zum Kurpfuscher und bezahlen teils mit Gesundheit oder sogar Leben...

  5. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dieser Tage gefunden und da fällt mir nichts mehr zu ein:
    El Savador: Frau nach Totgeburt wegen Mordes verurteilt - Panorama - Suddeutsche.de
    Die Überschrift klingt, als sei sie verurteilt worden, weil sie eine Totgeburt hatte. (das dachte ich jedenfalls erst)
    Das stimmt allerdings so nicht, sondern:
    Das Gericht berief sich auf den Obduktionsbericht der Regierung, demzufolge das Baby lebendig zur Welt gekommen und anschließend erstickt worden sei.
    (aus dem Artikel im Link oben)
    Ob dieser Vorwurf stimmt, darum geht es dann eigentlich.

    Jedenfalls besteht in jenem Land das schärfste Abtreibungsgesetz weltweit (steht im Artikel). Nun kommen hoffentlich nicht gleich einige und sagen, daß es doch hier vergleichsweise gut sei, warum man dann eigentlich drüber redet etc.
    Geändert von Inaktiver User (18.12.2017 um 00:19 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Aus aktuellem Anlass hole ich den Thread mal wieder vor.

    Bereits im Dezember 17 haben sich im Bundesrat die fünf Länder Berlin, Hamburg, Thüringen, Brandenburg und Bremen für eine Abschaffung des 219a ausgesprochen:

    Bundesrat - Suche - Entwurf eines Gesetzes zur Anderung des Strafgesetzbuches - Aufhebung von SS 219a StGB (Werbung fur den Abbruch der Schwangerschaft)

    Der Deutsche Bundestag wird nun am 22.2.18 über eine Abschaffung oder Modifikation des §219a zugunsten des Informationsrechts debattieren. Es liegen Gesetzesentwürfe von Seiten der Linken und der Grünen vor:

    Deutscher Bundestag - Debatte um das Werbeverbot fur Schwanger-schafts-abbruch

    Ein fraktionsübergreifende Initiative von SPD, Grünen & Linken zur Abschaffung des 219a, über die noch im Dezember gesprochen wurde, ist offenbar im Januar der Groko-Vorbereitung geopfert worden. Eine Abstimmung ohne Fraktionszwang (Gewissensentscheid, wie bei der Ehe für alle) scheint aber möglich:

    Abtreibung: SPD plant Initiative gegen Paragrafen 219a | ZEIT ONLINE
    Debatte um Abschaffung von SS219a: Vier zu eins - taz.de
    Paragraf 219a: Reform des Abtreibungsparagrafen gerat in die Muhlen der GroKo - Politik - Tagesspiegel

    Die FDP debattiert offenbar noch:

    http://www.taz.de/!5483696/

    Wie bereits der Pro Familia-Bundesverband, der Deutsche Juristinnenbund und der Deutsche Ärztinnenbund (Links hatte ich oben schon genannt) hat sich inzwischen auch der "Berufsverband der Frauenärzte e.V." (mit 14.000 Mitgliedern der größte Berufsverband von GynäkologInnen in der BRD) für eine Abschaffung des 219a ausgesprochen:

    http://www.bvf.de/presse_info.php?s=0&r=2&m=0&artid=560

    Das "Bündnis für reproduktive Selbstbestimmung" ruft für den 22.2. zu einer begleitenden Demonstration/Aktion vor dem Bundestag auf:

    http://www.sexuelle-selbstbestimmung...tte-22-2-2018/

    Bei der Bundestagsdebatte am 22.2. ist wohl zunächst mit einer Überweisung an die zuständigen Ausschüsse zu rechnen. Das Thema inklusive des meines Erachtens unsäglichen §219a wird uns also noch eine Weile erhalten bleiben. Wenn ich den oben genannte Tagesspiegel-Artikel richtig verstehe, dann wäre eine Abschaffung des §219a per überfraktionellem Gewissensentscheid jedoch in dem Zeitfenster vor Bildung einer GroKo (so es denn tatsächlich dazu kommt) prinzipiell möglich.
    Geändert von britwi (15.02.2018 um 20:01 Uhr) Grund: Namensverwechslung korrigiert

  7. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Danke für deine Informationen

  8. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Mal sehen, ob die SPD auch hier wieder einknickt.

    Werbeverbot fur Abtreibungen: SPD knickt vor CDU/CSU ein - WELT


    Die Stimme der SPD, Grönen, Linken und der FDP würden zurzeit ausreichen, damit der unselige Paragraph endlich abgeschafft wird, aber die SPD will ja den potentiellen Koalitionspartner nicht verärgern.....

  9. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mal sehen, ob die SPD auch hier wieder einknickt.

    Werbeverbot fur Abtreibungen: SPD knickt vor CDU/CSU ein - WELT


    .
    Ja ,geht gerade durchs Netz.
    Werbeverbot fur Abtreibungen: SPD zieht Antrag fur Paragraf 219a zuruck - WELT

  10. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Ich bin nicht für Werbung für Schwangerschaftsabbrüche.
    Letztendlich auch ein Unding, Ärzte legen einen Eid ab Leben zu retten und nicht Leben zu töten.

    Schade, dass das seit neuestem modern werden soll, Kinder abzutreiben, die gerade nicht ins Lebenskonzept der Mutter passen; ich kann mir gar nicht vorstellen, wie eine Frau mit dieser Schuld weiter leben kann

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