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  1. Moderation

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Duffeline Beitrag anzeigen
    (Das ist eins von diesen „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“- Gesetzen in Deutschland)
    Ja, so wirkt das auf mich auch.

    Man muss eben sehr klar formulieren, was man diskutieren will: Den Umgang mit Abtreibung in der Gesellschaft, oder den "Vorwurf der Werbung". Letzteres ist nicht furchtbar relevant, weil das gar nicht der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ist. Deswegen finde ich es auch ein bisschen muessig, darueber zu debattieren, was jetzt Werbung konstituiert.

    Wenn man grundsaetzlich ueber den Umgang mit Abtreibung redet, ist es natuerlich relevant, dass schon die Information verboten ist. Es ist interessant, dass viele Juristen das Gesetz auch eher in Richtung "Werbeverbot" auszulegen scheinen. Und im gesellschaftlichen Kontext ist auch interessant, dass und wie die "selbsternannten Lebensschuetzer" den Prozess angestrengt bzw. moeglich gemacht haben.
    Und man muesste wirklich nachhalten, was an Haenels Aussage dran ist, dass Abtreibung zunehmend gesellschaftlich geaechtet wird. Wie gesagt, ich kann dazu nichts sagen, faende es aber tatsaechlich schlimm, wenn es so waere.

    Davon unbenommen, bin ich allerdings auch gandas Meinung, dass Abtreibung nichts ist, womit man leichtfertig umgehen sollte und fuer das ich auch ein wirkliches Werbeverbot angemessen finde.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

  2. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Dies hier ist die neueste (2006) vergleichbare Entscheidung, die ich dazu finden konnte.

    Immerhin von der Instanz drüber bestätigt.

  3. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dies hier ist die neueste (2006) vergleichbare Entscheidung, die ich dazu finden konnte.

    Immerhin von der Instanz drüber bestätigt.
    Einfach nur: schlimm! Finde jedenfalls ich (obendrauf, wie sehr die Privatsphäre des Mannes thematisiert wird, meine Güte).

    Wurde schon etwas früher auf den Fall aufmerksam und unterschrieb diese Petition sofort. Im Übrigen stimme ich Kistenkumpel zu, dieses Gesetz kann gelöscht werden. Hier wird "anbieten und anpreisen" in einen Topf geworfen.

    Zum Glück war ich davon nie betroffen, aber wäre ich es gewesen, wäre ich froh gewesen, einen erfahrenen Arzt/Ärztin zu haben, der mich auf diesem Gebiet begleitet.

    Danke für das Einstellen @sammet !

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Moderation: Ich hatte überlegt, das im Straftatenstrang zu posten, aber eine Straftat, die eigentlich gar keine sein sollte, finde ich dort fehl am Platz.
    Der Thread ist schon gut hier aufgehoben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dies hier ist die neueste (2006) vergleichbare Entscheidung, die ich dazu finden konnte.

    Immerhin von der Instanz drüber bestätigt.
    Daraus, unter 4c:
    Aufgrund der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist davon auszugehen, dass für die gesamte Dauer der Schwangerschaft die Abtreibung grundsätzlich Unrecht ist, da auch dem ungeborenen Leben Menschenwürde zukommt (BVefGE, 88/203 ff.). § 218 a Abs. 1 StGB stellt den Schwangerschaftsabbruch unter den dort genannten Voraussetzungen lediglich ausnahmsweise straflos.

    Das Verbot, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten, wurde in § 219 a StGB deshalb ausgesprochen und unter Strafe gestellt, um zu verhindern, dass die Abtreibung in der Öffentlichkeit als etwas normales dargestellt und kommerzialisiert wird (Tröndle/Fischer,, StGB, 53. Auflage, § 219 a, Rdnr. i)

    Hervorhebungen von mir

    Mir scheint das jetzige Verfahren eher eine soziale ethische Frage zu sein, die behandelt werden soll als eine Frage, in wieweit Werbung oder nicht gestattet ist. Oder anders ausgedrückt: offenbar geht es im Kern doch darum, dass dieser §218 eben immer noch ein Verbot des Schwangerschaftsabbruchs beinhaltet, und nur lediglich bestimmte Formen des Abbruchs und bestimmte zu beachtenden Regularien das Vorgehen straflos stellen.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Ich war nie in der Situation, einen entsprechenden Arzt zu brauchen, weiß aber, daß es in vielen Regionen höchst schwierig ist, überhaupt einen Arzt zu finden, der einen Abbruch durchführt. Und ich rede nicht von ländlichen Regionen!

    Meine Stadt hat fast 300.000 Einwohner und es gibt keinen einzigen Arzt, der Schwangerschaftsabbrüche nach 218 vornimmt. Und selbst Abbrüche nach medizinischer Indikation werden wohl sehr selten gemacht, wenn ich lese, daß es in einem Jahr gerade mal 16 in einem Großklinikum waren. Das schiebt man wohl lieber ab.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Nach § 219a Absatz 2 ist bleibt sie straffrei, wenn sie die Tatsache, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, lediglich anderen Ärzten und auf Grund Gesetzes anerkannten Beratungsstellen mitteilt.

    Sie hingegen hat Schwangerschaftsabrüche unter Spektrum als zu ihren Leistungen gehörend aufgeführt. Diese Information ist für jedermann zugänglich, nicht nur für den oben genannten eingeschränkten Personenkreis, also strafbewehrt.
    Never argue with idiots. They drag you down to their level and beat you with experience.

    Hunderttausend Schweine pferchen
    Von der Desna bis zur Weichsel
    Und Kathinka, dieses Saumensch,
    Geht im Schmutz bis an die Knöchel.
    Hunderttausend Ochsen brüllen
    Auf Wolhyniens grünen Weiden.
    Und Kathinka, ja Kathinka,
    Glaubt. ich sei in sie verliebt! (G. Keller)


    Sentenza®.seit 20.09.2001

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Ja das scheint leider eindeutig.

    Es ist schade. Sie ist Allgemeinmedizinerin, dass sie Abbrüche vornimmt ist also nicht sehr naheliegend. Wenn man dann noch bedenkt, dass katholische Beratungsstellen keine Ärztelisten herausgeben ist diese Information auf ihrer Homepage im Internet gut aufgehoben.

    Mir geht dieser Paragraf in seiner Form schon lange gegen den Strich.
    Wenn es dann noch so ist, dass immer mehr Ärzte diese Leistung nicht mehr anbieten, sind die Frauen dann doch wieder unterwegs in die Niederlande wie zu Zeiten meiner Mutter.

  8. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Duffeline Beitrag anzeigen
    Wenn es dann noch so ist, dass immer mehr Ärzte diese Leistung nicht mehr anbieten, sind die Frauen dann doch wieder unterwegs in die Niederlande wie zu Zeiten meiner Mutter.
    Nach allem, was man dazu liest, auch hier im Thread (danke ), scheint es so zu sein. Es wird schlechter für die Frauen. Obwohl im Schwangerschaftskonfliktgesetz eigentlich vorgeschrieben ist: Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher.

    Selbst wenn das Angebot ausreichend wäre: Wie sollen die Frauen an die Information kommen, wenn viele Beratungsstellen sie nicht weitergeben und es keine Veröffentlichung geben darf?

    Ich hatte eben sofort diesen Fall aus Köln wieder im Kopf, wo einer vergewaltigten Frau von einem katholischen Krankenhaus die Untersuchung verweigert worden war, weil man ihr nicht die Pille für danach geben wollte. Nicht mal das!

  9. gesperrt

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    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Meine Stadt hat fast 300.000 Einwohner und es gibt keinen einzigen Arzt, der Schwangerschaftsabbrüche nach 218 vornimmt. Und selbst Abbrüche nach medizinischer Indikation werden wohl sehr selten gemacht, wenn ich lese, daß es in einem Jahr gerade mal 16 in einem Großklinikum waren. Das schiebt man wohl lieber ab.
    Es werden jedes Jahr in Deutschland offiziell 100.000 Abtreibungen ( wahrscheinlich aber viel mehr) vorgenommen.
    Die Frauen finden also schon Kliniken und Ärzte.....

  10. Inaktiver User

    AW: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche: Prozess gegen Kristina Hänel

    Mich wundert ja immer noch, dass eine Allgemeinmedizinerin Abbrüche vornehmen darf.

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