Oh, ich meinte jetzt nicht nur in der Partnerschaft.
Ich hätte allgemeiner schreiben sollen "nicht in der Situation verbleiben"
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Thema: metoo - Ihr nicht?
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03.11.2017, 16:23
AW: metoo - Ihr nicht?
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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03.11.2017, 16:42
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich beziehe mich auf deinen Beitrag, der mit den Worten beginnt
und du wirfst mir vorDu weißt sicherlich, dass derlei Frauen sich nach der Trennung mit Vorliebe wieder einen prügelnden Mann suchen.
Prügelnde Männer belästigen also nur unangenehm und üben keine "echte" Gewalt aus, oder wie soll ich das verstehen?
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03.11.2017, 16:42Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich persönlich fände es wichtiger, schon Kinder so zu stärken dass sie auf sich vertrauen - und gar nicht so viel Wert auf andere Meinungen legen. Das wird ja heute, eben in diesen "ich sag Nein" Kursen für Kinder gut vermittelt: lass dir nix einreden, wenn du das nicht willst dann lass es sein.
Natürlich ist ein gesellschaftliches Klima wichtig, wo jeder respektiert wird, gar keine Frage. Aber die Empfehlung sich an anderen Meinungen zu orientieren und nicht daran, ob man selbst sich mit was wohlfühlt, die find ich schwierig. Denn damit gibst du ja wieder anderen eine Deutungshoheit über dich, und auch wenn das dann vielleicht in dem Fall positiv wäre, man gibt sie aus der eigenen Hand.
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03.11.2017, 17:02
AW: metoo - Ihr nicht?
Mein
bezog sich eher auf den Strang und eine Vielzahl von Beiträgen hier.nicht das Nichthandeln von Frauen zu hinterfragen, sondern das Handeln der Männer
Ich lese seitenlang "Frauen sollten", "Frauen müssten", "Frauen sollten nicht", "Frauen müssten nicht" und nur ganz vereinzelt "Männer müssen aufhören Gewalt gegen Frauen auszuüben". Und noch seltener ohne Einschränkungen wie "ist nun mal Realität" oder "ändert sich nicht".
Wo sind die Empörung und die eindeutige Haltung, wie sie zum Beispiel nach Silvester 2015 geäußert wurden, plötzlich geblieben?
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03.11.2017, 17:24
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03.11.2017, 17:59
AW: metoo - Ihr nicht?
Da bin ich einer Meinung. Doch was ist "Belästigung"?
Ich halte diesen Begriff für höchst untauglich, sexuelle Gewalt in den verschiedenen Formen zu beschreiben, ich halte den Begriff für diminutiv und die Ereignisse verharmlosend.
Das klingt extrem sperrig und ist zudem grammatikalisch fehlerhaft. Den Link führt auf die google Suche, und nicht auf eine Seite, Du hast wahrscheinlich zitiert aus: Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz; der Passus oben stammt aus Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)Belästigung nach deutschem Arbeitsrecht ist zum Beispiel folgendes:
…] ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.“ ... Quelle.
Die Aussage ist im Tenor:
(4) Eine sexuelle Belästigung ist [...], wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, [...] bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird [...]
Ich halte das für sehr bemerkenswert. Es geht also ausschliesslich um die Würde des Menschen, die verletzt wird bzw. werden kann. Es fällt kein Wort über die sexuelle Selbstbestimmung, über die Verletzung der Eigenständigkeit und der Körperlichkeit, die Verletzung der Intimsphäre usw.
Ich denke, dass das zu verkürzt ist. Denn es blendet einen sehr wichtigen Faktor aus, den der Möglichkeit zur Penetration. Nur eine Frau kann in der Form so unterworfen werden, weil sie penetriert werden kann und der Mann der Penetrierer ist. Es ist aufgrund der körperlichen Verfasstheit der Frau eine inneliegende Verwundbarkeit da, weil sie mit derselben körperlichen Stelle sowohl Wonnen empfangen und annehmen kann, als auch die tiefste seelische Demütigung und körperliche Qual erleiden kann.
Natürlich kann der Mann auch andere Männer penetrieren und natürlich kann eine Frau auch einen Mann sexuell gewalttätig angehen, doch die inneliegende Verwundbarkeit existiert nur bei der Frau und wird daher von gewalttätigen Männern auch als besondere Qual ausgenutzt.
Du blendest in Deinen Betrachtung völlig aus, dass Scham keine bewusste Handlung ist, die man an- oder ausschalten kann, sondern eine körperliches und seelisches Merkmal, was bei bestimmten äusseren Einflüssen reflexhaft oder intuitiv zu Tage tritt.
Du setzt Scham gleich mit dem Bewusstsein von Schuld, das ist falsch.
Schuld zu fühlen, was eine gewisse Empathie voraussetzt, ist eine moralische Kategorie, die Regeln der Gesellschaft untergeordnet ist.
Ich stimme Deinem Beitrag zu, möchte ihn aber ergänzen um einen wichtigen Punkt: Frauen, die bereits als Kinder sexuell erniedrigt und missbraucht worden sind, sind als Erwachsene zu einem sehr hohen Prozentsatz wieder Opfer von Gewalt, diesmal von männlichen Partnern. Das ist eine Spirale, die nur zu durchbrechen ist, wenn die Frau einen Punkt erwischt, wo sie eine Hilfe annimmt und die Qual seelisch aufarbeitet. Da gibt es viel zu tun in der Prävention und in der Heilung.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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03.11.2017, 18:28
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03.11.2017, 18:40
AW: metoo - Ihr nicht?
von Missbrauch an Kindern - das tun Kinderschänder - habe ich an keiner Stelle geschrieben. Diese Verbindung stellst du her. Ich habe mich wörtlich auf Mädchen und Frauen bezogen. Es ging um den "Konsens". Darunter verstehe ich eine tragfähige, allgemeingültige Verständigung darauf, was "man" als Mann im Zeichen des Respekts Frauen gegenüber an Worten und Taten zu lassen hat. So einfach. Wie öffentliche Ächtung funktioniert, sieht man an anderen Beispielen wie Anti-Raucher- oder Anti-Pelz-Kampagnen. Wie kurzlebig sie sein können, leider auch. Es braucht lange, bis es sich in den Köpfen und im Verhalten festgesetzt hat. Dafür müssen Frauen mehr tun und von Männern unterstützt werden.
Dass du das auch rausgelesen hast, wundert mich echt, Serlina.
Es geht in diesem Strang doch nicht um Flirts oder Party-Ereignisse, sondern um unangenehme, übergriffige und verletzende Situationen. Fourthhand hat schon alles gesagt. Unterschreibe ich und verweise aufs Thema.*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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03.11.2017, 19:40Inaktiver User
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03.11.2017, 19:47Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ich muss da energisch widersprechen. Ich halte Scham in sehr hohem Maße für anerzogen und auch eine Frage der eigenen Haltung.
Wieso schämen sich denn sonst manche muslimische Frauen, wenn Männer ihr Haar sehen - und christliche normalerweise nicht? Wieso würde eine US-Amerikanerin eher kein FKK machen, während jemand der in den NBL aufgewachsen ist eher nix dabei findet? Wieso war es ein Akt der Befreiung, dass Frauen sich frei dazu bekannt haben, abgetrieben zu haben, und sich nicht mehr dafür zu schämen dass sie sich so entschieden haben? Man schaue sich doch nur frühere Fernsehwerbung an, wo die Hausfrau sich geschämt hat wenn der Mann unzufrieden, der Kaffee nicht gut oder die Wäsche nicht rein war. Das hat sich alles verändert.
Ich bin wirklich überzeugt, dass Scham vor allem Frauen anerzogen und ansozialisiert wird.
Frau darf nicht wütend oder aggressiv sein, das ist unweiblich. Und das ist auch Teil des Problems.


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