Es geht ja immer um eine Veränderung. Gesellschaftliche Ächtung ist das eine, aber dazu gehört eben auch, dass so jemand als Partner geächtet wird.
Selbst DSK hatte ja im Handumdrehen die nächste Partnerin. Oder andere, die sich Zwangsprostituierte bestellt haben.
Das muss man nicht verstehen, wieso Frauen so einen Partner wollen. Da hilft doch alle gesellschaftliche Ächtung nix, die ja vorhanden ist, wenn so wer weiterhin als attraktiver Partner gilt.![]()
Antworten
Ergebnis 801 bis 810 von 5172
Thema: metoo - Ihr nicht?
-
03.11.2017, 13:37Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
-
03.11.2017, 14:07
AW: metoo - Ihr nicht?
Meine erste konkreten Lösung wäre, nicht das Nichthandeln von Frauen zu hinterfragen, sondern das Handeln der Männer. Und zwar nicht nur in einem einzigen von einem guten Dutzend Sätzen, in denen es ansonsten um das Verhalten von Frauen geht.
Die zweite wäre, sich kein Urteil über Fälle zu erlauben, die man nur oberflächlich kennt. "Anfangen kann jede Frau nur bei sich selbst" ist ein Schlag ins Gesicht jedes Gewaltopfers in einer Beziehung. Ein KO-Schlag, denn der Anfang liegt dabei immer bei den Männern.
Das Erkennen und Überwinden von möglicherweise vorhandenen Mustern garantiert zum Beispiel keinen Schutz davor, dass Töchter von Vergewaltigungsopfern das Schicksal ihrer Mütter teilen. Aus meiner früheren beruflichen Tätigkeit u. a. mit Opfern häuslicher und oder sexualisierter Gewaltkann ich dir sagen, dass das gar nicht so selten vorkommt.
Ganz praktisch sollte das Sexualstrafrecht überarbeitet und das Strafmaß an andere Delikte angepasst werden. Stichwort: Für Steuerhinterziehung kann man länger einfahren als für Vergewaltigung.
Notwendig sind auch angemessenere Reaktionen des Umfelds auf Belästigungen und Übergriffigkeiten. Ein Schweigen als Antwort auf "Die zickt so rum, die hat es bestimmt mal wieder nötig", "Der müsste man es mal so richtig besorgen, dann kommt sie schon wieder in die Spur" und ähnliche Sprüche darf es meiner Meinung nach ebenso wenig geben, wie die Verharmlosung von eindeutigen Grabschereien, die pötzlich "nur Zufall" oder "nicht so gemeint" sind.
Und hier erwarte ich, dass auch mehr Männer eindeutig Kante zeigen. Nicht zum Schutz von Frauen sondern als gesellschaftliche Verantwortung.
-
03.11.2017, 14:14
AW: metoo - Ihr nicht?
Daran war nun leider gar nichts konkret.
Ein erhöhtes Strafmaß bringt die Frauen dazu, ihre Anzeigen nicht zurückzunehmen und umfassend gegen ihre Peiniger auszusagen?
Ein erhöhtes Strafmaß bringt die Frauen dazu, sich einen liebevollen Partner zu suchen?
Ja sicher, und die Todesstrafe verhindert Morde.....
-
03.11.2017, 14:21Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Du vermischst schon wieder in unzulässiger Weise die unangenehmen Belästigungen mit echter Gewalt!
Zudem: Wenn die Frau die Wahl zwischen Gehen oder Bleiben hat (und die hat sie fast immer), ist es wirklich ihre Sache, eine Entscheidung für sich selbst zu treffen. Und zwar lange vor den Prellungen und Knochenbrüchen.
Da bin ich ganz bei dir.Ganz praktisch sollte das Sexualstrafrecht überarbeitet und das Strafmaß an andere Delikte angepasst werden. Stichwort: Für Steuerhinterziehung kann man länger einfahren als für Vergewaltigung.Ich habe immer den Mund aufgetan, wenn ich Zeugin von Übergriffigkeiten wurde.Notwendig sind auch angemessenere Reaktionen des Umfelds auf Belästigungen und Übergriffigkeiten.
Ich erwarte das auch von Frauen. Aus dem gleichen Grund.Und hier erwarte ich, dass auch mehr Männer eindeutig Kante zeigen. Nicht zum Schutz von Frauen sondern als gesellschaftliche Verantwortung.
Und dass sie nicht mit bekannten Vergewaltigern gehen (DSK) oder ihren Vergewaltiger lautstark vor Gericht verteidigen oder als honey traps zur Verfügung stehen.
-
03.11.2017, 14:24Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Da kommt man nie zusammen. Für mich wär der erste Schritt immer meine Eigenverantwortung, und erst wenn die wirkungslos ist (weil ich im öffentlichen Raum auf einen Täter treffe z.B.) die gesellschaftliche Verantwortung.
Was es Betroffenen helfen soll, die Schuld beim Täter zu suchen und deshalb darauf zu warten, dass der sich ändert, das wird sich mir in 100 Jahren nicht erschließen.
Beziehungen sind immer ein System, dafür hat nie einer allein die Verantwortung. Für seine Taten ja - aber man kann ja so oder anders darauf reagieren.
-
03.11.2017, 14:25Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Man kann das m.M.n. gar nicht isoliert voneinander betrachten.
Aus dem Grund sollte die Berichterstattung hier so vorgehen wie in Fällen von Suizid: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.
Ja, leider. Dennoch muss hier schon angesetzt werden, als erster Schritt.
Das ist sicher erforderlich, allerdings ändert das nichts daran, dass man hier sicher vorsichtiger zuwege gehen muss als bei vielen anderen Delikten.
-
03.11.2017, 14:35
AW: metoo - Ihr nicht?
Frauen sind offenbar schon schwer am Aufholen, was Gewalt gegen das andere Geschlecht anbelangt...
Von Psychoterror bis Vergewaltigung - Wenn Männer Opfer häuslicher Gewalt werdenDas Leben ist kein Ponyschlecken! (geklaut von fledervieh
)
-
03.11.2017, 15:06Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Was soll man da hinterfragen? Wer jemanden anderen zusammenschlägt oder vergewaltigt, der ist kriminell und gehört in den Knast. Das ist gesellschaftlicher Konsens. Aber dieser Konsens hilft doch kein Stück weiter, wenn ein Opfer nicht die Kraft hat, gegen den Peiniger auszusagen.
Vergleiche Enkeltrickbetrüger. Es ist gar keine Frage, dass man das Verhalten von organisierten Kriminellen ächten muss. Aber Prävention ist wichtig, und da muss man auch bei den (potenziellen) Opfern ansetzen.
Und wenn ein Opfer die Aussage verweigert, dann können höhere Strafen überhaupt nichts bewirken.
-
03.11.2017, 16:00
AW: metoo - Ihr nicht?
So, mal von vorne..
Den meisten "Vorfällen" sexueller Belästigung, oder sexueller Gewalt liegen ja vorhergehende "Geschichten " zugrunde.
Da fängt es schon an. Denn, darüber wird schon zu wenig geredet.
Viele "Opfer" wissen schon, das etwas nicht richtig ist, fragen sich aber, ob sie selber daran Schuld , oder sie einfach "überempfindlich" sind. Wenn darüber öffentlich mehr gesprochen würde, würden einige vielleicht eben nicht bleiben und die nächste Eskalationsstufe "abwarten".
Alle wird man nie erreichen.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
-
03.11.2017, 16:14Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Da will ich nicht widersprechen.
Aber was auch dazukommt ist, dass vielen offenbar jeder Mann lieber ist als kein Mann.
Jeder Mensch orientiert sich mehr oder weniger bewußt an seinem Vorteil, und das Zusammenbleiben scheint eben vielen doch wichtiger oder leichter zu sein als sich zu trennen und allein zu sein. Auch wenn dieser Profit von außen oft schwer nachzuvollziehen ist.
Wenn man sich gar nicht wohlfühlt, und die Beziehung überhaupt keinen Sinn für einen macht, dann geht man. Egal was andere denken. Davon bin ich überzeugt.



Zitieren