Scham ist ein Mittel, mit dem eine Gesellschaft ihre Mitglieder diszipliniert, was meist unterschwellig abläuft.
Von sexueller Belästigung oder einem Angriff betroffen zu sein, kann natürlich jeder passieren. Falsche Zeit, falscher Ort, falsche Person, et voilà.
Aber deswegen beschämt sein? Wieso? Diese Sozialisierung zur Scham ist irgendwie vollkommen an mir vorbei gegangen. Ich schäme mich doch nicht, wenn sich ein Trottel unmöglich benimmt! der soll sich schämen! - auch nicht, wenn dieser Trottel mein Chef oder Kunde sein sollte.
gruss, barbara
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Thema: metoo - Ihr nicht?
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03.11.2017, 06:30
AW: metoo - Ihr nicht?
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03.11.2017, 06:33
AW: metoo - Ihr nicht?
Da sagst du was, Mary! Beschämung und Entwürdigung schmecken weit "bitterer" als Angst, weil sie gesellschaftlich auch viel mehr tabuisiert sind.
Und da "wir" Frauen ja eher zu einem "stell-dich-nicht-so-an" sozialisiert wurden, müssen solche Gefühle ja fast schon "folgerichtig" als eine Art persönliches Versagen bei einem selbst ankommen.
Dabei ist die Scham eine sehr wertvolle Grenzwächterin für uns und hat ihren "Ruf" als negatives Gefühl zu Unrecht. Aber das ist eben die kulturelle Wertung.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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03.11.2017, 06:34
AW: metoo - Ihr nicht?
Das meine ich, Bae. Es mag ja sein, dass du dich nicht schämst. Aber Scham ist eben auch ein Gefühl - und nicht nur eine gesellschaftliche Disziplinarmassnahme; Scham ist neurobiologisch tief verankert, gibt es auch bei Tieren - das niemand gerne haben mag. Insofern ist es schon auch bezeichnend, dass du es sofort von dir wegschreibst.
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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03.11.2017, 07:17
AW: metoo - Ihr nicht?
Scham bei Tieren, wie äussert sich das denn? und wie kann man das wissen, dass ein Tier Scham empfindet?
und nein, ich hab tatsächlich wenig bis fast nichts davon, ich schreib das nicht einfach von mir weg. Ich habe viele Fehler, aber übermässige Scham ist definitiv keiner davon. Oder all die Fremdschämer, die mich im Laufe meines Lebens zurechtgewiesen haben wegen meiner offensichtlichen Schamlosigkeit ("man kann unter deinen Rock sehen!" - "mag sein. und?"), haben eine übergrosse Portion davon bekommen, wer weiss.^^
Aber auf die Idee, dass ICH mich schämen soll, weil so ein Idiot mich angrabscht oder belästigt, bin ich wirklich noch nie gekommen. Woraus auch folgte, dass ich nie Hemmungen hatte, lautstark und gegebenenfalls öffentlich zu protestieren, wenn einer es versuchte.
gruss, barbara
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03.11.2017, 07:35
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03.11.2017, 07:52Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Genau!
Willst du wirklich über die "Geschmacksstufen" von schlechten Gefühlen sprechen?
Angst schützt Leben. Scham reguliert Verhalten.
Dann wäre die Schlussfolgerung daraus, dass Frauen in erster Linie an sich selber arbeiten, statt auf die pöhsen Männer zu schimpfen.Und da "wir" Frauen ja eher zu einem "stell-dich-nicht-so-an" sozialisiert wurden, müssen solche Gefühle ja fast schon "folgerichtig" als eine Art persönliches Versagen bei einem selbst ankommen.
Mich stört an der metoo-Bewegung sehr stark, dass sie zu einem Zeitpunkt aufkommt, zu dem Frauen tatsächlich spürbar häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden und dass dadurch Belästigungen und blöde Sprüche in der Wahrnehmnung auf das gleiche Niveau wie sexuelle Gewalt gehoben werden.
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03.11.2017, 08:05
AW: metoo - Ihr nicht?
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03.11.2017, 08:16Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Nein, darum geht es nicht. Ich hhabe mehrfach geschrieben worum es mir geht und in was fuer einer Gesellschaft ichlleben möchte und warum ich hier mitschreibe.
Auch dazu Nein. Diese Unterstellung ist sehr unverschämt und es gibt in meinen Posts keinerlei Anhaltspunkt dazu.als der generelle Schutz und die Unverletzbarkeit der körperlichen Grenzen/der Selbstbestimmung über den eigenen Körper deiner Mitmenschen?
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03.11.2017, 08:19Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ein bisschen Umgang mit Tieren, wohlwollendes Beachten, lassen ganz klar erkennen, dass Säugetiere (vielleicht auch andere Tierarten) Scham empfinden.
Das ist in der Tat kein Grund für Scham. Wenn das von vielen Belästigungsopfern so empfunden wird, dann ist das die Stellschraube, an der man drehen muss, um das Problem in den Griff zu bekommen.Aber auf die Idee, dass ICH mich schämen soll, weil so ein Idiot mich angrabscht oder belästigt, bin ich wirklich noch nie gekommen. Woraus auch folgte, dass ich nie Hemmungen hatte, lautstark und gegebenenfalls öffentlich zu protestieren, wenn einer es versuchte.
So wie es jetzt läuft, dass man Dinge auspackt, die vor Jahrzehnten waren, weil man inzwischen arriviert ist, und eine Anklage einem nicht mehr zum Nachteil gereichen kann, finde ich unaufrichtig und somit für eine gesellschaftliche Entwicklung für nuztlos - außer für die Entwicklung von Verunsicherung und Hass.
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03.11.2017, 08:21Inaktiver User
AW: metoo - Ihr nicht?
Ein Kniff in den Hintern - vermutlich auch noch im Vorbeigehen, also ganz sicher nicht in einer Gesprächssituation, ist ja wohl etwas völlig anderes als eine dezente Berührung am Knie in einer vertraulichen Gesprächssituation.
Und ja, da bestimme ich ebenfalls bei wem ich das zulasse und nicht Du.
(Ich weiß, ich gelte hier inzwischen tatsächlich wahrscheinlich als wenig schamhaftes "Flittchen", wer mich kennt wuerde sich nur wundern. )



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